Ob die interne Verlinkung einer Website funktioniert, sieht man ihr von außen nicht an. Das Menü wirkt ordentlich, die Ratgeber haben Links im Text, und trotzdem kann eine wichtige Leistungsseite nur über drei Umwege erreichbar sein oder ganz ohne Link dastehen. Eine Prüfung macht solche Lücken sichtbar. Sie braucht zwei Werkzeuge: den Linkbericht der Search Console, der Googles Sicht zeigt, und einen Crawler, der Ihre Website so abläuft wie ein Suchmaschinenbot.
Wie Sie eine Verlinkung von Grund auf entwerfen, steht im Ratgeber interne Verlinkung planen. Diese Seite setzt voraus, dass es schon einen Bestand gibt.
Der Linkbericht der Search Console
Unter "Links" zeigt die Search Console eine Tabelle mit den intern am häufigsten verlinkten Seiten. Wählen Sie dort eine Adresse aus, sehen Sie, von welchen Seiten Ihrer Website Links auf sie zeigen [1]. Für eine erste Prüfung reicht oft ein Blick auf die Reihenfolge. Stehen oben Startseite, Kontakt, Impressum und Datenschutz, ist das normal, denn sie hängen an jedem Footer. Interessanter ist, wo Ihre Leistungsseiten oder Kategorien landen. Tauchen sie erst weit unten auf, bekommen sie im Verhältnis zu wenige Links.
Beim Lesen helfen drei Eigenheiten des Berichts. Die Seiten werden nach der kanonischen Adresse gruppiert, wobei Anker und einige Parameter vorher entfernt werden [1]. Die Tabellen sind auf 1.000 Zeilen beschränkt [1]. Und der Bericht ist eine Auswahl: "Dieser Bericht enthält nicht alle Links auf Ihrer Website." [1] Für eine vollständige Liste brauchen Sie deshalb den eigenen Crawl. Was die übrigen Teile des Berichts zeigen, erklärt die FAQ-Seite Linkbericht der Search Console verstehen.
Der Bericht hat noch einen zweiten Nutzen: Er zeigt, was Google tatsächlich gefunden hat. Fehlt eine Seite, die seit Wochen fest im Menü steht, in der Liste der intern verlinkten Seiten, lohnt ein genauer Blick. Eine mögliche Ursache ist eine Seite, die noch nicht indexiert ist, denn nicht indexierte oder entfernte Adressen können im Bericht fehlen [1]. Eine andere sind Menüpunkte, die erst nach einem Klick per Skript nachgeladen werden. Beides klären Sie mit dem Crawl und dem URL-Prüftool.
Den eigenen Crawl auswerten
Ein Crawler wie der Screaming Frog SEO Spider folgt allen Links ab der Startseite und notiert für jede gefundene Adresse, wie sie verlinkt ist. Für die interne Verlinkung zählen vier Spalten. Inlinks ist die Zahl der internen Links auf eine Adresse, Unique Inlinks die Zahl der verschiedenen Seiten, von denen sie kommen [2]. Crawl Depth gibt an, wie viele Klicks eine Seite von der Startseite entfernt ist [2]. Link Score ist ein Wert zwischen 0 und 100, mit dem das Programm den relativen Wert einer Seite aus ihren internen Links berechnet [2]. Das ist eine Rechnung des Herstellers. Google veröffentlicht keinen solchen Wert.

Sortieren Sie die Liste der HTML-Seiten nach Unique Inlinks und legen Sie Ihre Liste der Zielseiten daneben. Drei Muster fallen schnell auf: Zielseiten mit weniger Links als nebensächliche Beiträge, Seiten mit großer Klicktiefe und Seiten, die nur aus dem Menü verlinkt sind, aus keinem einzigen Text. Wie Sie einen solchen Crawl einrichten und die übrigen Befunde lesen, zeigt der Ratgeber Crawling mit Screaming Frog auswerten.
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Verwaiste Seiten aufspüren
Eine Seite ohne einen einzigen internen Link findet der Crawler nicht, weil er nur Links folgt. Solche verwaisten Seiten sehen Sie erst, wenn Sie andere Quellen dazunehmen. Screaming Frog nennt im Sitemap-Bericht als Orphan URLs Adressen, die nur in einer XML-Sitemap stehen und beim Crawl nicht gefunden wurden [2]. Entsprechende Filter gibt es für Adressen, die über Google Analytics oder die Search Console bekannt sind [2]. Diese Filter füllen sich erst nach einer Crawl-Analyse am Ende des Crawls, und die Sitemap muss mitgecrawlt werden [2].

Google rät, jede wichtige Seite von mindestens einer weiteren Seite der Website zu verlinken [3]. Eine verwaiste Seite, die gebraucht wird, bekommt also Links aus ihrem Thema. Eine verwaiste Seite, die niemand mehr braucht, kann weg oder weitergeleitet werden. Das Vorgehen im Einzelnen beschreibt der Ratgeber verwaiste Seiten finden.
Kaputte und umgeleitete interne Links
Der Crawl zeigt für jede Zieladresse den Statuscode. Interne Links auf Seiten mit 404 sind für Besucher Sackgassen und gehören auf das passende neue Ziel oder entfernt. Links auf Adressen mit Weiterleitung funktionieren zwar, führen aber über einen Umweg. Nach einem Relaunch oder einer Umstellung von Adressen sind solche Links häufig, weil die Weiterleitungen zwar eingerichtet, die alten Links im Text aber nie geändert wurden. Setzen Sie im Text direkt das endgültige Ziel ein.
Prüfen Sie dabei auch die kanonischen Angaben. Verlinken Ihre Seiten auf eine Adresse, die per Canonical auf eine andere zeigt, widersprechen sich Link und Canonical. Interne Links sollten auf die kanonische Fassung zeigen. Mehr dazu steht im Ratgeber Canonical-Fehler finden.
Linktexte und Linkformat kontrollieren
Zahlen allein reichen nicht. Lassen Sie sich im Crawler für Ihre Zielseiten die Ankertexte der eingehenden Links ausgeben. Google beschreibt guten Ankertext als aussagekräftig, prägnant und relevant und nennt Texte wie "hier klicken" zu allgemein [3]. Ist der Linktext leer, kann Google ersatzweise das title-Attribut verwenden. Bei Bildlinks nutzt Google den Alternativtext des Bildes [3]. Leere Linktexte, die sich oft hinter Symbolen oder Schaltflächen verstecken, sind deshalb ein eigener Prüfpunkt.
Ebenso wichtig ist das Format. Google kann Links in der Regel nur crawlen, wenn sie als a-Element mit einem href-Attribut vorliegen [3]. Menüs oder Kacheln, die per Klickereignis navigieren, tauchen im Crawl ohne gerendertes JavaScript oft gar nicht auf. Werden Links oder Linktexte per JavaScript eingefügt, empfiehlt Google, mit dem URL-Prüftool zu kontrollieren, ob sie im gerenderten HTML stehen [3]. Einzelheiten dazu stehen im Ratgeber JavaScript-Links und Navigation.
Befunde gewichten
Am Ende steht eine Liste, und sie ist meistens lang. Arbeiten Sie sie in einer festen Reihenfolge ab. Zuerst kommen Links, die Google nicht lesen kann, und verwaiste Seiten, die gebraucht werden, denn hier fehlt die Verbindung ganz. Danach folgen kaputte Links und Links über Weiterleitungen. Dann stärken Sie Zielseiten mit zu wenigen Links aus ihrem Thema und verringern die Klicktiefe, wie im Ratgeber Klicktiefe verringern beschrieben. Linktexte verbessern Sie zuletzt, Seite für Seite. Nach unserer Erfahrung bringt eine zweite Prüfung einige Wochen nach den Änderungen mehr als eine einzelne große, weil erst dann sichtbar wird, welche Links im Alltag wieder verloren gehen.
Sie haben einen Crawl vorliegen und wissen nicht, welche Befunde zuerst dran sind? Bringen Sie Ihre Frage in die gratis Sprechstunde mit. Die vollständige Analyse und Umsetzung übernimmt SEO NW als Leistung interne Verlinkung optimieren.
- Organisation Bericht "Links". Google Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation SEO Spider Tabs (Internal, Sitemaps, Analytics, Search Console). Screaming Frog. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation SEO-Link-Best-Practices für Google. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Zeigt die Search Console alle internen Links?
Nein. Google schreibt selbst, dass der Linkbericht nicht alle Links der Website enthält, und die Tabellen sind auf 1.000 Zeilen begrenzt. Für eine vollständige Liste brauchen Sie einen eigenen Crawl.
Was ist eine verwaiste Seite?
Eine Seite, auf die kein interner Link zeigt. Ein Crawler findet sie nur, wenn Sie zusätzlich Sitemap, Analytics oder Search Console als Quelle anbinden und die Adressen vergleichen.
Sind Links über Weiterleitungen ein Problem?
Sie funktionieren, führen aber über einen Umweg. Bei einer Prüfung ersetzen Sie sie im Text durch das endgültige Ziel, vor allem nach einem Relaunch.
Wie oft sollte man die interne Verlinkung prüfen?
Nach jedem größeren Umbau und darüber hinaus in festen Abständen. Wie oft, hängt davon ab, wie viele Seiten neu entstehen oder wegfallen.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



