Wer die Server-Logdateien eines Onlineshops öffnet, sieht oft mehr Parameter-URLs als Produktseiten. ?color=, ?size=, ?page=, ?order=, ?utm_source=, ?sid=, ?add-to-wishlist=: Jede Funktion des Shops hinterlässt eigene Adressen, und Crawler finden sie über Links, Formulare und externe Verweise. Googles Leitfaden zur facettierten Navigation beschreibt die Folge: Solche URL-Mengen belasten die Crawler, und neue, nützliche Seiten werden langsamer entdeckt [1].
Die allgemeinen Regeln für Parameter stehen im Ratgeber Parameter-URLs behandeln. Wie Sie Sortierung und Anzeigeanzahl im Einzelnen umsetzen, beschreibt der Ratgeber Sortierung und Anzeigeanzahl. Hier geht es um die Inventur im Shop: welche Parameter es gibt und welche Regel jeder Typ bekommt.
Schritt 1: die Parameter finden
Die Parameterliste eines Shops entsteht aus drei Quellen. Ein Crawl mit einem SEO-Crawler zeigt, welche Parameter über interne Links erreichbar sind. Die Logdateien des Servers zeigen, welche Adressen der Googlebot tatsächlich abruft, auch solche, die über externe Links oder alte Sitemaps kommen. Die Search Console zeigt, welche Parameter-URLs Impressionen haben, also im Index sind. Die Crawling-Statistiken der Search Console geben zusätzlich einen Eindruck, wie viele Anfragen der Googlebot insgesamt stellt; wie Sie sie lesen, beschreibt der Ratgeber Crawling-Statistiken der Search Console lesen.
Aus diesen Quellen entsteht eine Tabelle mit jedem Parameternamen, seinem Zweck, der Zahl der Adressen und der Frage, ob Seiten mit diesem Parameter Besucher aus der Suche haben.
Schritt 2: Parametertypen zuordnen
In fast jedem Shop lassen sich die Parameter einer kleinen Zahl von Typen zuordnen. Jeder Typ bekommt eine eigene Regel.

| Typ | Beispiel | Regel |
|---|---|---|
| Variante | ?color=green | eigene URL zur Vorauswahl, Canonical nach Variantenmodell |
| Seitenzahl | ?page=3 | crawlbar, Canonical auf sich selbst |
| Filter mit Suchnachfrage | ?brand=x | indexierbar mit stabiler Adresse |
| Filter ohne Suchnachfrage | ?price=20-50 | vom Crawling ausschließen |
| Sortierung und Anzeige | ?order=price | nicht indexieren |
| Kampagne | ?utm_source=newsletter | Canonical auf die Adresse ohne Parameter |
| Sitzung | ?sid=abc | aus der Adresse entfernen |
| Aktion | ?add-to-cart=123 | vom Crawling ausschließen |
| Interne Suche | ?q=jacke | vom Crawling ausschließen |
Die Tabelle ist ein Ausgangspunkt. Ein Filter für Marken kann in einem Shop eigene Suchnachfrage haben und in einem anderen nicht. Entscheidend ist, dass jede Regel bewusst gesetzt wird.
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Varianten und Seitenzahlen: Parameter, die bleiben
Zwei Parametertypen sollen für Google erreichbar bleiben. Für Varianten empfiehlt Google eine eigene URL je Variante, entweder als Pfadsegment oder als Suchparameter wie ?color=green [2]. Für Seitenfolgen soll jede Seite eine eindeutige URL haben [2]. Diese Adressen dürfen also nicht pauschal per robots.txt gesperrt werden. Wie Canonical und Markup bei Varianten aussehen, beschreibt der Ratgeber Produktvarianten und Canonical, die Seitenfolgen behandelt der Ratgeber Paginierung in Kategorien.
Filter: indexieren oder ausschließen
Für Filter gibt Google zwei Wege vor. Sollen Filterseiten nicht in den Index, empfiehlt Google, das Crawling der Filter-URLs per robots.txt zu unterbinden, Filter im Fragment hinter dem Zeichen # abzubilden oder jeden Link auf gefilterte Seiten mit rel="nofollow" zu versehen. Ein Canonical auf die ungefilterte Seite ist laut Google langfristig weniger wirksam [1].
Sollen Filterseiten indexiert werden, gelten andere Regeln. Google empfiehlt das Standardtrennzeichen & zwischen Parametern, bei Filtern im Pfad eine stets gleiche Reihenfolge ohne Doppelungen und für Filterkombinationen ohne Ergebnisse den Status 404 statt einer Weiterleitung auf eine allgemeine Fehlerseite [1]. Welche Filter eine eigene Seite verdienen, beschreibt der Ratgeber Filter und Facetten im Shop.
Kampagnen, Sitzungen und Aktionen
Kampagnenparameter wie utm_source landen über Newsletter und soziale Netzwerke im Netz. Sie ändern den Inhalt der Seite nicht. Ein Canonical auf die Adresse ohne Parameter bündelt die Signale, und interne Links sollten diese Parameter nie tragen. Google empfiehlt, intern immer auf die kanonische URL zu verlinken [3]. Was UTM-Parameter sind, erklärt das Glossar unter UTM-Parameter.

Sitzungs-IDs in der Adresse sind in modernen Shops selten, tauchen aber in älteren Systemen und bei Besuchern ohne Cookies noch auf. Google rät, temporäre Werte wie Sitzungs-IDs, Tracking-Codes und Zeitstempel in Adressen zu vermeiden, weil der Crawler sonst annehmen könnte, dass es unendlich viele Seiten gibt [2]. Die Sitzung gehört in ein Cookie.
Aktionsparameter wie "in den Warenkorb", "auf die Wunschliste" oder "zum Vergleich hinzufügen" erzeugen Adressen, die keinen eigenen Inhalt haben. Diese Adressen sollten per robots.txt vom Crawling ausgeschlossen werden. Google nennt die robots.txt als Mittel, um URLs zu blockieren, die nicht gecrawlt werden sollen [4]. Dasselbe gilt in den meisten Shops für die Ergebnisseiten der internen Suche, die bei jeder Eingabe eine neue Adresse bilden.
Sortierung und Anzeigeanzahl
Sortierte Fassungen derselben Liste nennt Google im Leitfaden zum Crawling-Budget ausdrücklich als Beispiel für unwichtige URLs [4]. Sie sollen nicht in den Index. Welcher der möglichen Wege dafür in Ihrem Shop passt und wie die Standardsortierung aussehen sollte, beschreibt der Ratgeber Sortierung und Anzeigeanzahl ausführlich.
noindex oder robots.txt
Bei der Wahl zwischen noindex und robots.txt kommt es darauf an, was Sie sparen wollen. Eine Seite mit noindex wird weiterhin abgerufen und erst danach verworfen, dabei geht Crawling-Zeit verloren [4]. Eine Sperre in der robots.txt spart das Crawling, verhindert aber auch, dass Google einen Canonical oder ein noindex auf der Seite sieht. Google rät ausdrücklich davon ab, die robots.txt zur Kanonisierung zu nutzen [3].
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel. Für Parametertypen, die in großer Zahl entstehen und keinen Inhalt haben, etwa Aktionen, interne Suche und Filter ohne Nachfrage, ist die robots.txt das passende Mittel. Für Parametertypen mit wenigen Adressen und Signalen, die gebündelt werden sollen, etwa Kampagnen, ist der Canonical das passende Mittel. Beides auf derselben Adresse zu kombinieren, hebt sich gegenseitig auf. Wie Sie die Regeln in der robots.txt formulieren, beschreibt der Ratgeber robots.txt richtig schreiben.
Schreibweise und Konsistenz
Viele doppelte Adressen entstehen ohne neuen Parameter, nur durch andere Schreibweise. Google empfiehlt Parameter in der Form ?key=value, rät davon ab, denselben Parameter mehrfach zu verwenden, und schlägt stattdessen eine Form wie ?type=candy,sweet vor [2]. Behandelt der Server Groß- und Kleinschreibung gleich, sollte der gesamte URL-Text einheitlich geschrieben sein [2]. In internen Links, Sitemaps und Canonical-Angaben gehört überall dieselbe Form hin [2].
Nach der Umstellung prüfen
Neue Regeln wirken nicht sofort. Ein zweiter Blick in die Logdateien einige Wochen nach der Umstellung zeigt, ob der Googlebot weniger Parameter-URLs abruft und mehr Produktseiten. In der Search Console sollten Parameter-URLs ohne Suchzweck nach und nach aus den Impressionen verschwinden. Nach unserer Erfahrung lohnt eine erneute Inventur nach jedem größeren Update des Shopsystems oder nach der Installation neuer Erweiterungen, weil diese oft eigene Parameter mitbringen.

Ihre Logdateien zeigen mehr Parameter als Produkte, und Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde. Für die Umsetzung im ganzen Shop beschreibt die Seite E-Commerce SEO unsere Arbeit.
- Organisation Crawling von Facettensuche-URLs verwalten. Google Search Central. Stand 06.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Best Practices für die URL-Struktur von E-Commerce-Websites. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Kanonische URLs angeben (doppelte URLs konsolidieren). Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Verwaltung des Crawling-Budgets. Google Crawling-Infrastruktur. Stand 16.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Welche Parameter-URLs soll Google im Shop crawlen?
Varianten mit eigener Vorauswahl, Seitenzahlen der Kategorien und Filter mit eigener Suchnachfrage. Aktionen, interne Suche, Sitzungen und Filter ohne Nachfrage gehören nicht dazu.
Reicht ein Canonical für alle Parameter?
Für Kampagnenparameter meist ja. Für Filter hält Google den Canonical langfristig für weniger wirksam als einen Ausschluss per robots.txt, weil die Adressen weiter gecrawlt werden.
Darf ich alle Adressen mit Fragezeichen in der robots.txt sperren?
Davon raten wir ab. Damit wären auch Seitenzahlen und Variantenadressen gesperrt, und Google fände hintere Produkte und vorausgewählte Varianten schwerer.
Wie finde ich heraus, welche Parameter mein Shop erzeugt?
Mit einem Crawl, einer Auswertung der Server-Logdateien und den Suchanfragen und Seiten in der Search Console. Erst der Abgleich zeigt auch Parameter, die nur über externe Links erreichbar sind.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



