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Ratgeber

Bildunterschrift und Bild-Titel: was sie für SEO leisten

Eine Bildunterschrift ist sichtbarer Text direkt am Bild, aus dem Google laut eigener Dokumentation Informationen zum Bildgegenstand ableitet. Technisch steht sie am besten in einem figcaption-Element innerhalb von figure. Das title-Attribut am Bild ist dagegen nur ein Hinweistext, den viele Nutzer nie sehen; es ersetzt weder Alt-Text noch Unterschrift.

Frau um die dreißig heftet kleine Papierkarten unter Fotoabzüge an eine Korkwand in einem hellen Atelier
Bild: KI-generiert

Unter Pressefotos stehen seit jeher Unterschriften, auf Unternehmenswebsites fehlen sie oft. Dabei ist eine Bildunterschrift einer der wenigen Texte, die Leser fast immer wahrnehmen, weil das Auge beim Überfliegen an Bildern hängen bleibt. Für Google ist sie ein Hinweis, worum es auf dem Bild geht. Etwas anders sieht es beim Bild-Titel aus, also dem title-Attribut, das viele Redaktionssysteme beim Hochladen gleich mit ausfüllen. Diese Seite trennt die beiden Angaben und zeigt, wann sich welche lohnt.

Was Google über Unterschriften sagt

Googles Leitfaden zu Bildern enthält einen Satz, der Unterschriften ausdrücklich nennt: Google extrahiert Informationen zum Bildgegenstand "aus dem Inhalt der Seite, einschließlich Bildbeschriftungen und -titeln" [1]. Im selben Abschnitt empfiehlt Google, Bilder "in der Nähe von relevantem Text" zu platzieren und auf Seiten, die für den Bildgegenstand relevant sind [1]. Die Unterschrift ist der Text, der einem Bild am nächsten steht. Eine Rangfolge oder ein Gewicht nennt Google nicht, und mehr als diese Aussagen gibt die Dokumentation zu Unterschriften nicht her.

Praktisch heißt das: Eine Unterschrift, die das Motiv einordnet, stärkt den Zusammenhang zwischen Bild und Seite. Eine Unterschrift wie "Impressionen" oder "Bild 3" verschenkt diesen Platz.

figure und figcaption im HTML

Eine Unterschrift kann in einem einfachen Absatz unter dem Bild stehen. Sauberer ist das Paar aus figure und figcaption. Das MDN, die Entwicklerdokumentation von Mozilla, beschreibt figcaption als Element, das eine Beschriftung oder Legende für den übrigen Inhalt des umgebenden figure-Elements darstellt und diesem einen zugänglichen Namen gibt [2]. Das figcaption-Element muss das erste oder letzte Kind von figure sein [2].

Einzelner Fotoabzug in einem weißen Passepartout mit einer leeren weißen Karte darunter an einer Galeriewand
Bild: KI-generiert

Der Vorteil liegt in der eindeutigen Zuordnung. Ein Absatz unter einem Bild kann auch der nächste Absatz des Fließtextes sein. Bei figure und figcaption ist im Code festgelegt, dass dieser Text zu genau diesem Bild gehört, und Hilfsprogramme für blinde Menschen können ihn als Namen der Abbildung nutzen. Ein typischer Aufbau sieht so aus: Im figure-Element steht zuerst das img-Element mit alt, src, width und height, danach die figcaption mit einem Satz Text.

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Das title-Attribut am Bild

Das title-Attribut ist ein globales HTML-Attribut. MDN beschreibt es als Text mit beratender Zusatzinformation zu dem Element, an dem es steht [3]. Viele Browser zeigen ihn als kleines Hinweisfenster, wenn die Maus über dem Bild ruht. Genau das macht ihn schwach: Laut MDN ist die Verwendung des title-Attributs für mehrere Gruppen sehr problematisch, unter anderem für Menschen mit reinen Touch-Geräten, für Menschen, die mit der Tastatur navigieren, und für Nutzer von Screenreadern oder Vergrößerungssoftware [3]. Auf dem Smartphone sieht den Text also praktisch niemand.

Für Google spielt das title-Attribut am img-Element in der Bilddokumentation keine eigene Rolle. Google nennt Alt-Text, Dateiname und den Seiteninhalt einschließlich Bildbeschriftungen [1]. Eine Ausnahme betrifft Links: Ist ein a-Element leer, kann Google als Ersatz dessen title-Attribut als Ankertext verwenden [4]. Das gilt für das title-Attribut am Link, nicht am Bild.

Wann eine Unterschrift sinnvoll ist

Nicht jedes Bild braucht eine Unterschrift. Ein Stimmungsbild am Seitenanfang kommt meist ohne aus, ein Logo ohnehin. Sinnvoll ist eine Unterschrift überall dort, wo das Bild eine Information trägt, die der Leser einordnen muss:

  • Fotos von Projekten, Baustellen oder Arbeiten, bei denen Ort, Material oder Arbeitsschritt nicht selbsterklärend sind;
  • Produktbilder in Ratgebern, wenn das Bild eine bestimmte Variante oder Ansicht zeigt;
  • Vorher-nachher-Vergleiche, damit klar ist, welches Bild welches ist;
  • Grafiken und Schaubilder, deren Kernaussage in einem Satz zusammengefasst werden kann;
  • Bilder mit Quellenangabe oder Lizenzhinweis, etwa bei Fremdfotos.

Eine gute Unterschrift beantwortet die Frage, die ein Leser beim Anblick des Bildes hat. "Neue Dämmung im Dachgeschoss vor dem Einbau der Gipsplatten" sagt mehr als "Dachgeschoss". Sie ergänzt den Alt-Text um das, was er nicht sagt. Wenn ein Screenreader erst den Alt-Text und dann die figcaption vorliest, sollte die zweite Angabe etwas Neues bringen.

Unterschrift, Alt-Text und Fließtext abstimmen

Die drei Texte rund um ein Bild arbeiten am besten, wenn jeder seinen eigenen Teil übernimmt. Ein Beispiel für ein Referenzfoto eines Malerbetriebs:

Frisch gestrichenes Treppenhaus mit hellgrauen Wänden und weißem Handlauf in einem Mehrfamilienhaus
Bild: KI-generiert
AngabeInhalt
Alt-TextTreppenhaus mit frisch gestrichenen hellgrauen Wänden und weißem Handlauf
BildunterschriftTreppenhaus eines Mehrfamilienhauses nach der Renovierung, Wände in Kalkfarbe
Fließtext danebenAbsatz zu Kalkfarben in Treppenhäusern, ihren Vor- und Nachteilen und dem Ablauf der Arbeiten
title-Attributweglassen

Das Beispiel ist ausgedacht. Es zeigt, wie sich die Angaben gegenseitig ergänzen. Die Regeln für Alt-Texte und Dateinamen stehen im Ratgeber Alt-Text und Dateiname, die Grundlagen zur Bildersuche unter Bilder-SEO Grundlagen.

Was Redaktionssysteme daraus machen

Viele Systeme haben beim Hochladen Felder für Titel, Beschriftung, Alt-Text und Beschreibung. Was davon auf der Seite landet, entscheidet die Vorlage. Manche geben den Titel als title-Attribut aus, manche gar nicht, manche setzen die Beschriftung nur in Galerien ein. Prüfen Sie deshalb im Quelltext einer fertigen Seite, welches Feld wo erscheint. Sonst pflegen Sie Texte, die nirgends ausgegeben werden, oder doppeln Inhalte, die ein Screenreader zweimal vorliest.

Nach unserer Erfahrung lohnt es sich, das Titel-Feld im Redaktionssystem nur noch intern zur Ordnung der Mediathek zu nutzen und die Pflege auf Alt-Text und Bildunterschrift zu konzentrieren. Wer mit WordPress arbeitet, findet die systemspezifischen Einstellungen auf unserem Fachportal unter Bilder-SEO in WordPress.

Häufige Fehler bei Unterschriften

Der häufigste Fehler ist die Unterschrift als Werbefläche. "Ihr Partner für hochwertige Dächer" unter einem Baustellenfoto sagt nichts über das Bild und wirkt auf Leser wie ein Banner. Ebenso wenig hilft der Dateiname, der automatisch als Beschriftung übernommen wird, etwa "DSC_0815". Ein dritter Fehler sind Unterschriften, die nur in einem Bildbetrachter erscheinen, der erst nach einem Klick öffnet. Wer den Betrachter nie öffnet, sieht sie nicht. Schließlich lohnt ein Blick auf die Länge: Eine Unterschrift von fünf Zeilen gehört meist in den Fließtext, unter dem Bild reicht ein Satz, bei Grafiken höchstens zwei.

Bildunterschriften und Barrierefreiheit

Der Entscheidungsbaum der W3C-Initiative für Barrierefreiheit verlangt bei komplexen Bildern wie Diagrammen, die enthaltene Information an anderer Stelle auf der Seite wiederzugeben [5]. Eine ausführliche Bildunterschrift oder ein Absatz direkt unter der Grafik ist ein naheliegender Ort dafür. So profitieren Leser mit und ohne Sehbeeinträchtigung, und Google findet die Kernaussage der Grafik als Text.

Ihr Redaktionssystem füllt Titel, Beschriftung und Alt-Text durcheinander, und Sie wissen nicht, welches Feld wofür steht? Bringen Sie die Frage in die gratis Sprechstunde, dort schauen wir gemeinsam in den Quelltext einer Ihrer Seiten.

  1. Organisation Best Practices für Bilder in der Google Suche. Google Search Central. Stand 04.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation figcaption: The Figure Caption element. MDN Web Docs, Mozilla. Stand 24.04.2026. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation title (HTML global attribute). MDN Web Docs, Mozilla. Stand 01.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Best Practices für Links. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation An alt Decision Tree. W3C Web Accessibility Initiative. Stand 13.05.2024. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Hilft eine Bildunterschrift beim Ranking?

Google nennt Bildbeschriftungen ausdrücklich als Teil des Seiteninhalts, aus dem es Informationen zum Bildgegenstand ableitet. Ein Gewicht nennt Google nicht. Eine Unterschrift, die das Motiv einordnet, ist deshalb ein sinnvoller Hinweis, aber kein Hebel für sich allein.

Soll ich das title-Attribut bei Bildern ausfüllen?

Es schadet nicht, bringt aber wenig. Auf Touch-Geräten und für viele Nutzer von Hilfsprogrammen ist es nicht zugänglich. Pflegen Sie lieber Alt-Text und Bildunterschrift.

Dürfen Alt-Text und Bildunterschrift gleich sein?

Besser nicht. Ein Screenreader liest sonst denselben Text zweimal. Der Alt-Text beschreibt das Motiv, die Unterschrift ergänzt Ort, Zeit oder Zusammenhang.

Muss die Bildunterschrift in figcaption stehen?

Nein, aber figure und figcaption ordnen die Unterschrift im Code eindeutig dem Bild zu und geben der Abbildung einen zugänglichen Namen.

Noch eine Frage offen?

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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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