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Ratgeber

Sichtbarkeit in KI-Antworten messen

KI-Sichtbarkeit misst man auf drei Ebenen: mit den Berichten von Google und Bing, die Impressionen und Zitate in KI-Funktionen zählen, mit einer festen Liste von Kundenfragen, die man regelmäßig in KI-Suchen stellt, und mit den Besuchen, die aus KI-Diensten auf die Website kommen. Keine Ebene reicht allein.

Navigator um die fünfzig auf einer Schiffsbrücke blickt bei Tagesanbruch durch ein Fernglas auf ruhige See
Bild: KI-generiert

Stand: 31.10.2026. Lange gab es für KI-Antworten keine offiziellen Zahlen. Wer wissen wollte, ob die eigene Website in Googles Übersichten mit KI, im KI-Modus, in Copilot oder in ChatGPT auftaucht, musste selbst nachsehen. Das hat sich 2026 geändert: Google und Microsoft liefern inzwischen eigene Berichte. Sie decken aber nur ihre eigenen Dienste ab und zeigen nicht alles, was man wissen möchte. Ein brauchbares Bild entsteht erst, wenn man mehrere Messwege verbindet.

Dieser Ratgeber beschreibt das Gesamtbild. Wie man prüft, ob eine bestimmte Seite als Quelle verlinkt und richtig wiedergegeben wird, steht im Ratgeber KI-Zitate messen. Die klassische Sichtbarkeit in den Suchergebnissen behandelt der Beitrag SEO-Sichtbarkeit messen.

Erste Ebene: die Berichte der Suchmaschinen

Die Search Console hat einen eigenen Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen. Er zählt Impressionen, also wie oft Links zu Ihrer Website in einer generativen KI-Funktion der Google Suche angezeigt wurden [1]. Erfasst werden die Übersichten mit KI und der KI-Modus, Google behält sich vor, die Liste zu ändern [1]. Seit dem 31.08.2026 sind die Zahlen laut Google für alle Websites weltweit verfügbar [1].

Frau um die fünfunddreißig schreibt am aufgeräumten Schreibtisch Notizen in ein Heft, daneben ein zugeklappter Laptop
Bild: KI-generiert

Einige Eigenheiten sollte man kennen. Erscheinen mehrere Links derselben Website in einer Antwort, zählt das Diagramm sie als eine Impression [1]. Die Daten lassen sich nach Seiten, Ländern, Datum und Gerät aufschlüsseln, und es gibt Filter für textbasierte und multimodale Anfragen wie Google Lens [1]. Klicks, Position oder Klickrate nennt die Hilfeseite für diesen Bericht nicht, sie beschreibt nur Impressionen. Daten aus Experimenten in Search Labs fehlen, und Websites mit sehr wenigen Impressionen sehen den Bericht unter Umständen gar nicht [1]. Die Zahlen stammen aus dem Suchtyp "Web" des normalen Leistungsberichts [1]. Dort werden Besuche aus den KI-Funktionen weiterhin mitgezählt [3].

Für den Einstieg lohnt ein einfacher Vergleich. Lassen Sie sich im KI-Bericht die Seiten mit den meisten Impressionen anzeigen und legen Sie daneben dieselben Seiten im normalen Leistungsbericht. Seiten, die in der klassischen Suche gut dastehen, in den KI-Funktionen aber kaum vorkommen, sind Kandidaten für eine Überarbeitung: Beantworten sie die Frage früh und klar, stehen Belege und Verfasser dabei? Umgekehrt zeigen Seiten mit vielen KI-Impressionen, welche Themen Google Ihnen bereits zutraut. Der Länderfilter hilft, wenn Sie auch in Österreich und der Schweiz tätig sind, denn dort kann das Bild anders aussehen als in Deutschland. Werten Sie den Bericht monatlich aus und notieren Sie die Werte, damit Sie Veränderungen nach Überarbeitungen erkennen.

Microsoft bietet seit dem 10.02.2026 den Bericht AI Performance in den Bing Webmaster Tools an, als öffentliche Vorschau [4]. Er deckt Microsoft Copilot, KI-Zusammenfassungen in Bing und ausgewählte Partnerdienste ab und zeigt die Zahl der Zitate, die durchschnittliche Zahl zitierter Seiten pro Tag, die Zitate je Adresse und eine Auswahl der Suchphrasen, mit denen die KI Inhalte abgerufen hat [4]. Microsoft weist selbst darauf hin, dass diese Zahlen Häufigkeit messen und weder Ranking noch Bedeutung einer Seite [4].

Für ChatGPT, Perplexity und andere Dienste gibt es keinen vergleichbaren Bericht für Websitebetreiber. Dort bleiben nur die beiden anderen Ebenen.

Zweite Ebene: eine feste Fragenliste

Die Berichte zeigen, wo Ihre Links erscheinen. Sie zeigen nicht, wie eine KI Ihr Unternehmen beschreibt, ob sie Wettbewerber empfiehlt oder bei welchen Fragen Sie fehlen. Dafür braucht es eine eigene Stichprobe. Das Vorgehen ist einfach, verlangt aber Disziplin:

Reihe gleicher Gläser auf einem Holzregal, teils mit verschiedenfarbigen Bohnen gefüllt
Bild: KI-generiert
  1. Fragen sammeln. Zwanzig bis vierzig Fragen, wie Kunden sie stellen, aus Vertrieb, Kundendienst, Search Console und Foren. Dazu einige Fragen mit Ihrem Firmennamen.
  2. Dienste festlegen. Zum Beispiel KI-Modus, ChatGPT mit Websuche, Perplexity und Copilot. Notieren Sie, ob Sie angemeldet waren und welches Land und welche Sprache eingestellt waren.
  3. Regelmäßig abfragen. Dieselben Fragen in festen Abständen stellen, etwa einmal im Monat, und die Antworten vollständig speichern.
  4. Gleich auswerten. Für jede Antwort festhalten: Wird Ihr Unternehmen genannt? Wird Ihre Website verlinkt? Welche Wettbewerber und Quellen erscheinen? Stimmt, was über Sie gesagt wird?

Die Zahl der Fragen ist ein Arbeitswert von uns. Wichtiger ist, dass die Liste über Monate gleich bleibt, sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.

Ein Ergebnis dieser Liste ist immer eine Momentaufnahme. Google schreibt, dass für KI-Modus und Übersichten mit KI unterschiedliche Modelle und Verfahren verwendet werden können und dass die Antworten mit einer Technik entstehen, bei der mehrere verwandte Suchanfragen zu Unterthemen gestellt werden [3]. Dieselbe Frage kann deshalb am nächsten Tag andere Quellen liefern. Nach unserer Erfahrung lohnt es sich, jede Frage bei einer Messung zwei- oder dreimal zu stellen und nur zu werten, was wiederholt auftaucht.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Vorsicht bei fertigen Werkzeugen

Viele Anbieter verkaufen inzwischen "KI-Sichtbarkeitsindizes". Sie stellen automatisiert große Mengen Fragen und rechnen daraus einen Wert. Das kann Arbeit sparen, ersetzt aber nicht den Blick auf die Antworten selbst. Google schreibt in seinem Leitfaden ausdrücklich, dass kein Drittanbieter-Tool Zugriff auf die internen Ranking- oder KI-Systeme von Google hat, und rät, bei Werkzeugen vorsichtig zu sein, die Rankingerfolge versprechen oder angeblich interne Google-Werte nutzen [2].

Fragen Sie jeden Anbieter, welche Fragen er stellt, wie oft, aus welchem Land und mit welchem Konto. Ohne diese Angaben lässt sich ein Indexwert nicht einordnen.

Dritte Ebene: Besuche aus KI-Diensten

Sichtbarkeit ist nur dann etwas wert, wenn sie zu Anfragen oder Verkäufen führt. Deshalb gehört die Webanalyse dazu. Matomo fasst Besuche aus KI-Assistenten seit Version 5.5.0 (On-Premise) in einem eigenen Kanal zusammen und erkennt unter anderem ChatGPT, Copilot, Gemini, Claude, Le Chat, Meta AI und Perplexity [5]. Besuche aus Googles KI-Funktionen lassen sich nicht getrennt auswerten. In der Search Console zählt Google sie zum Suchtyp "Web" [3]. Google empfiehlt, Conversions und Verweildauer mit Analysewerkzeugen wie Google Analytics zu erfassen [3].

Die Einrichtung im Detail beschreiben die Ratgeber KI-Traffic in Matomo messen und KI-Traffic in Google Analytics messen. Kurz erklärt ist das Thema in der FAQ unter Wie erkenne ich KI-Traffic?.

Die drei Ebenen zusammenführen

Ein Monatsbericht zur KI-Sichtbarkeit muss nicht lang sein. Eine Seite mit vier Angaben genügt: Impressionen in Googles KI-Funktionen und ihre Entwicklung, Zitate in Bing und Copilot, das Ergebnis der Fragenliste (bei wie vielen Fragen genannt, verlinkt, richtig beschrieben) und die Besuche und Anfragen aus KI-Diensten. Dazu ein Absatz, was sich auf der Website geändert hat.

Drei kleine Bäche fließen in einem grünen Tal zu einem Fluss zusammen, vom Hügel aus gesehen
Bild: KI-generiert

Wichtig ist, die Werte nicht gegeneinander auszuspielen. Steigen die Impressionen, während die Fragenliste stagniert, erscheinen Sie vermutlich bei anderen Fragen als den geplanten. Steigen die Nennungen, aber die Besuche nicht, beantwortet die KI die Frage vielleicht schon vollständig. Das ist dann ein Grund, Inhalte mit eigenem Nutzen zu bieten, etwa Rechner, Vorlagen oder Beratung, die eine Zusammenfassung nicht ersetzen kann. Wie man Markennennungen gezielt auswertet, behandelt der Ratgeber Markennennungen in KI-Antworten.

Unsicher, welche Zahlen für Ihre Website aussagekräftig sind? In der gratis SEO-Sprechstunde beantworten wir Ihre Fragen zum Search-Console-Bericht und zu Ihren ersten Stichproben.

  1. Organisation Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen (Google Suche). Google Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Optimizing your website for generative AI features on Google Search. Google Search Central. Stand 10.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation KI-Funktionen und deine Website. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview. Microsoft Bing Webmaster Blog. Stand 10.02.2026. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation How to track and analyse traffic from AI assistants like ChatGPT in Matomo reports. Matomo. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Zeigt die Search Console, wie oft meine Seite in KI-Antworten erscheint?

Ja. Der Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen zählt Impressionen in den Übersichten mit KI und im KI-Modus. Seit dem 31.08.2026 ist er laut Google für alle Websites weltweit verfügbar, Klicks nennt die Hilfeseite für diesen Bericht nicht.

Wie messe ich meine Sichtbarkeit in ChatGPT?

Einen offiziellen Bericht für Websitebetreiber gibt es dort nicht. Sie stellen eine feste Liste von Kundenfragen regelmäßig und werten die Antworten aus, dazu kommen die Besuche aus ChatGPT in Ihrer Webanalyse.

Was zeigt der Bericht AI Performance in Bing?

Er zählt Zitate Ihrer Seiten in Copilot, in KI-Zusammenfassungen von Bing und bei ausgewählten Partnern, zeigt Zitate je Adresse und eine Auswahl der Suchphrasen. Microsoft betont, dass die Zahlen Häufigkeit messen und kein Ranking.

Taugen gekaufte KI-Sichtbarkeitsindizes?

Als Ergänzung können sie nützen, wenn der Anbieter offenlegt, welche Fragen er wie oft und von wo stellt. Google schreibt, dass kein Drittanbieter-Tool Zugriff auf seine internen Ranking- oder KI-Systeme hat.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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