Ein Artikel ist vergriffen, die nächste Lieferung kommt in drei Wochen. Nach unserer Erfahrung reagieren viele Shops darauf so, wie es das System gerade vorgibt: Das Produkt verschwindet aus der Kategorie, manchmal auch die Seite selbst, oder es bleibt ohne jeden Hinweis stehen und lässt sich weiter in den Warenkorb legen. Alle drei Wege haben Folgen für die Suche. Bei ausverkauften Produkten geht es für die SEO um drei Dinge: Die Seite bleibt erreichbar, sie meldet ihre Verfügbarkeit überall gleich, und sie bleibt für Besucher nützlich, damit Google sie weiter als Produktseite versteht.
Dieser Ratgeber behandelt Artikel, die wiederkommen. Für Produkte, die endgültig aus dem Sortiment fallen, gilt ein anderer Weg. Den beschreibt der Ratgeber Auslaufartikel und Weiterleitungen.
Die Seite bleibt online
Google hat für Händler, die vorübergehend nicht liefern können, eine eigene Anleitung. Sie nennt ausdrücklich den Fall, dass viele Artikel nicht auf Lager sind, und empfiehlt, die Website online zu lassen und nur ihre Funktion einzuschränken [1]. Eine Website aus dem Google-Index zu entfernen beschreibt Google als erheblichen Eingriff, der meist nicht so schnell rückgängig gemacht werden kann. Das Tool zum vorübergehenden Entfernen in der Search Console soll dafür nicht genutzt werden [1].

Was für die ganze Website gilt, gilt erst recht für einzelne Produktseiten. Eine Seite, die Google kennt, die Links von außen hat und vielleicht schon Besucher aus der Suche bringt, bleibt mit dem Statuscode 200 unter ihrer Adresse erreichbar, solange sie das Produkt weiter beschreibt. Nimmt der Shop sie vom Netz und antwortet mit 404, entfernt Google bereits indexierte Adressen mit einem 4xx-Code aus dem Index [6]. Kommt die Ware zurück, muss die Seite erst wieder indexiert werden.
Die Verfügbarkeit im Markup
Google rät, die Verfügbarkeit in den strukturierten Daten an den aktuellen Stand anzupassen [1]. Das Markup für Händlereinträge kennt dafür feste Werte aus schema.org, von denen Sie höchstens einen angeben [2]. Für einen Artikel, der wiederkommt, sind zwei davon wichtig. OutOfStock bedeutet laut Google, dass der Artikel derzeit nicht auf Lager ist. BackOrder steht für einen Artikel, der vorbestellt ist [2].
Welcher Wert passt, hängt davon ab, was der Kunde tun kann. Kann er bestellen und bekommt die Ware später, ist BackOrder ehrlicher als InStock. Kann er gar nicht bestellen, passt OutOfStock. Den Wert Discontinued sieht Google für eingestellte Artikel vor [2]. Auf einer Seite, die auf Nachschub wartet, würde er Google ein Ende des Verkaufs melden. Kommt die Ware an, wechseln Markup, Feed und Seite gemeinsam zurück auf "auf Lager". Die vollständige Liste der Werte, die Google akzeptiert, und das Zusammenspiel mit dem Preis beschreibt der Ratgeber Preis und Verfügbarkeit in strukturierten Daten.
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Die Verfügbarkeit im Merchant Center
Wer seine Produkte über das Merchant Center an Google meldet, hat ein zweites Regelwerk mit eigenen Werten [3]. Ist ein Produkt vorübergehend nicht verfügbar und Sie nehmen keine Bestellungen an, setzen Sie die Verfügbarkeit auf out_of_stock. Bestehende Produkte, die vorübergehend fehlen, für die Sie aber Bestellungen annehmen, kennzeichnen Sie mit backorder. Den Wert preorder sieht Google nur für neue Produkte vor, die noch nicht auf dem Markt sind. Bei preorder und backorder gehört ein Verfügbarkeitsdatum in die Daten, und dieses Datum sollte auch auf der Landingpage sichtbar sein [3]. Nennt die Produktseite "lieferbar ab" mit einem Datum, steht im Feed also dasselbe Datum.

Zwei Hinweise aus derselben Hilfeseite sind für den Alltag wichtig. Löschen Sie ein Produkt nicht, wenn Sie es nur vorübergehend nicht verkaufen. Ein gelöschtes Angebot wieder sichtbar zu machen, dauert laut Google erhebliche Zeit. Und die Verfügbarkeit muss in Produktdaten, Landingpage, Kasse und strukturierten Daten übereinstimmen, sonst wird das Produkt abgelehnt [3]. Für Wartung oder Urlaub ist out_of_stock dagegen der falsche Wert. Dafür nennt Google eigene Einstellungen [3].
Die Gefahr des Soft 404
Viele Shopsysteme ersetzen bei ausverkauften Artikeln den Kaufbereich durch einen knappen Hinweis, manchmal verschwinden auch Beschreibung und Bilder. Das kann für Google wie eine Fehlerseite aussehen. Wenn der Inhalt einer Seite für die Google Suche auf einen Fehler, eine leere Seite oder eine Fehlermeldung hindeutet, meldet die Search Console einen Soft 404 [6]. Für echte Fehlerseiten empfiehlt Google einen 404-Code. Ist die Seite kein Fehler, rät die Hilfe, ihr weitere Informationen hinzuzufügen, damit Google sie nicht als Soft 404 einordnet [4]. Was ein Soft 404 ist, erklärt das Glossar unter Soft 404.
Was eine ausverkaufte Produktseite zeigen sollte
Für Besucher und für Google ist die Lösung dieselbe: Die Seite bleibt eine vollständige Produktseite. Dazu gehört im Einzelnen:

- Beschreibung, technische Daten, Bilder und Bewertungen bleiben stehen.
- Ein deutlicher Hinweis zur Verfügbarkeit steht dort, wo sonst der Kaufknopf ist, möglichst mit dem erwarteten Datum.
- Eine Benachrichtigung per E-Mail bei Wiederverfügbarkeit, wenn das Shopsystem sie anbietet.
- Verlinkte Alternativen: ähnliche Produkte, andere Größen oder Farben, die Kategorie.
- Der Kaufknopf ist ausgeblendet oder nimmt ausdrücklich eine Vorbestellung entgegen.
Die Links auf Alternativen halten die Seite im Shop eingebunden und geben dem Besucher einen nächsten Schritt. Wie Sie Produkte, Kategorien und Ratgeber sinnvoll miteinander verbinden, beschreibt der Ratgeber Interne Verlinkung im Onlineshop.
Ausverkauft in Kategorien und Filtern
Auf Kategorieseiten stellt sich eine andere Frage: Sollen vergriffene Artikel weiter in der Liste stehen? Für die Suche ist entscheidend, dass jedes Produkt, das indexiert werden soll, einen Link bekommt. Google crawlt Websites in der Regel ohne die Suchfelder zu benutzen und empfiehlt dringend, alle Produkte, die indexiert werden sollen, zu verlinken [5]. Ein Produkt, das aus allen Kategorien fällt, verliert diese Links. Nach unserer Erfahrung sortieren viele Shops vergriffene Artikel deshalb ans Ende der Liste, statt sie auszublenden.
Bleibt eine Kategorie durch Ausverkäufe ganz leer, nennt Google zwei Wege. Eine Kategorie ohne Artikel bekommt ein noindex. Entfernt der Shop leere Kategorien aus der eigenen Suche, antwortet die Seite mit 404 [7]. Für eine Kategorie, die bald wieder gefüllt wird, ist das noindex der kleinere Eingriff.
Wann aus vorübergehend endgültig wird
Irgendwann steht fest, dass ein Artikel nicht zurückkommt. Dann ändert sich die Lage. Im Merchant Center gehören Produkte, deren Verkauf Sie eingestellt haben, nicht mehr als out_of_stock in die Daten, Google rät, sie aus den Produktdaten zu entfernen [3]. Im Shop entscheiden Sie zwischen Weiterleitung, Statuscode 404 oder 410 und einer Seite, die als Informationsseite stehen bleibt. Die Abwägung steht im Ratgeber Auslaufartikel und Weiterleitungen. Für Shopware-Shops gibt es auf unserem Fachportal den Beitrag Produktseiten, die verkaufen.
Ihr Shop blendet vergriffene Artikel aus, und Sie überlegen, ob Sie das ändern sollten? Stellen Sie Ihre Frage mit einem Beispielprodukt in der gratis Sprechstunde.
- Organisation Website vorübergehend pausieren oder deaktivieren. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Strukturierte Daten für Händlereinträge. Google Search Central. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Verfügbarkeit (availability). Google Merchant Center-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Bericht zur Seitenindexierung. Search Console-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Google die Struktur deiner E-Commerce-Website verständlich machen. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Wie HTTP-Statuscodes sowie Netzwerk- und DNS-Fehler die Google Suche beeinflussen. Google Search Central. Stand 06.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation URL-Struktur für E-Commerce-Websites entwerfen. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Soll ich ausverkaufte Produkte aus dem Shop löschen?
Nicht, wenn sie wiederkommen. Google empfiehlt bei vorübergehenden Engpässen, die Website online zu lassen und nur Funktionen einzuschränken. Im Merchant Center rät Google ausdrücklich davon ab, vorübergehend nicht verfügbare Produkte zu löschen.
Welchen Verfügbarkeitswert nehme ich im Markup?
OutOfStock, wenn der Kunde nicht bestellen kann, BackOrder, wenn er bestellen kann und später beliefert wird. Discontinued ist für eingestellte Artikel gedacht. Google erlaubt nur einen Wert je Angebot.
Was ist der Unterschied zwischen backorder und preorder im Merchant Center?
backorder gilt für bestehende Produkte, die vorübergehend fehlen und trotzdem bestellt werden können. preorder ist nur für neue Produkte vorgesehen, die noch nicht auf dem Markt sind. In beiden Fällen gehört ein Verfügbarkeitsdatum dazu.
Warum meldet die Search Console einen Soft 404 für ein ausverkauftes Produkt?
Wahrscheinlich sieht die Seite wie eine Fehlerseite aus, etwa weil nur noch ein kurzer Hinweis steht. Google rät, solchen Seiten weitere Informationen hinzuzufügen. Lassen Sie Beschreibung, Bilder und Alternativen stehen.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



