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Ratgeber

hreflang-Fehler finden und beheben

Die häufigsten hreflang-Fehler sind fehlende Rückverweise, fehlende Selbstverweise, ungültige Sprach- oder Ländercodes, unvollständige Adressen und Canonicals, die auf eine andere Sprachfassung zeigen. Da die Search Console keinen hreflang-Bericht mehr hat, finden Sie die Fehler mit einem Crawler und beheben sie in der Vorlage, die die Angaben erzeugt.

Frau entwirrt auf einer Werkbank einen großen Knoten aus farbigen Schnüren im Tageslicht
Bild: KI-generiert

hreflang-Fehler fallen selten von selbst auf. Die Website funktioniert, alle Seiten laden, nur in der Suche erscheint in Österreich die deutsche Fassung oder in England die amerikanische. Bis jemand das bemerkt, vergehen nach unserer Erfahrung oft Monate. Die Search Console hilft dabei nicht mehr direkt: Den Bericht zur internationalen Ausrichtung, der früher auch hreflang-Fehler zeigte, hat Google eingestellt. hreflang-Angaben unterstützt und verwendet Google weiterhin [4]. Wer hreflang-Fehler beheben will, muss sie also selbst suchen.

Dieser Ratgeber geht die typischen Fehler einzeln durch und zeigt für jeden, woran Sie ihn erkennen und wie Sie ihn abstellen. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber hreflang erklärt.

So finden Sie die Fehler

Ein einzelner Blick in den Quelltext zeigt nur, ob eine Seite Angaben enthält. Ob sie stimmen, ergibt sich erst im Abgleich mit den Zielseiten. Dafür brauchen Sie einen Crawler, der alle Seiten abruft, die hreflang-Angaben ausliest und für jedes Ziel prüft, was dort steht. Google nennt in seiner Dokumentation einige Werkzeuge von Drittanbietern zur Fehlersuche, pflegt oder prüft sie aber nicht [1].

Mann betrachtet mit einer Lupe eine lange Reihe kleiner Messingschlüssel an Haken
Bild: KI-generiert

Für jede Seite brauchen Sie am Ende eine Zeile mit diesen Angaben: Adresse, Statuscode, Canonical, eigene hreflang-Gruppe und für jedes Ziel dessen Status, dessen Canonical und dessen Gruppe. Aus dieser Tabelle lassen sich alle Fehler unten ablesen. Arbeiten Sie dabei mit Mustern statt mit Einzelfällen. Fehlt bei allen Produktseiten der Rückverweis aus der Schweiz, liegt der Fehler in einer Vorlage, und eine Korrektur dort behebt Tausende Fälle.

Für einzelne Seiten ist das URL-Prüftool hilfreich. Der Live-Test zeigt das HTML, das Google tatsächlich abruft, und die indexierte Fassung nennt die von Google ausgewählte kanonische Adresse [6]. Wählt Google bei einer Sprachfassung eine andere Seite als kanonisch, ist das ein deutliches Zeichen, dass die Signale nicht zusammenpassen.

Fehlende Rückverweise

Das ist der Klassiker, und Google führt ihn in seiner Liste häufiger Fehler als ersten Punkt [1]. Verweist Seite X auf Seite Y, muss Y auf X zurückverweisen. Sonst können die Angaben für dieses Paar ignoriert werden [1]. Oft entsteht der Fehler, wenn eine Sprachfassung später angelegt wird: Die neue englische Seite nennt die deutsche, die deutsche Seite wurde aber nie angepasst. Google betont übrigens, dass neue Sprachversionen auf die Hauptsprache verweisen sollen und umgekehrt, und hält das für wichtiger als die vollständige Verknüpfung aller Fassungen untereinander [1].

Die Abhilfe liegt fast immer im System. Die hreflang-Gruppe muss aus einer gemeinsamen Zuordnung entstehen, die für alle Seiten der Gruppe gilt, und darf nicht auf jeder Seite einzeln gepflegt werden.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Fehlender Selbstverweis

Jede Fassung muss sich selbst und alle anderen Fassungen auflisten [1]. Viele Erweiterungen geben nur die anderen Sprachen aus, weil die eigene Seite ja bekannt sei. Das reicht nicht. Im Crawl erkennen Sie den Fehler daran, dass die Gruppe einer Seite ihre eigene Adresse nicht enthält. Achten Sie dabei auf die genaue Schreibweise: Steht im Selbstverweis die Adresse ohne Schrägstrich am Ende, die Seite liefert aber die Fassung mit Schrägstrich aus, passt der Verweis nicht.

Ungültige Sprach- und Ländercodes

Der Sprachcode folgt ISO 639-1, der optionale Regionscode ISO 3166-1 Alpha 2 [1]. Drei Fehler kommen hier immer wieder vor. Erstens steht ein Ländercode allein, etwa "at" für Österreich. Google liest den ersten Code immer als Sprache, "be" etwa als Belarussisch [1]. Zweitens werden reservierte oder nicht zugewiesene Regionscodes verwendet. Google nennt EU, UN und UK, die in hreflang-Angaben keine Wirkung haben [1]. Drittens tauchen Codes auf, die in den Normen nicht vorkommen, wie "es-419", die Google nicht unterstützt [1].

Ein weiterer Fall ist ein Unterstrich statt eines Bindestrichs, also "de_AT". Solche Werte kommen meist aus den Spracheinstellungen des CMS, die intern mit Unterstrich arbeiten. Prüfen Sie die Liste aller verwendeten Codes einmal von Hand. Bei den meisten Websites sind es nur wenige, und der Ratgeber Sprachen und Länder in hreflang zeigt die gültigen Formen.

Unvollständige oder falsche Adressen

Alternative Adressen müssen voll qualifiziert sein, mit https:// oder http:// und Domain [1]. Relative Pfade wie /at/produkt/ funktionieren nicht. Ebenso problematisch sind Ziele, die gar keine endgültige Seite sind. Zeigt eine hreflang-Angabe auf eine Adresse, die weiterleitet, einen Fehler liefert oder auf noindex steht, verweist die Gruppe ins Leere. Bereits indexierte Adressen mit einem 4xx-Status entfernt Google aus dem Index [7]. Verweisen Sie deshalb nur auf Adressen, die mit Status 200 antworten, indexierbar sind und selbst kanonisch sind.

Nach unserer Erfahrung tritt das besonders häufig nach einem Relaunch auf. Die Adressen ändern sich, die Weiterleitungen funktionieren, aber die hreflang-Gruppen in der Datenbank zeigen noch auf die alten Pfade. Ein Crawl nach jeder größeren Umstellung findet solche Reste schnell.

Canonical zeigt auf eine andere Sprache

Google rät, bei hreflang eine kanonische Seite in derselben Sprache anzugeben, oder in der bestmöglichen Ersatzsprache, wenn es keine gibt [3]. Zeigt der Canonical der österreichischen Seite auf die deutsche, sagen die Signale zweierlei: hreflang behauptet eine eigene Fassung, der Canonical erklärt sie zum Duplikat. In solchen Fällen sehen Sie im URL-Prüftool oft, dass Google die deutsche Seite als kanonisch gewählt hat.

Zwei unbeschriftete Wegweiser auf einem Bergpfad zeigen in entgegengesetzte Richtungen, Morgennebel im Tal
Bild: KI-generiert

Anders liegt der Fall, wenn die Inhalte für Deutschland und Österreich wortgleich sind und Sie bewusst nur eine Fassung im Index wollen. Für Inhalte gleicher Sprache für verschiedene Regionen empfiehlt Google, eine bevorzugte Fassung auszuwählen und dafür rel=canonical und hreflang zu nutzen [2]. Entscheiden Sie sich dann aber klar. Nach unserer Erfahrung gehört eine Seite, die per Canonical auf eine andere verweist, nicht als eigene Fassung in die hreflang-Gruppe.

Angaben, die Google gar nicht liest

Manche hreflang-Zeilen stehen korrekt im Quelltext und werden trotzdem nicht verarbeitet. Steht vor ihnen im head ein ungültiges Element wie iframe oder img, wertet Google diese Stelle als Ende des head und ignoriert alle Elemente danach [5]. Ein Plugin, das ein Bild für die Reichweitenmessung in den Kopf schreibt, kann so die ganze Gruppe unwirksam machen. Ebenfalls nicht erlaubt ist es, die Angaben mit anderen Attributen wie media zu kombinieren [1].

Ein Sonderfall sind widersprüchliche Methoden. Wer hreflang im Kopf und in der Sitemap setzt, hat zwei Listen. Alle drei Methoden gleichzeitig zu verwenden, bringt laut Google keinen Vorteil in der Suche [1]. Weichen die Listen voneinander ab, ist unklar, welche gilt. Entfernen Sie eine der beiden.

Fehler, die keine hreflang-Fehler sind

Manchmal liegt das Problem außerhalb der Angaben. Wenn Ihre Website Besucher nach IP-Adresse automatisch auf eine Länderfassung umleitet, sehen Crawler womöglich nicht alle Fassungen. Google rät, Inhalte nicht per IP-Analyse anzupassen und keine automatischen Weiterleitungen zwischen Sprachversionen zu verwenden, und empfiehlt stattdessen Links zu den anderen Sprachversionen [2]. Auch eine Seite mit Text in zwei Sprachen macht Probleme, denn Google bestimmt die Sprache anhand der sichtbaren Inhalte und empfiehlt nur eine Sprache je Seite [2].

Ein fehlendes x-default ist dagegen kein Fehler. Der Wert ist eine Empfehlung für Nutzer, deren Sprache keiner Fassung entspricht [1]. Ob Ihre Website ihn braucht, klärt der Ratgeber x-default richtig einsetzen.

Reihenfolge der Korrekturen

Beginnen Sie mit allem, was ganze Gruppen unwirksam macht: Adressen ohne Domain, ungültige Codes und Angaben hinter ungültigen Elementen im Kopf. Danach folgen Canonicals, die der Gruppe widersprechen, dann fehlende Rück- und Selbstverweise, zuletzt Ziele mit Weiterleitung oder Fehlerstatus. Nach jeder Korrektur in der Vorlage lohnt sich ein neuer Crawl. Nach unserer Erfahrung bringt eine Korrektur an der Vorlage oft einen anderen, bisher verdeckten Fehler ans Licht.

Reihe aufrecht stehender Holzdominosteine auf einem Tisch, eine Hand richtet einen Stein gerade
Bild: KI-generiert

Bei Websites mit vielen Ländern ist die Fehlersuche ein eigenes Projekt. Wir übernehmen sie im Rahmen der Leistung Internationales SEO. Wenn es um grundsätzliche Fragen geht, etwa warum Seiten nicht indexiert werden, hilft auch die Leistung Indexierungsprobleme beheben.

Sie haben einen Crawl mit hreflang-Befunden vor sich und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Bringen Sie ein paar Beispiele in die gratis Sprechstunde, dann ordnen wir sie gemeinsam ein.

  1. Organisation Lokalisierte Versionen deiner Seiten. Google Search Central. Stand 22.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Mehrsprachige und multiregionale Websites verwalten. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Kanonische URL mit rel="canonical" und anderen Methoden angeben. Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Bericht zur internationalen Ausrichtung wurde eingestellt. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Gültige Seitenmetadaten für die Google Suche. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation URL-Prüftool. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  7. Organisation Wie sich HTTP-Statuscodes sowie Netzwerk- und DNS-Fehler auf die Google Suche auswirken. Google Search Central. Stand 06.03.2026. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Zeigt die Search Console hreflang-Fehler an?

Nicht mehr. Google hat den Bericht zur internationalen Ausrichtung eingestellt. hreflang selbst unterstützt Google weiter, Fehler müssen Sie aber mit einem Crawler oder eigenen Skripten finden.

Was ist der häufigste hreflang-Fehler?

Fehlende Rückverweise. Nennt Seite A die Seite B, muss B auch A nennen, sonst kann Google die Angaben für dieses Paar ignorieren.

Ist "en-UK" ein gültiger Code?

Nein. Google nennt UK ausdrücklich als Regionscode ohne Wirkung. Gültig sind nur Regionscodes nach ISO 3166-1 Alpha 2.

Darf eine hreflang-Angabe auf eine weitergeleitete Adresse zeigen?

Besser nicht. Verweisen Sie nur auf die endgültige, indexierbare Adresse mit Status 200, die zugleich kanonisch ist.

Ist ein fehlendes x-default ein Fehler?

Nein. x-default ist eine Empfehlung für Nutzer, deren Sprache zu keiner Fassung passt. Ohne den Wert funktionieren die übrigen Angaben trotzdem.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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