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Ratgeber

Keyword-Recherche aus der Search Console: echte Suchanfragen auswerten

Der Leistungsbericht der Search Console zeigt, bei welchen echten Suchanfragen Ihre Website erschienen ist, mit Impressionen, Klicks, Klickrate und durchschnittlicher Position. Daraus gewinnen Sie Keywords, für die Sie schon sichtbar sind, aber noch kaum Klicks bekommen. Seltene Anfragen zeigt Google aus Datenschutzgründen nicht, und der Export aus der Oberfläche liefert höchstens 1.000 Zeilen.

Fischer zieht im Morgengrauen ein Netz mit kleinem Fang in ein Holzboot auf ruhiger See
Bild: KI-generiert

Keyword-Werkzeuge schätzen, wonach Menschen suchen könnten. Die Search Console zeigt, wonach sie gesucht haben, als Ihre Website in den Ergebnissen stand. Für eine bestehende Website gibt es keine bessere Quelle, um Suchbegriffe zu finden, die schon fast funktionieren. Oft reichen kleine Änderungen an einer vorhandenen Seite, damit aus Impressionen Klicks werden.

Diese Anleitung zeigt, wie Sie den Leistungsbericht für die Keyword-Recherche auswerten. Was die einzelnen Teile des Berichts bedeuten, erklärt die FAQ-Seite Leistungsbericht der Search Console verstehen.

Was der Leistungsbericht liefert

Vier Werte stehen im Mittelpunkt. Klicks sind laut Google "Die Anzahl der Klicks, die Nutzende in den Google-Suchergebnissen auf Ihre Website ausgeführt haben." Impressionen zählen, wie oft Ihre Website in den Ergebnissen erschienen ist. Die Klickrate ist "Die Anzahl der Klicks geteilt durch die Anzahl der Impressionen." [1] Die durchschnittliche Position bezieht sich auf das höchste Ergebnis Ihrer Website zu einer Anfrage [1].

Die Tabelle unter dem Diagramm lässt sich nach Suchanfragen, Seiten, Ländern, Geräten, Darstellung in der Suche und Datum gruppieren [1]. Für die Keyword-Recherche sind die ersten beiden entscheidend: Suchanfragen zeigen die Begriffe, Seiten zeigen, welche Adresse Google dafür auswählt. Voreingestellt sind die letzten drei Monate [1]. Für eine Recherche lohnt ein längerer Zeitraum, damit saisonale Begriffe nicht fehlen.

Die Grenzen der Daten

Zwei Einschränkungen sollten Sie kennen, bevor Sie Schlüsse ziehen. Die erste ist der Datenschutz. Google zeigt Anfragen nicht, die nur selten gestellt werden. In einem Beitrag des Search-Central-Blogs heißt es: "Anonymized queries are those that aren't issued by more than a few dozen users over a two-to-three month period." [2] Diese Anfragen fehlen in der Tabelle, stecken aber in den Summen des Diagramms, solange Sie nicht nach Suchanfrage filtern [2]. Gerade lange, sehr spezielle Suchen sind deshalb oft nicht einzeln sichtbar.

Milchglasfenster mit einigen klaren Stellen, dahinter verschwommene Umrisse von Menschen
Bild: KI-generiert

Die zweite Grenze ist die Menge. "The maximum you can export through the Search Console user interface is 1,000 rows of data." [2] Über die Programmierschnittstelle sind mehr Zeilen abrufbar, laut demselben Beitrag bis zu 50.000 Zeilen je Tag, Website und Suchtyp [2]. Für kleinere Websites reichen 1.000 Zeilen oft aus. Bei größeren hilft es, den Bericht vor dem Export nach Seiten oder Verzeichnissen zu filtern und mehrere Ausschnitte zu exportieren.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Schritt 1: Suchanfragen exportieren

Öffnen Sie den Leistungsbericht für die Websuche, stellen Sie den Zeitraum ein und schalten Sie alle vier Werte ein. Über die Schaltfläche zum Exportieren laden Sie Diagramm- und Tabellendaten herunter [1]. Exportieren Sie einmal nach Suchanfragen und einmal nach Seiten. Werte, die im Bericht als "~" oder "-" erscheinen, stehen im Export als Null [1].

Für die Frage, welche Seite zu welcher Anfrage rankt, filtern Sie den Bericht auf eine einzelne Seite und lesen die Suchanfragen dazu. Das ist mühsam, zeigt aber genau, wofür Google eine Seite hält.

Achten Sie außerdem auf Land und Gerät. Wer nur in Deutschland verkauft, filtert vor dem Export auf dieses Land, damit Anfragen aus anderen Märkten die Liste nicht verzerren. Wer in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig ist, exportiert die drei Länder getrennt, denn Begriffe und Schreibweisen unterscheiden sich dort oft. Ein Vergleich zwischen Mobilgeräten und Desktop zeigt zusätzlich, ob bestimmte Fragen vor allem unterwegs gestellt werden.

Schritt 2: Markensuchen abtrennen

Suchen nach Ihrem Firmennamen bringen meist viele Klicks, sagen aber wenig darüber, wo neue Chancen liegen. Google hat dafür am 20.11.2025 einen eigenen Filter im Leistungsbericht angekündigt und ihn laut Ergänzung vom 11.03.2026 für alle berechtigten Websites freigeschaltet. Er teilt die Anfragen in "branded" und "non-branded" [3]. Die Zuordnung übernimmt laut Google ein internes System mit KI-Unterstützung, das den Markennamen in allen Sprachen, Tippfehler und Anfragen zu eindeutigen Produkten der Website erkennt [3]. Der Filter steht nur für Properties auf oberster Ebene und für Websites mit genug Anfragen und Impressionen zur Verfügung [3].

Ohne diesen Filter entfernen Sie Markenbegriffe im Export selbst, etwa mit einer Spalte, die den Firmennamen und seine Schreibweisen markiert. Für die Recherche arbeiten Sie dann nur mit den übrigen Anfragen weiter.

Schritt 3: Chancen finden

Sortieren Sie die Anfragen ohne Marke nach Impressionen. Oben stehen die Begriffe, bei denen Ihre Website oft erscheint. Jetzt lohnt der Blick auf zwei Spalten zugleich. Viele Impressionen und eine mittlere durchschnittliche Position deuten darauf hin, dass Google Ihre Seite für passend hält, aber nicht für die beste. Hier hilft es, die Seite auf diese Anfrage hin auszubauen, mit einer klaren Antwort, einer passenden Zwischenüberschrift und Links aus verwandten Seiten.

Gärtnerin pflückt reife Tomaten an einer Pflanze, an der noch grüne hängen, im Gewächshaus
Bild: KI-generiert

Viele Impressionen und eine gute Position, aber wenige Klicks, weisen eher auf das Suchergebnis selbst hin. Vielleicht passen Titel und Beschreibung nicht zur Frage, oder die Ergebnisseite beantwortet sie schon. Wie Sie dort ansetzen, beschreibt der Ratgeber Click-Through-Rate verbessern.

Ein dritter Befund betrifft die Zuordnung. Erscheinen für dieselbe Anfrage abwechselnd verschiedene Seiten Ihrer Website, konkurrieren sie womöglich miteinander. Der Glossareintrag Keyword-Kannibalisierung erklärt, wie Sie das erkennen und auflösen.

Schritt 4: neue Themen ablesen

Die Search Console zeigt auch Anfragen, für die Sie noch gar keine passende Seite haben. Sie stehen meist weit unten, mit wenigen Impressionen und schlechter Position, weil Google eine entfernt passende Seite einblendet. Filtern Sie die Liste nach Fragewörtern wie "wie", "was" oder "warum". Was dabei herauskommt, sind oft Fragen Ihrer Zielgruppe, die eine eigene Seite oder einen eigenen Abschnitt verdienen. Wie Sie aus Fragen Seiten machen, steht im Ratgeber Fragen der Zielgruppe als Keywords nutzen.

Schritt 5: in die Keyword-Liste übernehmen

Die Search Console kennt nur Anfragen, bei denen Ihre Website schon erscheint. Begriffe, für die Sie gar nicht sichtbar sind, fehlen. Deshalb ist sie eine Quelle unter mehreren. Übertragen Sie die gefundenen Begriffe mit Impressionen, Position und zugeordneter Seite in Ihre Keyword-Liste und ergänzen Sie sie dort um Begriffe aus anderen Quellen, wie im Ratgeber Keyword-Recherche Schritt für Schritt beschrieben. Nach unserer Erfahrung lohnt es sich, den Export in festen Abständen zu wiederholen, weil sich vor allem bei neuen Inhalten die Liste der Anfragen in den ersten Monaten deutlich verändert.

Sie haben einen Export vor sich und wissen nicht, welche Anfragen Sie zuerst angehen sollen? Bringen Sie die Frage in die gratis Sprechstunde mit. Falls die Search Console noch nicht sauber eingerichtet ist, übernimmt SEO NW das mit der Leistung Search Console einrichten.

  1. Organisation Leistungsbericht (Google-Suchergebnisse): Übersicht und grundlegende Einrichtung. Google Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation A deep dive into Search Console performance data filtering and limits (Daniel Waisberg). Google Search Central Blog. Stand 19.10.2022. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Introducing the branded queries filter in Search Console (Michael Huzman). Google Search Central Blog. Stand 20.11.2025, ergänzt 11.03.2026. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Warum zeigt die Search Console nicht alle Suchanfragen?

Google anonymisiert Anfragen, die in zwei bis drei Monaten nicht von mehr als einigen Dutzend Nutzern gestellt wurden. Sie fehlen in der Tabelle, sind aber in den Summen enthalten, solange Sie nicht nach Suchanfrage filtern.

Wie viele Zeilen kann ich exportieren?

Über die Oberfläche höchstens 1.000 Zeilen. Über die Programmierschnittstelle sind laut Google bis zu 50.000 Zeilen je Tag, Website und Suchtyp abrufbar.

Was bedeutet die durchschnittliche Position?

Die durchschnittliche Position des höchsten Ergebnisses Ihrer Website. In der Tabelle bezieht sie sich auf die jeweilige Anfrage oder Seite, im Diagramm auf die ganze Website.

Reicht die Search Console für eine Keyword-Recherche?

Für eine bestehende Website ist sie die wichtigste Quelle für Begriffe, bei denen Sie schon sichtbar sind. Begriffe ohne jede Sichtbarkeit fehlen, deshalb gehören weitere Quellen dazu.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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