Ein Kunde aus Zürich sucht nach Ihrem Produkt und landet auf der deutschen Seite mit Euro-Preisen und deutscher Versandpauschale, obwohl es eine Schweizer Fassung gibt. Genau dafür ist hreflang gedacht. Die Angabe verknüpft die Sprach- und Länderversionen einer Seite, damit Google Suchenden die passende zeigen kann. Google findet andere Sprachversionen zwar auch ohne Hinweis, die ausdrückliche Angabe liefert aber in der Regel die besseren Ergebnisse [1].
Dieser Ratgeber erklärt hreflang so, dass Sie eine Umsetzung planen oder prüfen können: was die Angabe aussagt, wie Google sie liest, welche Codes gelten und wo die typischen Missverständnisse liegen. Die technischen Einzelheiten der drei Methoden stehen in eigenen Ratgebern, die unten verlinkt sind.
Was eine hreflang-Angabe aussagt
Eine hreflang-Angabe besteht aus zwei Teilen: einer Adresse und einem Code für Sprache und, wenn nötig, Region. Im HTML-Kopf sieht eine Zeile so aus:
<link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://www.example.com/at/produkt/" />
Übersetzt heißt das: "Diese Seite gibt es auch in deutscher Sprache für Österreich, und zwar unter dieser Adresse." Der Sprachcode folgt der Norm ISO 639-1, der optionale Regionscode der Norm ISO 3166-1 Alpha 2 [1]. "de" steht also für Deutsch ohne Länderbezug, "de-CH" für Deutsch in der Schweiz. Die Reihenfolge ist fest. Ein Ländercode allein ist ungültig, weil vorne immer die Sprache steht. Google nennt als Beispiel "be", das als Code für Belarussisch gelesen wird und nicht für Belgien [1].
Codes, die in diesen Normen nicht vorkommen, unterstützt Google nicht. Die Dokumentation nennt "es-419" ausdrücklich, und Regionsangaben wie EU, UN oder UK haben keine Wirkung [1]. Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle, üblich ist die Region in Großbuchstaben [1]. Wie Sie für jede Fassung den richtigen Code wählen, zeigt der Ratgeber Sprachen und Länder in hreflang.
Wann sich hreflang lohnt
Google beschreibt drei Lagen, in denen die Angabe hilft [1]. Im ersten Fall bleibt der Hauptinhalt in einer Sprache, und nur Navigation und Fußzeile sind übersetzt, etwa bei Foren mit Beiträgen der Nutzer. Im zweiten Fall sind die Inhalte fast gleich und unterscheiden sich nur regional, wie englische Texte für die USA, Großbritannien und Irland. Im deutschen Sprachraum ist das nach unserer Erfahrung der häufigste Fall: dieselbe Seite für Deutschland, Österreich und die Schweiz, mit anderen Preisen, Lieferbedingungen oder Begriffen. Im dritten Fall ist die Website vollständig übersetzt.
Eine Sorge können Sie dabei ablegen. Lokalisierte Versionen einer Seite gelten laut Google nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt nicht übersetzt wurde [1]. Eine englische und eine deutsche Fassung desselben Ratgebers stehen also nicht in Konkurrenz. Wer nur eine Sprache für ein Land anbietet, braucht hreflang dagegen nicht. Die kurze Antwort auf die Frage, ob Ihre Website die Angabe braucht, gibt die FAQ Wann brauche ich hreflang?.
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Wie Google die Angaben verarbeitet
hreflang wirkt nur als Gruppe. Jede Fassung muss sich selbst und alle anderen Fassungen auflisten [1]. Verweist Seite A auf Seite B, muss B auf A zurückverweisen. Google schreibt dazu knapp: "Wenn zwei Seiten nicht aufeinander verweisen, werden die Tags ignoriert." [1] Für die Praxis heißt das, dass ein einziger vergessener Rückverweis die Zuordnung eines ganzen Paares aufheben kann.

Die Adressen müssen vollständig sein, also mit https:// und Domain. Relative Pfade funktionieren nicht, Adressen auf anderen Domains sind dagegen erlaubt [1]. So lassen sich auch example.de, example.at und example.ch zu einer Gruppe verbinden.
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Spracherkennung. Google verwendet weder hreflang noch das HTML-Attribut lang, um die Sprache einer Seite zu erkennen [1]. Die Sprache bestimmt Google anhand der sichtbaren Inhalte, und es empfiehlt, auf jeder Seite nur eine Sprache für Inhalt und Navigation zu verwenden [2]. Eine Seite mit deutschem Text und dem Code "en" wird dadurch nicht englisch.
Eng verbunden ist der Canonical-Tag. Google rät, bei hreflang eine kanonische Seite in derselben Sprache anzugeben, oder in der bestmöglichen Ersatzsprache, wenn es keine gibt [3]. Zeigt der Canonical der österreichischen Seite auf die deutsche, sagt er Google, dass die österreichische Fassung eigentlich keine eigene Seite ist. Dann widersprechen sich die Signale. Umgekehrt bevorzugt Google bei der Kanonisierung Adressen, die zu einem hreflang-Cluster gehören [3]. Mehr zum Canonical selbst erklärt der Ratgeber Canonical-Tag erklärt.
Drei Wege für dieselbe Angabe
Google akzeptiert hreflang an drei Stellen: als link-Elemente im HTML-Kopf, als Link-Feld im HTTP-Header oder in der XML-Sitemap [1]. Inhaltlich sagen alle drei dasselbe. Sie können zwar alle drei gleichzeitig verwenden, laut Google gilt aber: "das hat aber keinen Vorteil in der Suche" [1]. Jede zusätzliche Methode ist nur eine weitere Stelle, an der Fehler entstehen können.
Welche Methode passt, hängt vor allem vom System ab. Der HTML-Kopf ist die naheliegende Wahl, wenn das CMS die Angaben pro Seite ausgibt. Der HTTP-Header ist für Dateien ohne HTML-Kopf gedacht, etwa PDF-Dokumente [1]. Die Sitemap eignet sich für große Websites, weil die Angaben dort zentral stehen und den Seitenquelltext nicht aufblähen. Die Einzelheiten finden Sie in den Ratgebern hreflang im HTML-Head und hreflang in der Sitemap.
x-default und die allgemeine Sprachfassung
Zwei Ergänzungen machen eine hreflang-Gruppe robuster. Die erste ist eine allgemeine Fassung je Sprache. Wenn mehrere Adressen dieselbe Sprache für verschiedene Länder bedienen, empfiehlt Google zusätzlich eine Adresse für Nutzer dieser Sprache ohne bestimmtes Land [1]. Im deutschen Sprachraum wäre das etwa eine Fassung mit "de" neben "de-DE", "de-AT" und "de-CH". Ein Nutzer aus Luxemburg mit deutscher Browsersprache kann dann dorthin geführt werden.

Die zweite ist x-default. Dieser reservierte Wert ist kein Sprachcode. Er bezeichnet die Seite für alle, deren Sprache oder Region zu keiner Fassung passt, typischerweise eine Sprachauswahl oder eine Startseite, die automatisch weiterleitet [1]. Wie Sie entscheiden, welche Seite diese Rolle bekommt, beschreibt der Ratgeber x-default richtig einsetzen.
Was sich in der Search Console geändert hat
Früher zeigte die Search Console einen Bericht zur internationalen Ausrichtung, der auch hreflang-Fehler auflistete. Diesen Bericht hat Google eingestellt, ebenso die Einstellung für ein Zielland. Google schreibt dazu, es werde "weiterhin hreflang-Tags auf Ihren Seiten unterstützen und verwenden" [4]. Fehler müssen Sie heute also selbst finden, mit einem Crawler oder mit Werkzeugen von Drittanbietern, die Google in seiner Dokumentation nennt, aber nicht selbst pflegt [1]. Wie eine solche Prüfung abläuft, zeigt der Ratgeber hreflang-Fehler beheben.
Ein Punkt gehört nicht zu hreflang, wird aber oft damit vermischt: die automatische Weiterleitung nach IP-Adresse. Google rät, Inhalte nicht per IP-Analyse anzupassen und Nutzer nicht automatisch zwischen Sprachversionen umzuleiten. Besser sind Links zu den anderen Sprachversionen auf jeder Seite [2].
Ein Beispiel für drei Länder
Ein Onlineshop für Gartenbedarf hat drei Fassungen derselben Produktseite: /de/, /at/ und /ch/. Die Texte sind fast gleich, Preise, Versand und einige Wörter unterscheiden sich. Jede der drei Seiten bekommt im Kopf dieselben vier Zeilen:

<link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://www.example.com/de/rasenmaeher/" />
<link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://www.example.com/at/rasenmaeher/" />
<link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://www.example.com/ch/rasenmaeher/" />
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://www.example.com/de/rasenmaeher/" />
Jede Seite nennt sich selbst und die beiden anderen, und jede hat einen Canonical auf sich selbst. Fehlt eine Fassung für ein einzelnes Produkt, etwa weil es nicht in die Schweiz geliefert wird, fällt auf den beiden anderen Seiten die Zeile für die Schweiz weg. Nach unserer Erfahrung entstehen die meisten Probleme genau an solchen Ausnahmen, wenn ein Plugin die Gruppe stur für alle Seiten ausgibt. Was im deutschen Sprachraum sonst zu beachten ist, steht im Ratgeber hreflang für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Wenn mehrere Länder oder Sprachen über das ganze Projekt hinweg geplant werden müssen, gehört hreflang zur Leistung Internationales SEO. Die Kurzdefinition finden Sie im Glossar unter hreflang.
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- Organisation Lokalisierte Versionen deiner Seiten. Google Search Central. Stand 22.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Mehrsprachige und multiregionale Websites verwalten. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Kanonische URL mit rel="canonical" und anderen Methoden angeben. Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Bericht zur internationalen Ausrichtung wurde eingestellt. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Ist hreflang ein Rankingfaktor?
hreflang sorgt nicht für bessere Positionen. Die Angabe hilft Google, unter mehreren Fassungen derselben Seite die passende für Sprache und Land des Suchenden auszuwählen.
Erkennt Google die Sprache meiner Seite an hreflang?
Nein. Die Sprache bestimmt Google anhand der sichtbaren Inhalte, hreflang und das Attribut lang nutzt es dafür nicht. Verwenden Sie deshalb auf jeder Seite nur eine Sprache.
Was passiert, wenn eine Seite nicht zurückverweist?
Dann ignoriert Google die Angaben für dieses Seitenpaar. Jede Fassung muss sich selbst und alle anderen Fassungen der Gruppe nennen.
Brauche ich hreflang, wenn meine Website nur Deutsch ist?
Nur wenn Sie dieselben Inhalte für verschiedene Länder getrennt anbieten, zum Beispiel für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Eine einsprachige Website für ein Land braucht die Angabe nicht.
Kann ich hreflang in Sitemap und HTML gleichzeitig setzen?
Das ist möglich, bringt laut Google aber keinen Vorteil. Wählen Sie eine Methode, dann gibt es nur eine Stelle, an der Sie Fehler suchen müssen.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



