Stellen Sie sich einen Kunden vor, der zwischen zwei Rucksäcken schwankt. Beide haben 30 Liter, beide sind wasserabweisend, beide kosten ähnlich viel. Er will wissen, ob der Laptop hineinpasst, ob der Hüftgurt abnehmbar ist und wie sich das Rückenteil an einem warmen Tag anfühlt. Steht das nirgends, schreibt er dem Kundendienst, ruft an oder kauft woanders. Ein Produkttext, der genau diese Fragen beantwortet, hilft dem Kunden und gibt Google Inhalte, die auf anderen Seiten fehlen.
Dieser Ratgeber beschreibt, wie eine einzelne Produktbeschreibung entsteht. Wenn Sie Texte für tausende Artikel planen, lesen Sie danach den Ratgeber Produktbeschreibungen bei vielen Artikeln.
Woran Google einen hilfreichen Produkttext misst
Google veröffentlicht keine eigene Regel für Produkttexte. Die Fragen zu hilfreichen Inhalten gelten aber für jede Seite und passen gut auf Produktbeschreibungen. Google fragt unter anderem, ob Inhalte neuartige Informationen oder Analysen bieten und ob wesentliche neue Informationen enthalten sind, statt nur externe Inhalte zu kopieren oder umzuschreiben [1]. Eine bevorzugte Wortzahl hat Google nicht, die Leitlinien sagen dazu wörtlich: "Wir haben keine." [1]
Für den Shop folgt daraus: Länge ist kein Ziel. Ein Text mit 150 Wörtern, der drei echte Fragen beantwortet, ist besser als 600 Wörter mit allgemeinen Sätzen über Qualität und Design. Und ein umgeschriebener Herstellertext erfüllt die Frage nach neuen Informationen nicht. Wie Sie mit Herstellertexten umgehen, beschreibt der Ratgeber Herstellertexte und Duplicate Content.
Die Fragen sammeln, bevor Sie schreiben
Gute Produkttexte beginnen mit einer Liste von Fragen. Die besten Quellen dafür liegen im eigenen Haus:

- Anfragen an den Kundendienst per Mail, Telefon oder Chat zu diesem Produkt oder dieser Warengruppe,
- Gründe für Rücksendungen, etwa "zu klein", "Farbe anders als erwartet" oder "passt nicht zu Gerät X",
- Fragen und Bewertungen auf der eigenen Produktseite,
- Suchanfragen in der Search Console, mit denen Besucher auf die Seite kommen.
Rücksendegründe sind besonders wertvoll. Jede Rücksendung wegen einer falschen Erwartung zeigt eine Information, die im Text gefehlt hat. Wer die Passform eines Schuhs beschreibt oder sagt, dass ein Ladegerät nur mit bestimmten Modellen arbeitet, beugt der nächsten Rücksendung vor.
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Der Aufbau einer Produktbeschreibung
Ein bewährter Aufbau hat vier Teile. Die Reihenfolge folgt der Frage, wie weit ein Besucher liest.

Der Einstieg
Die ersten zwei oder drei Sätze sagen, was das Produkt ist, für wen es gedacht ist und welches Merkmal es von ähnlichen Produkten unterscheidet. Dieser Teil wird am häufigsten gelesen und eignet sich zugleich als Grundlage für die Beschreibung im Merchant Center. Dort empfiehlt Google, die wichtigsten Angaben in den ersten 160 bis 500 Zeichen zu nennen, weil Kunden sonst erst auf die Produktdetails klicken müssen [2].
Einsatz und Nutzen
Der zweite Teil beschreibt, wie das Produkt im Alltag funktioniert. Hier stehen die Antworten aus der Fragenliste: passt der Laptop hinein, wie wird der Gurt verstellt, wie laut ist das Gerät. Konkrete Angaben schlagen Adjektive. "Das Fach hält Geräte bis 40 Zentimeter Breite" sagt mehr als "großzügiges Laptopfach".
Grenzen und Hinweise
Ein ehrlicher Satz zu den Grenzen eines Produkts verhindert Fehlkäufe. Wenn eine Jacke nicht für Dauerregen gedacht ist oder ein Werkzeug für Hartholz zu schwach ist, gehört das in den Text. Käufer, die das Produkt trotzdem bestellen, wissen, was sie bekommen.
Technische Daten
Maße, Gewicht, Material, Lieferumfang, Kompatibilität und Pflegehinweise stehen in einer Tabelle unter dem Text. Diese Werte kommen aus der Warenwirtschaft und sollten dieselben sein, die in den strukturierten Daten und im Feed stehen. Wie die Werte ins Markup kommen, beschreibt der Ratgeber Produkt-Schema umsetzen.
Sprache und Suchbegriffe
Produkttexte sollten die Wörter enthalten, mit denen Käufer suchen. Das sind oft andere als die des Herstellers. Der Hersteller schreibt "Multifunktionsrucksack mit Ventilationssystem", der Käufer sucht "Rucksack für Laptop mit Belüftung". Die Search Console zeigt Ihnen für bestehende Produktseiten die Suchanfragen, über die Besucher kommen. Diese Begriffe gehören in den Text, soweit sie das Produkt richtig beschreiben.
Das Hauptkeyword einer Produktseite ist in der Regel der Produktname mit Produktart und Marke. Es gehört in den Titel, in die Hauptüberschrift und in den Einstieg. Wie Titel und H1 aufgebaut werden, beschreibt der Ratgeber Produkttitel optimieren. Im Fließtext reicht es, das Produkt natürlich zu benennen. Eine Liste von Varianten des Suchbegriffs am Ende des Textes hilft niemandem.
Was nicht in den Produkttext gehört
Für die Beschreibung im Merchant Center nennt Google klare Ausschlüsse: keine Angaben zu Preis, Aktionen oder Lieferung, keinen Firmennamen, keine Links, keine Vergleiche wie "besser als X", keine Verweise auf Kategoriesysteme und keine Angaben zu Zubehör, kompatiblen Produkten oder zur Unternehmensgeschichte [2]. Durchgehende Großschreibung zur Hervorhebung ist ebenfalls nicht erlaubt [2].
Auf der Produktseite selbst sind manche dieser Angaben sinnvoll, etwa ein Hinweis auf passendes Zubehör. Sie stehen dann aber in eigenen Bereichen, zum Beispiel in einem Block "Passt dazu", und nicht im Beschreibungstext. So können Sie den Beschreibungstext ohne Änderungen für den Feed nutzen, und Aktionshinweise veralten nicht in hunderten Beschreibungen gleichzeitig.
Ebenfalls draußen bleiben sollten Aussagen, die Sie nicht belegen können. "Der beste Rucksack seiner Klasse" ist eine Behauptung, die weder Käufer noch Suchmaschinen weiterbringt.
Bilder und Video als Teil des Textes
Ein Produkttext und die Produktbilder ergänzen sich. Was ein Foto zeigt, muss der Text nicht beschreiben, und was ein Foto nicht zeigen kann, etwa das Gewicht oder die Lautstärke, muss im Text stehen. Ein kurzes Video zeigt oft in 30 Sekunden, wofür der Text einen Absatz braucht: wie sich ein Verschluss öffnet oder wie ein Gerät aufgebaut wird. Wie Produktvideos für Shops entstehen, beschreibt das Fachportal media im Ratgeber Produktvideos für Onlineshops.

Texte mit KI-Unterstützung
Viele Shops nutzen Sprachmodelle für erste Entwürfe. Google erlaubt das, empfiehlt aber, KI-Inhalte vor der Veröffentlichung von Menschen auf Richtigkeit prüfen zu lassen, weil die Modelle falsche Angaben erzeugen können [3]. Bei Produkttexten betrifft das vor allem Maße, Materialien und Kompatibilität. Ein Modell, das aus "Polyester" ein "recyceltes Polyester" macht, erzeugt eine Aussage, die Sie nicht halten können. Im Merchant Center müssen KI-generierte Titel und Beschreibungen gesondert angegeben und gekennzeichnet werden [3].
Ein Sprachmodell kennt außerdem weder Ihre Rücksendegründe noch die Fragen Ihrer Kunden. Die Informationen, die einen Text von anderen unterscheiden, muss deshalb ein Mensch einbringen, der das Produkt kennt.
Nach der Veröffentlichung
Ein Produkttext ist nicht fertig, wenn er online steht. Beobachten Sie in der Search Console, ob die Seite für neue Suchanfragen erscheint, und in der Warenwirtschaft, ob die Rücksendungen aus Erwartungsgründen zurückgehen. Neue Fragen im Kundendienst sind ein Anlass, den Text zu ergänzen. Nach unserer Erfahrung bringt die Überarbeitung der Texte für die meistverkauften Produkte mehr als neue Texte für Artikel, die kaum jemand sucht.
Sie haben einen Produkttext geschrieben und möchten wissen, ob er die richtigen Fragen beantwortet? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Wenn Texte für einen ganzen Shop entstehen sollen, beschreibt die Seite E-Commerce SEO unsere Arbeit für Onlineshops.
- Organisation Hilfreiche, vertrauenswürdige, nutzerorientierte Inhalte erstellen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Beschreibung (description) und strukturierte Beschreibung (structured_description). Google Merchant Center-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Leitfaden der Google Suche zu Inhalten, die mit generativer KI erstellt wurden. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Produkttext sein?
Google nennt keine bevorzugte Wortzahl. Ein Produkttext sollte so lang sein, dass er die Fragen der Käufer beantwortet. Bei einfachen Ersatzteilen reichen wenige Sätze und eine Datentabelle, bei erklärungsbedürftigen Produkten braucht es mehr.
Darf ich den Text des Herstellers verwenden?
Das hängt von den Bedingungen des Herstellers ab. Wird der Text übernommen, steht er auch in vielen anderen Shops. Eigene Informationen wie Antworten auf Kundenfragen, Hinweise zur Passform oder zum Einsatz machen Ihre Seite unterscheidbar.
Gehört der Preis in den Produkttext?
Nein. Preis und Aktionen stehen auf der Seite in eigenen Bereichen und im Feed in eigenen Attributen. Das Merchant Center schließt Preisangaben in der Beschreibung ausdrücklich aus.
Wo finde ich die Fragen meiner Kunden?
Im Kundendienst, in den Rücksendegründen, in den Bewertungen und in den Suchanfragen der Search Console. Rücksendungen wegen falscher Erwartungen zeigen besonders deutlich, was im Text fehlt.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



