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Ratgeber

Amazon und Google: Produktseiten abstimmen, ohne doppelt zu arbeiten

Wer dasselbe Produkt bei Amazon und im eigenen Shop verkauft, sollte Stammdaten wie GTIN, Marke und Herstellernummer aus einer Quelle pflegen und überall gleich angeben. Die Texte dürfen und sollten sich unterscheiden: Die eigene Produktseite braucht Inhalte, die nicht schon auf vielen anderen Seiten stehen. Für den eigenen Shop gelten Googles Regeln zu Preis, Verfügbarkeit und Bildern.

Zwei ordentliche Stapel gleicher unbedruckter Pakete auf einem Packtisch, ein Stapel etwas höher, weiches Lagerlicht
Bild: KI-generiert

Viele Hersteller und Händler verkaufen dasselbe Produkt auf zwei Wegen: über Amazon und über den eigenen Onlineshop. Beide Seiten werden oft von unterschiedlichen Leuten gepflegt, zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Vorlagen. Das Ergebnis sind abweichende Produktnamen, alte Preise auf einer Seite, fehlende Kennungen auf der anderen. Wer Amazon und Google Produktseiten aufeinander abstimmen will, trennt am besten zwei Dinge: Daten, die überall gleich sein müssen, und Inhalte, die sich je Kanal unterscheiden dürfen.

Dieser Ratgeber behandelt die Seite des eigenen Shops und die gemeinsame Datenbasis. Welche Regeln Amazon für Produkttitel, Bilder und Beschreibungen setzt, legt Amazon fest. Sie sind nicht Thema dieses Ratgebers. Ob sich neben dem Marktplatz ein eigener Shop überhaupt lohnt, behandelt der Ratgeber Marktplätze und eigener Shop. Wie wir Produkte bei Amazon für die Suche dort vorbereiten, beschreibt die Leistung Amazon SEO.

Was überall gleich sein muss

Ein Produkt hat eine Identität, die nicht vom Verkaufskanal abhängt. Dazu gehören die GTIN, also die Nummer unter dem Barcode, die Marke und die Herstellernummer. Für den eigenen Shop legt Googles Produktdatenspezifikation fest, wann diese Angaben Pflicht sind [1]. Die GTIN ist erforderlich für alle Produkte mit bekannter GTIN, und Google begründet das damit, dass das Angebot so die beste Leistung erbringt. Die Marke ist für alle neuen Produkte erforderlich, außer bei Filmen, Büchern und Musikaufnahmen. Die Herstellernummer (mpn) wird nur verlangt, wenn das Produkt keine vom Hersteller zugewiesene GTIN hat [1].

Nahaufnahme einer Hand mit einer kleinen unbedruckten Schachtel und einem leeren weißen Etikettfeld
Bild: KI-generiert

Diese Werte sollten auf allen Kanälen identisch sein. Wer die GTIN im Shop pflegt und bei Amazon eine andere einträgt, oder umgekehrt, führt dasselbe Produkt unter zwei Kennungen. Die praktische Lösung ist eine gemeinsame Quelle für Stammdaten: das Warenwirtschaftssystem oder ein System für Produktinformationen, aus dem Shop, Merchant-Center-Feed und Amazon-Upload gespeist werden. Für eigene Produkte ohne Barcode kennt die Spezifikation das Attribut identifier_exists. Reichen Sie es nicht ein, gilt der Standardwert yes [1].

Wo sich die Seiten unterscheiden dürfen

Bei den Texten ist es umgekehrt. Nach unserer Erfahrung laden viele Händler denselben Text auf beide Plattformen hoch, oft den Text des Herstellers. Das ist kein Verstoß: Google schreibt, dass eine gewisse Menge an Duplicate Content normal ist und keinen Verstoß gegen die Spamrichtlinien darstellt [2]. Es gibt Google aber auch keinen Grund, gerade Ihre Seite zu zeigen, wenn dieselbe Beschreibung an vielen Stellen steht. In seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten fragt Google unter anderem, ob Inhalte neuartige Informationen oder Analysen bieten und ob sie vor allem zusammenfassen, was andere sagen [3].

Für die eigene Produktseite heißt das: Sie sollte mehr bieten als das Angebot bei Amazon. Platz dafür ist im Shop meist genug. Beratung, für wen das Produkt passt, ausführliche Pflegehinweise, Videos, Antworten auf Kundenfragen und Verweise auf passendes Zubehör aus dem eigenen Sortiment machen die Seite eigenständig. Wie Sie das für viele Artikel angehen, beschreibt der Ratgeber Herstellertexte und Duplicate Content.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Preis und Verfügbarkeit im eigenen Shop

Wenn Sie Ihre Produkte über das Google Merchant Center an Google melden, gilt eine strenge Regel für den eigenen Shop. Der Preis in den Produktdaten muss dem Betrag auf der Landingpage und an der Kasse entsprechen, für Deutschland einschließlich Mehrwertsteuer [4]. Für die Verfügbarkeit gilt dasselbe zwischen Produktdaten, Landingpage, Kasse und strukturierten Daten. Weichen die Werte ab, wird das Produkt abgelehnt [5].

Diese Regeln beziehen sich auf Ihren Shop und Ihre Daten im Merchant Center. Für die Abstimmung mit Amazon folgt daraus vor allem eines: Bestandsänderungen müssen alle Kanäle schnell erreichen. Ein Artikel, der bei Amazon ausverkauft ist, weil dort das Lager leer ist, darf im Shop nicht weiter als lieferbar gemeldet werden, wenn er aus demselben Lager kommt. Was bei ausverkauften Artikeln im Shop zu tun ist, beschreibt der Ratgeber Ausverkaufte Produkte.

Bilder für beide Kanäle

Produktbilder werden oft einmal erstellt und überall verwendet. Für das Merchant Center gelten Regeln, die Sie beim Fotografieren gleich mitdenken sollten [6]. Überlagernde Logos oder Shopnamen, die in der Nachbearbeitung hinzugefügt wurden, sind nicht erlaubt, ebenso Wasserzeichen und gemeinsame Platzhalterbilder. Werbetexte wie Handlungsaufforderungen oder Preisangaben gehören nicht ins Bild. Ab dem 31.01.2027 müssen alle Produktbilder mindestens 500 x 500 Pixel groß sein [6].

Kleines Fotostudio mit weißem Hintergrund, Softbox und einer Keramikkanne auf einem Drehteller
Bild: KI-generiert

Amazon legt eigene Bildregeln fest, die hier nicht behandelt werden. Ein Bildsatz ohne Einblendungen, auf neutralem Hintergrund und in hoher Auflösung ist eine gute Grundlage für beide Kanäle. Auf der eigenen Produktseite können Sie zusätzlich Bilder in Benutzung und Detailaufnahmen zeigen. Mehr zu Bildern im Shop steht im Ratgeber Produktbilder SEO.

Strukturierte Daten auf der eigenen Produktseite

Im eigenen Shop steuern Sie das Markup der Seite selbst. Google unterscheidet zwei Arten von Produkt-Markup [7]. Für Seiten, auf denen Kunden Produkte direkt bei Ihnen kaufen können, sind Händlereinträge gedacht. Dieses Markup bietet mehr Optionen für detaillierte Produktinformationen wie Bekleidungsgrößen, Versanddetails und Rückgabebedingungen [7]. Strukturierte Daten können Google außerdem bei der Prüfung Ihrer Daten im Merchant Center helfen [8]. Wie Sie das Markup setzen, beschreibt der Ratgeber Produkt-Schema umsetzen.

Die Marke auf beiden Kanälen

Für Händler, die fremde Markenware verkaufen, stellt sich auf beiden Kanälen dieselbe Frage: Wie darf die Marke genannt werden? Das Markengesetz erlaubt die Nennung bei Originalware, die vom Inhaber oder mit seiner Zustimmung im Europäischen Wirtschaftsraum in den Verkehr gebracht wurde (§ 24 Abs. 1 MarkenG). Der Inhaber kann sich aus berechtigten Gründen widersetzen, insbesondere wenn der Zustand der Ware verändert oder verschlechtert ist (§ 24 Abs. 2 MarkenG) [9]. Das ist eine Information und keine Rechtsberatung. Mehr dazu steht im Ratgeber Markenrecht und Keywords.

Ein Ablauf für die Abstimmung

  1. Stammdaten an einer Stelle pflegen: GTIN, Marke, Herstellernummer, Maße, Material, Lieferumfang.
  2. Für jeden Kanal eine eigene Textfassung aus diesen Fakten schreiben, auf der eigenen Seite mit zusätzlicher Beratung.
  3. Einen Bildsatz ohne Einblendungen anlegen, der beide Regelwerke erfüllt.
  4. Bestand und Preise automatisch an alle Kanäle übergeben.
  5. Einmal im Quartal Stichproben ziehen: Stimmen GTIN, Preis und Verfügbarkeit auf beiden Seiten?

Klären Sie außerdem, wer für welchen Kanal zuständig ist. Wenn das Marketing den Shop pflegt und der Vertrieb die Amazon-Angebote, braucht es eine gemeinsame Liste der Pflichtfelder und einen festen Weg, auf dem Änderungen an den Stammdaten beide Seiten erreichen. Sonst wird eine korrigierte Herstellernummer nur an einer Stelle nachgetragen, und die Abweichung fällt erst auf, wenn das Merchant Center ein Produkt ablehnt.

Zwei parallele Förderbänder in einem hellen Lager mit gleichen Paketen ohne Beschriftung
Bild: KI-generiert

Was Amazon SEO als Begriff meint, erklärt das Glossar unter Amazon SEO.

Sie verkaufen auf beiden Kanälen und wollen wissen, wo Ihre Produktdaten auseinanderlaufen? Bringen Sie zwei oder drei Beispielprodukte in die gratis Sprechstunde und stellen Sie dort Ihre Frage.

  1. Organisation Produktdatenspezifikation. Google Merchant Center-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Was ist Kanonisierung?. Google Search Central. Stand 09.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen, die die Bedürfnisse der Nutzer in den Vordergrund stellen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Preis (price). Google Merchant Center-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Verfügbarkeit (availability). Google Merchant Center-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation Bildlink (image_link). Google Merchant Center-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  7. Organisation Einführung in strukturierte Daten für Produkte. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  8. Organisation Produktdaten mit Google teilen. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  9. Gesetz § 24 MarkenG: Erschöpfung. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Darf ich bei Amazon und im eigenen Shop denselben Produkttext verwenden?

Ja, Google wertet doppelte Inhalte nicht als Spam. Für die eigene Produktseite lohnt sich aber ein eigener Text mit zusätzlicher Beratung, denn Google fragt in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten, ob eine Seite neuartige Informationen bietet.

Muss die GTIN auf allen Kanälen gleich sein?

Ja. Die GTIN gehört zum Produkt, nicht zum Kanal. Im Merchant Center ist sie für alle Produkte mit bekannter GTIN erforderlich. Pflegen Sie sie an einer Stelle und übergeben Sie sie an alle Kanäle.

Welche Bildregeln gelten im Merchant Center?

Keine nachträglich eingefügten Logos oder Shopnamen, keine Wasserzeichen, keine Platzhalterbilder und keine Werbetexte im Bild. Ab dem 31.01.2027 müssen alle Produktbilder mindestens 500 x 500 Pixel groß sein.

Gelten die Google-Regeln für Bilder und Preise auch bei Amazon?

Die Regeln in diesem Ratgeber stammen aus der Merchant-Center-Hilfe und gelten für Ihren eigenen Shop. Was Amazon vorgibt, legt Amazon fest. Das ist hier nicht behandelt.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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