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Ratgeber

Übersetzungen und Qualität bei internationalen Seiten

Google bestimmt die Sprache einer Seite anhand des sichtbaren Inhalts und behandelt Sprachfassungen nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt nicht übersetzt ist. Massenhaft automatisch übersetzte Seiten ohne Prüfung können unter Googles Spamrichtlinie zu massenhaft generierten Inhalten (englisch: scaled content abuse) fallen. Gute internationale Seiten übersetzen deshalb den ganzen Inhalt, passen ihn an das Zielland an und lassen ihn von Menschen prüfen.

Zwei Frauen um die vierzig vergleichen an einem hellen Besprechungstisch Papierbögen nebeneinander, von hinten gesehen
Bild: KI-generiert

Eine zweite Sprachfassung ist heute in wenigen Minuten erzeugt. Ein Übersetzungsdienst oder ein Sprachmodell liefert den Text, das CMS legt die Seiten an, hreflang verknüpft sie. Ob diese Seiten in Google tragen, entscheidet sich aber an der Qualität der Übersetzung und an der Frage, ob sie für Menschen im Zielland geschrieben ist. Diese Seite fasst zusammen, was Google zu Sprache und Übersetzung sagt, und beschreibt einen Ablauf, mit dem Übersetzungen die nötige Qualität bekommen. Die technische Verknüpfung der Fassungen erklärt der Ratgeber hreflang erklärt.

Wie Google die Sprache einer Seite erkennt

Google schreibt in der Dokumentation zu mehrsprachigen Websites: "Google bestimmt die Sprache einer Seite auf Grundlage der sichtbaren Inhalte" [1]. Sprachangaben im Code wie das lang-Attribut oder die Adresse wertet Google dafür nicht aus [1]. Eine Seite, deren Text halb deutsch und halb englisch ist, sendet also ein unklares Signal, ganz gleich, was im Quelltext steht.

Daraus folgt Googles Empfehlung, für Inhalt und Navigation einer Seite jeweils nur eine Sprache zu verwenden und Übersetzungen nebeneinander auf derselben Seite zu vermeiden [1]. Den Wechsel zwischen den Fassungen sollen Links ermöglichen, mit denen Nutzer die Sprache mit einem Klick ändern können [1].

Das lang-Attribut bleibt trotzdem sinnvoll, nur aus einem anderen Grund. Das Erfolgskriterium 3.1.1 der WCAG verlangt, dass sich die Standardsprache jeder Seite programmatisch bestimmen lässt; Screenreader können dann die richtigen Ausspracheregeln laden [4].

Teilübersetzungen und das Duplikat-Problem

Ein häufiger Zwischenstand bei internationalen Websites: Navigation, Fußzeile und Schaltflächen sind übersetzt, der eigentliche Text steht noch in der Ausgangssprache. Google beschreibt genau diesen Fall, bei dem die wesentlichen Inhalte in einer Sprache bleiben und nur die Seitenvorlage übersetzt ist [2]. Für die Indexierung ist er wichtig, denn lokalisierte Versionen einer Seite gelten laut Google nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt nicht übersetzt wurde [2]. Eine Seite mit englischem Menü und deutschem Text ist für Google also im Kern eine Kopie der deutschen Seite.

Zwei gleiche Gläser auf einem Küchenregal, eines mit Kaffeebohnen gefüllt und eines leer, im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Ähnlich bewertet Google Seiten, auf denen nur der feste Standardtext übersetzt ist, etwa bei Foren mit Beiträgen von Nutzern. Die Dokumentation sagt dazu, dass dadurch die Nutzerfreundlichkeit beeinträchtigt wird [1]. Wer eine Sprachfassung veröffentlicht, sollte also den Hauptinhalt vollständig übersetzt haben. Alles andere wartet besser, bis es fertig ist.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Maschinelle Übersetzung und Googles Spamrichtlinien

Die Spamrichtlinien verbieten maschinelle Übersetzung nicht pauschal. Google prüft aber, ob Inhalte für Menschen erstellt wurden oder nur in großer Zahl, um Suchtreffer zu sammeln. Die Spamrichtlinien führen unter dem Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten (englisch: scaled content abuse) ausdrücklich das Erzeugen vieler Seiten aus fremden Feeds oder Suchergebnissen auf, auch durch automatisierte Umwandlungen wie Synonymisierung oder Übersetzung, wenn das Besuchern wenig bietet [3].

Die Richtlinien für Googles Qualitätsbewerter machen den Unterschied noch deutlicher. Als Beispiel für Aufwand nennen sie einen Menschen, der ein Gedicht von einer Sprache in eine andere überträgt. Das automatische Erstellen tausender Seiten, indem frei verfügbare Inhalte ohne Aufsicht oder manuelle Auswahl durch eine Übersetzungssoftware laufen, gilt dort dagegen als Inhalt ohne Aufwand [5]. Für eigene Inhalte heißt das: Die Maschine darf den ersten Entwurf liefern. Was veröffentlicht wird, braucht eine menschliche Prüfung.

Übersetzen heißt auch anpassen

Eine wörtlich richtige Übersetzung kann im Zielland trotzdem fremd wirken. Google nennt als Signale, an denen sich die Zielgruppe einer Seite erkennen lässt, unter anderem örtliche Adressen und Telefonnummern, die ortsübliche Sprache und die örtliche Währung [1]. Eine Seite für die Schweiz mit Preisen in Euro und einer deutschen Telefonnummer passt nicht zu Suchenden in Zürich. Für den deutschen Sprachraum zeigt der Ratgeber hreflang für Deutschland, Österreich und die Schweiz, wann sich eigene Fassungen lohnen.

Mann um die fünfzig steckt in einem Hotelzimmer einen Reiseadapter in eine Steckdose, warmes Abendlicht
Bild: KI-generiert

Dazu kommen die Suchbegriffe. Menschen in einem anderen Land suchen ein Produkt oft mit einem anderen Wort, als es die Übersetzung nahelegt. Eine eigene Keyword-Recherche je Sprache und Land klärt das, bevor die Übersetzung beginnt. Die gefundenen Begriffe gehören in eine Liste, an die sich Übersetzer und Prüfer halten.

Was neben dem Fließtext übersetzt werden muss

Bei Übersetzungen fehlen oft die Teile, die nicht im Haupttext stehen. Eine Liste für die Kontrolle:

  • title-Element und Meta-Description jeder Seite; Google empfiehlt für den Titel dieselbe Sprache und dasselbe Schriftsystem wie im Hauptinhalt [6],
  • Alt-Texte von Bildern und Bildunterschriften,
  • Adressen (Slugs), wenn die Website sprechende Adressen nutzt,
  • strukturierte Daten, etwa Produktnamen, Beschreibungen und Fragen,
  • Formulare, Fehlermeldungen und Texte im Bestellvorgang,
  • Rechtstexte, die im Zielland gelten müssen; hier reicht eine Übersetzung oft nicht, die Inhalte selbst sind anzupassen.

Ein Ablauf für gute Übersetzungen

Wir empfehlen für jede neue Sprachfassung fünf Schritte. Zuerst entsteht die Begriffsliste aus der Keyword-Recherche. Dann folgt die Übersetzung, maschinell oder durch einen Menschen. Im dritten Schritt prüft eine Person mit sehr guten Kenntnissen der Zielsprache den Text, gleicht ihn mit der Begriffsliste ab und passt Beispiele, Maße, Währungen und Ansprache an. Viertens kontrolliert jemand die Seite im CMS, einschließlich Title, Description, Alt-Texten und hreflang. Fünftens wird ein Termin festgelegt, an dem die Fassungen gegen das Original geprüft werden.

Frau um die dreißig prüft am Schreibtisch im Arbeitszimmer mit einem Bleistift ausgedruckte Bögen
Bild: KI-generiert

Der letzte Schritt gerät leicht in Vergessenheit. Wenn die deutsche Seite aktualisiert wird, veraltet die französische Fassung still. Nach unserer Erfahrung ist dieser Abstand zwischen den Sprachfassungen auf gewachsenen Websites das größere Qualitätsproblem als die erste Übersetzung. Ein Feld im CMS mit dem Datum der letzten Abstimmung je Fassung macht ihn sichtbar.

Besucher die Sprache wählen lassen

Die beste Übersetzung nützt wenig, wenn Google sie nicht findet. Google rät, Nutzer nicht automatisch weiterzuleiten, und empfiehlt für jede Sprachversion eine eigene Adresse, statt die Sprache über Cookies oder Browsereinstellungen anzupassen [1]. Der Crawler sendet seine Anfragen ohne Sprachangabe im Header [1]. Eine Website, die die Sprache nur nach dem Browser wählt, zeigt Google deshalb womöglich immer dieselbe Fassung, und die übrigen bleiben unsichtbar. Eine gut erreichbare Sprachauswahl mit normalen Links auf jeder Seite löst das. Sie hilft auch Menschen, deren Browser auf eine andere Sprache eingestellt ist, als sie lesen möchten, etwa auf Reisen oder an einem fremden Rechner.

Wann eine Sprachfassung sich lohnt

Jede Sprache kostet bei jeder Änderung Arbeit. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, ob es im Zielland Nachfrage gibt und ob Sie dort Kunden bedienen können: Versand, Beratung in der Sprache, Rechnungen, Rückgaben. Eine Sprachfassung ohne diese Grundlage bringt Besucher, die nicht kaufen können. Wie wir internationale Projekte von der Marktwahl bis zur Umsetzung begleiten, beschreibt die Leistung Internationales SEO. Den Begriff selbst erklärt das Glossar unter internationales SEO.

Sie planen eine weitere Sprache und möchten wissen, wo Sie mit der Qualitätsprüfung anfangen sollten? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde, dort besprechen wir Ihren Fall.

  1. Organisation Mehrsprachige und multiregionale Websites verwalten. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Lokalisierte Versionen deiner Seiten. Google Search Central. Stand 22.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Understanding Success Criterion 3.1.1: Language of Page. W3C Web Accessibility Initiative. Stand WCAG 2.2. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Search Quality Rater Guidelines (General Guidelines), Abschnitt zur Qualität des Hauptinhalts. Google. Stand 11.09.2025. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation Titellinks in der Google Suche beeinflussen. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Darf ich meine Website maschinell übersetzen lassen?

Ja, Googles Spamrichtlinien verbieten maschinelle Übersetzung nicht pauschal. Massenhaft automatisch übersetzte Seiten, die Besuchern wenig bieten, können aber unter die Spamrichtlinie zu massenhaft generierten Inhalten fallen. Lassen Sie jede Fassung vor der Veröffentlichung von einem Menschen prüfen.

Erkennt Google die Sprache über das lang-Attribut?

Nein. Google bestimmt die Sprache anhand des sichtbaren Inhalts und nutzt dafür weder das lang-Attribut noch die Adresse. Das Attribut ist trotzdem für Screenreader und die Barrierefreiheit wichtig.

Sind übersetzte Seiten Duplicate Content?

Nur wenn der Hauptinhalt nicht übersetzt ist. Google schreibt, dass lokalisierte Versionen nur dann als Duplikate gelten, wenn der Hauptinhalt nicht übersetzt wurde, etwa weil nur Vorlage und Navigation übersetzt sind.

Muss ich auch Title und Description übersetzen?

Ja. Google empfiehlt für den Titel dieselbe Sprache und Schrift wie im Hauptinhalt. Gleiches gilt sinnvollerweise für Description, Alt-Texte und strukturierte Daten.

Reicht eine Übersetzung für Österreich und die Schweiz?

Sprachlich oft ja, inhaltlich nicht immer. Währung, Adressen, Telefonnummern und Begriffe unterscheiden sich, und Google nennt genau solche Angaben als Signale für die Zielgruppe einer Seite.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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