Ein Text ist fertig, und das Werkzeug zeigt 58 von 100 Punkten. Sollen noch sechs Begriffe hinein, 300 Wörter dazu und zwei Zwischenüberschriften mehr? Genau an dieser Stelle entscheiden Content-Optimierungstools über Arbeitszeit, und genau hier lohnt es zu wissen, wie die Punkte zustande kommen. Die Beispiele unten folgen der Dokumentation der Hersteller, Stand 31.10.2026, daneben steht, was Google selbst über gute Inhalte schreibt. Punktwertungen der einzelnen Werkzeuge vergeben wir nicht.
Zwei Arten von Werkzeugen
Unter dem Begriff laufen zwei verschiedene Ansätze. Die erste Gruppe vergleicht Ihren Entwurf mit den Seiten, die für ein Keyword in den Suchergebnissen stehen, und leitet daraus Empfehlungen für Begriffe, Länge und Gliederung ab. Bekannte Beispiele sind Surfer und Clearscope. Die zweite Gruppe prüft den Text für sich, vor allem auf Lesbarkeit, ohne Vergleich mit Wettbewerbern. Dazu gehört die Lesbarkeitsanalyse im WordPress-Plugin Yoast SEO.
| Werkzeug | Ansatz | Ergebnis laut Hersteller | Arbeitsumgebung laut Hersteller |
|---|---|---|---|
| Surfer Content Editor | Vergleich mit den 20 bestplatzierten Seiten | Content Score von 0 bis 100 | eigener Editor |
| Clearscope | Begriffsempfehlungen zu einer Suchanfrage | laufende Note und fehlende Begriffe | Google Docs, Microsoft Word, WordPress |
| Yoast SEO, Lesbarkeitsanalyse | Prüfung des Textes selbst | Hinweise zu Satzlänge, Absätzen, Passiv und mehr | WordPress |
Wie ein Content Score entsteht
Am genauesten beschreibt Surfer seine Berechnung. Der Content Editor vergleicht den Entwurf mit Seiten aus den 20 bestplatzierten Treffern für die Zielsuchanfrage und zeigt das Ergebnis als Punktzahl von 0 bis 100, die sich beim Schreiben laufend ändert [1]. In die Punktzahl fließen nach Herstellerangaben unter anderem Haupt- und Teilkeywords, verwandte Begriffe, Title, H1, Zwischenüberschriften, die Länge im Vergleich zu gut rankenden Seiten, Alternativtexte von Bildern und interne Links ein [1]. Eine feste Wortzahl nennt Surfer nicht [1].

Surfer weist selbst auf Grenzen hin. Je nach Werkzeug im eigenen Angebot kann dieselbe Seite unterschiedliche Punktzahlen bekommen, etwa weil die Prüfung im Audit auch Navigation und Fußbereich mitzählt [1]. Ein häufig genannter Richtwert von über 60 Punkten im SERP Analyzer schwankt laut Surfer je nach Suchanfrage [1]. Die Punktzahl ist also eine Messung im Verhältnis zu bestimmten Wettbewerbern zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Clearscope arbeitet nach eigener Beschreibung mit Begriffsempfehlungen und einer laufenden Note, die zeigt, was im Entwurf fehlt [2]. Das Werkzeug läuft laut Hersteller in Google Docs, Microsoft Word und WordPress [2]. Beide Anbieter erweitern ihr Angebot inzwischen in Richtung KI-Suche: Surfer kombiniert im Content Editor einen SEO Score mit einem AI Search Score, Clearscope beobachtet mit dem Produkt Track, wie oft Google, ChatGPT, Gemini und Claude eine Marke zu einer Suchanfrage nennen [1, 2]. Wie solche Werkzeuge für KI-Suchen arbeiten, beschreibt der Beitrag KI-Sichtbarkeits-Tools.
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Lesbarkeit prüfen
Die Lesbarkeitsanalyse von Yoast SEO prüft in der kostenlosen Fassung Satzlänge, Absatzlänge, Passiv, Übergangswörter und die Verteilung der Zwischenüberschriften [3]. Die Flesch-Lesbarkeit und die Prüfung der Wortkomplexität funktionieren laut Yoast nur für Englisch [3]. Für deutsche Texte bleiben also die übrigen Prüfungen. Yoast schreibt selbst, dass keine einzelne Punktzahl ein Ranking garantiert [3].
Solche Prüfungen sind nützlich, um lange Schachtelsätze und Textwände zu finden. Sie kennen aber den Leser nicht. Ein Fachtext für Steuerberater darf längere Sätze haben als eine Anleitung für Einsteiger. Nehmen Sie die Hinweise als Anstoß zum Nachlesen und nicht als Pflicht.
Was Google zu Länge und Begriffen sagt
Google beschreibt in seinem Leitfaden zu hilfreichen Inhalten, welche Arbeitsweisen auf Inhalte für Suchmaschinen statt für Menschen hindeuten. Eine der Fragen lautet sinngemäß, ob Sie auf eine bestimmte Wortzahl hin schreiben, weil Sie gehört oder gelesen haben, dass Google eine bevorzugte Wortzahl hat. Die Antwort gibt Google in Klammern gleich dazu: "(Wir haben keine.)" [4]. Eine weitere Frage ist, ob Inhalte hauptsächlich erstellt werden, um Besuche über Suchmaschinen zu bekommen [4]. Ein Ja gilt dort als Warnzeichen.

Für die Arbeit mit Content-Optimierungstools heißt das: Eine empfohlene Länge ist ein Durchschnitt der Wettbewerber, keine Vorgabe von Google. Wer Text nur verlängert, um eine Punktzahl zu erreichen, schreibt genau so, wie Google es als Warnzeichen beschreibt. Google empfiehlt außerdem, Inhalte nach dem Muster "Wer, wie und warum" zu prüfen, also ob klar ist, wer den Inhalt erstellt hat, wie er entstanden ist und warum, wobei der Zweck in erster Linie sein sollte, Besuchern zu helfen [4].
Bestehende Texte auswählen
Für die Überarbeitung vorhandener Seiten ist die wichtigste Frage, welche Seiten sich lohnen. Das beantwortet ein Content-Optimierungstool allein nicht, dafür brauchen Sie die Daten der Search Console. Ihr Leistungsbericht zeigt je Seite und Suchanfrage Klicks, Impressionen und Position, wobei Impressionen zählen, wie oft Ihre Website in den Google-Suchergebnissen erschienen ist [5].
Gute Kandidaten sind Seiten, die für ein passendes Thema viele Impressionen, aber wenige Klicks haben, und Seiten, die knapp hinter der ersten Ergebnisseite stehen. Bei solchen Seiten weiß Google bereits, worum es geht, der Text trifft die Frage aber noch nicht gut genug. Hier hilft der Vergleich mit den rankenden Seiten am meisten, weil er zeigt, welche Unterthemen fehlen. Seiten ohne Impressionen haben dagegen meist ein anderes Problem, etwa fehlende interne Links, eine falsche Suchabsicht oder technische Hürden. Ein höherer Content Score ändert daran wenig.
Notieren Sie vor jeder Überarbeitung die Werte der letzten drei Monate. Nur so sehen Sie später, ob die Änderung etwas bewirkt hat, unabhängig davon, was das Werkzeug als Punktzahl zeigt.
So setzen Sie die Werkzeuge sinnvoll ein
Nach unserer Erfahrung bringen Content-Optimierungstools am meisten, wenn sie vor dem Schreiben eingesetzt werden und nicht danach. Ein sinnvoller Ablauf:

- Sehen Sie sich vor dem Schreiben die Begriffsempfehlungen an. Sie zeigen, welche Unterthemen die rankenden Seiten behandeln.
- Entscheiden Sie, welche Unterthemen Ihre Leser wirklich brauchen, und was Ihr Text darüber hinaus bieten kann.
- Schreiben Sie den Text für den Leser und nehmen Sie das Werkzeug erst am Ende wieder dazu.
- Prüfen Sie fehlende Begriffe einzeln: Fehlt ein Unterthema, ergänzen Sie es. Fehlt nur ein Wort, lassen Sie es weg.
- Bewerten Sie den Erfolg später an Klicks und Positionen in der Search Console, nicht an der Punktzahl.
Ältere Ansätze, die nur Begriffshäufigkeiten berechnen, behandelt der Beitrag WDF*IDF-Tools. Den Begriff Content Score erklärt das Glossar unter Content Score. Wenn Sie bestehende Texte prüfen lassen möchten, finden Sie die passende Leistung unter Content-Audit, für neue Texte unter Texterstellung für SEO.
Sie haben einen Text mit niedriger Punktzahl und wissen nicht, ob sich Nacharbeit lohnt? Zeigen Sie ihn uns in der gratis SEO-Sprechstunde.
- Organisation What is Content Score?. Surfer (Hilfe). Stand 29.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Clearscope (Startseite). Clearscope. Stand 2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Readability analysis. Yoast. Stand 2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Hilfreiche, vertrauenswürdige, nutzerorientierte Inhalte erstellen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Leistungsbericht (Suche). Search Console-Hilfe. Stand 2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist ein Content-Optimierungstool?
Ein Werkzeug, das einen Text mit gut rankenden Seiten vergleicht und Empfehlungen zu Begriffen, Länge und Aufbau gibt, oder das den Text auf Lesbarkeit prüft.
Ist ein hoher Content Score ein Rankingfaktor?
Nein. Der Content Score ist eine Berechnung des jeweiligen Anbieters. Google nutzt ihn nicht, und Yoast schreibt selbst, dass keine einzelne Punktzahl ein Ranking garantiert.
Wie lang muss ein Text für Google sein?
Google nennt keine bevorzugte Wortzahl und sagt das in seinem Leitfaden zu hilfreichen Inhalten ausdrücklich. Ein Text sollte so lang sein, wie es die Frage des Lesers verlangt.
Funktioniert die Lesbarkeitsanalyse von Yoast auf Deutsch?
Die meisten Prüfungen unterstützen laut Yoast viele Sprachen. Die Flesch-Lesbarkeit und die Prüfung der Wortkomplexität gibt es laut Yoast nur für Englisch.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.



