"Brauchen wir jetzt GEO statt SEO?" Diese Frage hören wir in Gesprächen mit Unternehmen inzwischen regelmäßig. Die kurze Antwort lautet: Es ist kein Entweder-oder. SEO Agentur und Suchmaschinenoptimierung, kurz GEO, baut auf Suchmaschinenoptimierung auf und ergänzt sie an einigen Stellen. Dieser Ratgeber vergleicht beide Felder Punkt für Punkt, mit dem, was Google, OpenAI und die Forschung dazu dokumentiert haben. Eine kurze Erklärung der Begriffe gibt die FAQ Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?, hier geht es um die Folgen für die Arbeit.
Woher der Begriff GEO kommt
Der Begriff stammt aus einer Forschungsarbeit von Pranjal Aggarwal und weiteren Autoren, die im November 2023 erstmals erschien und 2024 auf der Konferenz KDD angenommen wurde [1]. Die Autoren beschreiben GEO als Ansatz, mit dem Urheber von Inhalten ihre Sichtbarkeit in den Antworten generativer Suchmaschinen verbessern können, und als Rahmen, um Sichtbarkeit zu messen und zu optimieren [1].
Der Vergleich im Überblick
| Punkt | SEO | GEO |
|---|---|---|
| Ziel | Platz in der Ergebnisliste, Klick auf die eigene Seite | Nennung oder Quellenangabe in einer erzeugten Antwort |
| Ergebnis für den Nutzer | Liste von Links | fertiger Text mit Quellen |
| Technische Voraussetzung bei Google | Indexierung | Indexierung und Snippet erlaubt, sonst keine weiteren Anforderungen [2] |
| Crawler | vor allem Googlebot und Bingbot | zusätzlich eigene Crawler je Anbieter, etwa OAI-SearchBot [3] |
| Messung | Impressionen, Klicks, Positionen | Nennungen in Testfragen, Abrufe im Server-Log, Besuche aus KI-Diensten |
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Wo SEO und GEO dasselbe verlangen
Für die KI-Funktionen der eigenen Suche ist Google eindeutig. "There are no additional requirements to appear in AI Overviews or AI Mode, nor other special optimizations necessary." [2] Eine Seite muss indexiert sein und mit einem Snippet erscheinen dürfen [2]. Die Grundregeln der Suchmaschinenoptimierung gelten weiter [2]. Google beschreibt außerdem, dass AI Overviews und AI Mode eine Technik namens Query Fan-out nutzen können, also mehrere verwandte Suchen zu Unterthemen, um eine Antwort zusammenzustellen [2]. Seiten, die ein Thema gut gegliedert und vollständig behandeln, kommen dadurch für mehrere dieser Teilsuchen in Frage.
Auch bei den Inhalten gleichen sich die Anforderungen. Google fragt in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten, ob ein Text eigene Informationen, Recherchen oder Analysen bietet und ob er das Thema umfassend behandelt [5]. Die GEO-Studie fand die stärkste Wirkung bei Zitaten, Statistiken und Quellenangaben [4]. Beides zielt auf Texte, die etwas Eigenes und Überprüfbares liefern.
Wo GEO eigene Arbeit verlangt
Der erste Unterschied liegt in der Zahl der Anbieter. Zu den Suchmaschinen kommen bei KI-Suchen ChatGPT, Claude, Perplexity, Gemini, Copilot, Grok und weitere hinzu, mehrere davon mit eigenen Crawlern und eigenen Regeln. OpenAI zum Beispiel nennt OAI-SearchBot für die Suche und GPTBot für das Training, beide getrennt steuerbar [3]. Wer GEO ernst nimmt, muss diese Crawler kennen und in der robots.txt bewusst behandeln. Die Abwägung beschreibt der Ratgeber KI-Crawler blockieren oder zulassen.

Der zweite Unterschied betrifft die Einheit des Erfolgs. In der Suche zählt der Klick. In einer KI-Antwort kann eine Seite gelesen, aber nicht genannt werden. OpenAI schreibt zu seiner Websuche, dass die Liste der zu Rate gezogenen Quellen oft länger ist als die Zahl der Quellenangaben [6]. Sichtbar wird nur, wer für eine Aussage zitiert wird.
Der dritte Unterschied ist ein Ergebnis der Forschung. In der GEO-Studie profitierten Seiten, die in den normalen Ergebnissen weiter hinten standen, am stärksten von zitierfähigen Änderungen. Bei einer Seite auf Platz fünf stieg die Sichtbarkeit durch Quellenangaben um etwa 115 Prozent, die Seite auf Platz eins verlor etwa 30 Prozent [4]. Das sind Werte aus einem Versuchsaufbau, aber sie zeigen, dass die Reihenfolge der klassischen Suche in einer KI-Antwort nicht einfach fortgeschrieben wird.
Viertens wiegen Erwähnungen auf fremden Seiten schwerer, weil Antworten aus mehreren Quellen entstehen. Dazu mehr im Ratgeber Digital PR für KI-Sichtbarkeit.
Steuerung: was Sie jeweils in der Hand haben
In der Google-Suche steuern Sie mit denselben Mitteln die normalen Ergebnisse und die KI-Funktionen. Google nennt nosnippet, data-nosnippet, max-snippet und noindex als Wege, die Anzeige von Inhalten einzuschränken, und die robots.txt für den Zugriff des Googlebot [2]. John Mueller hat am 21.05.2025 dazu geschrieben: "More restrictive permissions will limit how your content is featured in our AI experiences." [8] Wer Snippets einschränkt, schränkt also auch die Rolle in AI Overviews ein. Getrennt davon regelt Google-Extended das Training künftiger Gemini-Modelle und das Grounding, ohne Einfluss auf Aufnahme oder Ranking in der Suche [7].
Bei OpenAI, Anthropic, Perplexity und DuckDuckGo nennt die jeweilige Dokumentation eigene Crawler, die Sie in der robots.txt einzeln zulassen oder sperren. Eine Lücke bleibt bei Abrufen, die ein Nutzer auslöst. OpenAI schreibt zu ChatGPT-User: "Because these actions are initiated by a user, robots.txt rules may not apply." [3] Für GEO heißt das: Die Steuerung ist feiner, aber auch unübersichtlicher als bei SEO. Eine Liste der Crawler, die Sie zulassen, und eine kurze Begründung je Eintrag helfen, den Überblick zu behalten.
Messung: der größte praktische Unterschied
Für die Google-Suche gibt es die Search Console. Klicks und Impressionen aus AI Overviews und AI Mode erscheinen dort im Leistungsbericht unter dem Suchtyp "Web", gemeinsam mit dem übrigen Suchverkehr [2]. Einen eigenen Filter dafür nennt Google nicht. Für ChatGPT, Claude oder Perplexity kennen wir kein vergleichbares Werkzeug der Anbieter. Hier bleiben drei Wege: regelmäßige Testfragen mit Protokoll, die Auswertung der Abrufe im Server-Log und die Messung von Besuchern, die aus KI-Diensten auf die Website kommen.

Nach unserer Erfahrung unterschätzen viele Unternehmen diesen Teil. Ohne Protokoll weiß niemand, ob sich nach einer Änderung etwas verbessert hat. Wie Sie das aufziehen, beschreiben die Ratgeber Sichtbarkeit in KI-Antworten messen und KI-Crawler im Server-Log erkennen.
Was das für Ihre Planung heißt
Für die meisten Unternehmen ergibt sich daraus eine Reihenfolge. Zuerst muss die Grundlage stimmen: Indexierung, saubere Technik, gute Inhalte. Das ist SEO und zugleich die Voraussetzung für jede Nennung in einer KI-Antwort. Danach kommen die GEO-Bausteine dazu: Crawler der KI-Anbieter bewusst zulassen, Texte so schreiben, dass einzelne Sätze herausgelöst stimmen, Erwähnungen auf fremden Seiten gewinnen und die Sichtbarkeit in KI-Antworten messen. Wie eine solche Planung für kleinere Unternehmen aussieht, beschreibt der Ratgeber GEO-Strategie für KMU. Was SEO NW bei GEO übernimmt, steht auf der Seite GEO.
Nach unserer Einschätzung braucht es dafür meist kein eigenes Budget nur für GEO. Viele GEO-Bausteine sind Arbeitsschritte, die in eine laufende SEO-Betreuung passen: die robots.txt um die KI-Crawler ergänzen, beim nächsten Überarbeiten eines Textes die Kernaussagen schärfen, beim nächsten Pressekontakt auf eine korrekte Nennung achten. Wichtig ist, dass jemand die Punkte auf dem Zettel hat und die Ergebnisse festhält.
Sie wollen wissen, wo Ihre Website zwischen SEO und GEO gerade steht? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde, dort besprechen wir die Frage mit Ihnen.
- Studie GEO: SEO Agentur und Suchmaschinenoptimierung. Pranjal Aggarwal, Vishvak Murahari, Tanmay Rajpurohit, Ashwin Kalyan, Karthik Narasimhan, Ameet Deshpande (arXiv:2311.09735, KDD 2024). Stand 28.06.2024. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation AI features and your website. Google Search Central. Stand 10.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Overview of OpenAI Crawlers. OpenAI. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Studie GEO: SEO Agentur und Suchmaschinenoptimierung (Volltext, Fassung 3). Aggarwal u. a.. Stand 28.06.2024. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Creating helpful, reliable, people-first content. Google Search Central. Stand 05.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Web search (Tools). OpenAI (API Documentation). Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Google's common crawlers (Google-Extended). Google Search Central. Stand 30.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Top ways to ensure your content performs well in Google's AI experiences on Search. Google Search Central Blog (John Mueller). Stand 21.05.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Ersetzt GEO die Suchmaschinenoptimierung?
Nein. Google verlangt für AI Overviews und AI Mode keine zusätzlichen Maßnahmen, die Grundregeln der SEO gelten weiter. GEO ergänzt sie um Crawler anderer Anbieter, zitierfähige Texte, Erwähnungen und eigene Messung.
Woher kommt der Begriff GEO?
Aus einer Forschungsarbeit von Aggarwal und anderen, die im November 2023 erschien und 2024 auf der Konferenz KDD angenommen wurde.
Wie messe ich GEO?
Für Google zählen Auftritte in AI Overviews und AI Mode in der Search Console zum Suchtyp Web. Für andere KI-Dienste helfen Testfragen mit Protokoll, das Server-Log und die Messung von Besuchern aus KI-Diensten.
Muss ich für GEO andere Texte schreiben?
Die Texte müssen vor allem gut sein, wie für SEO. Zusätzlich lohnt es sich, wichtige Aussagen so zu schreiben, dass sie herausgelöst stimmen, und Zahlen mit Quelle zu belegen.
Haben kleinere Websites bei GEO eine Chance?
In der GEO-Studie profitierten gerade Seiten, die in der klassischen Suche weiter hinten standen, am stärksten von zitierfähigen Änderungen. Das ist ein Versuchsergebnis, keine Zusage, zeigt aber, dass die Reihenfolge der Suche nicht feststeht.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



