Wenn eine KI-Suche eine Frage zu Ihrem Unternehmen beantwortet, muss sie zuerst wissen, wer gemeint ist. Gibt es drei Firmen mit ähnlichem Namen in verschiedenen Städten, kann eine Antwort Angaben vermischen. Die Fachsprache nennt das eindeutig bestimmbare Ding hinter einem Namen eine Entität. Dieser Ratgeber erklärt, wie Google Entitäten im Knowledge Graph verwaltet, welche Werkzeuge Sie haben, um Ihr Unternehmen eindeutig auszuweisen, und warum das für SEO Agentur und Suchmaschinenoptimierung, kurz GEO, eine Grundlage ist.
Was der Knowledge Graph ist
Google beschreibt den Knowledge Graph als "our database of billions of facts about people, places, and things" [1]. Er dient dazu, Fragen nach Fakten in den Suchergebnissen zu beantworten [1]. Wer nach einer bekannten Person oder einem Unternehmen sucht, sieht diese Fakten oft in einem Kasten neben den Ergebnissen, dem Knowledge Panel.

Die Fakten stammen laut Google aus verschiedenen Quellen, die Faktenwissen zusammentragen [1]. Für manche Angaben wie Sportergebnisse, Börsenkurse oder Wetterberichte lizenziert Google Daten, außerdem erhält Google Informationen direkt von den Inhabern der Inhalte [1]. Knowledge Panels entstehen laut Google automatisch, wenn im offenen Web genug Informationen vorhanden sind [1]. Einen Antrag auf ein Panel nennt die Hilfeseite nicht.
Ein Knowledge Panel lässt sich aber beanspruchen. Offizielle Vertreter einer Entität können ihr Panel übernehmen und Änderungen vorschlagen. Unternehmen nutzen dafür laut Google stattdessen ihr Unternehmensprofil [1]. Rückmeldungen zu Fehlern kann jeder über die Funktion "Feedback" senden [1].
Warum Entitäten für KI-Antworten zählen
KI-Suchen bauen ihre Antworten aus Quellen zusammen. Gemini zum Beispiel greift beim Grounding auf Inhalte aus dem Index der Google-Suche zurück [2]. Je klarer eine Quelle sagt, über welches Unternehmen sie spricht, desto sicherer lässt sich die Aussage zuordnen. Ein Text, der "die Firma Müller" erwähnt, hilft wenig. Ein Text, der Firmenname, Ort und Website nennt, lässt kaum Zweifel.
Nach unserer Erfahrung verwechseln KI-Antworten Unternehmen am häufigsten dann, wenn sich Namen ähneln und die eigenen Angaben im Web uneinheitlich sind: hier mit GmbH, dort ohne, auf einem Portal noch mit alter Adresse. Wer seine Angaben vereinheitlicht, nimmt dieser Verwechslung die Grundlage.
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Organization-Markup: die eigene Visitenkarte
Das wichtigste Werkzeug auf der eigenen Website sind strukturierte Daten vom Typ Organization. Google schreibt, dieses Markup könne helfen, "disambiguate your organization in search results", also Ihre Organisation in den Suchergebnissen von anderen zu unterscheiden [3]. Manche Angaben können sich auch auf die Darstellung auswirken, etwa auf das angezeigte Logo und das Knowledge Panel [3].
Pflichtangaben gibt es laut Google keine. Google empfiehlt, alle Eigenschaften anzugeben, die zur Organisation passen [3]. Die wichtigsten für die Zuordnung:
- "url": Laut Google hilft sie, die Organisation eindeutig zu identifizieren [3].
- "logo": Das Bild muss mindestens 112 mal 112 Pixel groß sein [3].
- "address": Alle Teile der Anschrift, die im jeweiligen Land üblich sind, auch mehrere Anschriften [3].
- "sameAs": Verweise auf Ihre Profile auf anderen Websites, mehrere sind möglich [3].
- "vatID": Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nennt Google "an important trust signal for users" [3].
- "iso6523Code": Kennungen nach ISO 6523, zum Beispiel mit dem Präfix 0088 für die GLN oder 0199 für die LEI [3].
Das Markup gehört laut Google auf die Startseite oder auf eine einzelne Seite, die die Organisation beschreibt, etwa "Über uns". Auf jeder Seite muss es nicht stehen [3]. Wer es nicht von Hand schreiben will, kann den Schema-Generator nutzen.
sameAs verbindet die Puzzleteile
Schema.org definiert sameAs als "URL of a reference Web page that unambiguously indicates the item's identity" [4]. Gemeint ist also eine Seite, die eindeutig zeigt, wer Sie sind. Aus unserer Sicht kommen infrage: das Unternehmensprofil bei Google, der Eintrag im Handelsregister-Portal, ein Profil in einem großen Branchenverzeichnis, die Seiten in sozialen Netzwerken und, wenn vorhanden, ein Eintrag bei Wikidata.

Wählen Sie Profile, die Sie selbst pflegen und die zum Unternehmen gehören. Ein sameAs auf eine Seite, die ein anderes Unternehmen mit ähnlichem Namen beschreibt, erschwert die Zuordnung. Und halten Sie die Liste aktuell: Ein gelöschtes Profil in sameAs zeigt ins Leere. Wie ein Eintrag bei Wikidata entsteht und wann er sich lohnt, beschreibt der Ratgeber Wikipedia und Wikidata für Sichtbarkeit.
Entitäten im Fließtext
Markup ist nur die halbe Arbeit. Auch der sichtbare Text Ihrer Website sollte klar sagen, über wen er spricht. Nennen Sie auf der Seite "Über uns" den vollständigen Firmennamen mit Rechtsform, den Sitz, das Gründungsjahr und die Menschen, die das Unternehmen führen. Ergänzen Sie auf Leistungsseiten das "wir" an passender Stelle um Firmennamen und Ort. Ein Absatz, der herausgelöst in einer KI-Antwort landet, trägt so seine Herkunft mit.
Dasselbe gilt für andere Entitäten in Ihren Texten. Wer über ein Produkt, eine Norm oder eine Behörde schreibt, nennt sie beim ersten Auftreten vollständig und verlinkt im Zweifel auf die offizielle Seite. Personen, die Texte verfassen, bekommen eine eigene Profilseite mit Werdegang und Fachgebiet. Wie solche Profile aufgebaut sind, zeigt der Ratgeber Autorenprofile als Vertrauenssignal.
Achten Sie schließlich auf Widersprüche innerhalb der eigenen Website. Steht im Impressum eine andere Telefonnummer als in der Fußzeile oder auf der Kontaktseite eine alte Anschrift, liefert die Website selbst zwei Versionen derselben Entität.
Prüfen, ob Google Ihr Unternehmen kennt
Google bietet eine Schnittstelle, mit der sich Entitäten im Knowledge Graph suchen lassen. Laut Dokumentation verwendet sie die Typen von schema.org und folgt der JSON-LD-Spezifikation [5]. Sie liefert einzelne passende Entitäten und keine Netze verbundener Entitäten [5]. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass die Schnittstelle nicht für produktionskritische Dienste geeignet ist [5]. Für eine einmalige Prüfung, ob Ihr Unternehmen als Entität geführt wird, reicht sie trotzdem.
Einfacher ist die Suche selbst. Erscheint bei der Suche nach Ihrem Firmennamen ein Knowledge Panel oder ein Unternehmensprofil mit den richtigen Angaben, kennt Google Sie. Erscheint eines mit falschen Angaben, ist das der erste Ansatzpunkt: Unternehmensprofil korrigieren, Feedback senden, die Quellen im Web prüfen, aus denen die falsche Angabe stammen könnte.
Ein Ablauf in vier Schritten
- Legen Sie eine verbindliche Schreibweise fest: Firmenname mit Rechtsform, Anschrift, Telefon, Website, eine Beschreibung in einem Satz.
- Gleichen Sie diese Angaben auf der eigenen Website, im Unternehmensprofil und in den wichtigsten Verzeichnissen und Profilen ab.
- Bauen Sie das Organization-Markup auf Startseite oder "Über uns" ein, mit sameAs auf die geprüften Profile.
- Wir empfehlen, halbjährlich zu prüfen, ob Suche und KI-Antworten die richtigen Angaben zeigen.
Die Umsetzung strukturierter Daten übernimmt SEO NW als Leistung Strukturierte Daten umsetzen, mehr zum Markup für KI-Suchen steht im Ratgeber Strukturierte Daten für KI-Suche. Die Begriffe erklärt das Glossar unter Knowledge Graph und Entity SEO.

Sie sind nicht sicher, ob Google und KI-Suchen Ihr Unternehmen richtig zuordnen? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde, dort besprechen wir die Frage mit Ihnen.
- Organisation How Google's Knowledge Graph works. Google (Knowledge Panel Help). Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Google's common crawlers (Google-Extended). Google Search Central. Stand 30.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Organization (Organization) structured data. Google Search Central. Stand 08.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation sameAs. Schema.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Knowledge Graph Search API. Google for Developers. Stand 26.04.2024. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist eine Entität?
Ein eindeutig bestimmbares Ding hinter einem Namen, etwa ein Unternehmen, eine Person oder ein Ort. Suchmaschinen und KI-Suchen ordnen Aussagen solchen Entitäten zu.
Kann ich ein Knowledge Panel beantragen?
Einen Antrag nennt Google nicht. Laut Google entstehen Knowledge Panels automatisch, wenn im Web genug Informationen vorhanden sind. Bestehende Panels können offizielle Vertreter beanspruchen, Unternehmen nutzen dafür ihr Unternehmensprofil.
Welche Angaben gehören ins Organization-Markup?
Google nennt keine Pflichtangaben und empfiehlt alle passenden Eigenschaften. Für die Zuordnung zählen vor allem url, logo, address, sameAs und Kennungen wie vatID.
Was bewirkt sameAs?
sameAs verweist auf Seiten, die eindeutig zeigen, wer Sie sind, etwa Ihr Unternehmensprofil oder Ihre Profile in sozialen Netzwerken. So lassen sich Angaben an verschiedenen Orten einem Unternehmen zuordnen.
Muss das Markup auf jeder Seite stehen?
Nein. Google empfiehlt die Startseite oder eine einzelne Seite, die die Organisation beschreibt, zum Beispiel "Über uns".
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



