Stand: 31.10.2026. Am 10.08.2012 kündigte Amit Singhal, damals Leiter der Suchtechnik bei Google, auf dem offiziellen Suchblog ein neues Rankingsignal an. Ab der folgenden Woche wollte Google berücksichtigen, wie viele gültige Meldungen wegen Urheberrechtsverletzungen es zu einer Website erhält [1]. Die Folge fasste er in einem Satz zusammen: "Sites with high numbers of removal notices may appear lower in our results." [1] Websites mit vielen Löschmeldungen können also weiter unten erscheinen. In der Fachwelt heißt diese Änderung bis heute "Pirate Update". Google selbst hat sie nie so genannt, der Blogbeitrag trägt den nüchternen Titel "An update to our search algorithms" [1].
Was Google 2012 angekündigt hat
Der Beitrag nennt den Grund für den Schritt offen. Seit Google sein Verfahren für Urheberrechtsmeldungen gut zwei Jahre zuvor neu aufgesetzt hatte, lieferten Rechteinhaber viel mehr Daten über rechtswidrige Inhalte. Laut Singhal verarbeitete Google inzwischen an jedem einzelnen Tag mehr Meldungen als im ganzen Jahr 2009, in den letzten 30 Tagen vor dem Beitrag mehr als 4,3 Millionen Adressen [1]. Diese Daten sollten nun als Signal in die Rangfolge einfließen. Als Ziel nannte Google, dass Nutzer legale Angebote leichter finden, etwa Musik und Fernsehsendungen bei lizenzierten Diensten [1].

| Punkt | Aussage im Beitrag vom 10.08.2012 |
|---|---|
| Start | ab der Woche nach dem 10.08.2012 [1] |
| Signal | Zahl gültiger Urheberrechtsmeldungen je Website [1] |
| Wirkung | Websites mit vielen Meldungen können tiefer stehen [1] |
| Grenze | Entfernt werden Seiten weiterhin nur nach einer gültigen Meldung des Rechteinhabers [1] |
| Rechtsweg | Gegendarstellung bleibt möglich, damit zu Unrecht entfernte Inhalte zurückkommen [1] |
Wichtig ist die Abgrenzung, die Singhal selbst zieht. Nur Rechteinhaber wissen, ob eine Nutzung erlaubt ist, und nur Gerichte können eine Verletzung feststellen. Google könne nicht beurteilen, ob eine einzelne Seite gegen das Urheberrecht verstößt [1]. Das Signal wirkt nur auf die Rangfolge. Über Recht und Unrecht entscheiden Rechteinhaber und Gerichte. Ein Enddatum oder eine Rollout-Dauer nennt der Beitrag nicht, und im Google Search Status Dashboard taucht die Änderung nicht auf, weil dessen Liste erst im November 2021 beginnt [4].
Die Verschärfung im Oktober 2014
Gut zwei Jahre später legte Google nach. Am 17.10.2014 erschien auf dem Public-Policy-Blog von Google eine neue Fassung des Berichts "How Google Fights Piracy". Katherine Oyama, damals zuständig für Urheberrechtspolitik, schrieb dazu, Google habe das Signal so verfeinert, dass es die Rankings einiger der bekanntesten Piraterieseiten sichtbar treffen werde [2]. Die Änderung sollte ab der Folgewoche weltweit ausgerollt werden [2]. Zusätzlich begann Google, Vorschläge der Autovervollständigung herabzustufen, die zu Ergebnissen mit vielen herabgestuften Seiten führen [2]. In den USA testete Google außerdem Anzeigenformate, die bei Musik- und Filmsuchen auf legale Quellen hinweisen [2]. Einen eigenen Namen für diesen Schritt nennt der Beitrag nicht.

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Wie Google das System heute beschreibt
In Googles Leitfaden zu den Rankingsystemen steht das Signal heute unter den Systemen zur Herabstufung nach Entfernungsanträgen [3]. Erhält Google zu einer Website eine erhebliche Menge gültiger Anträge auf Entfernung wegen Urheberrechtsverletzungen, kann es andere Inhalte derselben Website in den Ergebnissen herabstufen [3]. Ähnliche Signale wendet Google laut Leitfaden bei Beschwerden wegen Verleumdung, gefälschter Waren und gerichtlich angeordneter Entfernungen an [3]. Der Name "Pirate" kommt im Leitfaden nicht vor.

Nach unserer Erfahrung spielt das für gewöhnliche Unternehmenswebsites selten eine Rolle. Kritisch wird es, wenn fremde Bilder, Texte oder Videos ohne Lizenz auf einer Website stehen und Rechteinhaber das systematisch melden. Dann geht es um mehr als die einzelne gemeldete Adresse, weil der Leitfaden ausdrücklich andere Inhalte der Website nennt [3]. Wer Bilder aus Datenbanken nutzt, sollte die Lizenzen deshalb geordnet ablegen.
Abgrenzung zu anderen Updates aus 2012
2012 war ein dichtes Jahr. Im selben Jahr startete das Penguin Update gegen Linkspam, dazu kamen das Exact Match Domain Update und das Page Layout Update. Pirate unterscheidet sich von allen dreien, weil die Daten von außen kommen: Rechteinhaber melden, Google zählt. Wer eine Herabstufung vermutet, findet im Beitrag Google-Updates erkennen und auswerten eine Reihenfolge für die Prüfung. Einen Überblick über die Begriffe gibt das Glossar zu Google-Updates.
Sie haben Löschmeldungen zu Ihrer Website erhalten und wollen wissen, was das für Ihre Rankings bedeutet? Stellen Sie die Frage in der gratis SEO-Sprechstunde. Rechtliche Fragen zur Meldung selbst gehören zu einer Anwältin oder einem Anwalt.
- Organisation An update to our search algorithms (Amit Singhal). Google Inside Search Blog. Stand 10.08.2012. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Continued progress on fighting piracy (Katherine Oyama). Google Public Policy Blog. Stand 17.10.2014. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation A guide to Google Search ranking systems, Abschnitt Removal-based demotion systems. Google Search Central. Stand 10.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation All incidents reported for Ranking. Google Search Status Dashboard. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist das Google Pirate Update?
Ein inoffizieller Name für ein Rankingsignal, das Google am 10.08.2012 angekündigt hat. Es berücksichtigt, wie viele gültige Urheberrechtsmeldungen Google zu einer Website erhält. Websites mit vielen Meldungen können tiefer ranken.
Entfernt Google Seiten wegen dieses Signals?
Nein. Laut Google werden Seiten nur nach einer gültigen Meldung des Rechteinhabers entfernt. Das Signal beeinflusst die Rangfolge, und gegen eine Entfernung ist eine Gegendarstellung möglich.
Was änderte sich im Oktober 2014?
Google verfeinerte das Signal so, dass es bekannte Piraterieseiten sichtbar trifft, und rollte das weltweit aus. Dazu stufte Google Vorschläge der Autovervollständigung herab, die zu vielen herabgestuften Seiten führen.
Gibt es das Signal heute noch?
Ja, in anderer Beschreibung. Googles Leitfaden führt es bei den Systemen zur Herabstufung nach Entfernungsanträgen. Viele gültige Urheberrechtsanträge können dazu führen, dass auch andere Inhalte der Website tiefer stehen.
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