Jede Seite einer Website liegt eine bestimmte Zahl von Klicks von der Startseite entfernt. Die Leistungsseite im Hauptmenü ist einen Klick entfernt. Ein Produkt, das nur über Kategorie, Unterkategorie und die vierte Seite einer Liste zu finden ist, liegt deutlich tiefer. Diese Entfernung heißt Klicktiefe, manchmal auch Crawltiefe. Für die Suchmaschinenoptimierung ist sie mehr als eine Frage der Bequemlichkeit, weil Google sie als Hinweis auf die Bedeutung einer Seite nutzen kann.
Die Grundbegriffe zum Aufbau einer Website erklärt der Glossareintrag Website-Struktur. Diese Seite zeigt, wie Sie die Klicktiefe messen und gezielt verringern.
Was Google über die Tiefe einer Seite schreibt
Die deutlichste Aussage steht in Googles Anleitung zur Navigationsstruktur von Onlineshops. Dort heißt es, Google könne anhand bestimmter Informationen, "wie der Anzahl der Links, denen gefolgt werden muss, um eine Seite zu erreichen", und der Anzahl der Links zu einer Seite "die relative Wichtigkeit einer Seite gegenüber dem Rest" der Website ableiten [1]. Navigationsstrukturen wie Menüs und seitenübergreifende Links können sich darauf auswirken [1].
Dieselbe Anleitung nennt eine Faustregel: "Je mehr auf eine Seite einer Website innerhalb dieser Website verlinkt wird, desto höher ist die relative Wichtigkeit der Seite im Vergleich zu anderen Seiten der Website." [1] Klicktiefe und Zahl der internen Links hängen eng zusammen. Seiten weit unten in der Struktur bekommen meist auch wenige Links. Eine feste Zahl von Klicks, die eine Seite höchstens entfernt sein darf, nennt Google nicht.
Die Klicktiefe messen
Die Search Console zeigt keine Klicktiefe. Dafür brauchen Sie einen Crawler, der Ihre Website ab der Startseite abläuft. Im Screaming Frog SEO Spider heißt der Wert Crawl Depth. Das Handbuch beschreibt ihn als Tiefe der Seite von der Startseite aus, also als Zahl der Klicks, die sie von der Startseite entfernt ist [2]. Die Startseite selbst hat die Tiefe 0, alles im Hauptmenü die Tiefe 1.
Sortieren Sie die indexierbaren HTML-Seiten nach Tiefe und legen Sie Ihre Liste der wichtigsten Seiten daneben. Interessant sind zwei Gruppen: wichtige Seiten mit großer Tiefe und viele Seiten, die sich in einer bestimmten Tiefe häufen. Die zweite Gruppe zeigt meist eine Ursache in der Struktur, etwa eine lange Liste, die nur über "weiter" erreichbar ist. Wie Sie einen solchen Crawl einrichten, beschreibt der Ratgeber Crawling mit Screaming Frog auswerten.
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Woher große Klicktiefe kommt
In den meisten Fällen steckt eines von vier Mustern dahinter. Lange Listen mit Seitenzahlen machen ältere Beiträge oder Produkte nur über viele Klicks auf "weiter" erreichbar. Tiefe Kategoriebäume mit vielen Ebenen schieben Produkte nach unten, auch wenn jede einzelne Ebene sinnvoll aussieht. Archive nach Datum oder Schlagwort sind manchmal der einzige Weg zu älteren Inhalten. Und Inhalte, die nur aus anderen tiefen Inhalten verlinkt sind, erben deren Tiefe.

Ein fünftes Muster ist technisch. Wenn Menüs oder Listen per Skript nachladen, ohne echte Links zu erzeugen, findet ein Crawler ohne JavaScript-Rendering die Seiten nur über Umwege oder gar nicht. Google kann Links in der Regel nur crawlen, wenn sie als a-Element mit href vorliegen [3]. Mehr dazu steht im Ratgeber JavaScript-Links und Navigation.
Mittel, um die Tiefe zu verringern
Am wirksamsten sind Links von Seiten, die selbst wenig tief liegen. Google rät in der Shop-Anleitung, ein besonders gut laufendes Produkt von der Startseite oder aus anderen Inhalten wie Blogbeiträgen zu verlinken [1]. Dasselbe gilt für jede wichtige Seite: Ein Link aus der Startseite, aus einer Übersichtsseite im Menü oder aus einem viel gelesenen Ratgeber bringt sie nach oben.

Übersichtsseiten je Thema sind das zweite Mittel. Eine Seite, die alle Ratgeber eines Themas verlinkt und selbst im Menü steht, bringt jeden dieser Ratgeber auf die Tiefe 2. Bei Listen mit Seitenzahlen hilft eine bessere Paginierung. Google rät, jeder Seite einer Liste eine eindeutige Adresse zu geben und von jeder Seite einen Link zur nächsten zu setzen [4]. Links auf mehrere Folgeseiten und auf die letzte Seite verkürzen den Weg nach unserer Erfahrung zusätzlich, auch wenn Google das nicht ausdrücklich empfiehlt.
Brotkrumen verbinden eine Seite mit den Ebenen über ihr. Sie verringern die Tiefe nicht, machen aber den Rückweg kurz und stärken die Übersichtsseiten. Wie Sie sie einsetzen, steht im Ratgeber Breadcrumbs einsetzen. Kategoriebäume mit vielen Ebenen lassen sich oft zusammenlegen, wenn einzelne Ebenen nur wenige Einträge haben.
Große Shops und Archive
Bei sehr großen Websites lässt sich nicht jede Seite nah an die Startseite bringen. Ein Shop mit Zehntausenden Produkten kann nicht jedes Produkt aus einer Übersicht verlinken. Google erkennt das an und nennt für Produkte, die sich nicht alle verlinken lassen, die Sitemap oder einen Feed im Google Merchant Center als Weg [1]. Diese Quellen können Adressen enthalten, die ein Crawler sonst nicht finden würde [1]. Sie helfen Google beim Finden der Seiten. Für Besucher und für die Gewichtung über interne Links ersetzen sie die Struktur nicht, deshalb bleiben gute Kategorien und Übersichten auch dann wichtig.
Wo die Verkürzung aufhört
Man könnte jede Seite auf die Tiefe 1 bringen, indem man alles von der Startseite verlinkt. Eine Startseite mit Hunderten Links zeigt aber weder Besuchern noch Google, was wichtig ist. Google schreibt zur Zahl der Links, es gebe "keine magische ideale Anzahl von Links auf einer Seite", und wer den Eindruck habe, es seien zu viele, liege wahrscheinlich richtig [3].
Ziel ist deshalb eine Struktur, in der die wichtigen Seiten wenig tief liegen und der Rest über klare Wege erreichbar bleibt. Nach unserer Erfahrung genügt es auf den meisten Websites, die wichtigsten Seiten aus Startseite und Hauptnavigation erreichbar zu machen und für den Rest gute Übersichtsseiten zu bauen. Wie sich die Linkkraft in einer solchen Struktur verteilt, beschreibt der Ratgeber Verlinkungstiefe und Linkjuice verteilen.
Den Erfolg prüfen
Nach den Änderungen lassen Sie den Crawl erneut laufen und vergleichen die Tiefe der wichtigen Seiten mit dem Stand davor. Im Linkbericht der Search Console sehen Sie, ob Google die neuen internen Links schon kennt. Ob sich die geringere Tiefe auf Sichtbarkeit und Crawling auswirkt, zeigt sich erst über Wochen in Leistungsbericht und Crawling-Statistiken. Eine Garantie für bessere Rankings gibt es dabei nicht.
Sie möchten wissen, ob Ihre wichtigsten Seiten zu tief liegen? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Den Umbau von Navigation und Struktur übernimmt SEO NW als Leistung Seitenstruktur und Navigation optimieren.
- Organisation Navigationsstruktur für E-Commerce-Websites. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation SEO Spider Tabs (Spalte Crawl Depth). Screaming Frog. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation SEO-Link-Best-Practices für Google. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Paginierung, inkrementeller Seitenaufbau und ihre Auswirkungen auf die Google Suche. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist die Klicktiefe?
Die Zahl der Klicks, die eine Seite von der Startseite entfernt ist. Seiten im Hauptmenü haben die Tiefe 1, Seiten, die nur über mehrere Ebenen erreichbar sind, eine entsprechend größere Tiefe.
Wie tief darf eine Seite liegen?
Google nennt keine feste Zahl. Google schreibt aber, es könne aus der Zahl der Links bis zu einer Seite ihre relative Wichtigkeit ableiten. Wichtige Seiten sollten deshalb über wenige Klicks erreichbar sein.
Wie messe ich die Klicktiefe?
Mit einem Crawler, der die Website ab der Startseite abläuft, zum Beispiel über die Spalte Crawl Depth im Screaming Frog SEO Spider. Die Search Console zeigt diesen Wert nicht.
Sollte ich alle Seiten von der Startseite verlinken?
Nein. Eine Startseite mit sehr vielen Links zeigt nicht mehr, was wichtig ist. Besser sind wenige Links auf die wichtigsten Seiten und gute Übersichtsseiten für den Rest.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



