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Ratgeber

Suchvolumen richtig lesen: was hinter der Zahl steckt

Das Suchvolumen eines Keywords ist eine Schätzung, wie oft im Monat danach gesucht wird. Im Keyword-Planer von Google ist es ein gerundeter Durchschnitt über zwölf Monate für den gewählten Standort, Saisonspitzen sind darin also geglättet. Lesen Sie die Zahl als Größenordnung, prüfen Sie den Verlauf in Google Trends und vergleichen Sie sie bei bestehenden Seiten mit den Impressionen in der Search Console.

Mann liest im Keller mit einer Taschenlampe einen runden Wasserzähler ab, Nahaufnahme ohne erkennbare Ziffern
Bild: KI-generiert

Eine vierstellige Zahl in der Spalte "Suchvolumen", und schon steht das nächste Thema fest: So beginnt manche Themenplanung. Die Zahl wirkt genau, ist aber eine Schätzung mit mehreren Annahmen, und wer sie wörtlich nimmt, plant leicht am Bedarf vorbei. Ein Begriff mit wenigen Suchen kann mehr Umsatz bringen als einer mit vielen, und ein Durchschnitt über das Jahr verbirgt, in welchen Monaten die Nachfrage steigt. Wer Suchvolumen verstehen will, muss wissen, woher die Zahl kommt und was sie auslässt.

Eine kurze Definition des Begriffs steht im Glossar unter Suchvolumen. Wie das Volumen in eine vollständige Keyword-Recherche einfließt, beschreibt der Ratgeber Keyword-Recherche Schritt für Schritt.

Woher die Zahlen kommen

Von Google selbst kommen zwei Quellen: der Keyword-Planer, der zu Google Ads gehört und Werbetreibenden bei der Suche nach Keywords für Suchkampagnen helfen soll [1], und Google Trends. SEO-Werkzeuge anderer Anbieter rechnen mit eigenen Daten und Verfahren, die sie unterschiedlich offenlegen. Deshalb weichen die Werte zwischen zwei Werkzeugen oft voneinander ab, ohne dass einer von beiden falsch rechnet.

Der Keyword-Planer zeigt laut Google Schätzungen zur Anzahl der Suchanfragen pro Monat für ein Keyword [1]. Keywords mit sehr geringem Suchvolumen oder solche, die Google als sensibel einstuft, zeigt er nicht an [1].

Was "durchschnittliche Suchanfragen pro Monat" bedeutet

Die Google-Ads-Hilfe beschreibt den Messwert genauer. Er ist die durchschnittliche Anzahl der Suchanfragen für ein Keyword und ähnliche Varianten und basiert auf dem Monatsbereich sowie den gewählten Standort- und Suchnetzwerkeinstellungen [2]. Standardmäßig ist es ein Durchschnitt über zwölf Monate [2]. An anderen Stellen derselben Seite steht, die Statistiken beruhten ausschließlich auf genau passenden Suchanfragen, und das Suchvolumen werde nur für genau passende Keywords ermittelt [2]. Neben der Definition mit den ähnlichen Varianten löst die Hilfe diesen Unterschied nicht auf. Lesen Sie den Wert deshalb als Näherung und prüfen Sie wichtige Schreibweisen einzeln im Werkzeug. Außerdem handelt es sich bei den Daten zum Suchvolumen um gerundete Werte [2].

Reihe von Gläsern mit unterschiedlich viel getrockneten Bohnen auf einem Küchenregal im Tageslicht
Bild: KI-generiert

Daraus folgen vier praktische Regeln:

  • Die Zahl ist ein Jahresmittel. Saisonale Begriffe sehen ruhiger aus, als sie sind. Stellen Sie den Zeitraum im Werkzeug auf einzelne Monate um oder schauen Sie in Google Trends.
  • Die Zahl gilt für den eingestellten Standort. Ein Wert für Deutschland sagt wenig über eine einzelne Stadt. Für lokale Begriffe beschreibt das Local-SEO-Portal das Vorgehen im Ratgeber Lokale Keywords recherchieren.
  • Die Zahl ist gerundet. Zwei Begriffe mit gleichem Wert können sich im wirklichen Volumen deutlich unterscheiden. Google weist darauf hin, dass sich gerundete Werte für mehrere Standorte deshalb nicht zur erwarteten Summe addieren müssen [2].
  • Die Zahl schwankt. Laut Google variieren Webzugriffe je nach Saison, aktuellen Ereignissen und anderen Faktoren, und die Anzahl der Suchanfragen ist ständigen Schwankungen unterworfen [2].

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Volumen nach Zeitraum und Gerät aufschlüsseln

Der Jahresdurchschnitt ist nur die Standardansicht. Laut Google-Ads-Hilfe können Sie im Keyword-Planer mit der Zeitraumfunktion den Zeitraum anpassen, um Trends im Suchvolumen zu sehen [6]. Außerdem lassen sich die durchschnittlichen monatlichen Suchanfragen nach Gerätetyp aufschlüsseln [6]. Beides lohnt sich vor jeder Entscheidung über ein Thema.

Die Monatsansicht zeigt, ob ein Begriff das ganze Jahr gesucht wird oder nur in wenigen Wochen. Ein Ratgeber zur Steuererklärung oder zu Winterreifen hat seine Leser zu bestimmten Zeiten, und der Durchschnitt verdeckt das. Die Aufschlüsselung nach Gerät zeigt, wie viele Menschen am Smartphone suchen. Ist der Anteil hoch, gehört die mobile Fassung der Seite bei der Planung nach vorn: kurze Absätze, gut lesbare Tabellen, Kontaktmöglichkeiten ohne langes Scrollen. Wie Sie die Seite dafür prüfen, steht im Ratgeber Tippziele und Schriftgrößen.

Google Trends ergänzt den Keyword-Planer um den zeitlichen Verlauf. Trends bietet laut Google Zugriff auf eine weitgehend ungefilterte Stichprobe tatsächlicher Suchanfragen [3]. Die Daten sind normalisiert: Jeder Datenpunkt wird durch die Gesamtzahl der Suchanfragen in Gebiet und Zeitraum geteilt, und die Ergebnisse erscheinen auf einer Skala von 0 bis 100 [3]. Trends zeigt also relatives Interesse, eine Anzahl von Suchen lässt sich daraus nicht ablesen. Google betont selbst: Wenn zwei Regionen dasselbe Suchinteresse zeigen, heißt das nicht, dass ihr Gesamtsuchvolumen gleich ist [3].

Strandpromenade im Winter mit wenigen Spaziergängern und geschlossenen Strandhütten unter grauem Himmel
Bild: KI-generiert

Zwei weitere Eigenheiten sollten Sie kennen. Begriffe mit niedrigem Suchvolumen erscheinen in Trends als 0 [3]. Und wiederholte Suchanfragen derselben Person innerhalb eines kurzen Zeitraums entfernt Trends [3]. Für Nischenbegriffe ist Trends deshalb oft leer, für große Begriffe zeigt es zuverlässig, wann im Jahr die Nachfrage steigt. Wir empfehlen, Inhalte für saisonale Begriffe einige Wochen vor dem Anstieg fertig zu haben, den Trends zeigt, damit Google sie bis zur Spitze erfasst hat.

Suchvolumen und Impressionen vergleichen

Für Begriffe, zu denen Ihre Website schon erscheint, gibt es eine dritte Zahl: die Impressionen im Leistungsbericht der Search Console. Eine Impression bedeutet, dass ein Nutzer einen Link zu Ihrer Website potenziell gesehen hat [4]. Die Impressionen sind also kein Suchvolumen. Sie hängen von Ihrer Position ab: Ein Ergebnis auf Seite 3 erzeugt keine Impression, wenn der Nutzer nur Seite 1 aufruft [4].

Stehen Sie für einen Begriff weit vorn, nähern sich die Impressionen dem tatsächlichen Volumen an Ihrem Zielort an. Dann ist der Vergleich mit dem Keyword-Planer aufschlussreich. Liegen die Impressionen bei guter Position deutlich unter der Schätzung des Werkzeugs, ist die Schätzung vermutlich zu hoch oder gilt für eine andere Region. Liegen sie darüber, kann das Werkzeug den Begriff unterschätzen. Wie Sie die Search Console für die Recherche nutzen, beschreibt der Ratgeber Keyword-Recherche aus der Search Console.

Beachten Sie dabei, dass die Search Console seltene Anfragen nicht zeigt. Google nennt sie anonymisierte Anfragen, die nicht von mehr als einigen Dutzend Nutzern in zwei bis drei Monaten gestellt werden [5]. Gerade viele Longtail-Begriffe fehlen deshalb in der Liste, obwohl sie Besucher bringen.

Kleine Zahlen nicht unterschätzen

Ein niedriges Volumen ist kein Grund, einen Begriff zu streichen. Begriffe mit langen, genauen Formulierungen haben oft wenige Suchen, aber eine klare Absicht. Wer "Ersatzteil Dichtung Spülmaschine Modell XY" sucht, will kaufen. Zusammengenommen können viele solche Begriffe mehr Besucher bringen als ein einzelner großer, um den sich alle Wettbewerber bemühen. Wie Sie solche Begriffe finden, zeigt der Ratgeber Longtail-Keywords finden.

Handwerker reicht in einem kleinen Eisenwarenladen einem Kunden über die Theke eine kleine Gummidichtung
Bild: KI-generiert

Umgekehrt ist ein hohes Volumen kein Erfolgsversprechen. Wie schwer ein Begriff zu erreichen ist, hängt von den Seiten ab, die schon vorn stehen. Das beschreibt der Ratgeber Keyword-Schwierigkeit einschätzen. Nach unserer Erfahrung ist für kleinere Unternehmen die Frage, ob ein Begriff zu ihrem Angebot und zur Absicht der Suchenden passt, wichtiger als die genaue Höhe des Volumens.

Wer die Zahlen nicht selbst zusammentragen will, kann die Recherche abgeben. Die Leistung Keyword-Recherche beauftragen beschreibt den Ablauf. Sie haben eine Liste mit Werten vor sich und wissen nicht, welchen Sie trauen sollen? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde.

  1. Organisation Keyword-Planer. Google Ads-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Keyword-Planer: Prognosen. Google Ads-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Häufig gestellte Fragen zu Google Trends-Daten. Google Trends-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Was sind Impressionen, Position und Klicks?. Search Console-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation A deep dive into Search Console performance data filtering and limits (Daniel Waisberg). Google Search Central Blog. Stand 19.10.2022. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation Neue Keyword-Ideen im Keyword-Planer optimieren. Google Ads-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Was bedeutet Suchvolumen?

Eine Schätzung, wie oft im Monat nach einem Begriff gesucht wird. Im Keyword-Planer von Google ist es ein gerundeter Durchschnitt über zwölf Monate für den gewählten Standort.

Warum zeigen verschiedene Werkzeuge unterschiedliche Werte?

Die Werkzeuge nutzen unterschiedliche Daten und Verfahren. Der Keyword-Planer bezieht seine Werte direkt von Google, rundet und mittelt aber ebenfalls.

Zeigt Google Trends das Suchvolumen?

Nein. Trends zeigt das relative Interesse auf einer Skala von 0 bis 100, bezogen auf alle Suchen in Gebiet und Zeitraum. Es eignet sich, um Saison und Verlauf zu erkennen.

Lohnen sich Begriffe mit sehr kleinem Suchvolumen?

Oft ja. Lange, genaue Suchanfragen haben häufig eine klare Absicht, und viele davon zusammen bringen Besucher. Entscheidend ist, ob der Begriff zu Ihrem Angebot passt.

Sind Impressionen in der Search Console dasselbe wie Suchvolumen?

Nein. Eine Impression zählt nur, wenn Ihr Ergebnis potenziell gesehen wurde. Bei guter Position nähern sich die Impressionen dem Volumen an, bei schlechter liegen sie weit darunter.

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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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