Auf den meisten Websites entstehen interne Links nebenbei. Ein Redakteur erinnert sich beim Schreiben an einen älteren Beitrag, das Menü wächst mit jeder neuen Rubrik, und im Footer landet, was sonst nirgends Platz hatte. Nach ein paar Jahren bekommen alte Blogartikel viele Links und die Seiten, mit denen das Unternehmen Geld verdient, kaum welche. Wer die interne Verlinkung plant, dreht diese Reihenfolge um: Erst steht fest, welche Seiten gestärkt werden sollen, dann wird verlinkt.
Die Grundbegriffe erklärt der Glossareintrag interne Verlinkung. Hier geht es um das Vorgehen, mit dem Sie aus einzelnen Links ein System machen.
Was Google voraussetzt
Drei Aussagen aus Googles Dokumentation tragen jeden Linkplan. Erstens findet Google neue Seiten auch über Links: "Andere werden entdeckt, wenn Google einen Link von einer bekannten Seite extrahiert, der auf eine neue verweist." [3] Zweitens soll jede Seite, die Ihnen wichtig ist, von mindestens einer weiteren Seite Ihrer Website verlinkt sein [1]. Drittens nutzt Google die interne Verlinkung, um Seiten zu gewichten. In der Anleitung zur Struktur von Onlineshops heißt es: "Als Faustregel gilt: Je mehr auf eine Seite einer Website innerhalb dieser Website verlinkt wird, desto höher ist die relative Wichtigkeit der Seite im Vergleich zu anderen Seiten der Website." [2]
Eine Zielzahl gibt Google nicht vor: "Es gibt keine magische ideale Anzahl von Links auf einer Seite." [1] Wer den Eindruck hat, es seien zu viele, liegt laut Google wahrscheinlich richtig [1]. Technisch zählen nur Links, die Google lesen kann, also a-Elemente mit einem href-Attribut [1]. Wie Sie das bei JavaScript-Menüs sicherstellen, steht im Ratgeber JavaScript-Links und Navigation.
Schritt 1: Zielseiten bestimmen
Schreiben Sie die Seiten auf, die Anfragen, Verkäufe oder Anmeldungen bringen sollen. Bei einem Dienstleister sind das die Leistungsseiten, bei einem Shop die Kategorien und die wichtigsten Produkte, bei einem Verlag die Rubriken. Ordnen Sie jeder Zielseite das Suchthema zu, für das sie gefunden werden soll. Gibt es schon eine Keyword-Zuordnung, nehmen Sie diese. Sonst hilft der Ratgeber Keywords gruppieren und Themenfelder bilden.
Die Liste bleibt kurz. Eine Website, auf der zweihundert Seiten "am wichtigsten" sind, hat keine Prioritäten. Ein guter Prüfstein ist die Frage, welche Seiten Sie auf der Startseite verlinken würden, wenn dort nur Platz für eine Handvoll Links wäre. Google rät in seiner Shop-Anleitung, ein besonders gut laufendes Produkt von der Startseite oder aus anderen Inhalten wie Blogbeiträgen zu verlinken [2].
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Schritt 2: Themen und Ebenen ordnen
Im zweiten Schritt ordnen Sie alle übrigen Seiten den Zielseiten zu. Jeder Ratgeber, jede FAQ und jeder Beitrag gehört zu einem Thema, und jedes Thema hat eine Seite, die es zusammenfasst. Diese Übersichtsseiten sind die Knoten des Plans. Sie verlinken nach unten auf die Einzelseiten und bekommen von dort Links zurück. Wie solche Themengruppen entstehen, beschreibt der Ratgeber Themencluster und Pillar Pages aufbauen.

Ordner in der Adresse helfen beim Ordnen. Google schreibt im SEO-Startleitfaden, dass Verzeichnisse, die ähnliche Themen gruppieren, Google helfen können herauszufinden, wie oft sich die URLs in einzelnen Verzeichnissen ändern [4]. Die Struktur selbst liest Google aus den Links: "Google versucht generell nicht, die Struktur einer Website anhand der Struktur von URLs zu ermitteln." [2] Ein Ordner ersetzt also keinen Link.
Schritt 3: den Linkplan als Tabelle anlegen
Der eigentliche Plan ist eine Tabelle. Für jeden geplanten Link stehen darin Quelle, Ziel, Linktext und die Stelle auf der Seite. Eine Tabellenkalkulation reicht dafür. Das Beispiel zeigt drei Zeilen für einen Handwerksbetrieb mit Ratgeberbereich:

| Quellseite | Zielseite | Linktext | Stelle |
|---|---|---|---|
| Ratgeber Flachdach abdichten | Leistung Flachdachsanierung | Flachdachsanierung vom Fachbetrieb | Absatz zu Schäden |
| Ratgeber Dachbegrünung | Ratgeber Flachdach abdichten | Abdichtung unter einem Gründach | Abschnitt Aufbau |
| Übersicht Dachratgeber | Ratgeber Dachbegrünung | Dachbegrünung planen | Liste der Ratgeber |
Zwei Regeln halten die Tabelle brauchbar. Jede Zielseite aus Schritt 1 muss mehrmals als Ziel auftauchen, und zwar aus Seiten desselben Themas. Und jede Seite der Website muss mindestens einmal als Ziel auftauchen, sonst bleibt sie ohne internen Link. Solche Seiten finden Sie mit dem Ratgeber verwaiste Seiten finden.
Schritt 4: Linktexte vorab festlegen
Die Spalte Linktext ist der Teil des Plans, der am häufigsten übersprungen wird. Google beschreibt guten Ankertext als "aussagekräftig, prägnant und relevant" für die Seite, auf der er steht, und für die Seite, auf die er verweist [1]. Allgemeine Texte wie "hier klicken" erfüllen das nicht. Ebenso wenig hilft es, Suchbegriffe in jeden Linktext zu pressen. Google wertet das als überflüssige Keywords und damit als Verstoß gegen die Spam-Richtlinien [1].
Planen Sie für eine Zielseite deshalb mehrere natürliche Linktexte, die alle zum Thema passen. Ein Link aus einem Absatz über Schäden darf anders heißen als einer aus einer Liste von Leistungen. Ausführliche Beispiele stehen im Ratgeber interne Ankertexte richtig wählen.
Schritt 5: Menü, Fließtext und Brotkrumen verteilen
Nicht jeder Link gehört an dieselbe Stelle. Das Hauptmenü trägt die Übersichtsseiten und die wichtigsten Zielseiten, denn es steht auf jeder Seite. Brotkrumen zeigen den Weg nach oben in der Hierarchie. Links im Fließtext verbinden Seiten quer über das Thema und haben einen Satz um sich, der erklärt, warum der Leser klicken sollte. Google empfiehlt, relevante Inhalte im Kontext zu verlinken, und rät davon ab, Links ohne Text dazwischen aneinanderzureihen: "Verkette Links nicht miteinander." [1]
Was in Menü und Footer gehört, behandelt der Ratgeber Verlinkung im Footer und in der Navigation. Wie tief eine Seite in der Hierarchie liegen darf, steht unter Klicktiefe verringern.
Neue Seiten in den Plan aufnehmen
Ein Linkplan wirkt nur, wenn er bei jeder neuen Seite gilt. Bewährt hat sich eine feste Abfolge: Vor der Veröffentlichung legen Sie fest, zu welchem Thema die Seite gehört und auf welche Zielseite sie verlinkt. Direkt nach der Veröffentlichung setzen Sie Links aus der Übersichtsseite des Themas und aus älteren Seiten, die das neue Thema schon berühren. Erst dann ist die Seite in die Struktur eingebunden. Eine Sitemap hilft Google zusätzlich, neue Adressen zu finden [3], ersetzt aber keine Links für Besucher.
Nach unserer Erfahrung lohnt sich ein kurzer Blick in den Plan einmal im Quartal. Dann fallen Zielseiten auf, die neue Inhalte bekommen haben, ohne dass die alten Ratgeber auf sie zeigen, und Links, die auf entfernte oder umgeleitete Seiten führen. Wie Sie den Bestand dafür prüfen, zeigt der Ratgeber interne Verlinkung prüfen.
Sie sind unsicher, welche Seiten Ihrer Website die Zielseiten sein sollten? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Wenn Sie den Plan nicht selbst aufstellen möchten, übernimmt SEO NW das im Rahmen der Leistung interne Verlinkung optimieren.
- Organisation SEO-Link-Best-Practices für Google. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Navigationsstruktur für E-Commerce-Websites. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Umfassender Leitfaden zur Funktionsweise der Google Suche. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation SEO-Startleitfaden. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wie viele interne Links sollte eine Seite haben?
Google nennt keine Zahl und schreibt, es gebe keine magische ideale Anzahl. Wichtiger ist, dass jede wichtige Seite Links aus passenden Seiten bekommt und die Links im Text einen erkennbaren Grund haben.
Reicht es, wenn eine Seite im Menü steht?
Für die Auffindbarkeit oft ja. Links aus Seiten desselben Themas mit beschreibendem Linktext zeigen aber genauer, worum es auf der Zielseite geht, und führen Leser an der passenden Stelle weiter.
Welche Seiten sollten die meisten internen Links bekommen?
Die Seiten, die für Ihr Geschäft am wichtigsten sind, und die Übersichtsseiten der Themen. Google leitet laut seiner Anleitung für Onlineshops aus der Zahl interner Links die relative Wichtigkeit einer Seite innerhalb der Website ab.
Brauche ich für einen Linkplan ein spezielles Werkzeug?
Nein. Eine Tabelle mit Quellseite, Zielseite, Linktext und Stelle reicht. Für die spätere Kontrolle des Bestands hilft ein Crawler oder der Linkbericht der Search Console.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



