Wer "saugroboter test" oder "steuerberater oder steuersoftware" eingibt, hat sich noch nicht entschieden, ist aber auch nicht mehr am Anfang. Die Person kennt ihr Problem und sucht jetzt die passende Lösung. In der SEO-Praxis nennt man das die kommerzielle Suchintention, im Englischen oft "commercial investigation". Die Gruppe steht zwischen der informierenden Absicht (etwas wissen wollen) und der transaktionalen (jetzt kaufen oder buchen). Google selbst verwendet diese Einteilung nicht, beschreibt aber, dass die Suche zuerst "the intent behind your query" klären muss, bevor sie Ergebnisse ordnet [1]. Die Grundlagen zur Suchintention stehen im Glossar unter Suchintention. Hier geht es um die Gruppe, in der Menschen Angebote gegeneinander abwägen.
Woran Sie die Absicht erkennen
Die Anfrage selbst gibt die ersten Hinweise. Typisch sind Zusätze wie "test", "vergleich", "beste", "erfahrungen", "bewertung", "alternative zu" oder zwei Namen mit "oder" dazwischen. Auch Anfragen nach Kosten gehören oft dazu, wenn jemand Angebote einordnen will, bevor er anfragt. Bei Dienstleistern klingt das anders als im Shop: "agentur oder freelancer", "wärmepumpe oder gasheizung", "hausverwaltung wechseln erfahrungen".
Verlässlicher ist der Blick auf die Ergebnisse. Steht oben eine Reihe von Testberichten, Vergleichsseiten und Ranglisten, erwartet Google offenbar Vergleichsinhalte. Stehen dort vor allem Shops und Produktseiten, ist die Absicht eher transaktional. Wie Sie die Ergebnisseite systematisch auswerten, beschreibt der Ratgeber Suchintention in den Suchergebnissen prüfen. Zeigt die Seite beides gemischt, hilft der Ratgeber Gemischte Suchintention weiter.
In den eigenen Daten finden Sie solche Anfragen im Leistungsbericht der Search Console. Dort lassen sich Suchanfragen seit 2021 auch mit regulären Ausdrücken filtern, über eine benutzerdefinierte Option im Suchanfragen-Filter [5]. Ein Ausdruck wie test|vergleich|erfahrung|oder|beste zeigt in einem Schritt, für welche Vergleichsanfragen Ihre Website schon Impressionen bekommt.
Welche Seitentypen passen
Eine kommerzielle Anfrage verlangt eine Seite, die bei der Entscheidung hilft. Welche Form das ist, hängt vom Angebot ab:

| Anfrage | Passende Seite | Was sie leisten muss |
|---|---|---|
| "beste [Produktart]" | Kaufberatung mit Rangliste | Kriterien nennen, Auswahl begründen, für welchen Zweck welches Produkt |
| "[Produkt] test" | Testbericht | eigene Prüfung zeigen, Stärken und Schwächen |
| "[A] oder [B]" | direkter Vergleich | Unterschiede je Einsatzzweck, klare Empfehlung |
| "alternative zu [Marke]" | Übersicht der Alternativen | warum jemand wechseln will und wer was besser kann |
| "[Leistung] kosten" | Kosten- und Leistungsseite | Preisbestandteile, Spannen mit Beleg, was den Preis treibt |
Eine Produktseite mit Warenkorb kann eine solche Anfrage selten allein bedienen. Sie beantwortet die Frage "Was kostet das hier und wie bestelle ich?", während die Person noch wissen will, ob das Produkt überhaupt das richtige ist. Die Zuordnung von Absicht und Seitentyp im Ganzen behandelt der Ratgeber Suchintention und Seitentyp zuordnen.
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Was Google von Rezensionen erwartet
Für viele kommerzielle Anfragen sind Rezensionen und Vergleiche das Format der Wahl. Google hat dafür ein eigenes Rankingsystem. Sinn und Zweck des Rezensionssystems ist laut Google, hochwertige Rezensionen stärker zu belohnen, also "fundierte eigene Analysen und Rechercheergebnisse von Experten oder anderen Interessierten" [2]. Was Google darunter versteht, steht in einer eigenen Anleitung. Daraus einige Punkte [3]:

- "Schreibe Bewertungen aus der Perspektive des Nutzers."
- Zeigen, dass man Experte ist und sich "mit den rezensierten Dingen" auskennt.
- "Liefere quantitative Messwerte dazu, wie etwas hinsichtlich verschiedener Leistungskriterien abschneidet."
- "Erkläre, wie sich das Produkt oder der Dienst von der Konkurrenz unterscheidet."
- "Besprich die Vor- und Nachteile des Produkts oder Dienstes auf Grundlage eigener Recherche."
Dazu empfiehlt Google, Bilder, Tonaufnahmen oder Links als Beleg für die eigene Auseinandersetzung mit dem Produkt zu zeigen und das Produkt mit ähnlichen Angeboten zu vergleichen, mit dem Hinweis, welche Option sich für welchen Zweck besser eignet [3]. Wer eine Rangliste veröffentlicht, soll darauf achten, dass sie auch ohne getrennte Einzelrezensionen genügend nützliche Informationen enthält [3].
Ranglisten und Vergleiche fair aufbauen
Bei einer "Beste"-Seite entscheiden die Kriterien. Nennen Sie am Anfang, wonach Sie bewertet haben, und halten Sie diese Kriterien bei allen Kandidaten gleich. Wer zuerst ein Produkt auswählt und danach Gründe sucht, merkt es spätestens beim dritten Kandidaten, bei dem die Gründe nicht mehr passen. Google rät, eine Empfehlung als beste Wahl mit eigenen Erfahrungen zu begründen, sei es als allgemein beste Wahl oder als beste Wahl für einen bestimmten Zweck [3].

Vergleiche mit eigenen Produkten sind heikel. Ein Hersteller, der das eigene Gerät neben zwei Wettbewerber stellt, schreibt keine neutrale Rezension. Das kann trotzdem eine hilfreiche Seite werden, wenn sie offenlegt, wer schreibt, und die Grenzen des eigenen Angebots nennt. Ein Dienstleister kann etwa offen beschreiben, für welche Fälle eine Softwarelösung genügt und wann sich die Beauftragung lohnt.
Links zu Händlern sind erlaubt und manchmal hilfreich. Google schreibt, dass Sie auch Links zu mehreren Verkäufern hinzufügen können, damit Leser den Händler ihrer Wahl nutzen können [3]. Wenn Sie für einen solchen Link eine Vergütung erhalten, etwa über ein Partnerprogramm, kennzeichnen Sie ihn. Googles Link-Empfehlungen verlangen für Links, für die jemand "irgendwie bezahlt" wurde, die Kennzeichnung mit sponsored oder nofollow [6]. Was dabei rechtlich gilt, behandelt der Ratgeber Kennzeichnung von Werbung und Affiliate-Links.
Vor- und Nachteile in strukturierten Daten
Redaktionelle Testberichte können Vor- und Nachteile auch maschinenlesbar auszeichnen. Google zeigt sie dann unter Umständen im Suchergebnis an. Die Regel ist eng gefasst: "Es können nur die redaktionellen Rezensionsseiten mit Vor- und Nachteilen in der Google Suche angezeigt werden", Händlerseiten mit Produkten und Kundenrezensionen sind ausgenommen [4]. Deutsch gehört zu den Sprachen, in denen diese Darstellung verfügbar ist [4]. Ein Shop kann diese Auszeichnung also auf seinen Produktseiten nicht nutzen, ein eigener Ratgeberbereich mit Tests schon.
Von der Vergleichsseite zur Anfrage
Die kommerzielle Seite ist selten das Ende der Suche. Nach dem Vergleich folgt meist eine transaktionale Anfrage, oft mit Markennamen. Deshalb sollte jede Vergleichsseite einen klaren Weg zum nächsten Schritt haben: Links auf die verglichenen Produkte im eigenen Shop, eine Kontaktmöglichkeit oder eine Seite mit Preisen. Wie Seiten für die Kaufabsicht selbst aussehen, beschreibt der Ratgeber Transaktionale Suchanfragen, die frühe Phase der Ratgeber Informationale Suchanfragen.
Nach unserer Erfahrung lohnt es sich, Vergleichsseiten nach jeder neuen Produktgeneration oder Preisänderung zu überarbeiten. Ein Vergleich mit einem Modell, das es nicht mehr gibt, hilft niemandem bei einer Entscheidung. Google nennt den Vergleich mit Vorgängermodellen ausdrücklich als Teil einer guten Rezension [3].
Welche Ihrer Suchanfragen kommerziell sind und welcher Seitentyp dafür fehlt, lässt sich oft schon im Gespräch eingrenzen. Bringen Sie zwei oder drei Anfragen aus Ihrer Search Console in die gratis Sprechstunde und stellen Sie dort Ihre Frage. Wenn Sie den ganzen Bestand an Suchanfragen nach Absicht ordnen lassen wollen, ist die Keyword-Recherche der passende Auftrag.
- Organisation Ranking results: How Google Search works. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Leitfaden zu Ranking-Systemen der Google Suche. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Hochwertige Rezensionen schreiben. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Strukturierte Daten für Produkt-Snippets. Google Search Central. Stand 12.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Improved data filtering and comparison on Performance reports (Ziv Hodak). Google Search Central Blog. Stand 07.04.2021. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Link-Best-Practices für Google. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen kommerzieller und transaktionaler Suchintention?
Bei der kommerziellen Absicht wird noch verglichen, etwa mit "test" oder "beste". Bei der transaktionalen steht die Entscheidung fest, und die Person will kaufen, buchen oder bestellen. Die erste verlangt Vergleiche und Beratung, die zweite eine Seite, auf der das sofort geht.
Kann eine Produktseite für "beste [Produktart]" ranken?
Schwer, weil die Anfrage eine Auswahl aus mehreren Produkten verlangt. Prüfen Sie die Ergebnisseite: Stehen dort Ranglisten und Testberichte, braucht es eine Kaufberatung, die auf die Produktseiten verlinkt.
Dürfen Händler die Vor- und Nachteile als strukturierte Daten auszeichnen?
Für Produktseiten von Händlern zeigt Google sie nicht an. Die Darstellung ist redaktionellen Rezensionsseiten vorbehalten, also etwa einem Testbericht im Ratgeberbereich.
Muss ich Partnerlinks in Vergleichen kennzeichnen?
Ja. Google verlangt für bezahlte Links das Attribut sponsored oder nofollow. Dazu kommen die rechtlichen Pflichten zur Kennzeichnung von Werbung.
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In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



