Deutschsprachige Unternehmen, die nach Österreich oder in die Schweiz verkaufen, stehen vor einer besonderen Lage: Die Sprache ist fast dieselbe, die Märkte sind es nicht. Preise in Franken, andere Versandbedingungen, eigene Rechtstexte und Wörter, die in Wien oder Bern anders lauten als in Hamburg. Für Google sind drei fast gleiche deutsche Seiten zunächst ein Fall für die Duplikaterkennung. hreflang für den DACH-Raum sorgt dafür, dass Google die drei als Länderfassungen erkennt und jedem Markt die passende zeigt.
Die kurze Fassung dieses Themas steht in unserer FAQ unter Wie optimiert man für Österreich und die Schweiz?. Dieser Ratgeber geht tiefer in die Entscheidungen, die vor der ersten hreflang-Zeile fallen müssen.
Erst entscheiden: eine Fassung oder drei?
hreflang setzt voraus, dass es überhaupt mehrere Fassungen gibt. Viele Websites im deutschen Sprachraum kommen mit einer einzigen deutschen Fassung gut aus, die in allen drei Ländern rankt. Das gilt besonders für Ratgeber, Fachartikel und Dienstleistungen ohne Länderbezug. Eine eigene Fassung für Österreich oder die Schweiz lohnt sich, wenn sich für Besucher dort tatsächlich etwas ändert:
- Preise in anderer Währung oder mit anderer Mehrwertsteuer,
- andere Versandkosten, Lieferzeiten oder Zahlungsarten,
- eigene Rechtstexte, Kontaktdaten oder Ansprechpartner im Land,
- Produkte oder Leistungen, die es nur in einem Land gibt,
- Begriffe, nach denen im Land anders gesucht wird.
Trifft nichts davon zu, schaffen drei Fassungen vor allem Pflegeaufwand. Inhalte gleicher Sprache für verschiedene Regionen sind für Google zunächst Duplikate. Google empfiehlt in diesem Fall, eine bevorzugte Fassung auszuwählen und rel=canonical und hreflang zu nutzen [2]. Gibt es Unterschiede, sind drei Fassungen sinnvoll, und hreflang hilft, sie richtig zuzuordnen. Google nennt genau diesen Fall, ähnliche Inhalte mit regionalen Unterschieden, als einen der Anwendungsfälle für hreflang [1].
Die Codes für den DACH-Raum
Der Sprachcode folgt ISO 639-1, der Regionscode ISO 3166-1 Alpha 2 [1]. Für den deutschen Sprachraum ergibt das diese Werte:

| Fassung | hreflang-Wert |
|---|---|
| Deutsch für Deutschland | de-DE |
| Deutsch für Österreich | de-AT |
| Deutsch für die Schweiz | de-CH |
| Deutsch ohne bestimmtes Land | de |
| Auffangseite für alle übrigen Nutzer | x-default |
Zwei Fehler sehen wir in diesem Zusammenhang besonders oft. Der erste ist "at" oder "ch" allein. Google liest den ersten Code immer als Sprache, ein Ländercode allein ist ungültig [1]. Der zweite ist das Fehlen einer allgemeinen deutschen Fassung. Wenn mehrere Adressen dieselbe Sprache für verschiedene Länder bedienen, empfiehlt Google zusätzlich eine Adresse für Nutzer dieser Sprache ohne bestimmtes Land [1]. Bei Ihnen kann das die deutsche Fassung sein, die dann zweimal in der Gruppe steht: einmal mit "de-DE" und einmal mit "de". Ein Besucher aus Liechtenstein oder Südtirol mit deutscher Browsersprache kann so eine deutsche Seite bekommen statt der Auffangseite.
x-default ist für Nutzer gedacht, deren Sprache oder Region zu keiner Fassung passt, etwa eine Länderauswahl oder eine automatisch weiterleitende Startseite [1]. Wer nur deutschsprachige Fassungen hat, setzt x-default oft auf die deutsche Hauptfassung. Mehr dazu im Ratgeber x-default richtig einsetzen.
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Die Schweiz ist mehrsprachig
Ein Punkt wird bei DACH-Projekten gern übersehen. Die Schweiz hat vier offizielle Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch [4]. Für über 60 Prozent der Bevölkerung ist Deutsch die Hauptsprache [4]. Eine rein deutsche Schweizer Fassung erreicht also einen großen Teil des Marktes, aber nicht die Romandie oder das Tessin. Wenn Sie dort Kunden gewinnen wollen, brauchen Sie französische oder italienische Seiten, gekennzeichnet mit fr-CH und it-CH.

Diese Fassungen gehören in dieselbe hreflang-Gruppe wie die deutschen. Eine Gruppe kann dann so aussehen: de-DE, de-AT, de-CH, fr-CH, it-CH, de, x-default. Gibt es zusätzlich eine französische Fassung für Frankreich, kommt fr-FR hinzu, dazu nach der Empfehlung für allgemeine Sprachfassungen ein "fr". Jede Seite der Gruppe nennt alle anderen und sich selbst [1]. Wie Sie solche größeren Gruppen sauber in die Sitemap schreiben, zeigt der Ratgeber hreflang in der Sitemap.
Die Fassungen wirklich unterscheiden
hreflang ordnet zu, es macht aus drei gleichen Texten keine drei Länderseiten. Damit eine Schweizer Fassung für Schweizer Besucher passt, muss sie sich auch so lesen. Nach dem amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung kann man in der Schweiz immer ss statt ß schreiben, aus Straße wird Strasse [5]. Dazu kommen eigene Wörter, nach denen Menschen suchen. Prüfen Sie für jedes Land mit einer eigenen Keyword-Recherche, welche Begriffe dort gesucht werden. Der Ratgeber Keyword-Recherche Schritt für Schritt beschreibt das Vorgehen.
Google nennt außerdem Signale, mit denen es die Ausrichtung einer Seite auf ein Land erkennt: örtliche Adressen und Telefonnummern auf den Seiten, die ortsübliche Sprache und die örtliche Währung [2]. Eine Schweizer Fassung mit Preisen in Franken und einer Schweizer Kontaktadresse sendet also mehr als nur einen hreflang-Code. Eine Schweizer Fassung mit Euro-Preisen und einer deutschen Telefonnummer sendet widersprüchliche Signale.
Domain, Unterordner oder Subdomain
Für die Adressen der Länderfassungen gibt es drei übliche Wege. Länderdomains wie example.at und example.ch zeigen die Ausrichtung am deutlichsten, sind aber aufwendiger und nicht immer verfügbar. Unterordner wie example.com/at/ sind leicht zu pflegen, weil alles auf einem Host liegt. Subdomains wie at.example.com sind leicht einzurichten, für Nutzer aber weniger eindeutig. Adressparameter wie ?land=at empfiehlt Google nicht [2]. hreflang funktioniert mit allen Varianten, auch über Domains hinweg, solange die Adressen vollständig mit Protokoll und Domain angegeben sind [1]. Die Abwägung im Einzelnen beschreibt der Ratgeber Länderdomains oder Unterordner.
Seit Google die Einstellung für ein Zielland in der Search Console eingestellt hat, lässt sich eine generische Domain dort nicht mehr einem Land zuordnen. hreflang unterstützt Google weiterhin [3]. Für Unterordner einer .com- oder .de-Domain ist hreflang damit das wichtigste Mittel, die Länderfassungen auseinanderzuhalten.
Keine automatische Weiterleitung nach Land
Viele DACH-Websites leiten Besucher anhand der IP-Adresse automatisch auf ihre Länderfassung um. Google rät davon ab: Inhalte sollen nicht per IP-Analyse angepasst und Nutzer nicht automatisch zwischen Sprachversionen umgeleitet werden. Stattdessen empfiehlt Google Links zu den anderen Sprachversionen [2]. Ein gut sichtbarer Länderwechsel im Kopf oder in der Fußzeile, der auf die passende Seite im anderen Land führt, ist für Besucher und Suchmaschine gleichermaßen nützlich. Wer Besucher auf ihr Land hinweisen will, kann einen Hinweisbalken mit der Frage einblenden, ob jemand zur Schweizer Fassung wechseln möchte. Die Entscheidung bleibt dann beim Besucher.

SEO NW arbeitet für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wenn Sie mehrere Länder in einem Projekt aufsetzen oder bestehende Fassungen ordnen wollen, ist die Leistung Internationales SEO der passende Rahmen. Die technischen Grundlagen der Angabe erklärt der Ratgeber hreflang erklärt, die Kurzdefinition das Glossar unter hreflang.
Sie überlegen, ob sich eigene Seiten für Österreich oder die Schweiz lohnen? Diese Frage passt gut in die gratis Sprechstunde, bringen Sie am besten Ihre wichtigsten Produkte oder Leistungen mit.
- Organisation Lokalisierte Versionen deiner Seiten. Google Search Central. Stand 22.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Mehrsprachige und multiregionale Websites verwalten. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Bericht zur internationalen Ausrichtung wurde eingestellt. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Behörde Sprachen. About Switzerland, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA. Stand 20.06.2024. abgerufen am 31.10.2026
- Gesetz Deutsche Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis, § 25 E2. Rat für deutsche Rechtschreibung. Stand 2018. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Welche hreflang-Codes brauche ich für Deutschland, Österreich und die Schweiz?
de-DE, de-AT und de-CH, dazu eine allgemeine deutsche Fassung mit "de". x-default ist optional und zeigt auf eine Seite für alle übrigen Nutzer.
Reicht "at" als hreflang-Wert für Österreich?
Nein. Ein Ländercode allein ist ungültig, weil Google den ersten Code immer als Sprache liest. Richtig ist de-AT.
Brauche ich hreflang, wenn meine Seiten für alle drei Länder gleich sind?
Nein. Mit einer einzigen deutschen Fassung für alle drei Länder gibt es nichts zuzuordnen. hreflang lohnt sich erst, wenn es getrennte Länderfassungen gibt.
Muss ich für die Schweiz auch Französisch anbieten?
Das hängt von Ihren Kunden ab. Die Schweiz hat vier Landessprachen, eine deutsche Fassung erreicht die französisch- und italienischsprachigen Landesteile kaum. Solche Fassungen kennzeichnen Sie mit fr-CH und it-CH.
Darf ich Schweizer Besucher automatisch auf die Schweizer Seite leiten?
Google rät von automatischen Weiterleitungen nach IP-Adresse ab. Besser sind gut sichtbare Links zum Länderwechsel auf jeder Seite.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



