Google nennt eine Website mehrsprachig, wenn sie Inhalte in mindestens zwei Sprachen anbietet [1]. Das klingt einfach, hat aber Folgen für Adressen, Navigation, Übersetzung und Technik, die sich später nur mit Aufwand ändern lassen. Dieser Ratgeber geht die Schritte in der Reihenfolge durch, in der sie beim Aufbau anfallen. Wo eine Frage einen eigenen Ratgeber hat, verweisen wir darauf. Die Grundbegriffe stehen im Glossar unter Internationales SEO.
Schritt 1: Sprachen und Länder trennen
Zuerst klären Sie, ob Sie Sprachen oder Länder bedienen wollen. Google unterscheidet zwischen mehrsprachigen Websites, die Inhalte in mehreren Sprachen anbieten, und mehrregionalen, die sich an Nutzer in verschiedenen Ländern richten. Eine Website kann beides sein [1]. Eine Fassung auf Englisch für alle Länder ist ein Sprachthema. Eine Fassung für die Schweiz mit Preisen in Franken ist ein Länderthema, auch wenn sie auf Deutsch ist.
Die Unterscheidung bestimmt die hreflang-Werte und oft die Struktur. Planen Sie auch, welche Inhalte jede Fassung bekommt. Nicht jede Seite muss in jeder Sprache existieren. Ein Blog mit lokalen Nachrichten braucht oft keine englische Fassung, die Leistungsseiten schon.
Schritt 2: die Adressen festlegen
Jede Sprachfassung braucht eine eigene Adresse. Google rät von Parametern wie ?lang=en ab und beschreibt als Möglichkeiten Länderdomains, Subdomains und Unterverzeichnisse [1]. Für reine Sprachfassungen sind Unterverzeichnisse wie beispiel.com/en/ und beispiel.com/fr/ oft der einfachste Weg. Die ausführliche Abwägung steht im Ratgeber Länderdomains oder Unterordner.
Auch die Wörter in der Adresse gehören zur Sprache. Google empfiehlt, in der URL Wörter in der Sprache der Zielgruppe zu verwenden, "und gegebenenfalls transliterierte Wörter" [2]. Die französische Seite heißt also /fr/services/ und nicht /fr/leistungen/. Umlaute und andere Zeichen außerhalb von ASCII sollten in Links prozentcodiert werden, aus "gemüse" wird "gem%C3%BCse" [2].
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Schritt 3: eine Sprache je Seite
Google erkennt die Sprache einer Seite am sichtbaren Inhalt. Das lang-Attribut im HTML oder die Adresse nutzt Google dafür nicht: "Google verwendet hreflang oder das HTML-Attribut lang nicht, um die Sprache einer Seite zu erkennen." [3] Daraus folgt Googles Rat, je Seite nur eine Sprache für Inhalte und Navigation zu verwenden [1].

In der Praxis scheitert das oft an Kleinigkeiten: Menüs, Fußzeilen, Formulare, Fehlermeldungen und Cookie-Hinweise bleiben auf Deutsch, während der Haupttext übersetzt ist. Eine englische Seite mit deutscher Navigation ist für Besucher irritierend und für Google ein gemischtes Signal. Gehen Sie vor dem Start jede Vorlage durch und prüfen Sie, ob alle festen Texte übersetzt sind.
Das lang-Attribut sollten Sie trotzdem richtig setzen. Für die Barrierefreiheit verlangen die WCAG 2.2 im Erfolgskriterium 3.1.1 (Stufe A), dass sich die Hauptsprache jeder Seite programmatisch bestimmen lässt [4]. Screenreader können dann die richtigen Ausspracheregeln laden [4].
Zur Sprache einer Seite gehört auch, was Besucher nicht sofort sehen. Title und Meta Description erscheinen in den Suchergebnissen und sollten in der Sprache der Seite geschrieben sein, ebenso Alt-Texte von Bildern, Bildunterschriften und Dateinamen von Downloads. Strukturierte Daten übernehmen oft automatisch Felder aus dem deutschen Datensatz, etwa Produktnamen, Beschreibungen oder Öffnungszeiten mit deutschen Wochentagen. Prüfen Sie den Quelltext einer übersetzten Seite deshalb einmal von oben bis unten auf deutsche Reste. Bei Formularen gehören Feldnamen, Pflichthinweise und Bestätigungsmails dazu, bei Shops auch Versandbedingungen und E-Mails nach der Bestellung.
Schritt 4: keine automatische Weiterleitung
Viele Websites leiten Besucher anhand der Browsersprache oder des Standorts auf eine Fassung um. Google rät davon ab, Nutzer nur aufgrund einer vermuteten Sprache automatisch weiterzuleiten, weil Nutzer und Suchmaschinen dann womöglich nicht alle Fassungen erreichen [1]. Dazu kommt ein technischer Grund: Der Googlebot sendet laut Google keinen Accept-Language-Header und crawlt überwiegend von Adressen in den USA aus [1]. Eine Weiche nach Sprache oder Standort würde ihm also womöglich immer dieselbe Fassung zeigen.
Besser ist ein Hinweis: Erkennt die Website, dass ein Besucher mit französischem Browser auf der deutschen Seite landet, zeigt sie einen Hinweis mit Link auf die französische Fassung. Der Besucher entscheidet selbst.
Schritt 5: der Sprachwechsler
Google empfiehlt Links zu den anderen Sprachfassungen einer Seite, damit Besucher selbst wählen können [1]. Der Sprachwechsler sollte deshalb aus normalen a-Elementen mit href bestehen und auf die entsprechende Seite in der anderen Sprache führen, nicht auf deren Startseite. Wer auf der deutschen Seite zur Lieferung steht und auf "English" klickt, erwartet die englische Seite zur Lieferung.

Beschriften Sie die Sprachen in ihrer eigenen Sprache: "Deutsch", "English", "Français". Wer kein Deutsch spricht, erkennt "Englisch" nicht als seine Sprache. Flaggen sind für Sprachen ungeeignet, weil viele Sprachen in mehreren Ländern gesprochen werden und viele Länder mehrere Sprachen haben.
Schritt 6: hreflang verknüpfen
Mit hreflang teilen Sie Google mit, welche Seiten Sprach- oder Regionsfassungen voneinander sind [3]. Google kennt drei Wege: Angaben im head-Bereich des HTML, im HTTP-Header, etwa für PDF-Dateien, und in der XML-Sitemap [3]. Zwei Regeln sind entscheidend. Jede Fassung muss sich selbst und alle anderen nennen: "In jeder Sprachversion müssen die Version selbst und alle anderen Sprachversionen aufgelistet sein." [3] Und: "Wenn zwei Seiten nicht aufeinander verweisen, werden die Tags ignoriert." [3] Für Besucher, deren Sprache keine Fassung hat, gibt es den Wert x-default [3].
Wie Sie hreflang im Einzelnen umsetzen und Fehler finden, beschreiben die Ratgeber hreflang erklärt und hreflang-Fehler beheben. Mit unserem hreflang-Generator lassen sich die Angaben für eine Seite erzeugen.
Schritt 7: Übersetzung und Pflege
Eine Sprachfassung ist so gut wie ihre Übersetzung. Maschinelle Übersetzungen sind ein brauchbarer Entwurf, sollten aber von jemandem gelesen werden, der die Sprache und das Fach kennt. Die Spamrichtlinien nennen unter massenhaft generierten Inhalten das Scraping von Feeds, Suchergebnissen oder anderen Inhalten, auch mit automatisierten Transformationen wie Übersetzung, wenn Nutzer wenig davon haben [5]. Das betrifft fremde Inhalte, zeigt aber, worauf Google achtet: ob eine Seite eigenen Wert hat.

Schwieriger als der Start ist die Pflege. Jede Änderung an der deutschen Seite muss in die anderen Fassungen. Legen Sie deshalb fest, wer übersetzt, wie Änderungen gemeldet werden und wie lange eine Fassung veralten darf. Wie Sie bei Übersetzungen die Qualität sichern, beschreibt der Ratgeber Übersetzungen und Qualität bei internationalen Seiten. Für Shops gibt es den Ratgeber Mehrsprachige Shops, für Joomla den Beitrag Joomla Mehrsprachigkeit und SEO auf unserem Fachportal.
Nach unserer Erfahrung scheitern mehrsprachige Websites seltener an der Technik als an der Pflege. Starten Sie lieber mit wenigen Seiten in guter Qualität als mit allen Seiten in schwacher.
Sie planen eine zweite Sprache und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Wenn Sie den Aufbau für mehrere Sprachen oder Länder begleiten lassen wollen, ist die Leistung Internationales SEO der passende Rahmen.
- Organisation Mehrsprachige und mehrregionale Websites verwalten. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Best Practices für die URL-Struktur für die Google Suche. Google Search Central. Stand 26.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Lokalisierte Versionen deiner Seite für Google angeben. Google Search Central. Stand 22.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Understanding Success Criterion 3.1.1: Language of Page. W3C Web Accessibility Initiative. Stand WCAG 2.2. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Brauche ich für jede Sprache eine eigene Domain?
Nein. Google nennt Länderdomains, Subdomains und Unterverzeichnisse als Möglichkeiten. Für reine Sprachfassungen sind Unterverzeichnisse wie /en/ oder /fr/ oft der einfachste Weg. Von Parametern wie ?lang=en rät Google ab.
Erkennt Google die Sprache am lang-Attribut?
Nein. Google schreibt, dass es weder hreflang noch das lang-Attribut nutzt, um die Sprache einer Seite zu erkennen. Maßgeblich ist der sichtbare Inhalt. Das lang-Attribut ist trotzdem für Screenreader wichtig.
Darf ich Besucher automatisch auf ihre Sprache umleiten?
Google rät davon ab, weil Nutzer und Suchmaschinen dann womöglich nicht alle Fassungen erreichen. Besser ist ein Hinweis mit Link auf die passende Fassung.
Gelten Übersetzungen als Duplicate Content?
Nein, solange der Hauptinhalt übersetzt ist. Google betrachtet lokalisierte Fassungen nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt nicht übersetzt wurde.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



