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Ratgeber

KI-Texte und Urheberrecht: was für Ihre Website gilt

Das Urheberrechtsgesetz schützt nur persönliche geistige Schöpfungen, Urheber ist der Schöpfer des Werkes. Wie viel menschlicher Anteil ein KI-Text dafür braucht, sagt das Gesetz nicht ausdrücklich. Gibt eine KI geschützte fremde Texte wieder, kann das nach einem nicht rechtskräftigen Urteil des LG München I das Urheberrecht verletzen.

Holzschreibtisch mit Füllfederhalter, einem Stapel leerer Blätter und einem zugeklappten Laptop im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Viele Unternehmen lassen Produktbeschreibungen, Ratgeber oder Entwürfe für Blogartikel inzwischen von einem Sprachmodell vorschreiben. Beim Thema KI-Texte und Urheberrecht stellen sich dann zwei Fragen, die sich leicht vermischen: Dürfen Sie den Text überhaupt verwenden, ohne die Rechte anderer zu verletzen? Und können Sie selbst Rechte an diesem Text geltend machen, wenn ihn ein Wettbewerber kopiert? Dazu kommt eine dritte Frage, die viele Website-Betreiber erst später bemerken: Was dürfen KI-Anbieter mit den Texten anstellen, die auf Ihrer eigenen Website stehen?

Dieser Ratgeber ordnet die Fragen anhand des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) und einer Gerichtsentscheidung. Er ist eine Information für Website-Betreiber und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Ihren konkreten Fall fragen Sie bitte eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.

Was das Urheberrechtsgesetz schützt

Texte fallen im UrhG unter die Sprachwerke. § 2 Abs. 1 Nr. 1 nennt sie ausdrücklich, zusammen mit Reden und Computerprogrammen [1]. Entscheidend ist der zweite Absatz derselben Vorschrift: Werke im Sinne des Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen [1]. Wer Urheber ist, regelt § 7 in einem einzigen Satz: Urheber ist der Schöpfer des Werkes [2].

Schweres geschlossenes Buch mit Messingschließe auf einem dunklen Holztisch im warmen Lampenlicht
Bild: KI-generiert

Das Gesetz verbindet den Schutz also mit einer Schöpfung und mit einer Person, die sie geschaffen hat. Für Texte, die ein Sprachmodell erzeugt, folgt daraus eine offene Frage. Wie viel eigener Anteil eines Menschen nötig ist, damit aus einem KI-Entwurf eine persönliche geistige Schöpfung wird, beantwortet das UrhG nicht ausdrücklich. Eine feste Schwelle nennt das Gesetz nicht. Ob im Einzelfall eine persönliche geistige Schöpfung vorliegt, klärt im Streitfall ein Gericht.

Was das für Ihre eigenen Texte bedeutet

Für den Alltag auf einer Unternehmenswebsite hat die offene Frage eine praktische Seite. Wenn ein Wettbewerber Ihre Produkttexte kopiert, hilft Ihnen das Urheberrecht nur bei einem geschützten Werk. Ob Ihr Text geschützt ist, lässt das Gesetz offen. Eigene Fachkenntnis, eigene Beispiele aus dem Betrieb und eine eigene Gliederung unterscheiden den Text außerdem von den vielen ähnlichen Fassungen, die andere mit denselben Werkzeugen erzeugen.

Halten Sie fest, wer an einem Text mitgearbeitet hat und was geändert wurde. Bei Texten, die eine Agentur oder ein Texter für Sie schreibt, gehört die Frage der Nutzungsrechte in den Vertrag. Wenn SEO NW im Rahmen der Texterstellung für SEO für Sie schreibt, erhalten Sie alle Nutzungsrechte an den Texten.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Wenn die KI fremde Texte wiedergibt

Ein Sprachmodell kann Passagen ausgeben, die einem vorhandenen, geschützten Text sehr nahekommen oder ihm wörtlich entsprechen. Für Bearbeitungen und Umgestaltungen eines Werkes gilt § 23 Abs. 1 UrhG. Sie dürfen nur mit Zustimmung des Urhebers veröffentlicht oder verwertet werden. Hält das neue Werk einen hinreichenden Abstand zum benutzten Werk, liegt keine Bearbeitung in diesem Sinn vor [3].

Zwei leere Blätter liegen deckungsgleich übereinander auf einem Leuchttisch, Licht scheint durch
Bild: KI-generiert

Wie ein Gericht die Wiedergabe durch ein Sprachmodell bewertet, zeigt ein Urteil des Landgerichts München I vom 11.11.2025 (Az. 42 O 14139/24). Geklagt hatte die GEMA gegen zwei Unternehmen der OpenAI-Gruppe wegen Liedtexten. Nach der Pressemitteilung des Gerichts sah die Kammer sowohl in der Memorisierung der Texte im Sprachmodell als auch in ihrer Wiedergabe in den Ausgaben eine Verletzung des Urheberrechts. Die Schranke für das Text und Data Mining deckte diese Nutzungen nach Auffassung der Kammer nicht. Das Urteil war bei Veröffentlichung der Pressemitteilung nicht rechtskräftig [5].

Das Verfahren richtete sich gegen den Anbieter des Modells. Für Sie als Website-Betreiber bleibt die Frage, was Sie selbst veröffentlichen. Die Pressemitteilung nennt die Anbieter des Modells als verantwortlich und nicht die Nutzer des Chatbots. Wie das für einen Text gilt, den Sie auf Ihrer Website veröffentlichen, sagt sie nicht. Das klärt eine Anwältin oder ein Anwalt. Prüfen Sie Ausgaben mit auffällig fertigen Formulierungen, besonders Zitate, Liedzeilen, Gedichte und längere Definitionen. Eine einfache Kontrolle ist die Suche nach einzelnen Sätzen in Anführungszeichen. Findet die Suche denselben Wortlaut auf einer anderen Website, schreiben Sie die Passage neu oder lassen sie weg.

Ihre Website als Trainingsmaterial

Die dritte Frage betrifft Ihre eigenen Inhalte. § 44b UrhG regelt das Text und Data Mining, also die automatisierte Analyse digitaler Werke, um daraus Informationen etwa über Muster, Trends und Korrelationen zu gewinnen. Vervielfältigungen rechtmäßig zugänglicher Werke sind dafür zulässig. Sie sind zu löschen, wenn sie für das Text und Data Mining nicht mehr erforderlich sind [4].

Alter Karteischrank einer Bibliothek, eine Schublade mit kleinem Vorhängeschloss gesichert, ohne Beschriftung
Bild: KI-generiert

Diese Erlaubnis gilt nur, wenn der Rechtsinhaber sich die Nutzung nicht vorbehalten hat. Für Werke, die online zugänglich sind, ist ein solcher Nutzungsvorbehalt nur wirksam, wenn er in maschinenlesbarer Form erfolgt [4]. Welche Form im Einzelnen als maschinenlesbar gilt, sagt die Vorschrift nicht. Nach unserer Erfahrung nutzen Betreiber dafür Regeln in der robots.txt, die bestimmte KI-Crawler ausschließen. Wie Sie solche Regeln setzen und was das für Ihre Sichtbarkeit in KI-Antworten bedeutet, beschreiben die Ratgeber KI-Crawler blockieren oder zulassen und Google-Extended in der robots.txt. Welche Crawler es gibt, erklärt das Glossar unter KI-Crawler.

Was Google zu massenhaft erzeugten Texten sagt

Neben dem Recht gibt es eine zweite Grenze, die für die Suche zählt. Google beschreibt in seinen Spam-Richtlinien den Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten: Viele Seiten werden in erster Linie erstellt, um das Ranking zu manipulieren, und nicht, um Nutzern zu helfen. Als Beispiel nennt Google ausdrücklich die Verwendung von Tools mit generativer KI oder ähnlichen Tools, um viele Seiten zu generieren, die den Nutzern nichts Zusätzliches bieten [6]. Dieselben Richtlinien nennen beim Scraping das Kopieren fremder Inhalte, die leicht verändert und noch einmal veröffentlicht werden, etwa durch Synonyme oder automatisierte Verfahren [6]. Ein KI-Text, der eine fremde Quelle nur umformuliert, kann also rechtlich heikel sein und zugleich gegen Googles Richtlinien verstoßen.

Prüfliste vor dem Veröffentlichen

  1. Halten Sie fest, welches Werkzeug den Entwurf erzeugt hat und wer ihn überarbeitet hat.
  2. Prüfen Sie Zitate, Definitionen und auffällig glatte Absätze mit einer Suche nach dem genauen Wortlaut.
  3. Ersetzen Sie allgemeine Aussagen durch eigene Angaben aus Ihrem Betrieb, die Sie belegen können.
  4. Kontrollieren Sie jede Zahl, jedes Datum und jeden Namen an einer Quelle, die Sie selbst geöffnet haben.
  5. Regeln Sie bei Texten von Dienstleistern die Nutzungsrechte schriftlich.
  6. Entscheiden Sie bewusst, ob KI-Crawler Ihre Inhalte abrufen dürfen, und setzen Sie die Regeln in der robots.txt entsprechend.

Bei Bildern stellen sich ähnliche Fragen. Darum geht es im Ratgeber Bildrechte und Alt-Texte, und für Bilder und Videos aus KI-Werkzeugen gibt es auf unserem Videoportal den Beitrag KI-Bilder und KI-Video im Unternehmen.

Sie möchten wissen, wie Sie KI-Entwürfe so überarbeiten, dass sie in der Suche bestehen? Stellen Sie Ihre Frage in der gratis Sprechstunde. Dort geht es um die SEO-Seite Ihrer Texte. Rechtliche Fragen beantwortet eine Anwältin oder ein Anwalt.

  1. Gesetz § 2 UrhG: Geschützte Werke. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 31.10.2026
  2. Gesetz § 7 UrhG: Urheber. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 31.10.2026
  3. Gesetz § 23 UrhG: Bearbeitungen und Umgestaltungen. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 31.10.2026
  4. Gesetz § 44b UrhG: Text und Data Mining. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 31.10.2026
  5. Behörde Pressemitteilung 11: GEMA gegen OpenAI (Az. 42 O 14139/24). Landgericht München I. Stand 11.11.2025. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Ist ein Text, den eine KI geschrieben hat, urheberrechtlich geschützt?

Das UrhG schützt nur persönliche geistige Schöpfungen, und Urheber ist der Schöpfer des Werkes. Wie viel menschlicher Anteil bei einem KI-Text dafür nötig ist, regelt das Gesetz nicht ausdrücklich. Den Einzelfall beurteilt eine Anwältin oder ein Anwalt.

Darf ich einen KI-Text verwenden, der einem fremden Text sehr ähnelt?

Bearbeitungen eines geschützten Werkes dürfen nach § 23 UrhG nur mit Zustimmung des Urhebers veröffentlicht werden, außer das neue Werk hält einen hinreichenden Abstand. Prüfen Sie auffällige Passagen mit einer Suche nach dem genauen Wortlaut und schreiben Sie Treffer neu.

Was hat das LG München I zu KI und Liedtexten entschieden?

Am 11.11.2025 (Az. 42 O 14139/24) sah die Kammer in der Memorisierung von Liedtexten im Sprachmodell und in ihrer Wiedergabe eine Urheberrechtsverletzung. Die Schranke für Text und Data Mining griff nach ihrer Auffassung nicht. Das Urteil war laut Pressemitteilung nicht rechtskräftig.

Kann ich verhindern, dass KI-Anbieter meine Website für Text und Data Mining nutzen?

§ 44b UrhG erlaubt Text und Data Mining nur, wenn sich der Rechtsinhaber die Nutzung nicht vorbehalten hat. Bei Online-Werken muss der Vorbehalt maschinenlesbar sein. Viele Betreiber setzen dafür Regeln in der robots.txt. Ob das im Einzelfall genügt, ist eine Rechtsfrage.

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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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