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Ratgeber

Navigationale Suchanfragen: wenn jemand genau Ihre Website sucht

Bei einer navigationalen Suchanfrage will jemand eine bestimmte Website oder Seite aufrufen, etwa mit dem Markennamen, der Domain oder "Name login". Google nennt die gesuchte Seite das Ziel der Anfrage. Für Website-Betreiber heißt das: Die eigene Startseite und die gesuchten Unterseiten müssen eindeutig auffindbar sein, mit klarem Websitenamen und guter interner Struktur.

Reisende um die dreißig geht von hinten gesehen direkt auf einen Hauseingang in einer ruhigen Straße zu
Bild: KI-generiert

Viele Suchanfragen dienen nicht der Recherche. Wer "sparkasse login" oder den Namen eines Handwerksbetriebs eintippt, weiß, wohin er will, und nutzt die Suchmaschine als Abkürzung. Das ist die navigationale Suchintention. Googles Richtlinien für Suchqualitätsbewerter nennen sie Website-Anfrage und beschreiben das Ziel so: eine bestimmte Website oder Webseite finden, die der Nutzer angefragt hat [1]. Diese eine Seite heißt in den Richtlinien das Ziel der Anfrage [1]. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie navigationale Suchanfragen erkennen, was Google dazu ausspielt und was Sie tun können, damit Suchende bei Ihnen ankommen.

Woran Sie navigationale Anfragen erkennen

Die Bewerterrichtlinien nennen als eine Art der Website-Anfrage die URL-Anfrage. Dabei tippt jemand eine Adresse in das Suchfeld, vollständig wie "www.ibm.com" oder unvollständig, sodass sie im Browser nicht laden würde [1]. Daneben stehen in den Beispielen der Richtlinien Anfragen aus Marken- oder Produktnamen, oft mit einem Zusatz: ein Netzwerkname mit dem Wort "login", ein Mail-Dienst, ein Onlinehändler mit Domain und ein Produktname zusammen mit der Domain des Herstellers [1].

Hand hält einen Messingschlüssel vor eine Holztür mit schlichtem Metallschloss, Nahaufnahme
Bild: KI-generiert

Für deutsche Websites sehen die typischen Muster so aus. Die Beispiele sind eigene, keine aus den Richtlinien.

MusterBeispielZiel
Marke allein"meier haustechnik"Startseite
Marke plus Bereich"meier haustechnik kontakt"Kontaktseite
Marke plus Funktion"stadtwerke kundenportal"Anmeldeseite
Domain"meier-haustechnik.de"Startseite
Marke plus Produkt"meier wärmepumpe angebot"Produkt- oder Leistungsseite

Nicht jede Anfrage mit einem Markennamen ist rein navigational. Die Richtlinien zeigen am Beispiel einer Handelskette, dass dieselbe Anfrage zwei starke Absichten haben kann: die Website aufrufen oder eine Filiale in der Nähe besuchen [1]. Wie Sie solche Mischfälle behandeln, erklärt der Ratgeber Gemischte Suchintention. Den Überblick über alle Formen gibt Suchintention erkennen.

Was Google bei Website-Anfragen zeigt

Bei einer navigationalen Anfrage steht die Zielseite meist ganz oben. Darunter zeigt Google oft Sitelinks: Links aus derselben Domain, die unter einem Ergebnis gruppiert sind [2]. Google ermittelt sie automatisch aus der Linkstruktur der Website und zeigt sie nur, wenn sie für die Anfrage hilfreich erscheinen [2]. Über dem Titel jedes Ergebnisses steht außerdem der Websitename, den Google ebenfalls automatisch festlegt, unter anderem aus Inhalten der Startseite und Verweisen darauf im Web [3].

Unter dem Ziel erscheinen häufig weitere Ergebnisse, die nicht von Ihnen stammen: Bewertungsportale, Nachrichten, Branchenverzeichnisse. Die Bewerterrichtlinien halten fest, dass solche Seiten für URL-Anfragen hilfreich sein können, weil manche Nutzer Informationen über eine Website suchen, etwa Bewertungen oder aktuelle Meldungen [1]. Wer nach Ihrem Namen sucht, sieht also auch, was andere über Sie schreiben.

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In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Die eigene Marke absichern

Nach unserer Erfahrung landen die meisten navigationalen Anfragen nach einer Marke ohne besonderes Zutun auf der richtigen Website. Probleme entstehen, wenn Google die Zielseite nicht eindeutig zuordnen kann. Drei Bereiche lohnen eine Prüfung.

Kleiner Ladeneingang mit leerem Holzschild über der Tür und einer Bank davor, Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Websitename

Ihren bevorzugten Namen teilen Sie Google mit strukturierten Daten vom Typ WebSite auf der Startseite mit [3]. Google berücksichtigt zusätzlich og:site_name, das title-Element, Überschriften und weiteren Text der Startseite. Der Name sollte dort überall gleich lauten [3]. Generische Namen wie "Beste Zahnärzte in Bremen" wählt das System laut Google wahrscheinlich nicht als Websitenamen, außer bei sehr bekannten Marken [3]. Über die Eigenschaft alternateName können Sie einen Ausweichnamen angeben, zum Beispiel eine Abkürzung, unter der Ihre Firma bekannt ist [3].

Sitelinks

Sitelinks lassen sich nicht direkt festlegen. Google nennt aber Best Practices: informative, kompakte Seitentitel und Überschriften, eine logische Struktur, Links von relevanten Seiten auf die wichtigen Seiten und kurze, passende Linktexte [2]. Ein Sitelink, der nicht erscheinen soll, verschwindet nur, wenn Sie die Seite entfernen oder mit noindex versehen [2]. Mehr zur Steuerung mit noindex steht im Ratgeber noindex richtig einsetzen.

Gesuchte Unterseiten

Prüfen Sie, welche Zusätze Suchende zu Ihrem Namen eintippen: Kontakt, Öffnungszeiten, Anfahrt, Karriere, Login. Jede dieser Absichten braucht eine eigene, indexierbare Seite mit passendem Titel. Fehlt sie, zeigt Google eine andere Seite Ihrer Website oder ein fremdes Verzeichnis. Bei Betrieben mit Standort kommt das Unternehmensprofil bei Google hinzu, das bei Markensuchen oft prominent erscheint. Wie Sie es pflegen, steht im Local-SEO-Portal.

Seit dem 11.03.2025 hat der Leistungsbericht der Search Console einen Filter für Suchanfragen mit und ohne Markenbezug [4]. Markenbezogen sind laut Google Anfragen mit dem Namen Ihrer Marke, Ihrer Domain oder einem markenspezifischen Produkt, einschließlich häufiger Falschschreibungen [4]. Für untergeordnete Properties wie ein Blogverzeichnis und für Websites mit wenigen Impressionen steht der Filter nicht zur Verfügung [4].

Zwei Gläser auf einem Küchenregal, eines mit dunklen, eines mit hellen Bohnen gefüllt
Bild: KI-generiert

Google ordnet die beiden Gruppen so ein: Markenbezogener Verkehr kommt häufig von Nutzern, die Ihre Website schon kennen, Verkehr ohne Markenbezug kann auf eine wachsende Zielgruppe hindeuten [4]. Für die Bewertung von SEO-Arbeit ist die Trennung wichtig. Steigende Klicks auf Markenanfragen zeigen meist, dass Ihr Name bekannter wird, etwa durch Werbung, Presse oder Empfehlungen. Neue Besucher über die Suche zeigen sich eher in der Gruppe ohne Markenbezug. In einem Monatsbericht sollten beide Gruppen deshalb getrennt stehen, wie im Ratgeber Monatsbericht für SEO aufbauen beschrieben.

Neuer Name oder neue Domain

Navigationale Anfragen hängen am Namen. Ändert sich der Firmenname oder zieht die Website auf eine neue Domain, suchen Menschen oft noch eine Weile nach dem alten Namen oder tippen die alte Adresse ein. Für den Umzug auf eine neue Domain rät Google zu serverseitigen Weiterleitungen mit dem Status 301 oder 308 von jeder alten auf die passende neue Adresse [5]. Die Weiterleitungen sollen möglichst lange bestehen bleiben, generell mindestens ein Jahr, aus Sicht der Nutzer am besten ohne zeitliche Begrenzung [5].

Für die Marke selbst heißt das: Nennen Sie den früheren Namen auf der Startseite oder der Seite über das Unternehmen, etwa mit einem Satz wie "früher Meier und Söhne". So finden auch Suchende mit dem alten Namen die richtige Seite. Im Leistungsbericht sehen Sie über einige Monate, wie die Anfragen mit dem alten Namen abnehmen und die mit dem neuen zunehmen.

Fremde Marken als Suchanfrage

Navigationale Anfragen nach einer fremden Marke sind für Ihre Website schwer zu gewinnen, denn das Ziel ist die Website dieser Marke. Ein Vergleichsartikel kann für "Marke Erfahrungen" oder "Marke Alternative" passen, weil hier eine Recherche dahintersteht. Für den reinen Markennamen ist er selten das gesuchte Ergebnis. Wer fremde Markennamen in Titeln oder Anzeigen verwendet, sollte außerdem die rechtliche Seite kennen. Einen Überblick gibt der Ratgeber Markenrecht und Keywords.

Sie möchten wissen, wie viele Ihrer Suchanfragen navigational sind und ob Google für Ihren Namen die richtige Seite zeigt? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Ein Blick in den Markenfilter der Search Console reicht oft schon für eine erste Einschätzung.

  1. Organisation Search Quality Rater Guidelines (General Guidelines), Abschnitte 12.7.3, 16.1 und 20.0. Google. Stand 11.09.2025. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Informationen zu Sitelinks. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Websitenamen in der Google Suche. Google Search Central. Stand 20.02.2026. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Leistungsbericht (Suchergebnisse): Häufige Aufgaben und Anwendungsfälle. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Websiteverschiebungen und Migrationen. Google Search Central. Stand 09.09.2026. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Was ist eine navigationale Suchanfrage?

Eine Suchanfrage, mit der jemand eine bestimmte Website oder Seite aufrufen will, etwa mit Markennamen, Domain oder "Name login". Googles Bewerterrichtlinien nennen das eine Website-Anfrage und die gesuchte Seite ihr Ziel.

Kann ich die Sitelinks unter meinem Ergebnis selbst festlegen?

Nein, Google wählt Sitelinks automatisch aus der Linkstruktur der Website. Sie können die Auswahl über klare Titel, eine logische Struktur und passende Linktexte beeinflussen. Eine Seite verschwindet aus den Sitelinks nur durch Entfernen oder noindex.

Warum zeigt Google einen anderen Namen über meinem Ergebnis?

Google legt den Websitenamen automatisch fest. Geben Sie Ihren bevorzugten Namen mit strukturierten Daten vom Typ WebSite auf der Startseite an, verwenden Sie ihn dort einheitlich und ergänzen Sie bei Bedarf einen Ausweichnamen mit alternateName.

Wie messe ich Suchanfragen nach meiner Marke?

Mit dem Filter für markenbezogene Suchanfragen im Leistungsbericht der Search Console. Er enthält Daten ab dem 11.03.2025 und steht für kleine Websites und untergeordnete Properties nicht zur Verfügung.

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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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