Ein neuer Firmenname, eine Fusion, eine kürzere Adresse oder der Wechsel von einer Länderendung auf eine internationale Domain: Es gibt viele gute Gründe, eine Website auf eine neue Domain umzuziehen. Aus Sicht der Suchmaschinen ist ein Domain-Umzug aber ein Einschnitt. Jede einzelne Adresse ändert sich, und Google muss alle Signale der alten Domain auf die neue übertragen. Wenn dabei Weiterleitungen fehlen oder falsch gesetzt sind, gehen Besucher, Links und Rankings verloren.
SEO NW begleitet Ihren Domain-Umzug aus SEO-Sicht von der Planung bis einige Monate nach der Umstellung. Wir erstellen die Zuordnung der Adressen, prüfen die Weiterleitungen vor und nach dem Start, melden den Umzug bei Google an und beobachten, ob die neue Domain die Sichtbarkeit der alten übernimmt.
Was bei einem Domain-Umzug mit Ihren Rankings passiert
Google behandelt die neue Domain zunächst wie eine neue Website. Erst wenn der Googlebot die Weiterleitungen findet und verarbeitet, überträgt Google die Signale der alten Adressen auf die neuen. Laut Google haben 301-Weiterleitungen und andere dauerhafte Weiterleitungen dabei keine negativen Auswirkungen auf den PageRank [1]. Der Wert von Links geht also nicht verloren, wenn die Weiterleitungen richtig gesetzt sind.
Trotzdem sollten Sie mit Schwankungen rechnen. Google schreibt, dass es bei mittelgroßen Websites im Allgemeinen einige Wochen oder länger dauert, bis die neuen URLs anstelle der alten angezeigt werden, bei größeren Websites noch länger [1]. Wie schnell das geht, hängt vor allem von der Zahl der URLs und der Geschwindigkeit Ihrer Server ab [1]. Eine gute Vorbereitung verkürzt diese Phase und verhindert, dass aus vorübergehenden Schwankungen ein dauerhafter Verlust wird.
Die Vorbereitung: alles erfassen, alles zuordnen
Die wichtigste Arbeit passiert vor dem Umzug. Grundlage ist eine vollständige Liste aller Adressen der alten Domain. Google empfiehlt, dafür Sitemaps, Serverprotokolle, Daten aus dem CMS und die Search Console zu nutzen und auch Bilder, Videos sowie JavaScript- und CSS-Dateien zu berücksichtigen [1]. Wir ergänzen diese Liste mit einem Crawl und den Adressen, auf die externe Links zeigen. Gerade alte Seiten, die intern nicht mehr verlinkt sind, aber noch Links von fremden Websites haben, fallen sonst durchs Raster.

Für jede alte Adresse legen wir fest, wohin sie künftig führt. Meist ist das die gleiche Seite unter der neuen Domain. Wenn Sie den Umzug gleichzeitig für Aufräumarbeiten nutzen, legen wir zusammengelegte Seiten auf ihr neues Ziel. Google rät davon ab, viele alte URLs auf eine einzelne unpassende Seite wie die Startseite weiterzuleiten, weil das Nutzer verwirrt und als Soft-404-Fehler gewertet werden kann [1].
Außerdem bereiten wir die neue Domain vor: interne Links, Canonical-Angaben, hreflang-Auszeichnungen bei mehrsprachigen Seiten, die XML-Sitemap und strukturierte Daten müssen auf die neue Adresse zeigen. Beide Domains, einschließlich aller Varianten mit und ohne www, werden in der Search Console bestätigt [1].
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Der Umzugstag
Am Tag der Umstellung werden die Weiterleitungen aktiv. Google empfiehlt serverseitige, dauerhafte Weiterleitungen wie 301 oder 308 und eine direkte Weiterleitung auf das endgültige Ziel ohne Ketten [1]. Wir prüfen unmittelbar nach der Umstellung eine große Stichprobe der alten Adressen: Antwortet jede mit einer dauerhaften Weiterleitung? Führt sie auf die richtige Seite? Liefert die Zielseite den Status 200 und ist sie indexierbar?
Google rät außerdem, einen Zeitraum mit wenig Besuchern zu wählen. Fehler wirken sich dann weniger aus, und die Server haben mehr Kapazität für den Googlebot, der nach einem Umzug verstärkt crawlt [1].
Das Tool zur Adressänderung
Bei einem Wechsel der Domain oder Subdomain informieren Sie Google zusätzlich über das Tool zur Adressänderung in der Search Console. Dafür müssen Sie Inhaber der alten und der neuen Property mit demselben Google-Konto sein, und die alte Startseite muss per 301 auf die neue weiterleiten [2]. Das Tool funktioniert nur auf Domainebene, nicht für einzelne Verzeichnisse, und es ist nicht nötig für den Wechsel von HTTP auf HTTPS oder zwischen www und ohne www auf derselben Domain [2].

Die Benachrichtigung über den Umzug zeigt die Search Console 180 Tage lang an. Mindestens so lange sollten die Weiterleitungen bestehen bleiben, oder länger, solange über sie noch Besucher aus der Google-Suche kommen [2]. Nach Ablauf der 180 Tage erkennt Google keine Beziehung mehr zwischen alter und neuer Website [2].
Wie lange die Weiterleitungen bleiben müssen
Hier gibt Google zwei Werte an, die sich ergänzen. Die Hilfe zum Tool nennt mindestens 180 Tage [2]. Der Leitfaden zu Websiteverschiebungen empfiehlt, die Weiterleitungen möglichst lange beizubehalten, generell mindestens ein Jahr, und aus Nutzersicht am besten ohne zeitliche Begrenzung [1]. Wir raten unseren Kunden, die Weiterleitungen dauerhaft zu behalten. Sie kosten fast nichts, und alte Links in Foren, Zeitungsartikeln oder Lesezeichen funktionieren dann weiter.
Ein weiterer Punkt wird oft vergessen: die alte Domain selbst. Google empfiehlt, die Zahlungen für die alte Domain mindestens ein Jahr fortzuführen, damit sie nicht von Dritten für schädliche Zwecke gekauft und genutzt wird [2]. Wir empfehlen, sie dauerhaft zu halten.
Nach dem Umzug: beobachten und nachbessern
In den Wochen nach dem Umzug beobachten wir beide Domains in der Search Console. Die Indexierung der alten Domain sollte sinken, die der neuen steigen. Wir prüfen den Bericht zur Seitenindexierung auf Fehler, die eingereichte Sitemap, die Serverprotokolle und die Webanalyse. Typische Probleme, die Google selbst nennt, sind vergessene noindex-Angaben oder robots.txt-Sperren aus der Testphase, Weiterleitungen auf Seiten, die es nicht gibt, und veraltete Sitemaps [1].

Gleichzeitig kümmern wir uns um Links, die Sie selbst ändern können: Unternehmensprofile, Social-Media-Konten, Branchenverzeichnisse, E-Mail-Signaturen, Werbekampagnen und Partnerseiten. Auch wenn die Weiterleitungen greifen, sind direkte Links auf die neue Domain besser. Google nennt das Aktualisieren externer Links ebenfalls als Schritt beim Umzug [1].
Häufige Fehler bei Domain-Umzügen
Die meisten Probleme, die wir nach Umzügen sehen, entstehen durch Kleinigkeiten. Eine Weiterleitungsregel greift nur für die Variante mit www, die Variante ohne www landet auf einer Fehlerseite. Parameter wie Sortierungen oder Kampagnenkennungen gehen bei der Weiterleitung verloren. Die Testumgebung war mit noindex gesperrt, und die Sperre wurde mit auf die neue Domain übernommen.
Ein weiterer Klassiker sind Weiterleitungsketten. Wenn eine Seite schon früher einmal umgezogen ist, führt die alte Adresse über die zwischenzeitliche Adresse zur neuen Domain. Google kann solchen Ketten folgen, empfiehlt aber eine direkte Weiterleitung auf das endgültige Ziel [1]. Wir lösen solche Ketten vor dem Umzug auf, indem wir alle früheren Weiterleitungen in die neue Zuordnung aufnehmen.
Auch Bilder werden oft vergessen. Sie haben eigene Adressen, ranken in der Bildersuche und sind manchmal von anderen Websites eingebunden. Ohne Weiterleitung verschwinden sie aus der Bildersuche, und fremde Seiten zeigen an ihrer Stelle nur eine leere Fläche.
Domain-Umzug und Relaunch gleichzeitig?
Viele Unternehmen verbinden den Umzug mit einem neuen Design, einem neuen System oder einer neuen Seitenstruktur. Das ist möglich, erhöht aber das Risiko, weil Google dann mehrere Veränderungen gleichzeitig verarbeiten muss und Ursachen bei Problemen schwerer zu finden sind. Wenn es der Zeitplan erlaubt, raten wir zu zwei getrennten Schritten. Muss beides zusammen passieren, planen wir den Umzug als vollständige Website-Migration mit erweiterter Prüfung.
Für die Weiterleitungen gibt es eine Tabelle, mit der Sie die Zuordnung selbst vorbereiten können: die Redirect-Tabelle als Vorlage. Einzelne Weiterleitungen prüfen Sie mit unserem Weiterleitungsprüfer. Den Begriff selbst erklärt das Glossar unter Domain-Umzug.
Kosten
Der Aufwand hängt von der Zahl der Adressen und davon ab, wie stark sich die Struktur ändert. Ein reiner Domainwechsel mit gleichbleibenden Pfaden ist deutlich einfacher als ein Umzug mit neuer Struktur. Wir rechnen nach Stunden ab, zu 200 Euro netto je Stunde von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr. Muss die Umstellung abends oder am Wochenende erfolgen, gilt der Stundensatz von 400 Euro netto. Vorab bekommen Sie eine Schätzung. Alle Preise finden Sie auf der Preisseite.
Sie planen einen Domain-Umzug und möchten wissen, worauf es bei Ihrer Website ankommt? Im Erstgespräch für 1 Euro gehen wir Ihren Zeitplan durch und nennen die Risiken, die wir bei Ihrer Website sehen.
- Organisation Websiteverschiebungen und Migrationen (Website migrieren). Google Search Central. Stand 09.09.2026. abgerufen am 30.10.2026
- Organisation Tool zur Adressänderung. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 30.10.2026
Häufige Fragen
Verliere ich bei einem Domain-Umzug meine Rankings?
Vorübergehende Schwankungen sind normal. Laut Google dauert es bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger, bis die neuen Adressen die alten ersetzen. Mit vollständigen 301-Weiterleitungen geht der Wert der Links laut Google nicht verloren.
Wie lange müssen die Weiterleitungen bestehen bleiben?
Google nennt für das Tool zur Adressänderung mindestens 180 Tage und empfiehlt im Leitfaden mindestens ein Jahr. Wir raten, die Weiterleitungen dauerhaft zu behalten.
Kann ich die alte Domain nach dem Umzug kündigen?
Davon raten wir ab. Google empfiehlt, die alte Domain mindestens ein Jahr weiter zu bezahlen, damit Dritte sie nicht für schädliche Zwecke nutzen. Wenn Sie die Domain behalten, funktionieren außerdem alte Links dauerhaft.
Brauche ich das Tool zur Adressänderung auch beim Wechsel auf HTTPS?
Nein. Das Tool ist für den Wechsel der Domain oder Subdomain gedacht. Für den Wechsel von HTTP auf HTTPS oder zwischen www und ohne www auf derselben Domain reichen Weiterleitungen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Umzug?
Google empfiehlt einen Zeitraum mit wenig Besuchern. Für die meisten Unternehmen ist das außerhalb der Hauptsaison. Planen Sie außerdem einige Wochen danach ein, in denen niemand Urlaub hat, der Fehler beheben könnte.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



