Seit Claude im Web suchen kann, taucht eine neue Frage in Gesprächen mit Unternehmen auf: Wie kommt die eigene Website in die Antworten von Claude, und woran erkennt man, dass sie dort schon vorkommt? Die Antwort beginnt bei der Technik. Claude sucht nicht bei jeder Frage, und wenn es sucht, zeigt es seine Quellen auf eine bestimmte Weise an. Dieser Ratgeber beschreibt, was Anthropic dazu dokumentiert hat, in der App für Endnutzer und in der Schnittstelle für Entwickler, und was daraus für Websitebetreiber folgt.
Seit wann Claude im Web sucht
Anthropic hat die Websuche am 20.03.2025 vorgestellt, zunächst als Vorschau für zahlende Nutzer in den USA [1]. Nutzer mit kostenlosem Zugang und andere Länder sollten später folgen. Ein Nachtrag vom 27.05.2025 im selben Beitrag meldet, dass die Websuche nun weltweit in allen Claude-Tarifen verfügbar ist [1]. Schon die erste Ankündigung versprach direkte Quellenangaben, damit Nutzer die Fakten selbst prüfen können [1].
In der App schalten Nutzer die Funktion über das Pluszeichen unten links im Chatfenster ein und wählen dort "Web search" [2]. In Team- und Enterprise-Tarifen muss zuerst ein Owner oder Primary Owner die Websuche für die ganze Organisation freigeben [2]. Ob Claude in einem bestimmten Gespräch also überhaupt im Web suchen kann, hängt auch von diesen Einstellungen ab.
Wie Quellen in der App erscheinen
Der Hilfeartikel von Anthropic schreibt: "Every response includes citations, so you can easily verify sources yourself." [2] Gemeint sind Antworten, für die Claude im Web gesucht hat. Sie enthalten direkte Quellenangaben, Links zu den Quellen und, wenn es passt, Zitate aus den Seiten [2].
Welche Suchmaschine Claude für die allgemeine Websuche verwendet, nennt der Hilfeartikel nicht [2]. Für die Bildersuche gibt er dagegen einen Anbieter an: "Image search is powered by Bing" [2]. Daraus lässt sich für Textergebnisse nichts ableiten. Wer behauptet, eine bestimmte Suchmaschine liefere die Treffer für Claude, sollte dafür eine Quelle nennen können.
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Wann Claude überhaupt sucht
Genauer beschreibt Anthropic das Verhalten in der Dokumentation des Werkzeugs für Entwickler. Claude entscheidet selbst, ob eine Suche nötig ist. Es sucht laut Dokumentation, wenn eine Anfrage von Informationen abhängt, die aktuell sind, sich ändern oder außerhalb der Trainingsdaten liegen [3]. Genannt werden neue Ereignisse und Ankündigungen, aktuelle Preise und Statistiken, Angaben zu Organisationen, Personen oder Produkten, die sich geändert haben könnten, und ausdrückliche Bitten, etwas nachzuschlagen [3].

Ohne Suche antwortet Claude bei gefestigtem Wissen, also bei bekannten Fakten, Mathematik, Grundlagen der Naturwissenschaften oder Programmierkonzepten, außerdem bei kreativen Aufgaben und bei Texten, die schon im Gespräch stehen [3]. Für eine Website heißt das: Allgemeines Lehrbuchwissen landet selten als verlinkte Quelle in einer Antwort. Nach unserer Einschätzung haben Seiten mit Angaben Chancen, die sich ändern oder an ein Unternehmen gebunden sind, etwa Öffnungszeiten, Leistungen, Preise, Fristen oder Neuigkeiten.
Eine Suche kann sich innerhalb einer Anfrage mehrmals wiederholen [3]. Laut Dokumentation brauchen einfache Faktenfragen meist ein bis drei Suchen, Vergleiche oder Recherchen über mehrere Unternehmen auch zehn oder mehr [3].
Was eine Quellenangabe enthält
Über die Schnittstelle sind Quellenangaben bei der Websuche immer eingeschaltet [3]. Jede Angabe enthält die Adresse der zitierten Seite, ihren Titel und das Feld "cited_text" mit bis zu 150 Zeichen des zitierten Inhalts [3]. Zu jedem Suchtreffer liefert die Schnittstelle außerdem "page_age", also wann die Seite zuletzt aktualisiert wurde [3]. Wer die Ausgabe direkt Endnutzern zeigt, muss die Quellenangaben laut Anthropic mit anzeigen [3].

Diese Felder sagen viel darüber, was eine gute Quelle ausmacht. Eine Textstelle von 150 Zeichen ist ungefähr ein Satz. Seiten, deren Kernaussage in einem einzelnen, vollständigen Satz steht, lassen sich so sauber zitieren. Ein Satz wie "Die Prüfung dauert drei Werktage und muss bis zum 31.03. beantragt sein" trägt allein. Ein Satz, der erst mit dem vorherigen Absatz verständlich wird, verliert beim Herauslösen seinen Sinn. Ein sichtbares Datum der letzten Änderung hilft Lesern, und mit "page_age" zeigt die Schnittstelle, dass auch die Aktualität einer Seite als Angabe mitläuft.
Wie Entwickler die Suche eingrenzen
Unternehmen, die Claude in eigene Anwendungen einbauen, können die Suche steuern. Mit "allowed_domains" beschränken sie die Treffer auf bestimmte Domains, mit "blocked_domains" schließen sie Domains aus, beides gleichzeitig ist nicht erlaubt [3]. Mit "user_location" lassen sich Ergebnisse auf Stadt, Region, Land oder Zeitzone ausrichten, mit "max_uses" begrenzen sie die Zahl der Suchen je Anfrage [3]. Anthropic nennt für die Websuche über die Schnittstelle 10 US-Dollar je 1.000 Suchen zuzüglich der üblichen Tokenkosten (Herstellerangabe, Stand 31.10.2026) [3].
Für Ihre Website bedeutet das: In einer fremden Anwendung kann Claude so eingestellt sein, dass nur wenige ausgewählte Domains als Quelle zugelassen sind. Ob Ihre Seite dort vorkommt, entscheidet dann der Betreiber der Anwendung. Die Ortsangabe zeigt außerdem, dass lokale Ergebnisse je nach Standort des Nutzers unterschiedlich ausfallen können.
Was Ihre Website dafür braucht
Damit Claude eine Seite als Quelle nutzen kann, muss Anthropic sie erreichen. Anthropic nennt dafür zwei Crawler. Claude-SearchBot indexiert Inhalte, um die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern. Sperrt eine Website ihn, kann das ihre Sichtbarkeit und Genauigkeit in Suchantworten verringern [4]. Claude-User ruft Seiten ab, wenn ein Nutzer eine Frage stellt. Wer ihn sperrt, verhindert diese Abrufe und kann an Sichtbarkeit bei nutzergesteuerten Websuchen verlieren [4]. Der dritte Crawler, ClaudeBot, betrifft das Training und lässt sich getrennt sperren [4]. Die Einzelheiten stehen in den Ratgebern Claude-User und Claude-SearchBot und ClaudeBot und anthropic-ai.

Nach unserer Erfahrung scheitert die Sichtbarkeit in KI-Suchen öfter an einer Sammelsperre in der robots.txt oder an einem übereifrigen Bot-Schutz beim Hoster als am Text. Prüfen Sie deshalb zuerst die Technik und danach die Inhalte. Wie Texte aufgebaut sein sollten, die sich gut zitieren lassen, beschreibt der Ratgeber Content für KI-Antworten schreiben. Die übergreifende Frage für alle KI-Dienste beantwortet die FAQ Wie kommt man in KI-Antworten vor?, und was SEO NW bei SEO Agentur und Suchmaschinenoptimierung, kurz GEO, für Unternehmen übernimmt, steht auf der Seite GEO.
So prüfen Sie Ihre eigene Sichtbarkeit
Ein einfacher Test kostet nur ein paar Minuten. Schalten Sie in Claude die Websuche ein und stellen Sie die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, etwa nach einer Leistung in Ihrer Stadt oder nach einer Regel aus Ihrem Fachgebiet. Notieren Sie, welche Quellen Claude anzeigt und ob Ihre Seiten darunter sind. Wiederholen Sie den Test nach einigen Wochen mit denselben Fragen. Einzelne Antworten schwanken, eine Liste über mehrere Durchgänge zeigt eher eine Richtung.
Ein zweiter Blick gilt dem Zugriffsprotokoll Ihres Servers. Weil Claude-User Seiten abruft, wenn ein Nutzer eine Frage stellt [4], zeigen Einträge mit diesem Namen, dass Ihre Seiten bei echten Anfragen geöffnet wurden. Prüfen Sie dabei die IP-Adresse gegen die Liste, die Anthropic veröffentlicht [4], denn den Namen kann jeder Client angeben. Wie Sie die Messung über mehrere KI-Dienste hinweg aufbauen, beschreibt der Ratgeber Sichtbarkeit in KI-Antworten messen.
Sie möchten wissen, ob Claude Ihre Website als Quelle findet? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Dort besprechen wir Ihre Frage mit Ihnen.
- Organisation Claude can now search the web. Anthropic. Stand 20.03.2025, Nachtrag 27.05.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Enabling and using web search. Anthropic (Claude Help Center). Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Web search tool. Anthropic (Claude Platform Docs). Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Does Anthropic crawl data from the web, and how can site owners block the crawler?. Anthropic (Claude Help Center). Stand 07.04.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Sucht Claude bei jeder Frage im Web?
Nein. Laut Anthropic sucht Claude, wenn eine Frage aktuelle, veränderliche oder nicht trainierte Informationen braucht oder ausdrücklich nach einer Suche verlangt. Bei gefestigtem Wissen antwortet es ohne Suche.
Welche Suchmaschine nutzt Claude?
Für die allgemeine Websuche nennt Anthropic im Hilfeartikel keinen Anbieter. Nur die Bildersuche läuft laut Anthropic über Bing.
Wie zeigt Claude seine Quellen?
In der App enthalten Antworten mit Websuche Quellenangaben mit Link und, wenn passend, Zitate. Über die Schnittstelle liefert jede Angabe Adresse, Titel und bis zu 150 Zeichen der zitierten Textstelle.
Kann ich verhindern, dass Claude meine Seiten in Suchantworten nutzt?
Ja, über die robots.txt. Anthropic nennt Claude-SearchBot für den Suchindex und Claude-User für Abrufe auf Nutzerwunsch. Eine Sperre kann laut Anthropic die Sichtbarkeit in Suchantworten verringern.
Ist die Websuche in Deutschland verfügbar?
Laut Anthropic ist die Websuche seit dem 27.05.2025 weltweit in allen Claude-Tarifen verfügbar. In Team- und Enterprise-Tarifen muss ein Owner sie zuerst freischalten.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



