Die Schaltfläche "Mehr laden" ist ein Kompromiss zwischen klassischer Seitennavigation und endlosem Scrollen. Besucher bleiben auf einer Seite, entscheiden aber selbst, wann weitere Einträge erscheinen. Für die Suche hat das Muster eine bekannte Schwäche. Google schreibt in seiner Dokumentation zur Paginierung: "Die Crawler von Google klicken nicht auf Schaltflächen" [1]. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solche Schaltfläche bauen, damit Besucher den Komfort behalten und Google trotzdem jeden Eintrag erreicht. Das verwandte Muster ohne Schaltfläche behandelt der Ratgeber Endlos-Scrolling und SEO.
Was Google über "Mehr laden" sagt
Google stellt drei Muster nebeneinander: Paginierung, "Mehr laden" und unendliches Scrollen [1]. Als Vorteile von "Mehr laden" nennt Google, dass alle Inhalte auf einer Seite stehen und Nutzer über die Gesamtzahl der Ergebnisse informiert werden können, etwa auf oder neben der Schaltfläche [1]. Als Nachteil nennt Google, dass sehr große Ergebnismengen nicht zu bewältigen sind, weil am Ende alle Ergebnisse auf einer einzigen Seite stehen [1].
Für die Suche wichtiger ist ein anderer Satz. "Mehr laden" und unendliches Scrollen werden laut Google meist mit JavaScript umgesetzt, und solche Funktionen löst Google in der Regel nicht aus. Google folgt meist den Adressen in href-Attributen von a-Elementen [1]. Eine Schaltfläche ohne Link ist für den Crawler also eine Sackgasse.
Das Problem an einem Beispiel
Eine Blogübersicht zeigt zwölf Beiträge und darunter eine Schaltfläche. Im Quelltext steht ein button-Element mit einem Klick-Ereignis, das per Skript die nächsten zwölf Beiträge holt. Für Besucher funktioniert das. Google sieht die zwölf Beiträge der ersten Ansicht und die Schaltfläche, aber keinen Link auf Beitrag 13 bis 24. Ältere Beiträge findet Google dann nur noch über andere Wege, etwa die Sitemap, Kategorien oder Links aus anderen Artikeln.

Bei einem Blog mag das verschmerzbar sein, weil Artikel oft auch anderswo verlinkt sind. In einem Shop mit großen Kategorien kann es bedeuten, dass ein Teil der Produkte kaum interne Links hat.
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Die Lösung: ein Link, den das Skript übernimmt
Der sauberste Weg ist eine Schaltfläche, die im HTML ein normaler Link ist. Im Quelltext steht also ein a-Element mit href auf die nächste Seite, etwa ?page=2, beschriftet mit "Mehr laden" oder "Weitere Beiträge". Ohne JavaScript führt der Link auf die zweite Seite. Mit JavaScript fängt das Skript den Klick ab, lädt die Einträge der zweiten Seite nach und setzt den Link auf ?page=3.

Damit das funktioniert, braucht jede Seite der Folge eine eigene Adresse, die auch direkt aufgerufen werden kann. Google empfiehlt: "Weise jeder Seite eine eindeutige URL zu." [1] Als Beispiel nennt Google einen Parameter wie ?page=n. Fragmente mit Rautezeichen sind ungeeignet, weil Google sie ignoriert [1]. Jede Seite verlinkt mit einem a-Element auf die nächste. Zusätzlich können alle Seiten auf die erste Seite der Folge verlinken [1].
Adresse im Browser mitführen
Nach dem Nachladen sollte die Adresse in der Adresszeile zum Stand der Seite passen. Google rät für Anwendungen mit Routing im Browser zur History API statt zu Fragmenten [2]. Für "Mehr laden" heißt das: Nach dem Klick schreibt das Skript ?page=2 in die Adresszeile. Wer die Seite neu lädt oder die Adresse teilt, landet an der richtigen Stelle. In der Dokumentation zum Lazy Loading empfiehlt Google dasselbe für nachgeladene Blöcke, die den Hauptinhalt ändern [3].
Ein Detail entscheidet über die Zufriedenheit der Besucher: der Zurück-Knopf. Wer aus der Liste einen Beitrag öffnet und zurückgeht, erwartet, an derselben Stelle zu landen. Ohne Vorkehrung zeigt die Seite wieder nur die ersten zwölf Einträge. Speichern Sie deshalb, wie viele Seiten geladen waren, und stellen Sie den Stand bei der Rückkehr wieder her.
Wie viele Einträge je Klick
Wie viele Einträge eine Seite der Folge enthält, legen Sie selbst fest. Für die Suche ist die Zahl weniger wichtig als ihre Beständigkeit: Seite 3 sollte heute und in einer Woche dieselben Einträge zeigen, solange sich die Liste nicht ändert. Google verlangt für nachgeladene Blöcke eine dauerhafte Adresse, die immer denselben Inhalt liefert, und rät deshalb zu festen Seitenzahlen statt relativer Angaben [3]. Neue Einträge oben in der Liste verschieben ältere zwar nach hinten, das ist normal und kein Fehler. Vermeiden Sie aber, dass dieselbe Adresse je nach Sitzung, Gerät oder Zufall andere Einträge liefert. Ein Zähler neben der Schaltfläche, etwa "24 von 180 Beiträgen", hilft Besuchern einzuschätzen, wie lang die Liste noch ist. Google nennt diese Anzeige der Gesamtzahl ausdrücklich als Vorteil des Musters [1].
Canonical, Titel und Sitemap
Jede Seite der Folge bekommt ein Canonical auf sich selbst. Google schreibt ausdrücklich: "Verwende die erste Seite einer Folge von paginierten Seiten nicht als kanonische Seite." [1] Die Angaben rel="next" und rel="prev" nutzt Google laut eigener Dokumentation nicht mehr, andere Suchmaschinen möglicherweise schon [1]. Mehr dazu im Ratgeber Canonical und Paginierung richtig verbinden.
Titel und Beschreibung dürfen auf allen Seiten der Folge gleich sein. Google versucht nach eigenen Angaben, Seiten einer Folge zu erkennen und entsprechend zu indexieren [1]. Ob ein Zusatz wie "Seite 2" trotzdem sinnvoll ist, behandelt der Ratgeber Seitenzahlen in Title und Description. Für Shops empfiehlt Google zusätzlich eine Sitemap oder einen Feed im Google Merchant Center, damit alle Produkte gefunden werden [1].
Sortierung und Filter nicht vergessen
Viele Listen mit "Mehr laden" haben zusätzlich eine Sortierung. Jede Sortierung erzeugt eine eigene Folge von Seiten mit denselben Einträgen in anderer Reihenfolge. Google nennt für solche Varianten zwei Wege: sie mit noindex aus dem Index zu halten oder das Crawlen der Adressmuster per robots.txt zu unterbinden [1]. Wie Sie Filter und Sortierungen insgesamt steuern, steht im Ratgeber Facettierte Navigation steuern.
Prüfen, ob es funktioniert
Drei Tests zeigen, ob die Umsetzung trägt. Erstens: Schalten Sie JavaScript im Browser aus und klicken Sie auf "Mehr laden". Sie müssen auf ?page=2 landen. Zweitens: Rufen Sie ?page=3 direkt auf. Die Seite muss die richtigen Einträge zeigen und einen Link auf die nächste Seite enthalten. Drittens: Prüfen Sie die erste Seite mit dem URL-Prüftool der Search Console. Im gerenderten HTML muss der Link auf ?page=2 als a-Element mit href stehen.

Ein Crawl mit einem Desktop-Crawler zeigt ergänzend, ob alle Seiten der Folge erreicht werden und ob die Einträge am Ende der Liste interne Links bekommen. Grundlagen zum Thema stehen im Ratgeber Paginierung richtig umsetzen, eine kurze Erklärung im Glossar unter Paginierung.
Sie wissen nicht, ob die Schaltfläche in Ihrem Theme ein Link oder ein reines Skript ist? Stellen Sie die Frage mit der Adresse einer Liste in der gratis Sprechstunde. Wenn Kategorien in einem Shop neu aufgebaut werden müssen, ist die Leistung Kategorieseiten optimieren der passende Rahmen.
- Organisation Paginierung, inkrementeller Seitenaufbau und ihre Auswirkungen auf die Google Suche. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Grundlagen von JavaScript-SEO. Google Search Central. Stand 04.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Probleme mit Lazy-Load-Inhalten beheben. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Klickt Google auf einen "Mehr laden"-Button?
Nein. Google schreibt, dass seine Crawler nicht auf Schaltflächen klicken und JavaScript-Funktionen hinter solchen Schaltflächen in der Regel nicht auslösen. Google folgt Adressen in href-Attributen von a-Elementen.
Wie baue ich "Mehr laden" suchmaschinenfreundlich?
Als normalen Link auf die nächste Seite, etwa ?page=2, den ein Skript für Besucher abfängt und in ein Nachladen verwandelt. Jede Seite der Folge braucht eine eigene, direkt aufrufbare Adresse und einen Link auf die nächste.
Brauchen die Seiten 2, 3 und folgende ein eigenes Canonical?
Ja. Google rät ausdrücklich davon ab, die erste Seite als kanonische Seite der ganzen Folge zu verwenden. Jede Seite verweist im Canonical auf sich selbst.
Ist "Mehr laden" besser als Paginierung?
Für Besucher hängt das von der Liste ab. Google nennt als Vorteil, dass alles auf einer Seite steht und die Gesamtzahl angezeigt werden kann, als Nachteil, dass sehr große Mengen schwer zu bewältigen sind. Für die Suche funktionieren beide, wenn hinter jeder Ansicht eine Adresse mit Link steht.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



