"Wie lange hält eine Wärmepumpe?", "Was kostet ein Dachfenster mit Einbau?", "Brauche ich für einen Carport eine Genehmigung?" Solche Fragen stellen Kunden täglich, am Telefon, im Laden und in der Suchmaschine. Für die Suchmaschinenoptimierung sind sie wertvoll, weil sie zeigen, was Menschen wirklich wissen wollen und in welchen Worten. Wer Keywords nur als kurze Begriffe wie "Wärmepumpe" oder "Dachfenster" sammelt, übersieht die Fragen, die dahinterstehen.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie W-Fragen als Keywords nutzen: wo Sie die Fragen finden, wie Sie sie ordnen und wie daraus Seiten werden, die Antworten geben. Das allgemeine Vorgehen bei der Recherche beschreibt der Ratgeber Keyword-Recherche Schritt für Schritt.
Fragen haben nicht immer ein Fragewort
Viele Fragen werden ohne Fragewort gesucht. Googles Richtlinien für die Bewerter der Suchergebnisse nennen dafür ein Beispiel: Die Suche nach der Körpergröße einer bekannten Person mit "height" hinter dem Namen hat dieselbe Absicht wie die ausformulierte Frage "how tall is ...", ist aber nicht als Frage formuliert [1]. Im Deutschen ist das genauso. "Wärmepumpe Lebensdauer" und "Wie lange hält eine Wärmepumpe?" fragen dasselbe.
Für Sie heißt das: Sammeln Sie nicht nur Suchanfragen mit "wie", "was" oder "warum". Achten Sie auch auf Kombinationen aus Thema und Merkmal wie Kosten, Dauer, Pflicht, Unterschied oder Erfahrungen. Sie verraten dieselben Fragen in kürzerer Form.
Wo Sie die Fragen finden
In der Search Console
Die beste Quelle sind Ihre eigenen Daten. Der Leistungsbericht der Search Console zeigt, mit welchen Suchanfragen Menschen Ihre Seiten in den Ergebnissen gesehen haben. Mit einem Filter auf reguläre Ausdrücke holen Sie die Fragen heraus. Google verwendet dafür die RE2-Syntax, und beim Standardabgleich wird die Groß- und Kleinschreibung nicht beachtet [2]. Ein Filter für Suchanfragen, die mit einem Fragewort beginnen, kann so aussehen:

^(wie|was|warum|wann|wo|welche|welcher|wer|wieso|kann|darf|muss|ist|lohnt|brauche)
Das Leerzeichen am Ende sorgt dafür, dass nur ganze Wörter am Anfang zählen. Besonders aufschlussreich sind Fragen mit vielen Impressionen und wenigen Klicks. Hier zeigt Google Ihre Seite, aber sie beantwortet die Frage offenbar nicht gut genug, oder sie steht zu weit unten. Wie Sie den Bericht für die Recherche nutzen, beschreibt der Ratgeber Keyword-Recherche aus der Search Console.
In der Autovervollständigung
Tippen Sie ein Thema mit einem Fragewort in die Google Suche, schlägt die Autovervollständigung Fortsetzungen vor. Laut Google spiegeln diese Vorschläge tatsächliche Suchanfragen bei Google wider und berücksichtigen unter anderem Sprache und Ort der Suche [3]. Suchvolumen liefern sie nicht, sie zeigen aber, welche Formulierungen verbreitet sind. Das Vorgehen im Einzelnen steht im Ratgeber Keyword-Recherche mit der Google-Autovervollständigung.
Im eigenen Unternehmen
Die Fragen, die nie jemand in ein Werkzeug eingegeben hat, kennen Ihre Mitarbeiter. Fragen Sie im Kundendienst, im Vertrieb und am Empfang, was Kunden immer wieder wissen wollen. Lesen Sie Anfragen per E-Mail und Kontaktformular durch, und werten Sie die Suche auf Ihrer eigenen Website aus, wenn es eine gibt. Diese Quellen haben einen großen Vorteil: Sie zeigen die Fragen von Menschen, die schon Kontakt zu Ihnen hatten, also von genau Ihrer Zielgruppe. Google fragt in seiner Anleitung zu hilfreichen Inhalten ausdrücklich danach, ob Inhalte für eine bestehende oder beabsichtigte Zielgruppe nützlich sind [4].
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Fragen nach Antworttiefe ordnen
Nicht jede Frage braucht eine eigene Seite. Die Bewerterrichtlinien unterscheiden Fragen nach der Art der Antwort. Bei "Know Simple" suchen Menschen eine sehr bestimmte Antwort, etwa eine Tatsache, die richtig und vollständig ist und wenig Platz braucht [1]. Als Faustregel gilt dort: Würden die meisten Menschen derselben richtigen Antwort zustimmen und passt sie in ein bis zwei Sätze oder eine kurze Liste, ist es eine solche Frage [1]. Die meisten Suchanfragen sind laut den Richtlinien aber keine Know-Simple-Fragen, etwa breite, vielschichtige Fragen ohne kurze Antwort oder Fragen, bei denen verschiedene Menschen verschiedene Informationen wollen [1].

Daraus ergibt sich eine einfache Einteilung für Ihre Liste:
| Art der Frage | Beispiel | Wohin damit |
|---|---|---|
| kurze, eindeutige Antwort | Welche Spannung hat eine Haushaltssteckdose in Deutschland? | Abschnitt auf einer passenden Seite |
| Antwort mit Abwägung oder mehreren Schritten | Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau? | eigener Ratgeber |
| Frage vor dem Kauf | Was kostet ein Dachfenster mit Einbau? | Leistungs- oder Produktseite mit ausführlichem Abschnitt |
| viele Varianten derselben Frage | Wärmepumpe Lebensdauer, wie lange hält eine Wärmepumpe | eine Seite, die alle Varianten beantwortet |
Die letzte Zeile ist wichtig. Für jede Formulierung einer Frage eine eigene Seite zu bauen, führt zu vielen fast gleichen Seiten, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Fassen Sie Varianten zu einer Seite zusammen. Wie das bei größeren Mengen gelingt, beschreibt der Ratgeber Keywords gruppieren und Themenfelder bilden.
Aus Fragen Seiten machen
Eine Seite, die eine Frage beantwortet, sollte die Antwort früh geben. Wer "Was kostet ein Dachfenster mit Einbau?" sucht, will zuerst eine Größenordnung oder die Faktoren, die den Preis bestimmen, und erst danach die Hintergründe. Stellen Sie die Kernaussage in den ersten Absatz und erklären Sie darunter, wovon sie abhängt. Fragen als Zwischenüberschriften helfen, wenn die Seite mehrere davon beantwortet, weil Leser so ihren Abschnitt schneller finden.

Ein Prüfstein aus Googles Anleitung zu hilfreichen Inhalten passt hier besonders gut: Haben Leser das Gefühl, noch einmal suchen zu müssen, um bessere Informationen zu bekommen [4]? Eine Antwort, die nur die Frage wiederholt und dann auf ein Kontaktformular verweist, besteht diesen Test nicht.
FAQ-Bereiche nur für Leser
Viele Websites haben Fragen früher in FAQ-Bereiche gepackt, auch wegen der aufklappbaren Fragen, die Google in den Suchergebnissen zeigte. Diese Darstellung gibt es nicht mehr. Google hat die Funktion für FAQ-Rich-Suchergebnisse eingestellt, sie wird ab dem 07.05.2026 nicht mehr in der Google Suche angezeigt [5]. Ein FAQ-Bereich lohnt sich deshalb nur noch, wenn er Lesern hilft, etwa am Ende einer Leistungsseite mit den Fragen, die vor einem Auftrag immer wieder kommen. Für einen größeren Bestand an Fragen kann ein eigenes Portal sinnvoll sein. Wie das aussehen kann, zeigt unser SEO-FAQ-Portal.
Nach unserer Erfahrung bringen Fragen aus dem eigenen Kundendienst die Seiten mit den besten Anfragen, weil sie aus Gesprächen mit echten Interessenten stammen. Wenn Sie die Recherche nicht selbst machen wollen, übernehmen wir sie als Keyword-Recherche. Den Begriff Longtail erklärt das Glossar unter Longtail.
Sie haben eine Liste mit Kundenfragen und wissen nicht, welche davon eine eigene Seite verdient? Bringen Sie sie in die gratis Sprechstunde, dann ordnen wir einige davon gemeinsam ein.
- Organisation Search Quality Rater Guidelines (General Guidelines), Abschnitt 12.7.1. Google. Stand 11.09.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Leistungsbericht (Suchergebnisse): Erweiterte Filterung und Vergleich. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation So funktioniert die automatische Vervollständigung von Google. Google Suche-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen, die die Nutzer in den Vordergrund stellen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Neuigkeiten in der Google Suche-Dokumentation (Einträge vom 08.05.2026 und 15.06.2026). Google Search Central. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was sind W-Fragen-Keywords?
Suchanfragen, die als Frage formuliert sind, etwa mit wie, was, warum oder wann. Dazu zählen auch kurze Formen ohne Fragewort wie "Wärmepumpe Lebensdauer", die dieselbe Frage stellen.
Wie finde ich die Fragen meiner Kunden in der Search Console?
Im Leistungsbericht filtern Sie die Suchanfragen mit einem regulären Ausdruck, der auf Fragewörter am Anfang prüft. Google verwendet die RE2-Syntax und beachtet Groß- und Kleinschreibung standardmäßig nicht.
Braucht jede Frage eine eigene Seite?
Nein. Fragen mit kurzer, eindeutiger Antwort passen als Abschnitt auf eine bestehende Seite. Eine eigene Seite lohnt sich für Fragen, die eine Abwägung oder mehrere Schritte brauchen.
Lohnen sich FAQ-Bereiche noch für Google?
Die aufklappbaren FAQ-Ergebnisse zeigt Google seit dem 07.05.2026 nicht mehr. Ein FAQ-Bereich lohnt sich nur, wenn er Lesern echte Fragen beantwortet.
Woher bekomme ich Fragen, die kein Werkzeug kennt?
Aus dem eigenen Unternehmen: Kundendienst, Vertrieb, E-Mails, Kontaktformular und die Suche auf Ihrer Website zeigen, was Ihre Kunden wirklich wissen wollen.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



