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Ratgeber

Crawling-Statistiken der Search Console lesen

Die Crawling-Statistiken lesen Sie am besten von oben nach unten: zuerst den Hoststatus, dann den Verlauf von Anfragen und Reaktionszeit, zuletzt die Aufschlüsselungen nach Antwort, Dateityp, Zweck und Googlebot-Typ. Auffällig wird es, wenn sich zwei Werte gleichzeitig ändern, etwa steigende Reaktionszeit und sinkende Anfragen.

Brücke eines Schiffes bei Nacht mit Kapitänsstuhl von hinten, sanft leuchtende Instrumente und dunkles Meer vor den Fenstern
Bild: KI-generiert

Der Bericht Crawling-Statistik in der Search Console zeigt, wie oft der Googlebot Ihre Website abruft, was er dabei bekommt und ob er Probleme beim Zugriff hatte. Google beschreibt ihn als Bericht für fortgeschrittene Nutzer und hält ihn bei Websites mit weniger als 1.000 Seiten meist für unnötig [1]. Für Shops, Portale und alle Websites nach einem Umzug ist er dagegen eine der wenigen Quellen, die zeigt, was Google tatsächlich abruft. Was in dem Bericht steht, erklärt die FAQ Bericht Crawling-Statistiken. Dieser Ratgeber beschreibt, in welcher Reihenfolge Sie ihn lesen und wie Sie typische Muster deuten.

Bericht öffnen und den Rahmen klären

In der linken Navigation suchen Sie vergeblich. Der Bericht liegt in den Einstellungen der Property unter Crawling-Statistik [1]. Er steht nur für Properties auf Stammebene bereit, also für Domain-Properties oder URL-Präfix-Properties wie https://beispiel.de [1]. Wer nur eine Property für ein Unterverzeichnis angelegt hat, sieht ihn nicht.

Klären Sie vor dem Lesen, welche Hosts in den Zahlen stecken. Anfragen an Subdomains erscheinen bei der übergeordneten Domain. Google nennt als Beispiel, dass bei beispiel.com auch en.beispiel.com und de.beispiel.com auftauchen [1]. Läuft Ihr Shop auf shop.beispiel.de und der Blog auf der Hauptdomain, sehen Sie also eine Summe. Ein Anstieg kann dann vom Shop kommen, obwohl Sie den Blog im Blick hatten.

Zuerst der Hoststatus

Bevor Sie Verläufe deuten, prüfen Sie, ob Google überhaupt ungestört zugreifen konnte. Der Hoststatus bewertet die letzten 90 Tage in drei Bereichen: den Abruf der robots.txt, die DNS-Auflösung und die Serververbindung [1]. Akut ist ein Problem, wenn es in der vergangenen Woche aufgetreten ist. Ein Klick auf den Status öffnet die Einzelheiten [1].

Stethoskop auf einem Holzschreibtisch neben einem zugeklappten Laptop im weichen Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Am folgenreichsten ist der robots.txt-Abruf. Antwortet der Server auf die robots.txt mit einem Fehler aus dem Bereich 5xx, stellt Google das Crawling der Website in den ersten 12 Stunden ein. Danach nutzt Google 30 Tage lang die letzte fehlerfreie Fassung [2]. Ein roter Status beim robots.txt-Abruf erklärt deshalb oft einen Einbruch im Verlauf, der sonst rätselhaft wirkt.

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In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Die Verläufe gemeinsam lesen

Oben im Bericht stehen die Crawling-Anfragen insgesamt, die Gesamtgröße des Downloads und die durchschnittliche Reaktionszeit [1]. Einzeln sagen diese Werte wenig. Aussagekräftig wird es, wenn Sie die Kurven übereinanderlegen und auf Tage achten, an denen sich zwei Werte gleichzeitig bewegen.

Zwei durchsichtige Pauspapiere mit gezeichneten Wellenlinien übereinander auf einem Leuchttisch
Bild: KI-generiert

Das wichtigste Paar ist Reaktionszeit und Anfragen. Google schreibt, dass der Googlebot seine Anfragen verringert, wenn eine Website nur langsam reagiert [1]. Im Leitfaden zum Crawling-Budget heißt es dazu, dass das Kapazitätslimit bei Verlangsamung, bei Serverfehlern und bei der Antwort 429 sinkt [3]. Steigt die Reaktionszeit und fallen kurz danach die Anfragen, lohnt der Blick auf Hosting, Datenbank und Zwischenspeicher. Sinken die Anfragen ohne Änderung der Reaktionszeit, liegt die Ursache eher beim Bedarf: Google hält Seiten, die selten aktualisiert werden oder keine hohe Qualität haben, für weniger dringend [1].

Die Downloadgröße ergänzt das Bild. Wächst sie deutlich stärker als die Zahl der Anfragen, ist jede Antwort größer geworden. Das kann an neuen Skripten, eingebetteten Daten oder großen Bildern liegen, die über Seitenressourcen mitgeladen werden.

Die vier Aufschlüsselungen

Unter den Verläufen teilt der Bericht die Anfragen nach Antwort, Dateityp, Zweck und Googlebot-Typ auf [1]. Jede Aufschlüsselung beantwortet eine eigene Frage.

Nach Antwort: Was bekommt der Crawler?

Google teilt die Antworten in drei Gruppen. Als gut gelten OK (200), Dauerhaft verschoben (301), Vorübergehend verschoben (302) und Nicht geändert (304). Nicht gefunden (404) gilt als potenziell gut. Schlecht sind eine nicht verfügbare robots.txt, Serverfehler (5xx), DNS-Fehler, eine nicht erreichbare Seite, Zeitüberschreitungen und Umleitungsfehler [1]. Unter Umleitungsfehler fallen zum Beispiel zu viele oder zirkuläre Weiterleitungen [1].

Ein hoher Anteil an 301 nach einem Umzug ist normal, solange er mit der Zeit sinkt. Bleibt er Monate später hoch, verlinkt die Website wahrscheinlich noch intern auf alte Adressen. Ein wachsender Anteil 404 kann gewollt sein, wenn Sie Seiten entfernt haben. Google empfiehlt für dauerhaft entfernte Seiten ausdrücklich 404 oder 410 [3].

Nach Dateityp: Wofür wird das Crawling verwendet?

Erfasst werden unter anderem HTML, Bild, Video, JavaScript, CSS, PDF und JSON. Die Prozentwerte beziehen sich auf die Zahl der Antworten, nicht auf die Bytes [1]. Ein großer Anteil JSON deutet oft auf Schnittstellen hin, die eine Seite per Skript abruft. Ob diese Abrufe nötig sind, klärt ein Blick in den Quelltext der betroffenen Vorlagen.

Nach Zweck: neu oder bekannt?

Erkennung bedeutet, dass Google die Adresse noch nie gecrawlt hat. Aktualisierung ist der erneute Abruf einer bekannten Seite [1]. Nach dem Start eines neuen Bereichs sollte der Anteil der Erkennung steigen. Steigt er ohne neue Inhalte stark an, findet Google vermutlich Adressen, die Sie nicht geplant haben, etwa Filterkombinationen oder Parameter. Dann hilft der Ratgeber Endlose URL-Räume vermeiden.

Nach Googlebot-Typ: wer fragt?

Der Bericht unterscheidet Smartphone, Computer, Bild, Video, Laden der Seitenressource, AdsBot, StoreBot und sonstige Agenten [1]. Laden der Seitenressource beschreibt Google als Sekundärabruf von Ressourcen, die Ihre Seite verwendet [1]. Steigt der Anteil des AdsBot plötzlich, nennt Google als mögliche Ursache zu viele Ziele für dynamische Suchanzeigen [1].

Typische Muster und der nächste Schritt

Was Sie sehenWas Sie prüfen
Reaktionszeit steigt, danach fallen die AnfragenServer, Datenbank und Zwischenspeicher; Änderungen am Hosting im selben Zeitraum
Anfragen brechen an einem Tag fast auf null einHoststatus, vor allem den robots.txt-Abruf
Erkennung wächst ohne neue InhalteBeispieladressen auf Parameter, Filter, Kalender und Sitzungskennungen
Viele 301 lange nach einem Umzuginterne Links und Sitemap auf alte Adressen
Anfragen sinken langsam, Reaktionszeit unverändertAktualität und Qualität der Inhalte, Sitemap, zu strenge robots.txt

Die Beispieladressen in jeder Aufschlüsselung sind nur ein Ausschnitt. Google nennt sie ausdrücklich nicht umfassend [1]. Für eine vollständige Liste brauchen Sie die Protokolle Ihres Servers. Deren Zahlen weichen allerdings von denen des Berichts ab, unter anderem weil der Bericht bei lange nicht erreichbarer robots.txt auch geplante Abrufe zählt, die nie stattgefunden haben [1]. Wie Sie Protokolle auswerten, steht im Ratgeber Server-Logs auswerten.

Wenn Google zu viel crawlt

Selten, aber möglich: Der Googlebot belastet den Server spürbar. Grundsätzlich drosselt er sich selbst. Für den Notfall empfiehlt Google, den Statuscode 503 oder 429 zurückzugeben, sobald sich die Website ihrer Belastungsgrenze nähert [1]. Das ist eine kurzfristige Bremse: Google rät, 503 oder 429 höchstens zwei oder drei Tage lang zurückzugeben, weil das Crawling sonst langfristig seltener werden kann [1]. Wer auf Dauer zu viele Anfragen bekommt, sollte zuerst klären, welche Adressen der Googlebot abruft. Oft sind es Varianten, die gar nicht gecrawlt werden müssen, und dann hilft der Ratgeber Crawl-Budget optimieren mehr als jede Drosselung.

Autobahnauffahrt mit Zuflussampel in der Dämmerung, wartende Autos in einer Reihe, von oben gesehen
Bild: KI-generiert

Wie das Crawling im Ganzen funktioniert, beschreibt der Ratgeber Crawling verstehen. Wenn Sie die Search Console noch nicht oder nicht vollständig eingerichtet haben, übernimmt SEO NW das mit der Leistung Search Console einrichten.

Sie sehen im Bericht einen Sprung und finden keine Ursache? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde und bringen Sie einen Screenshot der Verläufe mit.

  1. Organisation Bericht "Crawling-Statistik". Google Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Wie Google die robots.txt-Spezifikation interpretiert. Google Crawling-Infrastruktur. Stand 27.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Verwaltung des Crawling-Budgets. Google Crawling-Infrastruktur. Stand 16.09.2026. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Warum finde ich den Bericht Crawling-Statistik nicht?

Er liegt in den Einstellungen der Property, in der linken Navigation fehlt er. Außerdem gibt es ihn nur für Properties auf Stammebene, also Domain-Properties oder URL-Präfix-Properties für die ganze Domain.

Warum weichen die Zahlen von meinen Serverprotokollen ab?

Google führt das als bekannte Abweichung. Ein Grund: Ist die robots.txt lange nicht erreichbar, zählt der Bericht auch geplante Abrufe, die nicht stattgefunden haben. Für exakte Zahlen sind die Serverprotokolle maßgeblich.

Sind viele 404-Antworten ein Problem?

Nicht unbedingt. Google stuft 404 als potenziell gut ein, und für dauerhaft entfernte Seiten empfiehlt Google 404 oder 410. Problematisch wird es, wenn wichtige Seiten darunter sind oder interne Links auf die Fehler zeigen.

Kann ich die Crawling-Frequenz erhöhen?

Direkt nicht. Helfen können eine aktuelle Sitemap, eine robots.txt, die keine wichtigen Seiten sperrt, und ein Server, der schnell antwortet. Seiten, die selten aktualisiert werden, crawlt Google seltener.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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