Eine XML-Sitemap erstellen Sie in den meisten Fällen nicht von Hand. Das Content-Management-System erzeugt sie, eine Erweiterung übernimmt das, oder ein Skript schreibt die Adressen aus der Datenbank in eine Datei. Google hält Sitemaps mit weniger als ein paar Dutzend URLs noch für manuell machbar und empfiehlt bei größeren Websites die automatische Erzeugung [1].Was eine Sitemap ist, erklärt das Glossar unter XML-Sitemap. Ob Ihre Website überhaupt eine braucht, beantwortet die Frage Was ist eine XML-Sitemap und braucht jede Website eine?.
Welche Adressen hineingehören
Bevor Sie ein Werkzeug einrichten, legen Sie fest, welche Adressen in die Datei sollen. Google empfiehlt, die URLs aufzunehmen, die in den Suchergebnissen erscheinen sollen, jeweils in ihrer kanonischen Fassung. Hat eine Website getrennte Adressen für Mobilgeräte und Desktop, empfiehlt Google, nur eine der beiden Fassungen aufzunehmen [1]. Die Reihenfolge der Einträge spielt für Google keine Rolle [1]. Eine Sortierung nach Wichtigkeit können Sie sich also sparen.
Nach unserer Erfahrung entstehen die meisten Sitemap-Fehler schon bei dieser Auswahl. Eine automatisch erzeugte Sitemap übernimmt jede Seite, die das System als veröffentlicht führt, auch Schlagwortseiten mit einem einzigen Beitrag, das Autorenarchiv einer Website mit nur einem Autor oder Testseiten aus der Entwicklung. Stellen Sie deshalb im System zuerst ein, welche Seitentypen indexiert werden sollen, und lassen Sie die Sitemap erst danach erzeugen. Bekommt eine Seite ein noindex, sollte sie auch aus der Sitemap verschwinden. Prüfen Sie, ob Ihre Erweiterung das selbst erledigt.
Drei Wege zur Sitemap
Google beschreibt drei Wege [1]. Der erste ist das CMS. Viele Systeme erzeugen bereits eine Sitemap, Google nennt als Beispiele WordPress, Wix und Blogger [1]. WordPress bringt seit Version 5.5 einen Sitemap-Index unter /wp-sitemap.xml mit. Er enthält die öffentlichen Beitragstypen und Taxonomien, die Autorenarchive und die Startseite. Jede Teil-Sitemap fasst standardmäßig bis zu 2.000 Einträge, und WordPress trägt den Index in die erzeugte robots.txt ein [3]. Solange in den Einstellungen die Sichtbarkeit für Suchmaschinen abgeschaltet ist, gibt WordPress keine Sitemap aus [3]. Bringt Ihre SEO-Erweiterung eine eigene Sitemap mit, lassen Sie nur eine von beiden laufen, damit nicht zwei Listen mit unterschiedlichem Inhalt im Umlauf sind. Die Einrichtung im Detail zeigen WordPress XML-Sitemap richtig einrichten und für Joomla Joomla XML-Sitemap mit OSMap einrichten.

Der zweite Weg ist die Datei von Hand. Für eine kleine Website mit wenigen Seiten reicht ein Texteditor, der in UTF-8 speichert. Jede neue oder gelöschte Seite müssen Sie dann selbst nachtragen, und genau das bleibt leicht liegen. Der dritte Weg ist die automatische Erzeugung mit einem Werkzeug oder als Export direkt aus der Datenbank der Website [1]. Ein Crawler, der die Website abläuft und daraus eine Sitemap schreibt, findet allerdings nur Seiten, die verlinkt sind. Ausgerechnet die schlecht verlinkten Seiten, für die eine Sitemap am meisten bringt, fehlen dann. Ein Export aus der Datenbank oder ein Skript, das bei jeder Veröffentlichung läuft, kennt auch diese Seiten.
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Aufbau der Datei
Eine XML-Sitemap beginnt mit der XML-Deklaration und dem Wurzelelement urlset, das den Namespace des Sitemap-Protokolls angibt. Darin steht für jede Seite ein url-Element mit der Adresse in loc. Alle anderen Angaben sind freiwillig [2]. Eine Datei mit einer einzigen Seite sieht so aus:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
<url>
<loc>https://www.example.com/leistungen/beratung</loc>
<lastmod>Datum der letzten Änderung</lastmod>
</url>
</urlset>
Die Datei muss UTF-8-kodiert sein [1, 2]. In loc stehen vollständige Adressen mit Protokoll und Domain, relative Pfade sieht Google nicht vor [1]. Jede Adresse muss kürzer als 2.048 Zeichen sein [2]. lastmod folgt dem W3C-Datumsformat. Es reicht das Datum allein, geschrieben als Jahr, Monat und Tag mit Bindestrichen dazwischen [2]. changefreq und priority kennt das Protokoll zwar, Google ignoriert beide Werte aber [1], Sie können sie also weglassen.
Sonderzeichen in den Werten schreiben Sie als Entity [2]:
| Zeichen | Schreibweise in der Sitemap |
|---|---|
| & | & |
| ' | ' |
| " | " |
| > | > |
| < | < |
Das betrifft vor allem Adressen mit Parametern: Aus ?farbe=rot&groesse=m wird in der Sitemap ?farbe=rot&groesse=m. Umlaute und andere Sonderzeichen in Adressen müssen außerdem nach den URL-Regeln RFC 3986 und RFC 3987 kodiert sein [2]. Bei selbst geschriebenen Skripten und Exporten lohnt deshalb ein Blick in die fertige Datei.
Speicherort und Geltungsbereich
Legen Sie die Sitemap ins Stammverzeichnis, etwa unter /sitemap.xml. Dort gilt sie für die gesamte Website [1]. Das Protokoll erlaubt in einer Sitemap nur Adressen im eigenen Verzeichnis und darunter. Eine Datei unter /katalog/ darf also keine Adressen unter /bilder/ führen [2]. Google wendet diese Einschränkung nur an, wenn Sie die Sitemap nicht über die Search Console einreichen [1]. Alle Adressen brauchen außerdem dasselbe Protokoll und denselben Host wie die Sitemap selbst [2]. Eine Sitemap unter https://www.example.com/ enthält deshalb keine Adressen mit http:// oder ohne www. Für mehrere Websites auf einem Server nennt Google zwei Wege: Entweder sind alle Websites in der Search Console bestätigt, oder jede Website verweist in ihrer robots.txt auf ihre eigene Sitemap [1].
Die Datei darf mit gzip komprimiert werden, die Größengrenze von 50 MB gilt aber für den entpackten Inhalt [2]. Hat Ihre Website mehr als 50.000 Adressen, teilen Sie sie auf mehrere Sitemaps auf und fassen diese in einem Sitemap-Index zusammen [1, 2]. Die Aufteilung nach Seitentyp lohnt schon früher, etwa eine Datei für Produkte und eine für Ratgeber. Meldet die Search Console dann einen Fehler, wissen Sie sofort, in welchem Bereich Sie suchen müssen.
lastmod richtig füllen
Google nutzt lastmod nur, wenn der Wert konsistent und überprüfbar ist. Gemeint ist die letzte wesentliche Änderung am Hauptinhalt, ein angepasstes Urheberrechtsdatum zählt dazu nicht [1]. Für die Erzeugung heißt das: Das Datum muss aus dem Feld kommen, das Ihr System bei einer inhaltlichen Bearbeitung setzt. Manche Generatoren und Caching-Lösungen schreiben das Datum des letzten Bauvorgangs in jede Zeile. Dann trägt jede Seite dasselbe Datum, und die Angabe ist für Google nicht mehr überprüfbar.
Ein korrigierter Tippfehler ist keine wesentliche Änderung und muss lastmod nicht verändern. Ergänzen Sie einen Abschnitt oder ändern Sie Preise, sollte das Datum folgen. Wer die Sitemap per Skript erzeugt, nimmt am einfachsten das Änderungsdatum des Inhalts aus der Datenbank und keinen Zeitstempel der Datei.
Vor dem Einreichen prüfen
Öffnen Sie die fertige Sitemap im Browser. Zeigt er die Struktur der Datei an, ist das XML lesbar. Meldet er einen Fehler, nennt er meist die Zeile gleich mit. Prüfen Sie danach eine Stichprobe von Adressen: Liefert jede den Status 200, steht kein noindex im Quelltext, zeigt der Canonical-Tag auf dieselbe Adresse? Zählen Sie außerdem die Einträge und vergleichen Sie die Zahl mit den Seiten, die Ihr System als indexierbar führt. Weicht sie stark ab, fehlen Seitentypen, oder es sind zu viele dabei. Die Technik-Checkliste für den Launch führt die Sitemap als eigenen Prüfpunkt neben robots.txt und noindex.

Meldet die Search Console nach dem Einreichen Fehler, finden Sie die Meldungen und ihre Ursachen im Ratgeber Sitemap-Fehler beheben.
Einreichen und aktuell halten
Einreichen können Sie die Sitemap im Sitemaps-Bericht der Search Console, programmatisch über die Search Console API oder mit einer Zeile "Sitemap:" in der robots.txt, die mehrfach vorkommen darf [1]. Im Bericht sehen Sie, wann der Googlebot die Datei abgerufen hat, und bekommen Hinweise auf Fehler [1]. Die einzelnen Schritte zeigt die Frage Wie reiche ich eine Sitemap bei Google ein?. Google versteht die Sitemap als Hinweis und garantiert weder den Abruf noch ihre Nutzung beim Crawlen [1].
Kommen wichtige Seiten trotz sauberer Sitemap nicht in den Index, kann die Ursache bei den Seiten selbst liegen oder bei der internen Verlinkung. Für solche Fälle gibt es die Leistung Indexierungsprobleme beheben.
Sie sind unsicher, ob Ihr System die richtigen Seiten in die Sitemap schreibt? Stellen Sie Ihre Frage in der gratis Sprechstunde, dort können wir uns Ihre Sitemap gemeinsam ansehen.
- Organisation Sitemap erstellen und einreichen. Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 01.11.2026
- Organisation Sitemaps XML format. sitemaps.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 01.11.2026
- Organisation New XML Sitemaps Functionality in WordPress 5.5. Make WordPress Core. Stand 22.07.2020. abgerufen am 01.11.2026
Häufige Fragen
Kann ich eine XML-Sitemap ohne Plugin erstellen?
Ja. Bei wenigen Dutzend Adressen geht das laut Google auch von Hand in einem Texteditor, der UTF-8 speichert. Bei größeren Websites ist ein Skript oder ein Export aus der Datenbank verlässlicher, weil neue Seiten sonst leicht fehlen.
Taugt ein Crawler als Sitemap-Generator?
Nur eingeschränkt. Ein Crawler findet ausschließlich verlinkte Seiten. Gerade schlecht verlinkte Seiten, für die eine Sitemap am meisten bringt, fehlen dann in der Datei.
Welche Zeichen muss ich in der Sitemap maskieren?
Das kaufmännische Und, das einfache und das doppelte Anführungszeichen sowie die Zeichen größer als und kleiner als. Sie werden als &, ', ", > und < geschrieben. Das betrifft vor allem Adressen mit Parametern.
Darf ich die Sitemap komprimieren?
Ja, das Sitemap-Protokoll erlaubt gzip. Die Grenze von 50 MB gilt aber für die entpackte Datei.
Wo finde ich die Sitemap von WordPress?
Seit Version 5.5 unter /wp-sitemap.xml. Das ist ein Index, der auf Teil-Sitemaps mit standardmäßig bis zu 2.000 Einträgen verweist. Ist die Sichtbarkeit für Suchmaschinen abgeschaltet, gibt WordPress keine Sitemap aus.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



