Stand: 30.10.2026. Googles Richtlinien für Qualitätsbewerter, die Search Quality Rater Guidelines, sind das ausführlichste Dokument, in dem Google beschreibt, was es unter guten und schlechten Seiten versteht. Wer 2026 danach fragt, was sich geändert hat, muss zuerst eine Erwartung korrigieren: Die gültige Fassung trägt das Datum 11.09.2025 [1]. Eine neuere hat Google bis zum Stand dieses Beitrags nicht veröffentlicht. Manches darin liest sich vor dem Hintergrund der Ereignisse von 2026 aber anders als bei Erscheinen.
Was die Richtlinien sind und was nicht
Bewerter beurteilen Suchergebnisse, damit Google prüfen kann, ob seine Systeme gut arbeiten. Google stellt klar, dass Bewerter keinen Einfluss auf das Ranking einzelner Seiten haben und ihre Daten nicht direkt in die Ranking-Algorithmen einfließen [2]. Die Richtlinien sind also keine Liste von Rankingfaktoren. Sie zeigen aber, welche Seiten Google oben sehen will, und darum lohnt die Lektüre.
Die Änderungen der letzten zwei Fassungen
Das Änderungsprotokoll im Anhang nennt für September 2025 aktualisierte Definitionen der YMYL-Themen, zusätzliche Beispiele und kleinere Korrekturen [1]. Die Fassung vom Januar 2025 hatte größere Eingriffe: Die Abschnitte zu den Bewertungen "Lowest" und "Low" wurden enger an die Spam-Richtlinien der Google-Suche angelehnt, mit neuen Beispielen [1].
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YMYL: die Gruppe Staat und Gesellschaft
YMYL steht für "Your Money or Your Life", also Themen, die Gesundheit, finanzielle Sicherheit oder Sicherheit von Menschen beeinträchtigen können. Die aktuelle Fassung teilt diese Themen in vier Gruppen: Gesundheit oder Sicherheit, finanzielle Sicherheit, Staat, Bürgerkunde und Gesellschaft sowie Sonstiges [1]. Zur dritten Gruppe zählen Themen, die das Vertrauen in öffentliche Einrichtungen, Informationen zu Wahlen und Abstimmungen und andere Fragen des öffentlichen Lebens betreffen [1]. Als Beispiele für Themen, bei denen schon kleine Fehler schaden können, nennen die Richtlinien unter anderem die Frage, wer wählen darf, und die Voraussetzungen für einen Führerschein [1].

Gleichzeitig halten die Richtlinien fest, dass viele oder die meisten Themen nicht YMYL sind und keine besondere Genauigkeit brauchen [1]. Für Unternehmenswebsites heißt das: Wer zu Steuern, Recht, Gesundheit, Behördenwegen oder Wahlen schreibt, wird strenger gemessen. Mehr dazu im Beitrag YMYL: Your Money or Your Life.
KI-Inhalte: das Werkzeug entscheidet nicht
Die Richtlinien beschreiben generative KI als nützliches Werkzeug, das wie jedes Werkzeug auch missbraucht werden kann [1]. Entscheidend ist der Aufwand: Der Einsatz von KI allein bestimmt weder den Aufwand noch die Bewertung einer Seite. Mit KI lassen sich hochwertige Inhalte erstellen, ebenso aber Inhalte mit wenig Aufwand, wenig Eigenständigkeit und wenig Nutzen [1]. Seiten, die fast vollständig aus kopierten, umformulierten oder eingebetteten Inhalten ohne eigenen Beitrag bestehen, sollen die niedrigste Bewertung bekommen, egal wie sie entstanden sind [1].
Unter skaliertem Missbrauch von Inhalten nennen die Richtlinien ausdrücklich, viele Seiten mit automatischen Werkzeugen, generativer KI oder anderen, mit wenig Aufwand zu erzeugen [1]. Dazu passt Googles Dokumentation zur Nutzung generativer KI, die denselben Maßstab für die Suche nennt [3].
Füllstoff und reißerische Titel
Ein eigener Abschnitt behandelt Füllstoff: Inhalte mit wenig Aufwand, die Platz einnehmen, ohne dem Zweck der Seite zu dienen. Das Wichtigste soll oben stehen, Ergänzendes weiter unten [1]. Viel auffälliger Füllstoff vor dem eigentlichen Inhalt rechtfertigt eine niedrige Bewertung [1]. Ebenso gelten übertriebene oder irreführende Titel als Mangel [1].

Ähnliche Ziele nannte Google im Februar 2026 beim Discover Core Update: weniger Klickköder und mehr ausführliche, eigene Inhalte [4]. Mehr dazu im Beitrag Google Discover für Fachseiten.
Missbrauch des Rufs: in Europa jetzt anders durchgesetzt
Die Richtlinien beschreiben den Missbrauch des Rufs einer Website mit Beispielen wie Gutscheinseiten eines Fremdanbieters auf einer Nachrichtenseite [1]. Seit dem 30.08.2026 setzt Google die zugehörige Spam-Richtlinie im Europäischen Wirtschaftsraum anders durch: Die Wirkung manueller Maßnahmen greift dort nicht mehr, betroffene Bereiche können stattdessen von der übrigen Domain getrennt werden [5]. Die Beispiele in den Richtlinien bleiben gültig, die Folgen für Websites in Deutschland haben sich aber geändert. Einzelheiten stehen im Beitrag Parasite SEO.
Wie Sie die Richtlinien für Ihre Inhalte nutzen, ist Teil unserer Leistung Content-Audit. Den Begriff E-E-A-T erklärt das Glossar unter Google E-E-A-T.
Sie möchten wissen, wie Ihre Seiten nach diesen Maßstäben abschneiden? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde, wir sehen uns eine Seite gemeinsam mit den Augen eines Bewerters an.
- Organisation Search Quality Rater Guidelines (General Guidelines), Abschnitte 2.3, 4.6.4 bis 4.6.6, 5.2.2 und Anhang 2. Google. Stand 11.09.2025. abgerufen am 30.10.2026
- Organisation Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen, bei denen die Nutzer an erster Stelle stehen. Google Search Central. Stand 05.10.2026. abgerufen am 30.10.2026
- Organisation Hinweise der Google Suche zur Verwendung von generativen KI-Inhalten auf Ihrer Website. Google Search Central. Stand 01.10.2026. abgerufen am 30.10.2026
- Organisation Google's February 2026 Discover core update (John Mueller). Google Search Central Blog. Stand 05.02.2026. abgerufen am 30.10.2026
- Organisation Update to the Site Reputation Policy. Google Search Central Blog. Stand 28.08.2026. abgerufen am 30.10.2026
Häufige Fragen
Gibt es eine neue Fassung der Qualitätsrichtlinien von 2026?
Bis zum 30.10.2026 nicht. Die gültige Fassung stammt vom 11.09.2025. Sie enthält aktualisierte YMYL-Definitionen und zusätzliche Beispiele.
Beeinflussen die Qualitätsbewerter mein Ranking?
Nicht direkt. Google schreibt, dass Bewerter keinen Einfluss auf das Ranking einzelner Seiten haben und ihre Daten nicht direkt in die Algorithmen einfließen. Die Bewertungen helfen Google, seine Systeme zu prüfen.
Werden KI-Texte schlechter bewertet?
Nicht wegen der Entstehung. Die Richtlinien sagen, dass der Einsatz generativer KI allein nichts über Aufwand und Qualität aussagt. Seiten mit wenig Aufwand, wenig Eigenständigkeit und wenig Nutzen sollen aber die niedrigste Bewertung bekommen, egal wie sie entstanden sind.
Was bedeutet YMYL Staat und Gesellschaft?
Die Gruppe umfasst Themen, die Vertrauen in öffentliche Einrichtungen, Wahlen und andere Fragen des öffentlichen Lebens betreffen. Inhalte dazu werden strenger auf Genauigkeit und Vertrauenswürdigkeit geprüft.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



