Wer am Smartphone dreimal auf den falschen Link tippt, gibt irgendwann auf. Zu kleine Schaltflächen, eng gesetzte Links im Menü und Text, den man nur mit zwei Fingern aufziehen kann, gehören zu den häufigsten Ärgernissen auf mobilen Seiten. Sie haben mit Suchmaschinen auf den ersten Blick wenig zu tun. Google hat aber deutlich gemacht, dass die mobile Nutzbarkeit für den Erfolg in der Suche wichtig bleibt, auch nachdem es eigene Prüfwerkzeuge dafür eingestellt hat. Diese Seite fasst zusammen, welche Größen für Tippziele und Schrift gelten und wie Sie sie prüfen.
Einen Überblick über alle mobilen Themen gibt der Ratgeber Mobile SEO Grundlagen. Wie Sie die Darstellung einer Seite auf verschiedenen Geräten testen, beschreibt Mobile Darstellung testen.
Was Google dazu sagt
Bis Ende 2023 gab es in der Search Console einen Bericht zur Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten und einen eigenen Test für Mobilfreundlichkeit. Google kündigte im April 2023 an, beides ab dem 01.12.2023 einzustellen, zusammen mit der zugehörigen Programmierschnittstelle [1]. Im selben Beitrag schreibt Google, das bedeute nicht, dass die mobile Nutzbarkeit für den Erfolg in der Google Suche unwichtig sei. Sie sei für Nutzer weiterhin entscheidend und bleibe Teil von Googles Leitlinien zur Nutzerfreundlichkeit [1]. Als Ersatz verweist Google auf andere Werkzeuge, darunter Lighthouse aus Chrome [1].
Feste Pixelwerte für Tippziele oder Schriftgrößen nennt Google in der Suchdokumentation nicht. Die Werte, mit denen Entwickler arbeiten, stammen aus drei anderen Quellen: der Barrierefreiheitsrichtlinie WCAG, den Vorgaben der Betriebssystemhersteller und den Prüfregeln von Lighthouse.
Warum die mobile Fassung zählt
Google crawlt die meisten Websites mit dem Googlebot für Smartphones, weil die meisten Websites hauptsächlich in ihrer mobilen Version indexiert werden [7]. Was Google bewertet, ist also in der Regel die Seite, wie sie am Smartphone ausgeliefert wird. Für Tippziele und Schriftgrößen nennt Google in der Suchdokumentation keine eigenen Werte. Sie entscheiden aber darüber, ob Besucher die Seite nutzen können, ob sie das Formular abschicken, die Telefonnummer antippen oder das Produkt in den Warenkorb legen.
Wer seine Website hauptsächlich am Rechner pflegt, sieht diese Probleme oft nicht. Ein Menü, das mit der Maus bequem zu bedienen ist, kann am Smartphone eine Reihe winziger Ziele sein. Planen und prüfen Sie die Gestaltung deshalb zuerst für das Smartphone. Mehr zur Indexierung der mobilen Fassung steht im Ratgeber Mobile-First-Indexierung beachten.
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Mindestgrößen für Tippziele
Die Web Content Accessibility Guidelines in der Fassung 2.2 enthalten das Erfolgskriterium 2.5.8 "Target Size (Minimum)" auf Stufe AA. Es verlangt, dass ein Ziel für Zeigereingaben mindestens 24 mal 24 CSS-Pixel groß ist [2]. Es gibt Ausnahmen [2]:

- Abstand: Kleinere Ziele sind erlaubt, wenn sie so weit auseinanderliegen, dass sich Kreise mit 24 CSS-Pixeln Durchmesser um ihre Mitte nicht mit anderen Zielen überschneiden.
- Gleichwertig: Dieselbe Funktion ist über ein anderes Bedienelement auf der Seite erreichbar, das die Größe erfüllt.
- Im Text: Der Link steht in einem Satz, und seine Größe ergibt sich aus der Zeilenhöhe.
- Browser: Die Größe bestimmt der Browser, und der Autor hat sie nicht verändert.
- Notwendig: Eine bestimmte Darstellung ist für die Information wesentlich oder rechtlich vorgeschrieben.
Für wichtige Links und Bedienelemente empfiehlt die Erläuterung zu diesem Kriterium, das strengere Kriterium 2.5.5 "Target Size (Enhanced)" anzustreben [2].
Die Android-Entwicklerdokumentation empfiehlt für Touch-Oberflächen eine Zielgröße von mindestens 48 mal 48 dp für jedes interaktive Element und ergänzt: Größer ist noch besser [3]. Die Lighthouse-Dokumentation zur Prüfung der Tippziele nennt denselben Wert: Tippziele von 48 mal 48 Pixeln bestehen die Prüfung immer [4]. Als Abstand gelten dort 8 Pixel zwischen Tippzielen als guter Ausgangspunkt, der bei sehr kleinen Zielen aber nicht immer reicht [4]. Die Prüfung tap-targets gehört seit Lighthouse 12.0 vom 22.04.2024 nicht mehr zur SEO-Kategorie; an ihre Stelle trat die Prüfung target-size im Bereich Barrierefreiheit [8].
Wir empfehlen, für Navigation, Schaltflächen und Formularfelder 48 Pixel als Arbeitswert zu nehmen und 24 Pixel als Untergrenze, die nie unterschritten wird. Links im Fließtext dürfen kleiner sein, wenn die Zeilenhöhe großzügig ist.
Wo es in der Praxis hakt
Nach unserer Erfahrung stecken die meisten Probleme in Kleinteilen, die niemand bewusst gestaltet hat:

- Linklisten in der Fußzeile mit geringer Zeilenhöhe, etwa Impressum, Datenschutz und Kontakt direkt untereinander.
- Symbole ohne Text, etwa Lupe, Warenkorb, Menü, die als 16-Pixel-Grafik ohne zusätzliche Klickfläche eingebaut sind.
- Paginierung mit Seitenzahlen, die dicht nebeneinander stehen.
- Filter in Shops mit kleinen Kontrollkästchen, bei denen nur das Kästchen und nicht die Beschriftung reagiert.
- Schließen-Kreuze von Hinweisfenstern, die in der Ecke kaum zu treffen sind.
Die Lösung ist meist einfach: Die sichtbare Grafik kann klein bleiben, wenn die anklickbare Fläche darum herum durch Innenabstand vergrößert wird. Bei Kontrollkästchen gehört die Beschriftung mit in das label-Element, damit sie mitreagiert. Hinweisfenster, die Inhalte verdecken, sind ein eigenes Thema, das der Ratgeber Interstitials auf Mobilgeräten behandelt.
Lesbare Schriftgrößen
Für Text gibt es zwei Bezugspunkte. Die Lighthouse-Dokumentation zur Schriftgröße nannte als Richtwert, auf mindestens 60 Prozent des Textes einer Seite eine Schriftgröße von mindestens 12 Pixeln zu verwenden [5]. Diese Prüfung ist laut derselben Seite seit Lighthouse 13 entfernt [5]. Die Lighthouse-Entwickler begründen das damit, dass es keine Hinweise gebe, dass die Schriftgröße heute noch ein SEO-Thema sei [9]. Für Fließtext wäre ein Wert von 12 Pixel ohnehin zu klein.

Wichtiger ist die Vergrößerung. Das WCAG-Kriterium 1.4.4 "Resize Text" verlangt auf Stufe AA, dass sich Text mit Ausnahme von Untertiteln und Textgrafiken ohne Hilfstechnik auf bis zu 200 Prozent vergrößern lässt, ohne dass Inhalte oder Funktionen verloren gehen [6]. Die Erläuterung verweist auf eine Prüfregel, ob das viewport-Meta-Tag Zoomen zulässt [6]. Seiten, die das Zoomen per viewport-Angabe sperren, schließen also genau die Menschen aus, die größere Schrift brauchen.
Fehlt die viewport-Angabe, kann der Text unlesbar werden, wie die Lighthouse-Dokumentation beschreibt. Als Abhilfe nennt sie die Zeile mit width=device-width und initial-scale=1 im head der Seite [5]. Für den Fließtext empfehlen wir 16 Pixel oder mehr, eine Zeilenhöhe um das Anderthalbfache und Zeilen, die auf dem Smartphone nicht über die ganze Breite ohne Rand laufen.
So prüfen Sie Ihre Seiten
Lighthouse ist in Chrome eingebaut und prüft eine einzelne Seite. Ergänzend lohnt der Test von Hand: Öffnen Sie die wichtigsten Seitentypen am eigenen Smartphone, tippen Sie jedes Element im Kopf, im Menü und in der Fußzeile mit dem Daumen an und vergrößern Sie die Schrift in den Systemeinstellungen. Bricht dabei das Layout, überlappen Texte oder verschwinden Schaltflächen, haben Sie die Stelle gefunden, an der Besucher scheitern. Prüfen Sie die Vorlagen. Ein Fehler in der Vorlage für Produktseiten betrifft alle Produkte.
Tippziele und Schriftgrößen sind zugleich Themen der Barrierefreiheit. Wer beides zusammen angehen will, findet die passende Leistung unter Barrierefreiheit und SEO, für die mobile Optimierung insgesamt unter Mobile SEO. Sie sind unsicher, ob Ihre Seite am Smartphone gut bedienbar ist? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde.
- Organisation The role of page experience in creating helpful content (Danny Sullivan). Google Search Central Blog. Stand 19.04.2023. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Understanding Success Criterion 2.5.8: Target Size (Minimum). W3C Web Accessibility Initiative. Stand WCAG 2.2. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Make apps more accessible. Android Developers. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Tap targets are not sized appropriately. Chrome for Developers (Lighthouse). Stand 02.05.2019. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Document doesn't use legible font sizes. Chrome for Developers (Lighthouse). Stand 02.05.2019. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Understanding Success Criterion 1.4.4: Resize Text. W3C Web Accessibility Initiative. Stand WCAG 2.2. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Googlebot. Google Search Central. Stand 06.02.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Lighthouse changelog, Versionen 12.0.0 und 13.0.0. Chrome Lighthouse (GitHub). Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation What's new in Lighthouse 13. Chrome for Developers. Stand 10.10.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wie groß sollten Tippziele auf dem Smartphone sein?
WCAG 2.2 verlangt auf Stufe AA mindestens 24 mal 24 CSS-Pixel oder genügend Abstand. Android empfiehlt 48 mal 48 dp, und die Dokumentation der früheren Lighthouse-Prüfung nennt 48 mal 48 Pixel als Größe, die sie immer bestand.
Wie viel Abstand brauchen Links und Schaltflächen?
Die Lighthouse-Dokumentation nennt 8 Pixel als guten Ausgangspunkt, der bei sehr kleinen Zielen nicht immer genügt. Nach WCAG reicht bei kleinen Zielen ein Abstand, bei dem sich gedachte Kreise mit 24 Pixeln Durchmesser nicht überschneiden.
Gibt es den Test auf Mobilfreundlichkeit von Google noch?
Nein. Google hat den Test, die Programmierschnittstelle und den Bericht in der Search Console am 01.12.2023 eingestellt und verweist auf andere Werkzeuge wie Lighthouse.
Welche Schriftgröße ist auf dem Smartphone lesbar?
Die frühere Lighthouse-Regel nannte 12 Pixel als Untergrenze für den größten Teil des Textes. Für Fließtext ist mehr sinnvoll. Wichtig ist außerdem, dass Besucher die Schrift auf 200 Prozent vergrößern können.
Darf ich das Zoomen auf meiner Seite sperren?
Davon raten wir ab. WCAG verlangt, dass sich Text auf bis zu 200 Prozent vergrößern lässt, und eine Sperre im viewport-Meta-Tag verhindert das.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



