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Ratgeber

Produktfeeds für den KI-Einkauf: was Händler liefern müssen

KI-Shopping bei Google und ChatGPT stützt sich auf strukturierte Produktdaten, die Händler als Feed liefern. Bei Google läuft das über das Merchant Center, bei ChatGPT über einen eigenen Produktfeed nach OpenAI-Spezifikation. Entscheidend ist, dass Preis und Verfügbarkeit im Feed mit der Produktseite übereinstimmen und aktuell bleiben.

Kaffeemühle, Leinentuch und Versandkarton aus Pappe auf einem hellen Eichentisch im seitlichen Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Stand: 31.10.2026. Wer in einem Chat nach einer Kaffeemühle unter einem bestimmten Budget fragt, bekommt inzwischen Produktkarten mit Preis, Bild und Händler. Google nennt Feeds aus dem Merchant Center als Weg in solche Antworten [1], und OpenAI beschreibt für ChatGPT einen eigenen Produktfeed [4]. Ein Produktfeed ist eine Tabelle mit festen Feldern, die ein Shop regelmäßig an Google oder an OpenAI übermittelt. Für den KI-Einkauf wird der Produktfeed damit zur Schnittstelle, an der ein Onlineshop am meisten selbst in der Hand hat.

Dieser Ratgeber behandelt nur die Datenseite: welche Felder verlangt werden, wie Google und OpenAI mit Feeds umgehen und wo die Checkout-Protokolle stehen. Wie ein Shop insgesamt in KI-Antworten sichtbar wird, beschreibt der Beitrag Onlineshops in KI-Antworten.

Was Google über Produktdaten in KI-Antworten sagt

In seinem Leitfaden zur Optimierung für die generativen KI-Funktionen der Suche schreibt Google, dass KI-Antworten Produkteinträge und Informationen zu lokalen Unternehmen enthalten können. Feeds aus dem Merchant Center und Unternehmensprofile könnten helfen, dass Angebote sowohl in KI-Antworten als auch in anderen Suchergebnissen sichtbar sind [1]. Spezielle KI-Dateien oder eigenes Markup verlangt Google dafür ausdrücklich nicht [1].

Für Händler heißt das: Der Weg in die Produktkarten von AI Overviews und KI-Modus führt über dieselbe Infrastruktur wie Google Shopping. Wer bisher keinen Feed im Merchant Center pflegt, fehlt dort, wo die KI-Suche nach Produktdaten greift. Grundlagen zum Werkzeug erklärt das Glossar unter Google Merchant Center.

Pflichtfelder im Merchant Center

Die Produktdatenspezifikation von Google nennt für alle Artikel sieben Pflichtangaben: eine eindeutige Kennung (id), den Titel, die Beschreibung, den Link zur Produktseite, den Bildlink, die Verfügbarkeit und den Preis [2]. Titel und Beschreibung dürfen auch als strukturierte Varianten (structured_title, structured_description) geliefert werden [2]. Dazu kommen Angaben, die nur in bestimmten Fällen Pflicht sind: die Marke bei neuen Produkten außer Filmen, Büchern und Musik, die GTIN, sobald ein Produkt eine hat, die Herstellernummer (mpn) bei Artikeln ohne GTIN, der Zustand bei gebrauchter oder generalüberholter Ware und die item_group_id für Varianten, unter anderem in Deutschland [2].

Unbeschriftete Kartons in verschiedenen Größen ordentlich gestapelt in einem Metallregal im Lager bei Tageslicht
Bild: KI-generiert

Die wichtigste Regel steht beim Preisfeld. Der Preis im Feed muss mit dem Preis auf der Landingpage übereinstimmen, ebenso mit den strukturierten Daten der Seite [2]. Nach unserer Erfahrung entstehen Abweichungen meist durch Rabattaktionen, die im Shop sofort gelten, im Feed aber erst mit dem nächsten Export ankommen.

Für KI-Texte gibt es inzwischen eine eigene Kennzeichnung. Bei den strukturierten Titeln und Beschreibungen sieht die Spezifikation das Unterattribut digital_source_type vor, mit dem Händler Texte markieren, die mit generativer KI erstellt wurden [2]. KI-generierte Produktbilder müssen laut Google Metadaten tragen, die auf die KI-Erzeugung hinweisen, etwa das IPTC-Feld DigitalSourceType, und diese Angaben dürfen nicht entfernt werden [2].

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Feed und strukturierte Daten zusammen

Google empfiehlt, Produktdaten sowohl als strukturierte Daten auf der Produktseite als auch im Merchant-Center-Feed bereitzustellen. Bei einigen Ergebnistypen kombiniert Google beide Quellen, Produkt-Snippets können zum Beispiel Preisdaten aus dem Händlerfeed verwenden, wenn sie im Markup fehlen [3]. Google unterscheidet zwischen Produkt-Snippets für Produktseiten ohne direkte Kaufmöglichkeit und Händlereinträgen für Seiten, auf denen man direkt kaufen kann. Wer die erforderlichen Angaben für Händlereinträge liefert, dessen Produktseiten können auch für Produkt-Snippets in Frage kommen [3].

Das Markup ist damit kein Ersatz für den Feed, und der Feed ersetzt das Markup nicht. Beide sollten aus derselben Datenquelle im Shop gespeist werden. Welche Typen sich für die KI-Suche insgesamt lohnen, beschreibt der Ratgeber Strukturierte Daten für die KI-Suche. Für Shopware-Shops gibt es eine eigene Anleitung unter Rich Snippets in Shopware.

Der Produktfeed für ChatGPT

OpenAI hat für den Einkauf in ChatGPT eine eigene Feed-Spezifikation veröffentlicht. Die Dokumentation zum Agentic Commerce Protocol beschreibt drei Bausteine: Produktfeeds, Checkout und Zahlung. Händler stellen einen gesicherten, regelmäßig aktualisierten Feed im Format CSV oder JSON bereit. Nach einem ersten Musterfeed zur Prüfung folgen tägliche Abzüge [4]. OpenAI ist dabei nicht der Verkäufer. Händler bringen ihren eigenen Zahlungsdienstleister mit und wickeln die Zahlung selbst ab [4].

Mann um die vierzig im Hinterzimmer eines kleinen Ladens vergleicht ein Produkt mit ausgedruckten Blättern
Bild: KI-generiert

Die Feldliste ähnelt der von Google, mit eigenen Namen. Für einen brauchbaren Feed verlangt OpenAI item_id, title, description, url, brand, seller_name, image_url, availability und price [5]. Zwei Schalter steuern, wo ein Artikel erscheint. is_eligible_search ist eingeschaltet, solange das Feld leer bleibt. is_eligible_checkout bleibt aus, bis es ausdrücklich auf true steht, und wirkt nur, wenn die Suche ebenfalls erlaubt und der Checkout für die Anbindung freigeschaltet ist [5]. Einen festen Takt für Aktualisierungen schreibt die Spezifikation nicht vor. Sie verlangt, den Feed zu aktualisieren, wenn ein Sonderpreis beginnt oder endet und wenn ein Artikel ausverkauft oder wieder lieferbar ist [5].

Für deutsche Händler wichtig: Laut Spezifikation richtet sich der Standard-Upload im OpenAI-Format derzeit an die USA. Weitere Märkte setzen voraus, dass OpenAI die Anbindung samt erlaubter Länder und Währungen bestätigt [5]. Wer heute einen ChatGPT-Feed plant, sollte deshalb zuerst klären, ob der eigene Markt schon angenommen wird.

Checkout in der KI-Suche

Am 11.01.2026 hat Google das Universal Commerce Protocol vorgestellt, einen offenen Standard für den Einkauf über KI-Agenten. Entwickelt wurde er laut Google gemeinsam mit Shopify, Etsy, Wayfair, Target und Walmart [6]. Darüber sollen Käufer bei berechtigten Händlern in den USA direkt im KI-Modus und in der Gemini-App bezahlen können. Andere Länder nennt die Ankündigung nicht, Google schreibt nur, man wolle die Funktion gemeinsam mit Händlern weltweit ausbauen [6]. Im selben Zug kündigte Google neue Datenattribute im Merchant Center an, die über klassische Keywords hinausgehen und die Auffindbarkeit im Gespräch verbessern sollen. Berechtigte US-Händler können außerdem einen Markenagenten im Merchant Center einrichten, der Produktfragen in der Sprache der Marke beantwortet [6].

Für Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz nennen die beiden Quellen bisher keinen Start des Checkouts in der KI-Suche. Die Datenbasis dafür ist es nicht: Wer seinen Feed heute vollständig und aktuell hält, muss später nur die Anbindung ergänzen.

Typische Fehler im Produktfeed

Viele Probleme in Shop-Feeds haben mit KI wenig zu tun. Es sind alte Feedfehler, die jetzt stärker ins Gewicht fallen, weil ein Chat aus den Daten direkt eine Empfehlung baut:

Hände sortieren farbige Wollknäuel auf einer Werkbank aus Holz in passende Gruppen
Bild: KI-generiert
  • Titel, die nur aus Marke und Artikelnummer bestehen und die Eigenschaften verschweigen, nach denen Kunden fragen, etwa Material, Größe oder Einsatzzweck.
  • Beschreibungen, die aus dem Herstellerkatalog kopiert sind und bei allen Händlern gleich lauten.
  • Fehlende GTIN, obwohl das Produkt eine hat. Dann lässt sich das Angebot schwer mit gleichen Artikeln anderer Händler zusammenführen.
  • Varianten ohne gemeinsame item_group_id, sodass jede Farbe als eigenes Produkt erscheint.
  • Preise und Lagerbestände, die nur einmal am Tag exportiert werden, obwohl der Shop häufiger Aktionen fährt.

Wenn ein Plugin oder ein Exportmodul den Feed erzeugt, prüfen Sie, welche Felder es wirklich ausgibt, und vergleichen Sie Stichproben aus dem Feed mit den Produktseiten. Die Arbeit an Feeds und Produktseiten gehört bei uns zur Leistung E-Commerce SEO. Den Begriff selbst erklärt das Glossar unter Produktdatenfeed.

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Shop-Feed für Google und ChatGPT taugt, oder eine konkrete Fehlermeldung aus dem Merchant Center nicht verstehen, stellen Sie die Frage in der gratis SEO-Sprechstunde. Dort schauen wir gemeinsam auf Ihren Fall.

  1. Organisation Website für generative KI-Funktionen in der Google Suche optimieren. Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Produktdatenspezifikation. Google Merchant Center-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Strukturierte Daten für Produkte (Product, Offer). Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Agentic Commerce: Key concepts. OpenAI Developers. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Product Feed Spec. OpenAI Developers. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation New tech and tools for retailers to succeed in an agentic shopping era. Google Blog (Vidhya Srinivasan). Stand 11.01.2026. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Brauche ich für KI-Shopping bei Google einen eigenen KI-Feed?

Nein. Google nennt Feeds aus dem Merchant Center als Weg, damit Produkte in KI-Antworten und anderen Suchergebnissen erscheinen. Eine zusätzliche KI-Datei oder ein besonderes Markup verlangt Google nicht.

Kann ich als deutscher Shop schon an ChatGPT liefern?

Die Feed-Spezifikation von OpenAI richtet sich laut eigener Angabe derzeit an die USA. Für weitere Märkte muss OpenAI die Anbindung mit Ländern und Währungen bestätigen. Klären Sie das, bevor Sie Zeit in einen eigenen Feed stecken.

Wie oft sollte der Produktfeed aktualisiert werden?

So oft, wie sich Preise und Bestände ändern. OpenAI verlangt Aktualisierungen bei Beginn und Ende von Sonderpreisen und bei ausverkauften Artikeln, Google verlangt, dass der Preis im Feed mit der Produktseite übereinstimmt.

Ersetzt der Feed die strukturierten Daten auf der Produktseite?

Nein. Google empfiehlt beides und kombiniert bei manchen Ergebnistypen die Daten aus Markup und Feed. Beide sollten aus derselben Quelle im Shop kommen, damit sie sich nicht widersprechen.

Muss ich KI-generierte Produkttexte kennzeichnen?

Im Merchant Center gibt es dafür das Unterattribut digital_source_type bei strukturierten Titeln und Beschreibungen. KI-generierte Produktbilder müssen laut Google entsprechende Metadaten tragen, die nicht entfernt werden dürfen.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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