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Ratgeber

Core Web Vitals auf Mobilgeräten verstehen und verbessern

Google bewertet die Core Web Vitals getrennt für Mobilgeräte und Desktop, jeweils am 75. Perzentil der Seitenaufrufe. Mobil sind die Werte oft schlechter, weil Smartphones weniger Rechenleistung und langsamere Verbindungen haben. Da Google für Indexierung und Ranking die mobile Version einer Website verwendet, verdienen die mobilen Werte besondere Aufmerksamkeit.

Person wartet an einer Bushaltestelle auf dem Land mit einem Smartphone, Bildschirm abgewandt
Bild: KI-generiert

Am Schreibtisch lädt die Seite in einem Augenblick, im Bericht der Search Console steht sie trotzdem auf Rot. Der Grund ist fast immer derselbe: Die Search Console zeigt die Werte für Mobilgeräte getrennt, und dort sehen sie anders aus als am Computer mit schneller Leitung. Diese Seite erklärt, warum die Core Web Vitals mobil oft schlechter ausfallen, wie Sie die mobilen Daten richtig lesen und wo die typischen Ursachen auf dem Smartphone liegen.

Was die drei Messwerte bedeuten, erklärt das Glossar unter Core Web Vitals. Welche Werte als gut gelten, beantwortet die FAQ Was ist ein guter Core-Web-Vitals-Wert.

Warum die mobilen Werte zählen

Google schreibt: "Google verwendet für die Indexierung und das Ranking die mobile Version des Website-Inhalts" [4]. Gemeint ist die Fassung, die der Smartphone-Crawler abruft. Zu den Core Web Vitals sagt Google: "Core Web Vitals werden von unseren Rankingsystemen genutzt." [6]

Wie viel das für Rankings bedeutet, ordnet Google selbst ein. Die Suche zeigt die relevantesten Inhalte, auch wenn die Nutzerfreundlichkeit einer Seite in mancher Hinsicht unterdurchschnittlich ist. Gibt es aber viele hilfreiche Inhalte zu einer Anfrage, kann eine hohe Nutzerfreundlichkeit zum Erfolg beitragen [6]. Unabhängig vom Ranking spüren Ihre Besucher eine langsame Seite direkt.

Getrennte Bewertung nach Gerät

Die Schwellen für die Stufe Gut sind für beide Gerätearten gleich: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden, CLS bis 0,1 [1]. Als schlecht gelten ein LCP über 4 Sekunden, ein INP über 500 Millisekunden und ein CLS über 0,25 [2]. Gemessen wird laut web.dev am 75. Perzentil der Seitenaufrufe, getrennt nach Mobilgeräten und Desktop [1]. Eine Seite kann am Desktop alle Werte bestehen und mobil durchfallen.

Der Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console schlüsselt die Daten ebenfalls nach Geräten auf. Er fasst ähnliche Seiten zu Gruppen zusammen, bewertet sie über die letzten 28 Tage und vergibt die Stufen Gut, Optimierung erforderlich und Langsam [2]. Lesen Sie den Bericht für Mobilgeräte immer zuerst. Wie er aufgebaut ist, beschreibt die FAQ Search Console Core-Web-Vitals-Bericht.

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Felddaten und Labortests auf dem Smartphone

Die Bewertung beruht auf Felddaten aus dem Chrome User Experience Report, also auf Messungen bei echten Besuchern mit Chrome [1]. PageSpeed Insights zeigt diese Felddaten getrennt für Mobilgeräte und Desktop, jeweils über den Erfassungszeitraum der letzten 28 Tage [7]. Hat eine einzelne Seite zu wenige Messungen, greift PageSpeed Insights auf die Daten des gesamten Ursprungs zurück, also der ganzen Domain. Reichen auch diese nicht, erscheinen keine Felddaten [7].

Mehrere ältere und neuere Smartphones liegen mit dem Bildschirm nach unten in einer Reihe auf einer Werkbank
Bild: KI-generiert

Der Labortest in PageSpeed Insights läuft mit Lighthouse. Für Mobilgeräte simuliert er ein Smartphone der Mittelklasse in einem Mobilfunknetz [7]. Lighthouse drosselt dafür laut seiner Dokumentation die Verbindung auf eine Latenz von 150 Millisekunden und 1,6 Mbit/s im Download und bremst die Rechenleistung standardmäßig um den Faktor 4 [3]. Deshalb fallen mobile Laborwerte fast immer schlechter aus als der Eindruck am eigenen Rechner. Einen Lighthouse-Test für Mobil oder Desktop startet auch unser eigenes, kostenloses Werkzeug PageSpeed.de, das zusätzlich Eigenschaften des Servers wie HTTP/3, TLS und Brotli prüft.

Ein Labortest kann den INP nicht messen, weil niemand klickt. Als Ersatz dient die Total Blocking Time [1]. Wer mobile Interaktionsprobleme finden will, braucht deshalb Felddaten oder eine eigene Messung bei echten Besuchern.

Eigene Messungen bei echten Besuchern

Die Felddaten von Google sagen, dass eine Seitengruppe mobil zu langsam ist. Warum, sagen sie nicht. Web.dev weist darauf hin, dass diese Daten für eine genaue Diagnose nicht ausreichen, und empfiehlt eine eigene Messung bei echten Besuchern [1]. Dafür gibt es frei verfügbare Skriptbibliotheken, die LCP, INP und CLS im Browser erfassen und an Ihre Webanalyse senden. So sehen Sie, welches Element mobil als größtes gilt, welche Interaktion langsam ist und welches Element sich verschiebt. Für eine kleine Website ist das oft mehr Aufwand als nötig. Bei Shops und Portalen mit vielen Seitentypen lohnt es sich, weil Sie Verbesserungen dann nicht erst nach 28 Tagen in der Search Console sehen.

Typische Ursachen auf dem Smartphone

LCP: Bilder, Server und blockierende Dateien

Das größte Element im sichtbaren Bereich ist mobil oft ein anderes als am Desktop, häufig ein Titelbild über die volle Breite. Wird mobil dasselbe große Bild wie am Desktop geladen, kostet das über eine Mobilfunkverbindung spürbar Zeit. Passende Bildgrößen für schmale Bildschirme, moderne Formate und ein frühes Laden des Hauptbildes helfen. Mehr im Ratgeber Bilder und Core Web Vitals. Dazu kommen Schriftdateien und Stylesheets, die das Rendern aufhalten, und eine lange Antwortzeit des Servers, die sich über eine langsame Verbindung noch stärker bemerkbar macht.

Voller Zugwaggon mit Pendlern von hinten, eine Fahrgästin hält ein Smartphone, Morgenlicht durch die Fenster
Bild: KI-generiert

INP: zu viel JavaScript für schwache Prozessoren

Am deutlichsten unterscheiden sich die Geräte beim INP. Ein Skript, das am Desktop kaum auffällt, kann auf einem einfachen Smartphone deutlich länger laufen. Nicht ohne Grund bremst Lighthouse die Rechenleistung im mobilen Test. Web.dev teilt eine Interaktion in drei Teile: die Verzögerung bis zum Start der Verarbeitung, die Dauer der Verarbeitung und die Verzögerung bis zur Darstellung des Ergebnisses [5]. Empfohlen wird unter anderem, lange Aufgaben aufzuteilen und dem Browser zwischendurch Zeit zu geben, sowie die Größe des DOM zu begrenzen, weil große DOM-Bäume mehr Arbeit beim Rendern erfordern [5]. Typische Bremsen auf dem Smartphone sind aufwendige Menüs, Filter in Shops, Tracking-Skripte und Chat-Fenster.

CLS: Banner und nachgeladene Elemente

Auf schmalen Bildschirmen verschiebt jedes nachträglich eingefügte Element den Inhalt stärker, weil weniger Platz da ist. Hinweisleisten, die oben eingeblendet werden, Werbeflächen ohne reservierte Höhe und Bilder ohne feste Abmessungen sind die häufigsten Ursachen. Mobil kommt hinzu, dass Besucher beim Tippen leicht den falschen Link treffen, wenn sich der Inhalt gerade bewegt.

Vorgehen in der Praxis

  1. Lesen Sie im Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console die Gruppen für Mobilgeräte und notieren Sie, welcher Messwert betroffen ist.
  2. Prüfen Sie Beispielseiten jeder Gruppe in PageSpeed Insights im Reiter für Mobilgeräte und vergleichen Sie Feld- und Labordaten.
  3. Testen Sie die Seiten auf einem echten Smartphone der Mittelklasse, auch über Mobilfunk.
  4. Beheben Sie zuerst Ursachen in Vorlagen, die viele Seiten auf einmal betreffen.
  5. Starten Sie nach der Umsetzung im Bericht die Überprüfung. Die Search Console beobachtet dann 28 Tage lang, ob das Problem noch auftritt [2].

Nach unserer Erfahrung ist der größte Hebel mobil fast immer das JavaScript von Drittanbietern. Jedes Skript hat für sich einen Zweck, zusammen belegen sie den Prozessor eines Smartphones genau dann, wenn Besucher tippen. Weitere mobile Themen behandeln die Ratgeber mobile Ladezeit verbessern und Mobile-First-Indexierung beachten.

Sie sehen mobil rote Werte und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Die Analyse und Begleitung der Umsetzung bietet SEO NW als Leistung Core Web Vitals verbessern.

  1. Organisation Web Vitals. web.dev (Google), Philip Walton. Stand 31.10.2024. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Core Web Vitals-Bericht. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Network Throttling / CPU Throttling (Lighthouse docs/throttling.md). Google Chrome, Lighthouse-Dokumentation auf GitHub. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Best Practices für die Mobile-First-Indexierung. Google Search Central. Stand 20.02.2026. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Optimize Interaction to Next Paint. web.dev (Google), Jeremy Wagner, Philip Walton, Barry Pollard. Stand 02.09.2025. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation Nutzerfreundlichkeit von Seiten in den Google-Suchergebnissen. Google Search Central. Stand 24.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
  7. Organisation Über PageSpeed Insights. Google for Developers. Stand 25.07.2025. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Gelten mobil andere Grenzwerte?

Nein. Die Schwellen für die Stufe Gut sind gleich: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden, CLS bis 0,1. Google bewertet Mobilgeräte und Desktop aber getrennt, jeweils am 75. Perzentil der Seitenaufrufe.

Warum ist der mobile Labortest so viel schlechter als mein Eindruck?

Lighthouse simuliert ein Smartphone der Mittelklasse mit gedrosselter Verbindung und standardmäßig vierfach gebremster Rechenleistung. Das entspricht eher einem typischen Besucher als Ihrem eigenen Gerät.

Welche Werte zählen für Google, mobil oder Desktop?

Google verwendet für Indexierung und Ranking die mobile Version der Inhalte. Der Core-Web-Vitals-Bericht zeigt beide Gerätearten getrennt, die mobilen Werte sollten Sie zuerst ansehen.

Was tun, wenn PageSpeed Insights keine Felddaten zeigt?

Dann hat die Seite zu wenige Messungen. PageSpeed Insights zeigt in diesem Fall die Daten der gesamten Domain oder, wenn auch die fehlen, gar keine Felddaten. Labortests und eigene Messungen helfen weiter.

Noch eine Frage offen?

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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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