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Ratgeber

Backlinks prüfen und bewerten: ein Verfahren mit klaren Kriterien

Um Backlinks zu bewerten, sammeln Sie zuerst die Links aus der Search Console und einem Linkwerkzeug und ordnen dann jeden verweisenden Auftritt nach Thema, Platzierung, Linkattribut, Ankertext und Herkunft ein. Auffällig sind Muster, die Google als Link-Spam beschreibt. Die Disavow-Funktion ist laut Google nur bei vielen künstlichen Links und einer drohenden oder bestehenden manuellen Maßnahme gedacht.

Mann um die vierzig sortiert an einem großen Schreibtisch Blätter mit farbigen Markierungen in drei Ablagen
Bild: KI-generiert

Eine Liste mit Backlinks ist schnell exportiert. Schwierig wird es danach: Welche dieser Links nützen, welche sind egal, und welche könnten Ärger machen? Werkzeuge vergeben dafür Punktzahlen, die auf eigenen Berechnungen beruhen und je nach Anbieter verschieden ausfallen. Für eine belastbare Bewertung brauchen Sie ein Verfahren, das sich an Googles eigenen Regeln orientiert. Dieser Ratgeber beschreibt eines, vom Sammeln der Daten über die Einordnung jedes Links bis zur Entscheidung, was zu tun ist.

Schritt 1: Daten sammeln und richtig lesen

Die erste Quelle ist der Linkbericht der Google Search Console. Er zeigt unter externen Links die meistverlinkten Seiten, die Websites mit den meisten Links und die häufigsten Linktexte [1]. Bei der Auswertung sind ein paar Eigenheiten wichtig, die in der Hilfe stehen. Der Bericht ist keine vollständige Liste aller Links, er zeigt laut englischer Hilfe nur eine Stichprobe interner und externer Links [2]. Tabellen sind auf 1.000 Zeilen begrenzt, ein Export liefert bis zu 100.000 Zeilen [2]. Verweisende Websites werden nach Stammdomain zusammengefasst, www.example.com erscheint als example.com [2]. Außerdem gibt der Bericht nicht an, ob ein Link als nofollow markiert ist [2].

Wegen dieser Grenzen lohnt eine zweite Quelle, etwa ein kommerzielles Linkwerkzeug mit eigenem Crawler. Führen Sie beide Listen auf Ebene der verweisenden Domains zusammen. Für jede Domain prüfen Sie dann eine oder zwei Beispielseiten im Browser, denn nur dort sehen Sie, wie der Link tatsächlich eingebunden ist.

Statt einer Punktzahl hilft eine kleine Matrix. Für jede verweisende Domain halten Sie fünf Beobachtungen fest:

Goldschmiedin um die fünfzig prüft an der Werkbank kleine Kettenglieder mit einer Lupe
Bild: KI-generiert
KriteriumUnauffälligAuffällig
ThemaWebsite und Seite haben mit Ihrem Angebot oder Ihrer Region zu tunkein erkennbarer Zusammenhang, Sammelseite zu allen Themen
Platzierungim Text eines Beitrags, in einer redaktionellen Listein Footer oder Seitenleiste vieler fremder Websites, in Widgets
Linkattributnormaler Link oder passend gekennzeichnet mit sponsored, ugc, nofollowerkennbar bezahlt, aber ohne Kennzeichnung
AnkertextFirmenname, Adresse, beschreibender Textexakte Keywords, gleichlautend auf vielen Domains
HerkunftSie kennen den Anlass: Presse, Partner, Verband, Erwähnungunbekannte Herkunft, auffällige Häufung in kurzer Zeit

Die Matrix ist unser Arbeitswerkzeug und keine Vorgabe von Google. Ein einzelner auffälliger Punkt macht einen Link noch nicht schädlich. Erst wenn mehrere Punkte bei vielen Domains zusammenkommen, entsteht ein Muster.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Schritt 3: Muster mit Googles Spam-Regeln abgleichen

Google definiert Link-Spam so: "Link-Spam ist das Erstellen von Links zu oder von einer Website, hauptsächlich um das Suchranking zu manipulieren." [3] Die Spamrichtlinien nennen dazu Beispiele, an denen Sie Ihre Auffälligkeiten messen können [3]:

Mehrere gleiche Metallketten hängen in einer Reihe, eine Kette aus ungleichen billigen Gliedern fällt auf
Bild: KI-generiert
  • ge- oder verkaufte Links, die das Ranking verbessern sollen, einschließlich Tausch von Waren oder Dienstleistungen gegen Links;
  • exzessiver Linktausch, auch über Partnerseiten zum ausschließlichen Zweck der gegenseitigen Verlinkung;
  • automatisierte Programme oder Dienste, die Links erstellen;
  • optimierte Ankertexte in Artikeln, Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen;
  • Links von Verzeichnissen oder Lesezeichen-Seiten geringer Qualität;
  • versteckte oder keywordlastige Links in Widgets und an zahlreichen Stellen verteilte Links in Fußzeilen oder Vorlagen fremder Websites;
  • Forenkommentare mit optimierten Links im Beitrag oder in der Signatur.

Bezahlte Links sind nach den Richtlinien kein Verstoß, wenn sie gekennzeichnet sind, also das a-Element den Wert rel="nofollow" oder rel="sponsored" trägt [3]. Google beschreibt sponsored als Kennzeichnung für bezahlte Links, ugc für Links in nutzergenerierten Inhalten und nofollow für Links, denen der Betreiber nicht vertraut [4]. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber nofollow, sponsored und ugc.

Schritt 4: entscheiden, was zu tun ist

Nach der Einordnung fallen die Domains meist in drei Gruppen. Die erste, und in der Regel größte, ist unauffällig oder nur schwach. Hier ist nichts zu tun. Die zweite enthält Links, die gute Beziehungen spiegeln, etwa von Partnern, Verbänden oder Lokalzeitungen. Diese Gruppe ist der Ausgangspunkt für weiteren Linkaufbau nach Googles Richtlinien. Die dritte Gruppe enthält die auffälligen Muster aus Schritt 3.

Drei Holzkisten auf einem Lagerboden, eine voller guter Äpfel, eine halb voll, eine mit wenigen angeschlagenen Äpfeln
Bild: KI-generiert

Für die dritte Gruppe gilt eine klare Reihenfolge. Google rät, zuerst zu versuchen, die Links von der entsprechenden Website entfernen zu lassen [5]. Bei Links, die Sie selbst beauftragt haben, ist das oft möglich, weil Sie den Ansprechpartner kennen. Die Disavow-Funktion, mit der Sie Google bitten, Links nicht zu werten, ist laut Google nur für einen engen Fall gedacht: wenn eine erhebliche Anzahl von Spam-, künstlichen oder minderwertigen Links auf die Website verweist und diese Links eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder wahrscheinlich auslösen werden [5]. Google betont, dass dieses Tool für die meisten Websites nicht verwendet werden muss [5].

Die Disavow-Datei, falls sie nötig ist

Ist der enge Fall gegeben, gelten formale Regeln. Die Datei ist eine Textdatei in UTF-8 oder 7-Bit-ASCII mit der Endung .txt, pro Zeile steht eine Adresse oder eine Domain mit vorangestelltem "domain:", Kommentare beginnen mit einem Rautezeichen [5]. Sie darf höchstens 100.000 Zeilen umfassen und 2 MB groß sein [5]. Domain-Properties unterstützt das Werkzeug nicht [5]. Nach dem Hochladen kann es einige Wochen dauern, bis Google die Liste berücksichtigt [5]. Ein Fehler in der Datei, etwa eine eigene Domain oder eine wichtige Partnerdomain, kann gute Links entwerten. Deshalb gehört jede Zeile begründet, am besten mit einem Kommentar zum Fund. Was Disavow ist, erklärt das Glossar unter Disavow.

Ergebnisse festhalten

Eine Prüfung ist nur so gut wie ihre Dokumentation. Halten Sie für jede auffällige Domain fest, was Sie gesehen haben, wann Sie es gesehen haben und was Sie unternommen haben: Anfrage zur Entfernung gestellt, Antwort erhalten, Link entfernt oder in die Disavow-Datei aufgenommen. Das hilft bei der nächsten Prüfung, weil Sie bekannte Fälle nicht erneut bewerten müssen. Es hilft auch, falls doch einmal eine manuelle Maßnahme kommt und Sie in einem Antrag auf erneute Überprüfung darlegen wollen, was Sie getan haben. Eine einfache Tabelle mit Domain, Kriterien aus Schritt 2, Entscheidung und Datum genügt. Wer regelmäßig neue Links aufbaut, ergänzt dort auch die eigenen Aktionen, damit später nachvollziehbar ist, woher ein Link stammt.

Wie oft prüfen?

Für die meisten Unternehmenswebsites reicht eine gründliche Prüfung bei Anlass: nach einem unerklärlichen Rankingverlust, vor dem Kauf einer gebrauchten Domain, nach dem Wechsel einer Agentur, die Linkaufbau betrieben hat, oder wenn die Search Console eine manuelle Maßnahme meldet. Dazwischen genügt ein kurzer Blick in den Linkbericht, ob neue Domains in großer Zahl aufgetaucht sind. Wie ein gesundes Linkprofil langfristig aussieht, beschreibt der Ratgeber Linkprofil natürlich halten.

Kurzantworten auf häufige Fragen stehen in unseren FAQ, etwa unter Was ist ein toxischer Backlink? Wenn Sie die Prüfung abgeben möchten, beschreibt die Leistung Backlink-Analyse, wie wir vorgehen. Bei einer bestehenden manuellen Maßnahme hilft die Penalty-Hilfe.

Sie haben einen Linkexport vor sich und sind unsicher, ob die auffälligen Domains ein echtes Problem sind? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde, dort schauen wir gemeinsam auf einige Beispiele.

  1. Organisation Linkbericht. Search Console-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Links report. Search Console Help. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Best Practices für Links. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Links zu Ihrer Website für ungültig erklären. Search Console-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Zeigt die Search Console alle Backlinks?

Nein. Der Linkbericht ist eine Stichprobe, Tabellen enden bei 1.000 Zeilen, der Export bei 100.000. Ob ein Link nofollow ist, zeigt der Bericht nicht.

Woran erkenne ich einen schlechten Backlink?

An Mustern, die Google als Link-Spam beschreibt: gekaufte Links ohne Kennzeichnung, Linktausch in großem Stil, optimierte Ankertexte in Gastbeiträgen, Links in Footern und Widgets fremder Websites, Forenkommentare mit Keyword-Links.

Muss ich schwache Links entwerten?

In der Regel nicht. Google sagt, die Disavow-Funktion müsse von den meisten Websites nicht verwendet werden. Sie ist für viele künstliche Links mit drohender oder bestehender manueller Maßnahme gedacht.

Wie lange dauert es, bis eine Disavow-Datei wirkt?

Laut Google kann es einige Wochen dauern, bis die Liste berücksichtigt wird.

Sind bezahlte Links verboten?

Bezahlte Links verstoßen nicht gegen Googles Richtlinien, wenn sie mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sind.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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