Bei einer bestehenden Website beginnt die Keyword-Recherche meist in der Search Console: Welche Anfragen bringen schon Impressionen, wo fehlt wenig? Eine neue Website hat diese Daten nicht. Es gibt keine Rankings, keine Klicks, keine Suchanfragen, an denen man sich orientieren könnte. Trotzdem muss vor dem Start feststehen, welche Seiten es geben soll und für welche Begriffe sie gedacht sind. Sonst baut man eine Struktur, die man nach einem halben Jahr wieder umwirft.
Diese Seite beschreibt, wie Sie in dieser Lage vorgehen. Das allgemeine Verfahren steht im Ratgeber Keyword-Recherche Schritt für Schritt, die Grundbegriffe im Glossar unter Keyword-Recherche.
Die Search Console vor dem Start einrichten
Der erste Schritt hat mit Keywords noch nichts zu tun. Legen Sie die Website in der Search Console an, sobald die Domain feststeht. Google schreibt dazu: "Die Datenerfassung für eine Property beginnt, sobald sie in einem Search Console-Konto hinzugefügt wurde" [1]. Die Daten sollten danach innerhalb weniger Tage in der Property angezeigt werden [1]. Wer die Property erst Monate nach dem Start anlegt, hat für die ersten Monate keine Daten und kann später nicht nachvollziehen, wie sich die Website entwickelt hat.
Bleiben die Daten nach einigen Tagen aus, nennt Google zwei häufige Gründe: Die Website erscheint noch nicht in der Suche, oder die Property wurde mit der falschen Adresse angelegt, etwa mit http statt https [1].
Vom Angebot ausgehen
Ohne eigene Daten ist das Angebot der beste Ausgangspunkt. Schreiben Sie jede Leistung oder Produktgruppe auf und daneben die Probleme, die sie für Kunden löst. Ein Fliesenleger verkauft Fliesenarbeiten, seine Kunden suchen aber oft nach einem undichten Bad, einer barrierefreien Dusche oder einer Renovierung vor dem Einzug.

Achten Sie dabei auf den Unterschied zwischen Fachsprache und Alltagssprache. Google weist im SEO-Startleitfaden darauf hin: "Nutzer, die viel über ein Thema wissen, verwenden in ihren Suchanfragen wahrscheinlich andere Keywords als jemand, der mit dem Thema noch nicht vertraut ist." [2] Gerade Gründer kennen ihr Fach sehr gut und unterschätzen, wie anders Laien suchen. Fragen Sie Bekannte, wie sie nach Ihrer Leistung suchen würden, und notieren Sie die Antworten wörtlich.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Begriffe sammeln ohne eigene Daten
Drei öffentliche Quellen von Google helfen, die Liste zu erweitern. Die Autovervollständigung im Suchfeld schlägt Anfragen vor, die sich an häufigen Suchanfragen orientieren, die zur Eingabe passen, und berücksichtigt dabei Sprache und Standort [5]. Wie Sie sie systematisch nutzen, zeigt der Ratgeber Keyword-Recherche mit Google Autovervollständigung.
Der Keyword-Planer liefert Ideen und Schätzungen zu Suchanfragen. Er ist für Suchkampagnen in Google Ads gedacht, und für die Nutzung müssen Sie zuerst die Kontoeinrichtung abschließen, laut Google einschließlich Zahlungsangaben [3]. Ideen findet er über eingegebene Begriffe oder über eine Website [3]. Für eine neue Website lohnt es, dort die Adresse eines etablierten Mitbewerbers einzugeben. Sehr kleine Suchvolumen zeigt der Planer nicht an [3].
Google Trends zeigt keine absoluten Zahlen. Die Ergebnisse erscheinen "in einer Skala von 0 bis 100" und geben die relative Nachfrage wieder [4]. Begriffe mit niedrigem Suchvolumen erscheinen dort als 0 [4]. Trends eignet sich deshalb, um zwei Schreibweisen zu vergleichen oder saisonale Schwankungen zu sehen, weniger für Nischenbegriffe.
Realistisch auswählen
Am Ende des Sammelns steht eine lange Liste. Für eine neue Website kommt es jetzt auf die Auswahl an. Breite Begriffe mit vielen Suchen sind meist von Websites besetzt, die seit Jahren Inhalte und Links aufgebaut haben. Genauere Begriffe mit klarem Bezug zu Ihrem Angebot haben weniger Suchen, aber auch weniger Konkurrenz, und wer so genau sucht, weiß meist schon, was er will. Wie Sie die Konkurrenz um einen Begriff einschätzen, beschreibt der Ratgeber Keyword-Schwierigkeit einschätzen, und wie Sie lange, genaue Suchbegriffe finden, der Ratgeber Longtail-Keywords finden.
Nach unserer Erfahrung kommen neue Websites schneller voran, wenn sie mit wenigen, gut gemachten Seiten zu genauen Themen starten und den Bereich danach ausbauen. Breite Übersichtsseiten zu großen Begriffen gewinnen erst an Gewicht, wenn darunter schon Inhalte stehen, auf die sie verweisen können.
Domainname und Ergebnisseite prüfen
Bei neuen Websites steht oft auch der Domainname zur Wahl, und die Versuchung ist groß, den wichtigsten Suchbegriff hineinzuschreiben. Google schreibt dazu im SEO-Startleitfaden: "Was das Ranking angeht, haben die Keywords im Namen der Domain (oder des URL-Pfads) alleine kaum Auswirkungen" [2]. Ein Name, den sich Kunden merken und am Telefon buchstabieren können, ist deshalb meist die bessere Wahl als eine lange Kette aus Suchbegriffen.
Prüfen Sie vor der Auswahl außerdem für jeden Kandidaten die Ergebnisseite bei Google. Stehen dort Ratgeber und Lexikoneinträge, suchen die Menschen Wissen, und eine Leistungsseite passt schlecht. Stehen dort Anbieter und Shops, ist eine Leistungs- oder Kategorieseite richtig. Wie Sie Wissensfragen erkennen und bedienen, beschreibt der Ratgeber informationale Suchanfragen.
Die erste Seitenstruktur ableiten
Aus der Auswahl entsteht die Struktur. Fassen Sie Begriffe mit derselben Absicht zu einer Seite zusammen und legen Sie für jede Seite ein Hauptkeyword fest. Begriffe, die bei Google sehr ähnliche Ergebnisse zeigen, gehören meist auf dieselbe Seite. Wie das geht, beschreibt der Ratgeber Keywords gruppieren und Themenfelder bilden.

Planen Sie lieber wenige Seiten mit Inhalt als viele dünne. Eine Seite je Begriffsvariante bringt keine zusätzliche Sichtbarkeit, denn Google versteht laut Startleitfaden, wie sich eine Seite auf viele Suchanfragen bezieht, auch ohne die genauen Begriffe [2]. Eine Struktur mit Leistungsseiten, einer Handvoll Ratgebern zu den wichtigsten Kundenfragen und klaren Wegen dazwischen reicht für den Start.
Nach dem Start nachsteuern
Sobald die ersten Seiten in der Suche erscheinen, kommen echte Daten. Dann vergleichen Sie die Anfragen in der Search Console mit Ihrer Liste. Oft tauchen Begriffe auf, mit denen niemand gerechnet hat, während andere ausbleiben. Diese Auswertung beschreibt der Ratgeber Keyword-Recherche aus der Search Console. Die Recherche vor dem Start ist damit eine begründete Annahme, die Sie mit den ersten Daten prüfen und anpassen. Planen Sie dafür einen festen Termin einige Wochen nach dem Start ein. Danach reicht es in der Regel, die Recherche einmal im Jahr zu aktualisieren, solange sich Angebot und Markt nicht grundlegend ändern.
Sie planen eine neue Website und möchten wissen, ob Ihre Begriffsliste trägt? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Eine vollständige Recherche mit Seitenplan übernimmt SEO NW als Keyword-Recherche, die in der Regel ein bis zwei Wochen dauert.
- Organisation Website- oder Plattform-Property zur Search Console hinzufügen. Google Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation SEO-Startleitfaden. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Keyword-Planer verwenden. Google Ads-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Häufig gestellte Fragen zu Google Trends-Daten. Google Trends-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation So funktioniert die automatische Vervollständigung von Google. Google Suche-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wann sollte ich die Search Console für eine neue Website einrichten?
Sobald die Domain feststeht. Laut Google beginnt die Datenerfassung, wenn die Property hinzugefügt wird, und die Daten erscheinen innerhalb weniger Tage.
Welche Werkzeuge helfen ohne eigene Daten?
Googles Autovervollständigung, der Keyword-Planer und Google Trends. Dazu kommen die Navigation und Inhalte etablierter Mitbewerber und die Sprache Ihrer Kunden.
Sollte eine neue Website auf breite Begriffe zielen?
Für den Start eignen sich genaue Begriffe mit klarem Bezug zum Angebot besser. Breite Begriffe sind meist von Websites besetzt, die seit Jahren Inhalte aufbauen.
Wie viele Seiten braucht eine neue Website zum Start?
So viele, wie es Leistungen und wichtige Kundenfragen gibt. Eine eigene Seite für jede Begriffsvariante bringt nichts, denn Google versteht auch verwandte Formulierungen.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



