Zwei Adressen, ein Inhalt: Soll die eine auf die andere weiterleiten, oder reicht ein Canonical? Die Frage kommt bei jedem Relaunch, jeder Domainänderung und oft auch im Alltag eines Shops. Beide Methoden sagen Google, welche Adresse die richtige ist. Für Besucher wirken sie aber völlig verschieden. Diese Seite erklärt, wie Google Canonical und 301 jeweils wertet, nach welcher Prüffrage Sie entscheiden und welche Kombinationen Sie vermeiden sollten.
Der Unterschied für Besucher
Eine Weiterleitung schickt jeden Besucher sofort zur neuen Adresse. Die alte Seite ist danach nicht mehr zu sehen, weder für Menschen noch für Suchmaschinen. Ein Canonical ändert für Besucher nichts. Die Variante bleibt aufrufbar, nur Google bekommt den Hinweis, welche Fassung in die Suche gehört.

Daraus folgt die wichtigste Prüffrage: Braucht ein Besucher die Variante noch? Eine nach Preis sortierte Produktliste ist nützlich, also bleibt sie erreichbar und bekommt einen Canonical. Die HTTP-Fassung einer Seite, die längst unter HTTPS läuft, braucht niemand. Sie wird weitergeleitet. Google selbst empfiehlt Weiterleitungen als Kanonisierungsmittel dann, wenn Sie eine doppelte Seite ohnehin abschalten [1].
Wie Google die beiden Signale wertet
In der Dokumentation "Kanonische URLs angeben" stellt Google die Methoden nebeneinander. Über Weiterleitungen heißt es dort: "Ein starkes Signal dafür, dass das Ziel der Weiterleitung kanonisch sein sollte." [1] Auch rel="canonical" gilt als starkes Signal, die Sitemap dagegen als schwaches [1].
Die Seite zu Weiterleitungen beschreibt die Wirkung einer dauerhaften Weiterleitung genauer: "Die Indexierungspipeline versteht die Weiterleitung als Signal dafür, dass das Weiterleitungsziel kanonisch sein muss." [2] Bei vorübergehenden Weiterleitungen ist es anders. Dort zeigt Google eher die Quellseite in den Suchergebnissen [2]. Die Wahl des Statuscodes entscheidet also mit darüber, welche Adresse in der Suche steht.
Beide Signale bleiben Signale. Google wählt die kanonische Adresse aus mehreren Hinweisen und kann sich aus eigenen Gründen anders entscheiden [3]. Wer Weiterleitung, Canonical, Sitemap und interne Links in dieselbe Richtung zeigen lässt, macht es Google leicht.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Die Statuscodes im Überblick
Google unterscheidet dauerhafte und vorübergehende Weiterleitungen [2]:
| Art | Statuscodes und Methoden | Wirkung laut Google |
|---|---|---|
| dauerhaft | 301, 308, Meta-Refresh mit 0 Sekunden, JavaScript-Weiterleitung | Ziel wird als kanonisch gewertet |
| vorübergehend | 302, 303, 307, Meta-Refresh oder HTTP-Refresh mit Verzögerung | Quelle erscheint eher in der Suche |
Serverseitige Weiterleitungen haben laut Google "die besten Chancen, von Google richtig interpretiert zu werden" [2]. JavaScript-Weiterleitungen sollten Sie nur nutzen, wenn nichts anderes möglich ist, weil Google die Seite dafür rendern muss [2]. Den Unterschied zwischen 301 und 302 erklärt auch die FAQ Unterschied zwischen 301 und 302.
Wenn der Server keine Weiterleitung zulässt
Nicht jedes System erlaubt serverseitige Weiterleitungen. Auf manchen Baukästen oder bei statischen Seiten ohne Zugriff auf die Serverkonfiguration bleiben nur Ausweichwege. Google beschreibt sie in der Seite zu Weiterleitungen [2]. Ein Meta-Refresh mit 0 Sekunden gilt als dauerhafte Weiterleitung, einer mit Verzögerung als vorübergehende. Eine JavaScript-Weiterleitung wertet Google ebenfalls als dauerhaft, kann sie aber nur erkennen, wenn die Seite gerendert wird. Als letzte Möglichkeit nennt Google die sogenannte Crypto-Weiterleitung: ein sichtbarer Hinweis mit Link zur neuen Seite. Google wertet ihn möglicherweise als Weiterleitung, andere Suchmaschinen nicht unbedingt [2].
Wer dauerhaft auf solche Notlösungen angewiesen ist, fährt mit dem Canonical oft besser, weil er im HTML steht und ohne Serverzugriff auskommt. Ein Umzug auf eine Plattform mit echten Weiterleitungen ist bei einem Relaunch trotzdem die sauberere Lösung.
Typische Fälle
Weiterleitung
- Umzug auf eine neue Domain oder neue Adressstruktur beim Relaunch
- HTTP auf HTTPS, Fassung mit oder ohne www
- zusammengelegte Artikel, bei denen der schwächere im stärkeren aufgeht
- Produkte, die dauerhaft aus dem Sortiment fallen und einen klaren Nachfolger haben
Canonical
- Sortierungen, Ansichten und Tracking-Parameter
- Druck- oder Lesefassungen
- ein Produkt, das technisch unter mehreren Kategoriepfaden erreichbar sein muss
- PDFs, die es auch als HTML-Seite gibt, über den Canonical im HTTP-Header
Bei Produkten ohne Nachfolger ist eine Weiterleitung auf eine allgemeine Seite oft nicht die beste Lösung. Was dann passt, beschreibt der Ratgeber Auslaufartikel und Weiterleitungen.
Kombinationen, die schaden
Ein Canonical auf eine Adresse, die selbst weiterleitet, ist der häufigste Mischfehler. Seite A nennt B als kanonisch, B leitet auf C weiter. Google muss die Kette selbst auflösen, und die Signale zeigen auf zwei verschiedene Ziele. Setzen Sie den Canonical immer direkt auf die Endadresse.

Ebenso ungünstig ist eine Weiterleitung, die einem Canonical widerspricht. Leitet die HTTP-Fassung auf HTTPS weiter, während der Canonical der HTTPS-Seite auf HTTP zeigt, schicken Sie Google in zwei Richtungen. Google nennt einen Canonical von HTTPS auf HTTP ausdrücklich als Grund, warum HTTPS nicht bevorzugt wird [1].
Dritter Fall: Weiterleitungsketten. Lange Ketten wirken sich laut Google negativ auf das Crawling aus [4]. Wenn nach einem zweiten Relaunch die Adressen der ersten Generation über die zweite auf die dritte weiterleiten, sollten Sie die alten Regeln direkt auf das Endziel umstellen. Was eine Kette ausmacht und wie Sie sie kürzen, steht in der FAQ Was ist eine Weiterleitungskette.
Interne Links nachziehen
Eine Weiterleitung fängt alte Links ab. Für die eigenen Links ist sie aber nur ein Notbehelf. Google rät, intern auf die kanonische Adresse zu verlinken statt auf Duplikate [1]. Nach einer Umstellung sollten Menüs, Textlinks, Sitemaps und strukturierte Daten deshalb direkt auf die neuen Adressen zeigen. Bei einem Canonical gilt dasselbe: Wenn alle internen Links auf die Variante zeigen, arbeitet die Website gegen ihren eigenen Canonical.
Nach unserer Erfahrung bleiben bei einer Umstellung oft Links in alten Blogartikeln und in Bildunterschriften übrig. Ein Crawl nach der Umstellung findet sie zuverlässig.
Prüfen und überwachen
Ob eine Weiterleitung den richtigen Statuscode liefert, zeigt unser Weiterleitungsprüfer. Welche Adresse Google als kanonisch gewählt hat, sehen Sie im URL-Prüftool der Search Console. Im Bericht zur Seitenindexierung erscheinen weitergeleitete Adressen als "Seite mit Weiterleitung". Das ist in der Regel gewollt, wie die FAQ Seite mit Weiterleitung erklärt.
Bei einem Relaunch mit vielen Adressen planen wir die Weiterleitungen in einer Tabelle, bevor die neue Website online geht. So lässt sich jede alte Adresse einem Ziel zuordnen, und Ketten fallen schon in der Planung auf. Wie das abläuft, beschreibt die Leistung Website-Migration.
Unsicher, ob in Ihrem Fall Weiterleitung oder Canonical passt? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde, am besten mit zwei Beispieladressen. An echten Adressen lässt sich die Frage am schnellsten klären.
- Organisation Kanonische URLs angeben (doppelte URLs konsolidieren). Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Weiterleitungen und die Google Suche. Google Search Central. Stand 20.04.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Was ist URL-Kanonisierung?. Google Search Central. Stand 09.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Crawling-Budget optimieren. Google Search Central. Stand 16.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Ist eine 301-Weiterleitung stärker als ein Canonical?
Google nennt beide starke Signale. Der Unterschied liegt in der Wirkung für Besucher: Die Weiterleitung schickt jeden zur neuen Adresse, der Canonical lässt die Variante erreichbar.
Wann nehme ich 302 statt 301?
Nur für vorübergehende Umleitungen, etwa während einer Wartung oder einer befristeten Aktion. Bei vorübergehenden Weiterleitungen zeigt Google eher die Quellseite in der Suche.
Darf ein Canonical auf eine weitergeleitete Adresse zeigen?
Besser nicht. Setzen Sie den Canonical immer auf die Endadresse. Sonst zeigen Canonical und Weiterleitung auf verschiedene Ziele, und Google muss die Kette selbst auflösen.
Brauche ich nach einer Weiterleitung noch einen Canonical auf der Zielseite?
Ein selbstreferenzierender Canonical auf der Zielseite ist sinnvoll, weil er die Zieladresse noch einmal bestätigt und Varianten mit Parametern abdeckt.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



