In einem Shop für Arbeitskleidung wählt ein Besucher Sicherheitsschuhe, dann die Schutzklasse, die Größe, die Farbe und eine Sortierung nach Preis. Jeder Klick ändert die Adresse. Für Besucher ist das eine Liste, die kürzer wird. Für Google ist es eine neue Seite, die gecrawlt werden will. Google warnt, dass die facettierte Navigation eine nahezu unendliche Zahl von Adressen erzeugen kann [2], und beschreibt zwei Folgen: Crawler rufen sehr viele Filteradressen ab, bevor sie feststellen, dass diese nutzlos sind, und neue, nützliche Seiten werden langsamer entdeckt [1]. Was eine facettierte Navigation ist, erklärt das Glossar unter Facettierte Navigation. Dieser Ratgeber vergleicht die Mittel, mit denen Sie sie steuern, und zeigt, welches Mittel zu welchem Filter passt. Welche Filter ein Shop anbieten sollte und wie Kunden sie bedienen, behandelt der Ratgeber Filter und Facetten im Shop.
Zwei Fragen für jeden Filter
Bevor Sie über Technik sprechen, braucht jeder Filter zwei Antworten. Soll eine Adresse mit diesem Filter in der Suche erscheinen? Und soll Google sie überhaupt abrufen? Aus den Antworten ergeben sich drei Gruppen. Filter mit echter Nachfrage, etwa "Sicherheitsschuhe S3", sollen gecrawlt und indexiert werden. Filter ohne Nachfrage, aber mit vielen Kombinationen, sollen gar nicht gecrawlt werden. Dazwischen liegen Fälle, die Google abrufen darf, aber nicht in den Index nehmen soll. Wie Sie die Nachfrage ermitteln und die Gruppen festlegen, beschreibt der Ratgeber Filternavigation planen.
Die Mittel im Vergleich
Für die Steuerung stehen fünf Mittel zur Wahl. Sie wirken an unterschiedlichen Stellen, und das erklärt die meisten Missverständnisse.

| Mittel | Spart Crawling | Hält aus dem Index | Was Google dazu sagt |
|---|---|---|---|
| Sperre in der robots.txt | ja | nicht sicher | Empfohlen, um das Crawling von Filteradressen zu verhindern [1]; gesperrte Adressen können ohne Inhalt indexiert werden [4]. |
| Fragment (#) statt Parameter | ja | in der Regel ja | Fragmente werden beim Crawling und Indexieren in der Regel nicht unterstützt [1]. |
| Canonical auf die ungefilterte Seite | mit der Zeit | meist | Das Crawling nicht kanonischer Fassungen kann mit der Zeit sinken [1]; es dauert, bis Google das übernimmt [2]. |
| nofollow an Filterlinks | teilweise | nein | Wirkt nur, wenn jeder Link auf die Adresse das Attribut trägt [1]. |
| noindex | nein | ja | Google ruft die Seite trotzdem ab; im Leitfaden zum Crawling-Budget rät Google davon ab, noindex zur Steuerung des Adressbestands zu nutzen [3]. |
Canonical und nofollow nennt Google ausdrücklich auf lange Sicht weniger wirksam als die Sperre in der robots.txt oder Fragmente [1]. Das ist der Kern der Empfehlung: Wer Crawling sparen will, muss den Abruf verhindern.
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Gruppe eins: Filter, die in die Suche sollen
Für Filteradressen, die indexiert werden sollen, nennt Google drei Regeln [1]. Als Trennzeichen zwischen Parametern dient das übliche "&". Komma, Semikolon oder Klammern sind für Crawler schwer zu erkennen. Stehen die Filter im Pfad, wie bei /schuhe/s3/schwarz, bleibt die Reihenfolge immer gleich, und kein Filter kommt doppelt vor. Und wenn eine Kombination keine Treffer hat, antwortet die Adresse mit dem Statuscode 404, ohne auf eine allgemeine Fehlerseite weiterzuleiten. Bei Single-Page-Apps ist das unter Umständen nicht möglich, dann gelten Googles Hinweise für solche Anwendungen [1].
Technik allein macht aus einer Filteradresse noch keine gute Seite. Sie braucht einen eigenen Title, eine eigene H1 und Text, der zur Auswahl passt. Wie das aussieht, beschreibt der Ratgeber Filterseiten als Landingpages.
Gruppe zwei: Filter, die nicht gecrawlt werden sollen
Für die große Masse der Filter empfiehlt Google die Sperre in der robots.txt. Erlaubt bleiben sollen die Seiten einzelner Produkte und eine ungefilterte Übersicht [1]. Googles Beispiel sperrt die Parameter products, color und size an beliebiger Stelle der Abfrage und gibt nur die Übersicht mit products=all frei [1]:

- user-agent: Googlebot
- disallow: /*?*products=
- disallow: /*?*color=
- disallow: /*?*size=
- allow: /*?products=all$
Wie Sie solche Regeln für Ihr System schreiben und testen, steht im Ratgeber Filter-URLs per robots.txt sperren. Die zweite Möglichkeit ist, Filter über ein Fragment oder per JavaScript zu setzen, sodass gar keine eigene Adresse entsteht. Den Weg beschreibt der Ratgeber Filter mit JavaScript statt URLs.
Gruppe drei: abrufen ja, indexieren nein
Es gibt Fälle, in denen Google eine Adresse sehen soll, die nicht in die Suche gehört. Ein typisches Beispiel ist eine Filterseite, die heute im Index steht und herausgenommen werden soll. Eine Sperre in der robots.txt würde verhindern, dass Google ein noindex überhaupt liest. Google schreibt, dass eine Seite mit noindex nicht durch die robots.txt blockiert sein darf, damit die Regel wirkt [5]. Hier ist noindex also der erste Schritt, die Sperre kann später folgen. Wann noindex bei Filtern passt und wann nicht, behandelt der Ratgeber Filter mit noindex.
Das Canonical auf die ungefilterte Kategorie ist für diese Gruppe die mildere Lösung. Es fasst Signale zusammen, statt die Seite ganz auszuschließen. Google warnt allerdings davor, für dieselbe Seite widersprüchliche Signale zu setzen, etwa ein Canonical und gleichzeitig eine andere Adresse in der Sitemap [4]. Die Einzelheiten zu Canonicals auf Filterseiten stehen im Ratgeber Canonical und Filter-URLs.
Sortierung, Ansicht und Anzahl je Seite
Neben den eigentlichen Filtern erzeugen Shops oft Parameter, die gar keine andere Auswahl liefern: Sortierung nach Preis oder Beliebtheit, Listen- oder Kachelansicht, 24 oder 48 Artikel je Seite. Diese Parameter haben nie einen eigenen Suchwert. Google nennt im Leitfaden zum Crawling-Budget unterschiedlich sortierte Versionen derselben Seite ausdrücklich als Fall für eine Sperre in der robots.txt, wenn sie sich nicht zusammenführen lassen [3]. Noch einfacher ist es, solche Einstellungen gar nicht in die Adresse zu schreiben und sie im Browser zu speichern.
Drei Fehler, die wir oft sehen
Der erste ist die doppelte Absicherung mit noindex und robots.txt auf derselben Adresse. Weil Google die gesperrte Seite nicht abrufen darf, sieht es das noindex nie [5]. Der zweite ist nofollow an einem Teil der Filterlinks, etwa nur in der Seitenleiste, während dieselben Adressen in Breadcrumbs oder Sitemaps ohne Attribut auftauchen. Google verlangt das Attribut an jedem Link [1]. Der dritte sind widersprüchliche Kanonisierungen, bei denen das Canonical auf die Kategorie zeigt und die Sitemap die Filteradresse meldet [4].
Ein Entscheidungsweg in vier Schritten
- Liste aller Filter und Parameter erstellen, die das System erzeugen kann, inklusive Sortierung, Ansicht und Anzahl je Seite.
- Für jeden Filter die Nachfrage prüfen und ihn einer der drei Gruppen zuordnen.
- Für Gruppe eins saubere Adressen bauen, für Gruppe zwei Sperrregeln oder Fragmente einführen, für Gruppe drei noindex oder Canonical setzen.
- Nach einigen Wochen prüfen, ob die Zahl der gecrawlten Filteradressen sinkt und die gewollten Seiten im Index stehen.
Den vierten Schritt beschreibt der Ratgeber Filternavigation prüfen ausführlich. Für Shops auf Shopware gibt es auf unserem Fachportal den Beitrag Duplicate Content durch Varianten und Filter. Wenn Sie die Kategorien und Filter Ihres Shops insgesamt überarbeiten lassen möchten, ist die Leistung Kategorieseiten optimieren der passende Rahmen.

Sie sind unsicher, in welche Gruppe ein bestimmter Filter gehört? Bringen Sie eine Kategorie mit ihren Filtern in die gratis Sprechstunde und stellen Sie dort Ihre Frage.
- Organisation Crawling von URLs mit facettierter Navigation verwalten. Google Search Central. Stand 06.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Crawling December: Faceted navigation. Google Search Central Blog. Stand 17.12.2024. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Verwaltung des Crawling-Budgets. Google Crawling-Infrastruktur. Stand 16.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Doppelte URLs zusammenfassen (Kanonisierung). Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Aufnahme in den Suchindex mithilfe von noindex blockieren. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Welches Mittel empfiehlt Google für Filteradressen?
Für Filter ohne Suchwert die Sperre in der robots.txt oder Fragmente statt Parameter. Canonical und nofollow nennt Google ebenfalls, beide gelten auf lange Sicht aber als weniger wirksam.
Spart noindex Crawling-Budget?
Nein. Google muss die Seite abrufen, um das noindex zu lesen. Im Leitfaden zum Crawling-Budget rät Google deshalb davon ab, den Adressbestand mit noindex zu steuern.
Kann eine per robots.txt gesperrte Filterseite trotzdem im Index stehen?
Ja, wenn sie anderswo verlinkt ist. Google kann gesperrte Adressen ohne ihren Inhalt indexieren. Soll eine bereits indexierte Seite heraus, kommt zuerst noindex und erst danach gegebenenfalls die Sperre.
Was soll eine Filterkombination ohne Treffer zurückgeben?
Den Statuscode 404 unter genau dieser Adresse. Google rät davon ab, auf eine allgemeine Fehlerseite weiterzuleiten.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



