Ein Linkprofil ist die Gesamtheit der Links, die auf eine Website zeigen. "Natürlich" ist es, wenn diese Links so aussehen, wie sie ohne Absprache entstehen würden. Google benutzt das Wort in seinen manuellen Maßnahmen: Dort heißt der Fall "Unnatürliche Links zu Ihrer Website", beschrieben als "unnatürliche, betrügerische oder manipulative Links" [2]. Die Begriffe erklärt das Glossar unter Linkprofil und Natürliche Links. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie ein schiefes Profil erkennen, wie Sie es pflegen und wann ein Eingriff überhaupt nötig ist.
Welche Muster Google nennt
Google definiert Linkspam als "das Erstellen von Links zu oder von einer Website, hauptsächlich um das Suchranking zu manipulieren" [1]. Die Beispiele in den Spamrichtlinien lesen sich wie eine Liste der Muster, die ein Profil unnatürlich machen [1]:
- gekaufte oder verkaufte Links, die das Ranking verbessern sollen, auch gegen Waren oder Dienstleistungen
- übermäßiger Linktausch und Partnerseiten, die nur dem gegenseitigen Verlinken dienen
- Links aus automatisierten Programmen oder Diensten
- bezahlte Artikel, Gastbeiträge oder Pressemitteilungen mit optimiertem Ankertext
- Links aus Verzeichnissen oder Lesezeichendiensten geringer Qualität
- keywordreiche oder versteckte Links in Widgets, die auf viele Websites verteilt werden
- zahlreiche Links in Fußzeilen oder Vorlagen verschiedener Websites
- Forenkommentare mit optimierten Links im Beitrag oder in der Signatur
Was die Muster verbindet: Jemand hat den Link platziert, um das Ranking zu beeinflussen. Für Leser hat er an dieser Stelle selten einen Zweck. Ein einzelner Verzeichniseintrag macht noch kein schiefes Profil. Auffällig wird es, wenn ein Muster einen großen Teil der Links ausmacht.
Linktexte als häufigstes Warnzeichen
Natürliche Linktexte sind vielfältig. Wer von sich aus verlinkt, schreibt den Firmennamen, die Adresse, eine Beschreibung oder den Titel des Artikels. Ein Profil, in dem ein großer Teil der Links mit demselben Keyword beschriftet ist, etwa "Zahnarzt Berlin günstig", ist ein Hinweis auf gesteuerte Links. Google nennt "optimierten Ankertext in Artikeln, Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen" ausdrücklich als Linkspam [1].

Die häufigsten Linktexte sehen Sie im Bericht "Links" der Search Console in der Tabelle "Top-verweisender Text". Linktexte werden dort nach genauen Übereinstimmungen gruppiert und nach Anzahl sortiert [3]. Der Bericht ist eine Auswahl und zeigt nicht, ob ein Link nofollow trägt [3]. Für ein vollständigeres Bild ergänzen Sie ihn mit einem Backlink-Werkzeug.
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Eigene Netzwerke und Footer-Links
Ein Fall, der oft übersehen wird, sind Links zwischen eigenen Websites. Wer mehrere Domains betreibt, etwa für Marken, Standorte oder Projekte, verlinkt sie gern über die Fußzeile. Das ist für Besucher oft hilfreich. Google nennt aber zahlreiche Links in Fußzeilen oder Vorlagen verschiedener Websites als Beispiel für Linkspam [1]. Ein Link im Fuß auf die Muttergesellschaft ist unauffällig. Ein Block aus zwanzig Keyword-Links auf Schwesterseiten in jeder Fußzeile ist es nicht. Beschriften Sie solche Links mit dem Namen der Website, und setzen Sie sie dort, wo sie Besuchern helfen.
Ähnliches gilt für Agentur- und Entwicklerlinks im Fuß von Kundenseiten. Ein Hinweis "Website von" mit dem Firmennamen ist üblich. Eine Zeile mit Keyword-Links auf die eigenen Leistungen in Hunderten Kundenseiten passt zum Muster aus den Spamrichtlinien.
Altlasten finden und bewerten
Viele schiefe Profile stammen aus früheren Jahren: ein Paket mit Verzeichniseinträgen, Artikel auf Blognetzwerken, Linktausch aus der Anfangszeit. Für die Bestandsaufnahme gehen Sie Domain für Domain vor und ordnen jede Quelle einer von drei Gruppen zu: passt, neutral, entspricht einem der Muster. Wie Sie dabei vorgehen und welche Kriterien Sie anlegen, beschreibt der Ratgeber Backlinks prüfen und bewerten.

Wichtig ist der Blick auf die Wirkung. Google schreibt im Zusammenhang mit dem Link-Spam-Update 2022, dass SpamBrain die Wirkung unnatürlicher Links neutralisiert [4]. Unnatürliche Links aus der Vergangenheit können damit bereits ohne Wirkung sein. Einzelne Funde können trotzdem wichtig sein, hektische Aufräumaktionen sind aber selten nötig.
Was Sie tun können
Für Links, die Sie selbst beeinflussen können, ist der Weg klar. Bezahlte Links, Sponsorenlinks und Partnerlinks bekommen eine Kennzeichnung. Google empfiehlt für Werbung und bezahlte Platzierungen rel="sponsored" [5]. Links aus Tauschgeschäften oder alten Paketen lassen Sie entfernen, wenn der Betreiber erreichbar ist.
Das Disavow-Tool ist für einen engen Fall gedacht. Google schreibt, dass es in den meisten Fällen selbst beurteilen kann, welche Links vertrauenswürdig sind, und das Tool deshalb für die meisten Websites nicht nötig ist [6]. Sinnvoll ist es, wenn eine erhebliche Zahl von Spam-, künstlichen oder minderwertigen Links auf Ihre Website verweist und diese eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder wahrscheinlich auslösen werden [6]. Zuerst sollten Sie versuchen, die Links entfernen zu lassen [6]. Die Datei enthält je Zeile eine Adresse oder eine Domain mit dem Präfix domain:, ist als UTF-8 oder 7-Bit-ASCII codiert und darf höchstens 100.000 Zeilen und 2 MB umfassen [6].
Angebote vor der Zusage prüfen
Ein Profil bleibt am leichtesten natürlich, wenn problematische Links gar nicht erst entstehen. Viele kommen über Angebote ins Haus: ein Portal bietet einen Eintrag mit Link gegen Gebühr, eine Agentur verkauft ein Paket mit Gastartikeln, ein Blog fragt nach einem Linktausch. Stellen Sie vor jeder Zusage vier Fragen. Würde ein Leser dieser Seite den Link anklicken? Fließt Geld, eine Ware oder eine Gegenleistung? Wenn ja, wird der Link mit sponsored oder nofollow gekennzeichnet? Gibt der Anbieter den Linktext vor? Sobald eine Gegenleistung fließt und die Kennzeichnung fehlen soll, beschreibt das Angebot genau den Fall, den Google in den Spamrichtlinien als ge- oder verkaufte Links nennt [1]. Ein fester Termin im Quartal, an dem Sie neue Links im Bericht "Links" ansehen, hilft außerdem, Überraschungen früh zu bemerken.
Wenn eine manuelle Maßnahme vorliegt
Eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links sehen Sie im Bericht "Manuelle Maßnahmen" der Search Console. Google empfiehlt dann, die Betreiber der verlinkenden Websites zu bitten, die Links zu entfernen oder so zu ändern, dass sie keinen PageRank weitergeben, die übrigen Links für ungültig zu erklären und danach im Bericht eine Überprüfung anzufordern [2]. Google weist darauf hin, dass ein Antrag abgelehnt werden kann, wenn Links ohne vorherigen Versuch der Entfernung nur für ungültig erklärt wurden [2]. Vor einem neuen Antrag warten Sie auf die Nachricht zum Stand der Prüfung [2]. Bei diesem Verfahren unterstützt SEO NW mit der Leistung Penalty-Hilfe.

Für die Zeit danach gilt dasselbe wie für jede Website: neue Links auf Wegen aufbauen, die Googles Richtlinien entsprechen. Den Überblick über diese Wege gibt der Ratgeber Linkaufbau Grundlagen. Nach unserer Erfahrung ist ein Profil, das aus echten Beziehungen und guten Inhalten wächst, auf Dauer die geringste Sorge.
Sie sind unsicher, ob alte Links Ihrer Website ein Problem sind? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Wer das Profil vollständig untersuchen lassen möchte, findet dafür die Leistung Backlink-Analyse.
- Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche, Abschnitt Link-Spam. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Bericht "Manuelle Maßnahmen". Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Bericht "Links". Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation December 2022 link spam update releasing for Google Search. Google Search Central Blog. Stand 14.12.2022. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Ausgehende Links für Google qualifizieren. Google Search Central. Stand 08.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Links zu Ihrer Website für ungültig erklären. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist ein natürliches Linkprofil?
Eines, dessen Links aus redaktionellen Gründen entstanden sind: von verschiedenen passenden Websites, mit unterschiedlichen Linktexten und ohne unbezeichnete Gegenleistung. Es enthält keine größeren Anteile der Muster, die Google in den Spamrichtlinien als Linkspam nennt.
Muss ich schlechte Links per Disavow entwerten?
Meist nicht. Google schreibt, dass es in den meisten Fällen selbst beurteilen kann, welche Links vertrauenswürdig sind. Das Tool ist für den Fall gedacht, dass viele künstliche Links eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder wahrscheinlich auslösen werden.
Schaden Links zwischen meinen eigenen Websites?
Einzelne, für Besucher sinnvolle Links gehören nicht zu den Beispielen. Google nennt aber zahlreiche Links in Fußzeilen oder Vorlagen verschiedener Websites als Beispiel für Linkspam. Setzen Sie solche Links mit dem Namen der Website und dort, wo sie Besuchern helfen.
Wie sehe ich, ob mein Linkprofil schief ist?
Ein erster Blick gelingt im Bericht "Links" der Search Console, besonders in der Tabelle mit den häufigsten Linktexten. Steht dort ein Keyword weit vor Firmenname und Adresse, lohnt eine genauere Prüfung.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



