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Ratgeber

Infinite Scroll und SEO: Endlos-Scrolling, das Google findet

Google scrollt nicht und klickt nicht auf Schaltflächen. Inhalte, die beim Endlos-Scrolling nachgeladen werden, findet Google deshalb nur, wenn jeder Block eine eigene Adresse hat, die über normale Links erreichbar ist. Die History API hält dabei die Adresse im Browser aktuell.

Sehr lange leere Papierrolle über einem Holztisch in einer Bibliothek ausgerollt, warmes Lampenlicht, von einem Ende aus gesehen
Bild: KI-generiert

Endlos-Scrolling ist bequem. Wer eine Kategorie im Shop oder einen Nachrichtenstrom öffnet, scrollt einfach weiter, und neue Einträge erscheinen. Für die Suche kann genau das zum Problem werden. Google beschreibt in seinen Hinweisen zum Lazy Loading, dass die Google Suche nicht mit einer Seite interagiert. Inhalte, die nur nach Scrollen oder Klicken laden, sieht der Crawler unter Umständen nie [1]. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie unendliches Scrollen so bauen, dass Besucher es behalten und Google trotzdem jeden Eintrag erreicht.

Was der Crawler auf einer Scroll-Seite sieht

Google crawlt in der Regel Adressen, die im href-Attribut von a-Elementen stehen [2]. Laut Google klicken die Crawler nicht auf Schaltflächen und lösen im Allgemeinen keine JavaScript-Funktionen aus, die eine Aktion des Nutzers voraussetzen [2]. Für eine Kategorie mit angenommen 400 Produkten, von denen die ersten 24 beim Laden erscheinen, heißt das: Ohne weitere Vorkehrungen kennt Google womöglich nur diese 24 und die Produkte, die anderswo verlinkt sind.

Google stellt drei Muster nebeneinander: klassische Paginierung mit Links wie "Weiter" und "Zurück", eine Schaltfläche zum Nachladen und unendliches Scrollen [2]. "Mehr laden" und unendliches Scrollen werden laut Google im Allgemeinen mit JavaScript umgesetzt [2]. Als Nachteil nennt Google für das unendliche Scrollen, dass das ständige Scrollen ermüden kann, weil die Menge der Ergebnisse unklar ist. Sehr große Ergebnismengen lassen sich bei "Mehr laden" und beim unendlichen Scrollen nicht verarbeiten [2].

Welches Muster zu Ihrer Liste passt

Bevor Sie Technik bauen, lohnt die Frage, ob Endlos-Scrolling überhaupt das richtige Muster ist. Google nennt für alle drei Varianten Vor- und Nachteile. Bei klassischer Paginierung sehen Besucher, wie groß die Ergebnismenge ist, brauchen für weitere Ergebnisse aber einen neuen Seitenaufbau. "Mehr laden" und Endlos-Scrolling halten alles auf einer Seite. Bei "Mehr laden" kann die Seite zusätzlich die Gesamtzahl der Ergebnisse nennen [2]. Für einen Nachrichtenstrom, in dem niemand ein bestimmtes Element sucht, passt Scrollen gut. In einer Kategorie, in der Besucher vergleichen und zurückspringen, ist eine Schaltfläche oder eine Seitennavigation oft angenehmer. Für die Suche gilt in allen drei Fällen dieselbe Bedingung: Hinter jeder Ansicht muss eine Adresse stehen, die der Crawler über einen Link erreicht.

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Das Grundmuster: Blöcke mit eigener Adresse

Die Lösung ist alt und gut dokumentiert. Schon 2014 hat Google beschrieben, wie man unendliches Scrollen suchmaschinenfreundlich macht: Der Inhalt wird in einzelne Seiten zerlegt, die auch ohne JavaScript erreichbar sind [3]. Heute steht dasselbe in der aktuellen Dokumentation. Für paginiertes Laden beim unendlichen Scrollen empfiehlt Google:

Gestapelte Holzkisten mit Äpfeln in einer Obstlagerhalle, jede Kiste einzeln und ordentlich ausgerichtet, Tageslicht
Bild: KI-generiert
  • "Weise jedem Block eine eigene persistente, eindeutige URL zu." [1]
  • Beim Nachladen die Adresse im Browser über die History API aktualisieren [1].
  • Die einzelnen Adressen nacheinander verlinken, damit Suchmaschinen alle Seiten der Folge finden [1].

Für die Form der Adresse nennt Google als Beispiel einen Parameter wie ?page=n [2]. Fragmente mit Rautezeichen sind ungeeignet, weil Google sie ignoriert [2]. Ein Block unter beispiel.de/schuhe#seite=3 ist für Google dieselbe Adresse wie beispiel.de/schuhe.

Wie die Seiten zusammenhängen

Damit der Crawler von Block 1 zu Block 2 kommt, braucht jede Seite einen normalen Link auf die nächste. Google empfiehlt, jede Seite per a-Element mit href auf die folgende zu verlinken. Seiten können außerdem zurück auf die erste Seite der Folge verlinken [2]. Eine einfache Umsetzung ist eine klassische Seitennavigation unter der Liste, die das Skript für Besucher ausblendet, sobald es nachlädt. Der Link bleibt im HTML und ist für den Crawler sichtbar.

Trittsteine in gleichem Abstand durch einen flachen klaren Bach im Wald, Morgensonne
Bild: KI-generiert

Zwei Fehler sollten Sie vermeiden. Der erste ist, die erste Seite als kanonische Adresse für die ganze Folge anzugeben. Google schreibt ausdrücklich, die erste Seite einer paginierten Folge nicht als kanonische Seite zu verwenden [2]. Jede Seite bekommt ihr eigenes Canonical. Der zweite Fehler ist, auf rel="next" und rel="prev" zu vertrauen. Google verwendet diese Angaben selbst nicht mehr, andere Suchmaschinen womöglich schon [2]. Mehr dazu im Ratgeber Canonical und Paginierung richtig verbinden.

Die History API richtig einsetzen

Für Besucher bleibt es eine lange Seite. Damit die Adresse trotzdem stimmt, schreibt das Skript beim Nachladen die Adresse des aktuellen Blocks in die Adresszeile. Google rät bei Anwendungen mit Routing im Browser allgemein zur History API statt zu Fragmenten [4]. Der Beitrag von 2014 nennt zwei Methoden, replaceState und pushState. Beide sind optional; pushState empfahl Google für Aktionen, die einem Klick oder dem Umblättern einer Seite ähneln [3].

Der Nutzen geht über die Suche hinaus. Wer eine Adresse teilt, schickt den Empfänger an dieselbe Stelle der Liste. Google nennt das Teilen ausdrücklich als Grund für die Aktualisierung über die History API [1].

Ränder der Folge und doppelte Listen

Eine Folge braucht ein Ende. Gibt es 17 Seiten, sollte ?page=18 keine leere Liste mit Status 200 liefern. Google hat 2014 empfohlen, für Seiten außerhalb der Folge einen 404 zurückzugeben [3]. Leere Seiten mit Status 200 wären Soft 404, und die crawlt Google weiter, was Budget kostet [5].

Schwieriger sind Varianten derselben Liste. Sortierungen und Filter erzeugen oft eigene Scroll-Folgen. Google nennt im Leitfaden zum Crawling-Budget ausdrücklich Seiten mit unendlichem Scrollen, die Inhalte duplizieren, und unterschiedlich sortierte Versionen derselben Seite als Kandidaten für eine Sperre in der robots.txt, wenn sie sich nicht zusammenführen lassen [5]. In der Dokumentation zur Paginierung nennt Google dafür noindex oder eine robots.txt-Regel [2]. Welche der beiden Wege passt, beschreiben die Ratgeber Filter mit noindex und Filter-URLs per robots.txt sperren.

Prüfen, ob es funktioniert

Ob Google alle Inhalte sieht, testen Sie mit dem URL-Prüftool der Search Console. Google empfiehlt es ausdrücklich, um zu prüfen, ob alle Inhalte geladen wurden. Bild- und Videoadressen sollten im gerenderten HTML erscheinen [1]. Rufen Sie danach eine Adresse wie ?page=3 direkt auf. Sie muss ohne vorheriges Scrollen die richtigen Einträge zeigen und einen Link auf ?page=4 enthalten.

Werkbank eines Uhrmachers mit Lupe und kleinem Werkzeug neben einer geöffneten Taschenuhr, warmes Licht
Bild: KI-generiert

Ein Crawl mit einem Desktop-Crawler zeigt, ob alle Seiten der Folge erreicht werden. Wie Sie dabei vorgehen, beschreibt der Ratgeber Crawling mit Screaming Frog auswerten. Für Shops empfiehlt Google zusätzlich eine Sitemap oder einen Feed im Google Merchant Center, damit alle Produkte gefunden werden [2]. Grundlagen zum Thema stehen im Ratgeber Paginierung richtig umsetzen und im Glossar unter Lazy Loading.

Sie wissen nicht, ob Ihr Theme beim Scrollen crawlbare Adressen erzeugt? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde und nennen Sie eine Kategorie als Beispiel.

  1. Organisation Probleme mit Lazy-Load-Inhalten beheben. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Paginierung, inkrementeller Seitenaufbau und ihre Auswirkungen auf die Google Suche. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Infinite scroll search-friendly recommendations. Google Search Central Blog. Stand 13.02.2014. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Grundlagen von JavaScript-SEO. Google Search Central. Stand 04.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Verwaltung des Crawling-Budgets. Google Crawling-Infrastruktur. Stand 16.09.2026. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Scrollt der Googlebot auf meiner Seite?

Google beschreibt, dass die Suche nicht mit Seiten interagiert und Crawler nicht auf Schaltflächen klicken. Planen Sie deshalb so, als würde nicht gescrollt: Jeder nachgeladene Block braucht eine eigene Adresse und einen normalen Link.

Ist "Mehr laden" besser als Endlos-Scrolling?

Für die Suche gilt bei beiden dasselbe: Beide laden per JavaScript nach, und Google klickt nicht. Entscheidend ist, dass hinter der Schaltfläche oder dem Scrollen crawlbare Seitenadressen mit Links stehen.

Soll ich alle Seiten der Folge auf Seite 1 kanonisieren?

Nein. Google rät ausdrücklich davon ab, die erste Seite als kanonische Seite der ganzen Folge zu verwenden. Jede Seite bekommt ein Canonical auf sich selbst.

Brauche ich rel="next" und rel="prev"?

Google nutzt diese Angaben nicht mehr. Andere Suchmaschinen werten sie unter Umständen noch aus, schaden tun sie also nicht. Für Google zählen die normalen Links zwischen den Seiten.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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