Manche Behauptungen überleben ihre Grundlage um Jahre. Fünf davon begegnen uns in fast jedem Erstgespräch.
1. „Die Keyword-Dichte muss bei drei Prozent liegen"
Es gibt keinen Zielwert. Suchmaschinen bewerten seit Jahren Bedeutung, nicht Häufigkeit. Ein Text, der eine Zahl treffen soll, liest sich unnatürlich – und das ist der einzige messbare Effekt.
2. „Google berücksichtigt über 200 Ranking-Faktoren"
Die Zahl stammt aus einer alten Formulierung und wurde nie bestätigt. Als Arbeitsgrundlage ist sie wertlos: Niemand optimiert zweihundert Dinge. Was sich beeinflussen lässt, passt auf eine Seite.
3. „Doppelte Inhalte werden bestraft"
Es gibt keine Strafe dafür. Google wählt eine Fassung aus und ignoriert die übrigen – der Schaden entsteht dadurch, dass die Bewertung sich aufteilt und möglicherweise die falsche Fassung gewinnt. Das ist ärgerlich genug, aber etwas anderes als eine Abstrafung.
4. „Meta-Keywords helfen ein bisschen"
Google hat 2009 öffentlich erklärt, das Element nicht auszuwerten. Es schadet nicht, kostet aber Pflege und verrät Wettbewerbern die eigene Zielsetzung.
5. „Mehr Text rankt besser"
Länge korreliert mit guten Platzierungen, weil ausführliche Antworten oft vollständiger sind – nicht, weil Länge bewertet würde. Eine Frage in 300 Wörtern vollständig zu beantworten schlägt 3.000 Wörter mit derselben Aussage.
Das gemeinsame Muster: Alle fünf machen eine Kennzahl zum Ziel. Das ist bequem, weil man sie abhaken kann – und wirkungslos, weil Suchmaschinen etwas anderes messen.