Der Hersteller liefert mit dem Datenblatt einen fertigen Produkttext. Er ist korrekt, er ist schnell eingespielt, und bei einigen tausend Artikeln ist er oft die einzige Beschreibung, die es gibt. Dieselbe Beschreibung steht dann allerdings auch bei jedem anderen Händler, der den Artikel führt. Herstellertexte und Duplicate Content sind deshalb ein Dauerthema in Onlineshops. Dieser Ratgeber erklärt, was Google zu doppelten Texten sagt, was das für Ihre Produktseiten bedeutet und wie Sie einen großen Bestand Schritt für Schritt verbessern.
Mit doppelten Inhalten innerhalb des eigenen Shops, etwa durch Filter, Varianten oder Sortierungen, befasst sich der Ratgeber Duplicate Content vermeiden. Hier geht es um Texte, die auf vielen fremden Websites gleich lauten.
Was Google zu doppelten Inhalten sagt
In seiner Dokumentation zur Kanonisierung schreibt Google, dass eine gewisse Menge an Duplicate Content auf einer Website normal ist und keinen Verstoß gegen die Spamrichtlinien darstellt [1]. Ein Herstellertext allein verstößt demnach nicht gegen die Spamrichtlinien.

Googles Fragen zu hilfreichen Inhalten gehen weiter. Google fragt dort unter anderem, ob Inhalte neuartige Informationen, Berichte, Forschungsergebnisse oder Analysen bieten, und ob jemand hauptsächlich zusammenfasst, was andere sagen, ohne selbst etwas hinzuzufügen [2]. Wenn zwanzig Shops denselben Text zeigen, ist keiner davon in diesem Sinn eigenständig. Google muss dann aus gleichwertigen Seiten eine Auswahl treffen, und der Text selbst liefert dafür kein Argument.
Wann aus dem Übernehmen ein Problem wird
In Googles Spamrichtlinien gibt es einen Abschnitt zum Scraping, also dem Kopieren von Inhalten anderer Websites. Als Beispiele nennt Google unter anderem, Inhalte anderer Websites neu zu veröffentlichen, ohne eigene Inhalte hinzuzufügen, und Inhaltsfeeds anderer Websites wiederzugeben, ohne Nutzern einen eigenen Nutzen zu bieten [3]. Ein Händler, der die Herstellerbeschreibung mit Erlaubnis übernimmt, ist damit nicht automatisch gemeint. Die Grenze wird aber unscharf, wenn ein Shop außer fremden Texten nichts anbietet: keine eigenen Bilder, keine eigenen Angaben, keine Beratung.
Ein zweiter Punkt betrifft das schnelle Umschreiben. Dieselben Richtlinien nennen es als Missbrauch, Inhalte anderer Websites zu kopieren, leicht zu verändern und noch einmal zu veröffentlichen, etwa durch Synonyme oder automatisierte Verfahren [3]. Und sie warnen vor massenhaft generierten Inhalten, ausdrücklich auch mit Tools generativer KI, wenn viele Seiten in erster Linie für das Ranking entstehen [3]. Einen Herstellertext automatisch umzuformulieren, ohne etwas hinzuzufügen, löst das Problem also nicht.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Die rechtliche Seite
Texte sind nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG als Sprachwerke geschützt, wenn sie persönliche geistige Schöpfungen sind [4]. Ob eine Produktbeschreibung diese Schwelle erreicht, hängt vom Einzelfall ab. Nach unserer Erfahrung regeln viele Hersteller die Nutzung ihrer Texte und Bilder in den Händlerverträgen oder in den Bedingungen ihres Medienportals. Prüfen Sie, ob Sie die Texte nutzen und verändern dürfen, bevor Sie sie einspielen oder umschreiben. Texte, die Sie von einem anderen Händler übernehmen statt vom Hersteller, sind ein anderer Fall: Dafür haben Sie in der Regel keine Erlaubnis. Diese Hinweise sind eine Information, keine Rechtsberatung. Im Zweifel fragen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt.
Was eine Produktseite eigenständig macht
Der Herstellertext muss nicht verschwinden. Er enthält oft die genauesten technischen Angaben, und die braucht der Kunde. Es reicht, ihn mit eigenen Teilen zu ergänzen, die nur Ihr Shop liefern kann. Dafür eignen sich zum Beispiel:

- eine kurze eigene Einleitung, für wen das Produkt passt und für wen nicht,
- Antworten auf Fragen, die Ihr Kundenservice zu diesem Artikel wirklich bekommt,
- Angaben, die im Datenblatt fehlen, etwa Maße im aufgebauten Zustand, Gewicht mit Verpackung oder passendes Zubehör aus Ihrem Sortiment,
- eigene Fotos oder ein kurzes Video, das das Produkt in Benutzung zeigt,
- Bewertungen Ihrer Kunden, wenn Sie sie sammeln.
Die Reihenfolge auf der Seite ist dabei frei. Nach unserer Erfahrung stellen viele Shops den eigenen Teil oben und führen den Herstellertext darunter als Produktbeschreibung oder technisches Datenblatt. Wie ein guter Produkttext aufgebaut ist, beschreibt der Ratgeber Produkttexte schreiben.
Ein großer Bestand in Etappen
Bei tausenden Artikeln lässt sich nicht jede Seite auf einmal überarbeiten. Ein Plan in Etappen hilft. Beginnen Sie mit den Produkten, die schon Umsatz oder Besucher aus der Suche bringen; die Search Console zeigt im Leistungsbericht, welche Produktseiten Impressionen und Klicks haben. Danach folgen Produkte mit hoher Marge oder wenig Wettbewerb. Ganz am Ende stehen Artikel, die kaum jemand sucht. Für sie kann der Herstellertext dauerhaft genügen.

Für Artikelgruppen, die sich stark ähneln, etwa dieselbe Schraube in zwanzig Längen, lohnt sich ein gemeinsamer Baustein mit eigenen Anwendungshinweisen, ergänzt um die Werte der einzelnen Variante. Ob solche Varianten überhaupt eigene Seiten brauchen, beantwortet der Ratgeber Produktvarianten und Canonical.
Nach unserer Erfahrung ist die eigene Einleitung pro Artikel der Teil, der am meisten bringt und am wenigsten Zeit kostet, weil sie auf Wissen aus dem Verkauf aufbaut, das im Betrieb schon vorhanden ist.
Der Herstellertext im Produktfeed
Wer seine Produkte über das Google Merchant Center meldet, schickt die Beschreibung ein zweites Mal an Google. Die Produktdatenspezifikation erlaubt für die Beschreibung bis zu 5.000 Zeichen und für den Titel bis zu 150 Zeichen, beides als reinen Text [5]. Nach unserer Erfahrung füllen viele Shops beide Felder automatisch mit dem Herstellertext und dem Artikelnamen des Lieferanten. Wenn Sie auf der Produktseite eigene Teile ergänzen, lohnt es sich, den Feed aus denselben Feldern zu speisen, damit Ihre eigenen Angaben auch dort ankommen. Fest bleiben im Feed die Kennungen: Die GTIN ist laut Spezifikation für alle Produkte mit bekannter GTIN erforderlich [5]. Sie bleibt gleich, egal wie eigenständig Ihr Text ist.
Woran Sie den Fortschritt messen
Ob die Arbeit wirkt, zeigt sich in der Search Console. Vergleichen Sie für die überarbeiteten Produktseiten Impressionen und Klicks über mehrere Monate mit einer Gruppe vergleichbarer Artikel, die Sie noch nicht angefasst haben. Achten Sie auch darauf, für welche Suchanfragen die Seiten neu erscheinen. Eigene Angaben wie "für kleine Balkone" oder "passt zu Modell X" können die Seite für Suchanfragen sichtbar machen, für die der Herstellertext nichts hergab.
Was Duplicate Content allgemein ist, erklärt das Glossar unter Duplicate Content. Wenn Sie die Texte nicht selbst schreiben möchten, übernimmt das die Texterstellung für SEO.
Sie möchten wissen, mit welchen Produktgruppen Sie in Ihrem Shop anfangen sollten? Stellen Sie Ihre Frage in der gratis Sprechstunde.
- Organisation Was ist Kanonisierung?. Google Search Central. Stand 09.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen, die die Bedürfnisse der Nutzer in den Vordergrund stellen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Gesetz § 2 UrhG: Geschützte Werke. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Produktdatenspezifikation. Google Merchant Center-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Werde ich von Google abgestraft, wenn ich Herstellertexte verwende?
Nein. Google schreibt, dass eine gewisse Menge an Duplicate Content normal ist und keinen Verstoß gegen die Spamrichtlinien darstellt. Ein Text, den viele Shops zeigen, gibt Google aber keinen Grund, gerade Ihre Seite zu bevorzugen.
Reicht es, den Herstellertext mit einem Werkzeug umzuschreiben?
Nein. Google nennt in den Spamrichtlinien das leichte Verändern kopierter Inhalte, etwa durch Synonyme oder automatisierte Verfahren, als Beispiel für Missbrauch. Eigene Angaben helfen mehr als ein umformulierter Text.
Darf ich Herstellertexte überhaupt verwenden?
Das hängt von den Bedingungen des Herstellers ab. Viele regeln die Nutzung in Händlerverträgen oder im Medienportal. Texte anderer Händler zu übernehmen ist in der Regel nicht erlaubt. Im Zweifel klärt das eine Anwältin oder ein Anwalt.
Muss ich alle Produkttexte neu schreiben?
Nicht auf einmal. Beginnen Sie mit Produkten, die schon Besucher oder Umsatz bringen, und ergänzen Sie dort eigene Angaben. Für selten gesuchte Artikel kann der Herstellertext genügen.
Noch eine Frage offen?
In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.
Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



