Der Name "Intrusive Interstitials Update" stammt aus Googles eigenem Wortlaut: Im Blogbeitrag vom 23.08.2016 ist von "intrusive interstitials" die Rede, also von aufdringlichen Einblendungen [1]. Geschrieben hatte ihn Doantam Phan, Produktmanager bei Google. Gemeint ist ein Rankingsignal für die mobile Suche, das am 10.01.2017 in Kraft trat. Wer mit dem Smartphone auf ein Suchergebnis tippt und dann zuerst ein Fenster wegklicken muss, bevor der Inhalt erscheint, landet genau in dem Fall, auf den Google zielte.
Die Ankündigung im August 2016
Der Beitrag "Helping users easily access content on mobile" hatte zwei Teile [1]. Im ersten ging es um das Etikett "mobile-friendly" in den Suchergebnissen. Google schrieb, inzwischen erfüllten 85 Prozent aller Seiten in den mobilen Suchergebnissen dieses Kriterium und zeigten das Etikett [1]. Deshalb entfiel die Kennzeichnung, das Kriterium selbst blieb laut Beitrag ein Rankingsignal [1].

Der zweite Teil kündigte das neue Signal an. Der Wortlaut: "after January 10, 2017, pages where content is not easily accessible to a user on the transition from the mobile search results may not rank as highly." [1] Gemeint ist der Moment, in dem jemand von der mobilen Ergebnisliste auf die Seite wechselt. Was danach beim Weiterklicken innerhalb der Website passiert, nannte Google in diesem Zusammenhang nicht.
Welche Einblendungen Google meinte
Google beschrieb drei Arten von Interstitials, die den Inhalt schwerer zugänglich machen [1]:

- ein Pop-up, das den Hauptinhalt verdeckt, direkt nach dem Aufruf oder während des Lesens,
- eine eigenständige Vorschaltseite, die man wegklicken muss, bevor der Hauptinhalt erreichbar ist,
- ein Layout, dessen sichtbarer oberer Teil wie eine solche Vorschaltseite aussieht, während der eigentliche Inhalt erst darunter beginnt.
Ausgenommen waren nach dem Beitrag Einblendungen, die verantwortungsvoll eingesetzt werden [1]. Dazu zählte Google Interstitials "in response to a legal obligation, such as for cookie usage or for age verification", also Hinweise, die auf einer rechtlichen Pflicht beruhen. Dazu kamen Anmeldefenster auf Websites, deren Inhalt nicht öffentlich indexierbar ist, und Banner, die einen angemessenen Teil des Bildschirms belegen und sich leicht schließen lassen [1].
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Der Start am 10.01.2017
Am Starttag ergänzte Google den Beitrag um eine Notiz mit der Überschrift "January 10, 2017 update". Darin hieß es: "Starting today, pages where content is not easily accessible to a user on the transition from the mobile search results may not rank as high." [1] Eine Ausrollphase oder eine Laufzeit nannte Google nicht.
In derselben Notiz ordnete Google das Signal ein: Es sei "just one of hundreds of signals that are used in ranking" [1]. Die Absicht hinter einer Suchanfrage bleibe ein sehr starkes Signal, sodass eine Seite mit sehr gutem, passendem Inhalt trotzdem weit oben stehen könne [1]. Wer 2017 Pop-ups auf dem Smartphone zeigte, musste also mit einem Nachteil rechnen, aber nicht zwingend mit dem Verlust der Positionen.
Was davon heute gilt
Ein eigenes Update im heutigen Status Dashboard der Google Suche gibt es für die Interstitials nicht, das Dashboard reicht so weit nicht zurück [3]. Das Thema lebt in Googles Dokumentation zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten weiter. Dort steht unter den Fragen zur Selbstprüfung "Do your pages avoid using intrusive interstitials?" [2]. Google beschreibt diese Punkte als Gesamtbild und schreibt dazu: "There is no single signal." [2]
In derselben Liste fragt Google, ob Seiten übermäßige Werbung vermeiden, die vom Hauptinhalt ablenkt oder ihn stört, und ob Besucher den Hauptinhalt leicht vom übrigen Inhalt der Seite unterscheiden können [2]. Beide Fragen liegen nah an der Regel von 2017, weil auch sie den Weg zum eigentlichen Inhalt betreffen.
Für Betreiber heißt das: Ein Hinweis auf Cookies oder eine Altersabfrage war schon 2017 ausgenommen, ein Fenster für den Newsletter, das den Text auf dem Smartphone vollständig verdeckt, gehört dagegen zu den Beispielen, die Google nannte. Welche Formen heute als störend gelten, wie man Einblendungen umbaut und wie man sie misst, steht in unserem Ratgeber Interstitials auf Mobilgeräten. Den Hintergrund zur mobilen Darstellung erklärt das Glossar unter Mobile Friendly, die Leistung dazu heißt Mobile SEO. Weitere bestätigte Änderungen der Suche führt die Chronik der Google-Updates.
Sie möchten wissen, ob das Pop-up auf Ihrer Website unter Googles Beispiele fällt? Stellen Sie die Frage in der gratis SEO-Sprechstunde, am besten mit der Adresse der betroffenen Seite.
- Organisation Helping users easily access content on mobile (Doantam Phan). Google Search Central Blog. Stand 23.08.2016, ergänzt 10.01.2017. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Understanding page experience in Google Search results. Google Search Central. Stand 22.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation All incidents reported for Ranking. Google Search Status Dashboard. Stand 08.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wann startete das Intrusive Interstitials Update?
Am 10.01.2017. Google hatte das Signal am 23.08.2016 angekündigt und am Starttag eine Notiz in den Blogbeitrag gesetzt, dass es ab diesem Tag gilt.
Gilt das Signal auch für die Desktop-Suche?
Die Ankündigung bezog sich auf den Wechsel aus den mobilen Suchergebnissen auf eine Seite. Heute fragt Google in der Dokumentation zur Nutzerfreundlichkeit allgemein, ob Seiten störende Interstitials vermeiden.
Ist ein Cookie-Hinweis ein störendes Interstitial?
Google nahm 2016 Einblendungen aus, die auf einer rechtlichen Pflicht beruhen, und nannte Cookies und Altersabfragen ausdrücklich. Die Ausnahme galt für den verantwortungsvollen Einsatz.
Verliert eine Seite mit Pop-up alle Rankings?
Nicht zwingend. Google nannte das Signal eines von Hunderten und schrieb, dass eine Seite mit sehr gutem, passendem Inhalt trotzdem weit oben stehen kann.
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