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Ratgeber

Magento Layered Navigation und SEO

Die Layered Navigation von Magento erzeugt für jede Filterauswahl eine eigene Adresse mit Parametern. Für SEO legen Sie fest, welche Attribute überhaupt filtern, sperren reine Hilfsfilter wie Preis oder Sortierung per robots.txt und lassen nur Filterseiten mit echter Nachfrage in den Index.

Regal in einem Schuhgeschäft mit Wanderschuhen, nach Farbe und Material sortiert, im warmen Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Wer in einem Magento-Shop eine Kategorie öffnet, sieht links meist eine Leiste mit Filtern: Marke, Farbe, Größe, Preis. Adobe nennt das Layered Navigation und beschreibt sie als Weg, Produkte nach Kategorie, Preisbereich oder anderen Merkmalen einzugrenzen [1]. Für Käufer ist das bequem. Für die Suchmaschine entsteht bei jedem Klick eine neue Adresse, und bei vielen Attributen werden daraus schnell Tausende. Bei Magento Layered Navigation und SEO geht es deshalb um eine Frage: Welche dieser Adressen soll Google crawlen, welche indexieren und welche gar nicht erst sehen?

Diese Seite behandelt die Einstellungen so, wie Adobe sie für Adobe Commerce dokumentiert [1]. Laut Adobe richtet sich das Handbuch für den Verwaltungsbereich auch an Nutzer von Magento Open Source und kennzeichnet Funktionen, die nur Adobe Commerce hat [8]. Grundsätzliches zu Filtern in allen Shopsystemen steht im Ratgeber Facettierte Navigation steuern, den Überblick über das System gibt die Seite Magento und SEO.

Wie die Filterleiste entsteht

Welche Filter erscheinen, entscheiden die Attribute. In den Storefront-Eigenschaften jedes Attributs steht die Option Use in Layered Navigation mit zwei Stufen. "Filterable (with results)" zeigt nur Werte, zu denen mindestens ein Produkt passt. "Filterable (no results)" zeigt alle Werte mit ihrer Anzahl, auch solche ohne Treffer, und unterstützt keine Preisfilter [1]. Als Eingabetypen kommen laut Adobe Dropdown, Mehrfachauswahl und Preis in Frage, die Seite nennt außerdem Ja/Nein [1].

Frau in den Vierzigern sortiert Stoffmuster in kleine Holzschalen auf einem großen Werktisch bei Tageslicht
Bild: KI-generiert

Zwei weitere Schalter sind wichtig. Mit Use In Search Results Layered Navigation filtert ein Attribut auch die Suchergebnisseiten des Shops, die Option erscheint nur, wenn das Attribut in der Suche verwendet wird. Und die Filterleiste gibt es nur in Kategorien, die als Anchor markiert sind; die Einstellung steht in den Display Settings der Kategorie [1].

Für die Suchmaschinenoptimierung folgt daraus der erste und einfachste Hebel: Jedes Attribut, das nicht filtern muss, erzeugt auch keine Filteradressen. Gehen Sie die Liste der filterbaren Attribute einmal durch und schalten Sie ab, was Käufer nicht brauchen. Achten Sie dabei auch auf Merkmale, die nur für den Warenwirtschaftsimport angelegt wurden.

Preisstufen und Produktzahlen

Der Preisfilter hat eigene Einstellungen unter Stores > Settings > Configuration > Catalog > Catalog > Layered Navigation. Voreingestellt ist "Automatic (Equalize Price Ranges)". Daneben gibt es "Automatic (Equalize Product Counts)", das die Bereiche nach der Produktzahl aufteilt, und "Manual" mit einer festen Schrittweite und einer Höchstzahl an Preisintervallen von bis zu 100 [1]. Konfigurierbare Produkte filtert Magento nach dem niedrigsten Preis ihrer Kindprodukte. Adobe weist außerdem darauf hin, dass die Steuereinstellungen für Katalogpreise und Preisanzeige übereinstimmen müssen, sonst arbeitet der Preisfilter nicht richtig [1].

Ob die Produktzahl in Klammern hinter jedem Filterwert steht, regelt Display Product Count, voreingestellt ist Ja [1]. Für die Suche ist der Preisfilter selten ein Thema, nach dem gesucht wird. Er gehört zu den Filtern, die Sie eher vom Crawlen ausnehmen.

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Welche Adressen Filter erzeugen

Adobe unterscheidet in der Dokumentation zu Katalog-Adressen zwischen statischen und dynamischen URLs. Statische Adressen sind feste, lesbare Pfade für Produkte und Kategorien. Dynamische Adressen entstehen erst beim Aufruf und enthalten oft Parameter, als Beispiele nennt Adobe Suchergebnisseiten und Kategorieseiten mit einem Parameter in der Adresse [2]. Jeder Filterwert hängt also einen Parameter an die Kategorieadresse, und jede Kombination mehrerer Filter ergibt eine weitere Adresse.

Google beschreibt genau dieses Muster als Risiko. Filter über Parameter können eine fast endlose Menge an Adressen erzeugen. Der Crawler ruft dann viele wertlose Filterseiten ab, bevor er sie als solche erkennt, und neue, wichtige Seiten werden langsamer gefunden [5]. Ein Shop mit zwanzig filterbaren Attributen und je zehn Werten muss nicht viele Produkte haben, um dieses Problem zu bekommen.

Was Magento selbst mitbringt

Unter Stores > Settings > Configuration > Catalog > Catalog > Search Engine Optimization gibt es zwei Schalter für das Canonical-Tag, einen für Kategorien und einen für Produkte. Bei Kategorien zeigt das Canonical auf den vollständigen Kategoriepfad, bei Produkten auf Domain und URL-Schlüssel des Produkts. Adobe empfiehlt, beide einzuschalten [3]. Eine gefilterte Kategorieseite verweist damit auf die ungefilterte Kategorie.

Die robots.txt verwaltet Magento im Verwaltungsbereich unter Content > Design > Configuration im Abschnitt Search Engine Robots. Liegt keine physische Datei auf dem Server, erzeugt Magento sie dynamisch und sperrt dabei interne Systemordner. Eigene Regeln tragen Sie in das Feld für benutzerdefinierte Anweisungen ein, daneben gibt es die Standardangabe für das Robots-Meta-Tag mit Werten wie INDEX, FOLLOW oder NOINDEX, FOLLOW [4]. Diese Standardangabe ist eine Vorgabe für die ganze Website.

Filterseiten sperren, bündeln oder öffnen

Google stellt für Filterseiten, die nicht in den Index sollen, mehrere Mittel vor und bewertet sie unterschiedlich [5]. Google nennt als erste Methode eine Sperre der Filterparameter in der robots.txt, sodass nur Produktseiten und eine ungefilterte Listenseite erreichbar bleiben. Ein Canonical auf die ungefilterte Version kann die Menge der gecrawlten Adressen mit der Zeit senken, gilt aber langfristig als weniger effektiv. Dasselbe gilt für rel="nofollow" an den Filterlinks, das nur wirkt, wenn jeder Link auf diese Adresse es trägt. Das Canonical selbst ist für Google ein starkes Signal für die bevorzugte Adresse, Google kann aber trotzdem eine andere Version wählen [6].

Lagergang mit mehreren geschlossenen Rolltoren und einem offenen, auf das eine Person in Arbeitsjacke zugeht
Bild: KI-generiert

Sollen bestimmte Filterseiten in den Index, gibt Google drei Hinweise: das übliche Zeichen "&" als Trenner zwischen Parametern verwenden, bei Filtern im Pfad eine feste Reihenfolge einhalten und für Kombinationen ohne Treffer den Statuscode 404 unter der aufgerufenen Adresse ausgeben, ohne Weiterleitung auf eine allgemeine Fehlerseite [5].

Eine Regel je Attribut

In der Praxis hilft eine kleine Tabelle mit allen filterbaren Attributen und einer Spalte für die Entscheidung. Preis, Sortierung, Anzeigeanzahl und Verfügbarkeit sind Bedienhilfen und kommen in die Sperre. Marke oder Material können dagegen echte Suchanfragen treffen, etwa "Wanderschuhe Leder". Für solche Kombinationen lohnt eher eine eigene, statische Kategorie oder Landingpage mit eigenem Text, wie im Ratgeber Filterseiten als Landingpages beschrieben. Mehrfachkombinationen aus drei oder mehr Filtern brauchen fast nie eine eigene Indexseite, Hinweise dazu stehen unter Kombinierte Filter begrenzen.

Nach unserer Erfahrung wird diese Tabelle nach einem Import neuer Attribute vergessen. Prüfen Sie sie deshalb jedes Mal, wenn die Warenwirtschaft neue Merkmale liefert oder ein Modul die Filterleiste erweitert. Erzeugt ein zusätzliches Filtermodul sprechende Pfade statt Parametern, passt eine Sperre in der robots.txt, die auf Parameter zielt, nicht mehr, und die Regel muss auf die neuen Pfade umgestellt werden.

Prüfen nach jeder Änderung

Ob die Regeln wirken, zeigt der Crawling-Bericht der Search Console: Steigt der Anteil abgerufener Adressen mit Filterparametern, greift eine Sperre nicht. Wie der Bericht zu lesen ist, steht unter Crawling-Statistiken der Search Console lesen. Ein Crawl mit einem eigenen Werkzeug zeigt zusätzlich, ob jede gefilterte Seite das erwartete Canonical ausgibt.

Adobe führt die Dokumentation ohne Versionsangabe, die Menüpfade oben stammen aus dem Stand vom 08.10.2026. Die jüngste stabile Version in Adobes Übersicht ist Adobe Commerce 2.4.9 vom 12.05.2026, regulärer Support bis 31.05.2029 [7]. Bei älteren Versionen und bei Themes mit eigener Filterleiste können Bezeichnungen abweichen. Was der Filter für den lokalen Handel bedeutet, beschreibt die Seite SEO für Magento auf unserem Local-SEO-Portal, den Begriff selbst erklärt das Glossar unter facettierte Navigation.

Sie sind unsicher, welche Filter Ihres Magento-Shops in den Index gehören? Bringen Sie die Liste Ihrer Attribute in die gratis Sprechstunde mit und besprechen Sie die Frage dort. Für die Umsetzung im Shop steht die Leistung E-Commerce SEO bereit.

  1. Organisation Layered navigation. Adobe Experience League (Adobe Commerce Admin). Stand 08.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Catalog URLs. Adobe Experience League (Adobe Commerce Admin). Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Metadata (Canonical meta tag). Adobe Experience League (Adobe Commerce Admin). Stand 08.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Search engine optimization (Search engine robots). Adobe Experience League (Adobe Commerce Admin). Stand 08.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Crawling von Facettensuche-URLs verwalten. Google Search Central. Stand 06.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation Kanonische URLs angeben (doppelte URLs zusammenfassen). Google Search Central. Stand 15.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
  7. Organisation Adobe Commerce release versions and support. Adobe Experience League (Commerce Operations). Stand 14.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
  8. Organisation Adobe Commerce Admin User Guides. Adobe Experience League. Stand ohne Datum. abgerufen am 01.11.2026

Häufige Fragen

Was ist die Layered Navigation in Magento?

Die Filterleiste auf Kategorie- und Suchergebnisseiten, mit der Käufer Produkte nach Preis, Marke oder anderen Attributen eingrenzen. Sie erscheint nur in Kategorien, die als Anchor markiert sind, und nur mit Attributen, die als filterbar eingestellt sind.

Sollten Filterseiten in Magento indexiert werden?

Die meisten nicht. Preis, Sortierung und Mehrfachkombinationen gehören in die Sperre. Einzelne Filter mit echter Nachfrage, etwa eine Marke in einer Kategorie, bekommen besser eine eigene Kategorie oder Landingpage mit eigenem Text.

Reicht das Canonical-Tag von Magento gegen Filteradressen?

Es hilft, weil gefilterte Kategorien auf die ungefilterte Kategorie verweisen. Google nennt die Sperre der Filterparameter per robots.txt als erste Methode und das Canonical langfristig als weniger effektiv.

Wo trage ich Regeln für die robots.txt in Magento ein?

Im Verwaltungsbereich unter Content > Design > Configuration im Abschnitt Search Engine Robots. Dort gibt es ein Feld für eigene Anweisungen, ohne physische Datei erzeugt Magento die robots.txt selbst.

Was ändert sich, wenn ein Filtermodul sprechende Adressen erzeugt?

Die Filter stehen dann im Pfad statt in Parametern. Regeln in der robots.txt, die auf Parameter zielen, greifen nicht mehr und müssen an die neuen Pfade angepasst werden. Google rät bei Filtern im Pfad zu einer festen Reihenfolge der Werte.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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