Jeder Shop sortiert irgendwann Artikel aus. Ein Modell wird eingestellt, ein Lieferant fällt weg, eine Kollektion endet. Was dann mit der Produktseite passiert, entscheidet oft das Shopsystem: Es löscht die Seite, blendet sie aus oder leitet automatisch auf die Startseite um. Für Auslaufartikel gibt es aber keine Einheitslösung. Die passende Antwort hängt davon ab, ob es einen Nachfolger gibt, ob die Seite Besucher und Links von außen hat und ob Kunden nach dem Kauf noch Informationen zum Produkt brauchen.
Dieser Ratgeber behandelt Artikel, die endgültig aus dem Sortiment fallen. Für Ware, die nur vorübergehend fehlt, gilt der Ratgeber Ausverkaufte Produkte.
Was Google zum Löschen sagt
In einer Fragestunde für Website-Betreiber im November 2022 ging es genau um diesen Fall: Ein Produkt ist ausverkauft und kommt nie wieder, was soll mit der Seite passieren? Die Antwort von Google: Aus Sicht der Suche sei es in Ordnung, die Seite zu löschen. Aus Sicht der Nutzbarkeit könne es sinnvoll sein, die Seite noch eine Weile stehen zu lassen oder weiterzuleiten, falls die alte Seite in einem Blog verlinkt ist oder ein Kunde sie als Lesezeichen gespeichert hat [1].
Das nimmt Druck aus der Entscheidung. Eine gelöschte Produktseite ist nach dieser Aussage aus Sicht der Suche unproblematisch. Offen bleibt, ob Sie mit einer anderen Lösung Besucher, Links und Kunden besser bedienen.
Weg eins: Weiterleitung auf den Nachfolger
Gibt es ein Nachfolgemodell oder ein Produkt, das denselben Zweck erfüllt, ist die Weiterleitung meist die beste Wahl. Google empfiehlt nach Möglichkeit eine dauerhafte serverseitige Weiterleitung. Eine dauerhafte Weiterleitung versteht die Indexierung als Signal dafür, dass das Weiterleitungsziel kanonisch sein soll [2]. Links und Lesezeichen auf die alte Adresse führen damit auf die neue Seite. Bei temporären Weiterleitungen verwendet die Indexierung die Weiterleitung dagegen nicht als solches Signal [2]. Für Auslaufartikel ist also der Statuscode 301 oder 308 richtig.

Weitere Formen nennt Google mit Einschränkungen. Eine sofortige meta-refresh-Weiterleitung wertet Google Suche als dauerhaft, eine verzögerte als temporär. JavaScript-Weiterleitungen sollen nur zum Einsatz kommen, wenn weder serverseitige noch meta-refresh-Weiterleitungen möglich sind, weil Google sie unter Umständen nicht sieht, etwa wenn das Rendern scheitert [2]. Was eine 301-Weiterleitung technisch ist, erklärt das Glossar unter 301-Weiterleitung.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Weg zwei: 404 oder 410
Gibt es keinen sinnvollen Ersatz, darf die Seite verschwinden. Die Search Console schreibt dazu, dass 404-Antworten nicht unbedingt ein Problem sind, wenn die Seite ersatzlos entfernt wurde. Ist die Seite umgezogen, soll eine 301-Weiterleitung auf die neue Adresse zeigen [3]. Google behandelt alle 4xx-Fehler außer 429 gleich. Adressen, die bereits indexiert sind und einen 4xx-Code zurückgeben, werden aus dem Index entfernt [4]. Zwischen 404 und 410 macht Googles Dokumentation demnach keinen Unterschied. Wenn Ihr System 410 ausgeben kann, spricht nichts dagegen, technisch reicht 404. Mehr zum Code 410 steht im Glossar unter 410-Status.
Wichtig ist, dass der Code tatsächlich zurückgegeben wird. Zeigt das System für den gelöschten Artikel eine leere Seite oder einen Hinweis mit dem Code 200, sieht Google eine Seite, deren Inhalt auf einen Fehler hindeutet, und die Search Console meldet einen Soft 404 [4]. Für echte "Nicht gefunden"-Seiten empfiehlt Google den Code 404 [3]. Die Fehlerseite selbst darf trotzdem hilfreich sein, mit Suchfeld und Links in die wichtigsten Kategorien.
Weg drei: die Seite als Infoseite behalten
Manche Produkte leben nach dem Verkaufsende weiter. Kunden suchen nach Bedienungsanleitungen, Ersatzteilen, Zubehör oder dem passenden Nachfolger. Hat die Seite viele Besucher aus der Suche oder Links von anderen Websites, kann es sinnvoll sein, sie als Informationsseite stehen zu lassen. Sie behält Beschreibung und technische Daten, verzichtet auf den Kaufknopf und verlinkt Zubehör, Ersatzteile und Alternativen.

Im Produkt-Markup kennt Google dafür den Wert Discontinued: Der Artikel wurde eingestellt [5]. Im Merchant Center gilt eine andere Regel. Dort sollen Sie Produkte, deren Verkauf eingestellt wurde, aus den Produktdaten entfernen, statt sie als nicht verfügbar zu führen [6]. Die Infoseite steht also im Shop, aber nicht mehr im Feed.
Sonderfall: eine Variante fällt weg
Häufig fällt nur eine Farbe oder Größe weg, während das Produkt selbst im Sortiment bleibt. Wie der Fall zu lösen ist, hängt davon ab, wie Ihr Shop Varianten abbildet. Google empfiehlt, dass jede Variante über eine eigene Adresse erreichbar ist, als Pfad wie /t-shirt/green oder als Parameter wie /t-shirt?color=green [7]. Für das Canonical nennt Google zwei Modelle. Liegen alle Varianten auf einer Produktseite, zeigen die Variantenadressen per Canonical auf die Produktadresse [7, 8]. Hat jede Variante eine eigene, gleichwertige Seite, gibt es keine einzelne kanonische Adresse für die Produktgruppe [8].
Im ersten Modell leitet die Adresse der weggefallenen Variante auf die Produktseite weiter, auf die schon das Canonical gezeigt hat. Der Besucher landet bei demselben Produkt und sieht die Farben und Größen, die es noch gibt. Im zweiten Modell ist die Variantenseite eine eigene Produktseite und wird wie ein Auslaufartikel behandelt, meist mit einer Weiterleitung auf die nächste passende Variante. Läuft das ganze Produkt aus, gelten wieder die drei Wege oben. Beide Modelle im Einzelnen beschreibt der Ratgeber Produktvarianten und Canonical.
Die Entscheidung im Überblick
| Lage | Empfohlener Weg |
|---|---|
| Direkter Nachfolger oder gleichwertiges Produkt im Sortiment | 301 auf das Nachfolgeprodukt |
| Kein Ersatz, kaum Besucher, keine Links von außen | 404 oder 410, aus Sitemap und Feed entfernen |
| Kein Ersatz, aber Besucher, Links oder Nachfrage nach Anleitung und Ersatzteilen | Infoseite ohne Kaufknopf, Markup Discontinued, aus dem Feed entfernen |
| Artikel kommt in absehbarer Zeit zurück | Seite bleibt, Verfügbarkeit anpassen (siehe Ratgeber zu ausverkauften Produkten) |
Ob eine Seite Besucher und Links hat, sehen Sie in der Search Console im Leistungsbericht und im Linkbericht. Prüfen Sie das, bevor Sie die Seite löschen.
Weiterleitungen sauber pflegen
Bei vielen Auslaufartikeln im Jahr wächst die Liste der Weiterleitungen schnell. Drei Gewohnheiten halten sie beherrschbar. Erstens: Interne Links, Sitemaps und Canonicals zeigen auf die neue Adresse. Google rät, in internen Links, Sitemap-Dateien und Canonical-Angaben dieselbe Adresse zu verwenden [7]. Ein interner Link, der erst über eine Weiterleitung ans Ziel kommt, ist vermeidbar. Zweitens: Wird ein Nachfolger selbst zum Auslaufartikel, ändern Sie die alte Weiterleitung so, dass sie direkt auf das neue Ziel zeigt, statt eine Kette entstehen zu lassen. Drittens: Notieren Sie zu jeder Weiterleitung das Datum und den Grund. Bei der nächsten Shopmigration wissen Sie dann, welche Regeln noch gebraucht werden.

Wie sich Weiterleitung und Canonical-Tag unterscheiden, beschreibt der Ratgeber Canonical oder 301. Steht ein größerer Umbau des Sortiments oder ein neues Shopsystem an, hilft der Ratgeber Shop-Relaunch ohne Rankingverlust.
Sie haben eine lange Liste ausgelaufener Artikel und wissen nicht, welcher Weg zu welchem passt? Bringen Sie ein paar Beispiele in die gratis Sprechstunde und stellen Sie dort Ihre Frage.
- Organisation Google SEO Office Hours, November 2022 (Transkript). Google Search Central. Stand 11/2022. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Weiterleitungen und die Google Suche. Google Search Central. Stand 20.04.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Bericht zur Seitenindexierung. Search Console-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Wie HTTP-Statuscodes sowie Netzwerk- und DNS-Fehler die Google Suche beeinflussen. Google Search Central. Stand 06.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Strukturierte Daten für Händlereinträge. Google Search Central. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Verfügbarkeit (availability). Google Merchant Center-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation URL-Struktur für E-Commerce-Websites entwerfen. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Strukturierte Daten für Produktvarianten. Google Search Central. Stand 12.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Muss ich jeden Auslaufartikel weiterleiten?
Nein. Google sagte in einer Fragestunde im November 2022, dass es aus Sicht der Suche in Ordnung ist, die Seite zu löschen. Eine Weiterleitung lohnt sich, wenn es einen passenden Ersatz gibt oder die Seite Links und Lesezeichen hat.
Ist 410 besser als 404?
Googles Dokumentation behandelt alle 4xx-Codes außer 429 gleich. Bereits indexierte Adressen mit einem 4xx-Code werden aus dem Index entfernt. Wenn Ihr System 410 kann, ist das in Ordnung, nötig ist es für Google nicht.
Darf ich alte Produkte auf die Startseite weiterleiten?
Technisch ja, dem Besucher hilft es selten. Wer nach einem bestimmten Produkt sucht, erwartet ein passendes Ziel. Leiten Sie auf ein Nachfolgeprodukt weiter oder lassen Sie die Seite mit 404 enden.
Was mache ich mit Auslaufartikeln im Merchant Center?
Entfernen Sie Produkte, deren Verkauf Sie eingestellt haben, aus den Produktdaten. Den Wert out_of_stock sieht Google für vorübergehend nicht verfügbare Artikel vor.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



