"In the next few days, we're launching an important algorithm change targeted at webspam." Mit diesem Satz kündigte Matt Cutts, damals Distinguished Engineer bei Google, am 24.04.2012 eine wichtige Änderung gegen Webspam an, die in den folgenden Tagen starten sollte [1]. Im Beitrag selbst trug sie keinen Namen [1]. Bekannt wurde sie als Penguin, und unter diesem Spitznamen führt Google sie bis heute in seinem Leitfaden zu den Rankingsystemen [2].
Gegen wen sich die Änderung richtete
Der zentrale Satz lautet: "The change will decrease rankings for sites that we believe are violating Google's existing quality guidelines." [1]. Websites, die nach Googles Einschätzung gegen die damals bestehenden Qualitätsrichtlinien verstießen, sollten also schlechter ranken. Neue Regeln brachte die Änderung nicht mit, Maßstab waren die bestehenden.
Cutts grenzte zwei Lager voneinander ab. Auf der einen Seite stand die ethische Suchmaschinenoptimierung: "Ethical search engine optimization, also known as "white hat SEO", often improves the usability of a site." [1]. Sie mache eine Website oft benutzerfreundlicher. Auf der anderen Seite stand das Gegenteil: "The opposite of ethical SEO is something called "black hat webspam"" [1]. Google wollte, dass Betreiber, die sauber oder gar nicht optimieren, sich auf gute Websites konzentrieren können [1].
Die Beispiele im Beitrag
Zwei Bildschirmfotos zeigten, was Google meinte. Das erste war eine Seite voller eingestreuter Suchbegriffe, also Keyword-Stuffing [1]. Das zweite zeigte einen Text mit Links, bei dem "the outgoing links are completely unrelated to the actual content", die ausgehenden Links also nichts mit dem Inhalt zu tun hatten [1]. Als Formen von Webspam nannte der Beitrag ausdrücklich Keyword-Stuffing und Linktauschsysteme [1].

Heute beschreibt Google Penguin rückblickend als "System zur Bekämpfung von Link-Spam" [2]. Den Begriff Link-Spam definieren die aktuellen Spamrichtlinien so: "Link-Spam ist das Erstellen von Links zu oder von einer Website, hauptsächlich um das Suchranking zu manipulieren." [3]. Als Beispiele nennen sie gekaufte oder verkaufte Links und übermäßigen Linktausch [3].
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Reichweite je Sprache
Google nannte für die Änderung genaue Zahlen und startete sie gleichzeitig weltweit: "The change will go live for all languages at the same time." [1].

| Sprache | spürbar betroffene Suchanfragen laut Google |
|---|---|
| Englisch | etwa 3,1 Prozent |
| Deutsch, Chinesisch, Arabisch | rund 3 Prozent |
| Polnisch | 5 Prozent |
Für Englisch heißt es im Wortlaut, die Änderung "affects about 3.1% of queries in English to a degree that a regular user might notice" [1]. Für Polnisch nannte Google 5 Prozent, für Deutsch, Chinesisch und Arabisch rund 3 Prozent [1]. Zum Vergleich zog Cutts im selben Beitrag das erste Panda-Update heran, das etwa 12 Prozent der Anfragen deutlich verändert hatte [1]. Gemessen an der Zahl betroffener Suchen war Penguin also deutlich kleiner.
Wie es 2012 weiterging
Penguin lief zunächst als eigenes System, dessen Daten Google in Abständen auffrischte. Erst seit 2016 geschieht das in Echtzeit [5]. Als Matt Cutts im Mai 2013 Penguin 2.0 ankündigte, schrieb er, es sei "the fourth Penguin-related launch Google has done" [4]. Zwischen April 2012 und Mai 2013 gab es also neben dem Start zwei weitere Penguin-Durchläufe. Deren genaue Daten hat Cutts in diesem Beitrag nicht genannt [4].
Aufräumen und warten
Für Betroffene hatte das System von 2012 eine unangenehme Seite: Bis zur Echtzeitfassung wurden Verbesserungen erst mit dem nächsten Durchlauf sichtbar [5]. Wer seine Links bereinigt hatte, musste also oft lange warten. Daran erinnert Google bis heute in anderer Form: Für Spam Updates schreibt Google, dass sich Vorteile aus Spam-Links nicht zurückholen lassen. "Alle potenziellen Rankingvorteile, die durch diese Links generiert werden, können nicht wiederhergestellt werden." [6]. Eine Website, die durch gekaufte Links nach oben kam, landet nach dem Aufräumen also nicht automatisch wieder dort.
Nach unserer Erfahrung finden sich Spuren aus dieser Zeit bis heute in vielen Linkprofilen: alte Verzeichniseinträge, Artikelverzeichnisse und Linktexte, die exakt dem Suchbegriff entsprechen. Wie Sie solche Altlasten bewerten, beschreibt der Ratgeber Backlinks prüfen und bewerten. Wie Penguin weiterentwickelt wurde, zeigen die Beiträge Penguin 2.0 und Penguin 4.0. Die Grundbegriffe erklärt das Glossar unter Penguin-Update.
Wenn Sie unsicher sind, ob alte Links Ihrer Website heute noch schaden, stellen Sie die Frage in der gratis SEO-Sprechstunde.
- Organisation Another step to reward high-quality sites (Matt Cutts). Google Search Central Blog. Stand 24.04.2012. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Leitfaden zu Ranking-Systemen der Google Suche. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Penguin 2.0 rolled out today (Matt Cutts), persönlicher Blog. Matt Cutts: Gadgets, Google, and SEO. Stand 22.05.2013. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Penguin is now part of our core algorithm (Gary Illyes). Google Search Central Blog. Stand 23.09.2016. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Spam-Updates für die Google Suche. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wann kam das Google Penguin Update?
Matt Cutts kündigte es am 24.04.2012 an und schrieb, es starte in den nächsten Tagen für alle Sprachen gleichzeitig.
Wie viele Suchanfragen waren betroffen?
Laut Google etwa 3,1 Prozent der englischen Anfragen, rund 3 Prozent der deutschen, chinesischen und arabischen und 5 Prozent der polnischen.
Hieß das Update bei Google schon damals Penguin?
Im Blogbeitrag vom 24.04.2012 trägt es keinen Namen. Google führt es heute im Leitfaden zu den Rankingsystemen mit dem Spitznamen Penguin Update.
Gegen welche Praktiken richtete sich Penguin?
Gegen Verstöße gegen die Qualitätsrichtlinien, im Beitrag vor allem Keyword-Stuffing und Linktricks. Google beschreibt Penguin heute als System gegen Link-Spam.
Gibt es Penguin heute noch?
Seit 2016 ist Penguin Teil der wichtigsten Rankingsysteme. Im Leitfaden steht es unter den eingestellten Systemen, die nur noch aus historischen Gründen aufgeführt sind.
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