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Ratgeber

Google Trends für die Themenfindung

Google Trends zeigt das relative Suchinteresse an Begriffen und Themen über die Zeit und nach Region, auf einer Skala von 0 bis 100. Für SEO eignet es sich, um saisonale Spitzen zu erkennen, Begriffe miteinander zu vergleichen und über "Zunehmende Suchanfragen" neue Themen zu finden. Absolute Suchvolumen liefert Google Trends nicht.

Redaktionstisch vor einem Whiteboard mit farbigen Haftnotizen ohne Schrift, in Spalten angeordnet, im Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Viele Redaktionen planen Themen nach Bauchgefühl oder nach dem Kalender des Vorjahres. Google Trends bietet eine bessere Grundlage, denn es zeigt, wann Menschen nach einem Thema suchen, wo das Interesse höher ist und welche verwandten Suchanfragen gerade zulegen. Dieser Ratgeber beschreibt, wie Sie Google Trends für SEO nutzen und welche Fehler bei der Themenfindung häufig passieren. Wie die Skala von 0 bis 100 entsteht, erklärt der Glossarbeitrag Google Trends ausführlich.

Was die Zahlen bedeuten

Google Trends arbeitet mit einer weitgehend ungefilterten Stichprobe echter Suchanfragen, anonymisiert und nach Thema und Ort gruppiert [1]. Jeder Datenpunkt wird durch die Gesamtzahl der Suchen in dieser Region und diesem Zeitraum geteilt und dann auf 0 bis 100 skaliert [1]. Der Wert 100 steht also für den Höhepunkt im gewählten Ausschnitt, er sagt nichts über die Zahl der Suchen.

Daraus folgt eine Regel, die viele übersehen: Zwei Regionen mit gleichem Wert können sehr unterschiedlich viele Suchen haben [1]. Ein Wert von 80 in Bremen und 80 in Bayern bedeutet ein ähnlich hohes Interesse im Verhältnis zu allen Suchen dort, aber kaum dieselbe Menge an Menschen.

Google filtert außerdem einiges heraus. Begriffe mit wenig Suchvolumen erscheinen als 0, wiederholte Suchen derselben Person in kurzer Zeit werden entfernt, ebenso Suchanfragen mit Sonderzeichen [1]. Laut Google fallen auch interne Suchen weg, etwa solche, die der AI Mode und die AI Overviews selbst auslösen [1]. Zum Schutz der Privatsphäre fügt Google ein statistisches Rauschen hinzu. Das wirkt sich vor allem bei Begriffen mit wenig Interesse aus, einzelne Ausschläge sollten Sie dort nicht als echte Suchaktivität lesen [1].

Saisonale Themen rechtzeitig planen

Der größte Nutzen für die Themenplanung liegt im Verlauf über mehrere Jahre. Stellen Sie für Ihren Hauptbegriff einen langen Zeitraum ein und achten Sie darauf, in welchem Monat die Kurve jedes Jahr ansteigt. Ein Ratgeber zu Heizkosten, Steuererklärung oder Gartenarbeit braucht Zeit, bis er gecrawlt, indexiert und eingeordnet ist. Wer erst veröffentlicht, wenn die Kurve oben ist, kommt oft zu spät.

Werkbank in einem Gartenhaus mit unbeschrifteten Samentüten, Pflanzkelle und Gießkanne im frühen Frühlingslicht
Bild: KI-generiert

Bei Zeiträumen ab 30 Tagen nutzt Google Trends die Zeitzone UTC und zeigt Daten je Tag, Woche oder Monat. Bei Zeiträumen bis sieben Tage gilt die Zeitzone Ihres Browsers, mit stündlichen oder noch feineren Werten [1]. Für die Jahresplanung reichen Wochen- oder Monatswerte. Die kurzen Zeiträume helfen, wenn Sie wissen wollen, wie schnell ein Thema nach einem Ereignis anzieht und wieder abfällt.

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In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Begriffe und Themen vergleichen

Auf der Seite "Entdecken" vergleichen Sie Begriffe direkt miteinander [2]. In der aktuellen Fassung sind bis zu 8 Gruppen mit je bis zu 50 Begriffen möglich [3]. Damit lässt sich etwa prüfen, ob Ihre Zielgruppe eher "Wärmepumpe" oder "Luftwärmepumpe" sucht und ob sich das Verhältnis über die Jahre verschiebt.

Google unterscheidet dabei zwischen Suchbegriff und Thema. Ein Suchbegriff erfasst Ergebnisse, die das eingegebene Wort enthalten. Ein Thema fasst Begriffe zusammen, die in allen Sprachen dasselbe meinen [3]. Google nennt als Beispiel London: Zum Thema gehören auch "Hauptstadt des Vereinigten Königreichs" und "Londres" [3]. Für die Frage, wie stark ein ganzes Feld nachgefragt wird, ist das Thema meist die bessere Wahl. Für die Wahl der Formulierung in Titel und Überschrift brauchen Sie den Suchbegriff.

Mehrdeutige Wörter grenzen Sie mit einer Kategorie ein. Über die Auswahl "Alle Kategorien" unter dem Suchfeld trennen Sie etwa den Jaguar als Tier vom Jaguar als Automarke [4].

Neue Themen über ähnliche Suchanfragen

Unter dem Verlauf zeigt Google Trends "Ähnliche Suchanfragen" in zwei Ansichten [5]. "Top-Suchanfragen" sind Begriffe, die in derselben Suchsitzung am häufigsten zusammen mit Ihrem Begriff gesucht wurden. "Zunehmende Suchanfragen" sind Begriffe, deren Suchvolumen im gewählten Zeitraum am stärksten gewachsen ist, mit dem prozentualen Anstieg gegenüber dem Vorzeitraum [5]. Liegt der Anstieg über 5.000 Prozent, steht statt der Zahl das Wort "Ausreißer" [5].

Mann um die fünfzig sortiert Papierkarten ohne Text auf einem großen Holztisch im warmen Lampenlicht zu Stapeln
Bild: KI-generiert

Für die Themenfindung sind die zunehmenden Suchanfragen am ergiebigsten. Sie zeigen Fragen und Unterthemen, die in klassischen Keyword-Tools oft noch kein verlässliches Suchvolumen haben, weil diese mit Monatswerten arbeiten. Prüfen Sie jeden Treffer aber, bevor Sie einen Artikel planen: Ein Ausreißer kann eine kurze Nachrichtenlage sein, die in drei Wochen niemand mehr sucht.

Regionale Unterschiede

Über den Filter nach Region sehen Sie, in welchen Bundesländern ein Begriff relativ stärker gesucht wird [2]. Für Betriebe mit mehreren Standorten oder für Shops mit regionalen Produkten liefert das Hinweise, welche Regionen eigene Inhalte verdienen. Bedenken Sie dabei die Regel aus dem ersten Abschnitt: Ein hoher Wert in einem kleinen Bundesland bedeutet keine große Zahl an Suchen. Wer lokal sichtbar werden will, sollte außerdem die Seite Lokale Keywords recherchieren lesen.

Unbeschriftete Reliefkarte aus Papier auf einem Tisch mit mehreren kleinen Holzstecknadeln bei weichem Tageslicht
Bild: KI-generiert

Vom Trend zum Artikel

Damit aus einer Kurve ein Thema wird, hilft ein fester Ablauf. Er lässt sich in einer Stunde je Themenfeld erledigen:

  1. Hauptbegriff als Thema eingeben, Deutschland und einen Zeitraum von mehreren Jahren wählen.
  2. Den Monat notieren, in dem das Interesse jedes Jahr steigt, und prüfen, ob die Spitzen über die Jahre höher oder flacher werden.
  3. Zwei bis vier Formulierungen als Suchbegriffe vergleichen und die stärkste für Titel und H1 vormerken.
  4. Die zunehmenden Suchanfragen durchgehen und jede Frage, die ein eigenes Unterthema trägt, in eine Liste übernehmen.
  5. Für die Liste in einem Keyword-Werkzeug die Größenordnung des Suchvolumens prüfen und mit den Seiten abgleichen, die Sie schon haben.

Die Verläufe können Sie exportieren und für die Planung im Team ablegen [2]. Halten Sie dabei fest, mit welchen Einstellungen Sie gearbeitet haben. Weil die Website jede Abfrage neu auf 0 bis 100 skaliert, lassen sich Exporte mit anderen Begriffen oder Zeiträumen später nicht einfach nebeneinanderlegen [6].

Google Trends ersetzt kein Werkzeug mit Suchvolumen. Laut Google liefern die Suchbegriffberichte von Google Ads monatliche und durchschnittliche Volumen, während Trends genauere Daten nahezu in Echtzeit bietet [1]. In der Praxis ergänzen sich beide: Trends zeigt die Richtung und den Zeitpunkt, ein Keyword-Werkzeug die Größenordnung. Wie Sie Volumenangaben lesen, steht unter Suchvolumen richtig lesen. Einen Vergleich der gängigen Werkzeuge finden Sie unter Keyword-Tools im Vergleich, den kostenlosen Planer von Google unter Google Keyword Planner nutzen.

Für Entwickler gibt es seit dem 24.07.2025 eine Schnittstelle in einer frühen Testphase. Sie skaliert die Werte so, dass sie über verschiedene Abfragen hinweg vergleichbar bleiben, und deckt ein rollierendes Fenster von 1.800 Tagen ab, also rund fünf Jahre [6]. Zugang gibt es laut Google zunächst nur für eine sehr begrenzte Zahl von Testern [6].

Wie oft Sie in Google Trends schauen, hängt von Ihrem Thema ab. Nach unserer Erfahrung reicht für die meisten Unternehmenswebsites ein fester Blick bei der Jahresplanung und ein zweiter vor jeder großen Überarbeitung. Nachrichtennahe Websites brauchen die kurzen Zeiträume deutlich öfter.

Wenn Sie aus einem Trendverlauf einen Redaktionsplan machen wollen, hilft die Content-Strategie von SEO NW. Eine konkrete Frage zu einer Kurve oder zu einem saisonalen Thema können Sie auch in der gratis Sprechstunde stellen.

  1. Organisation Häufig gestellte Fragen zu Google Trends-Daten. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation Einstieg in Google Trends. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Trends-Suchbegriffe vergleichen. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Trends-Ergebnisse nach Kategorie filtern. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation Ähnliche Suchanfragen finden. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation Introducing the Google Trends API (alpha). Google Search Central Blog. Stand 24.07.2025. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Zeigt Google Trends das Suchvolumen?

Nein. Google Trends zeigt relatives Interesse auf einer Skala von 0 bis 100, bezogen auf alle Suchen in Region und Zeitraum. Für Volumen brauchen Sie ein Keyword-Werkzeug wie den Keyword Planner.

Was bedeutet "Ausreißer" bei den ähnlichen Suchanfragen?

Google zeigt "Ausreißer" statt einer Prozentzahl, wenn eine Suchanfrage im gewählten Zeitraum um mehr als 5.000 Prozent zugelegt hat.

Soll ich einen Suchbegriff oder ein Thema eingeben?

Ein Thema fasst gleichbedeutende Begriffe in allen Sprachen zusammen und zeigt die Nachfrage nach einem Feld. Ein Suchbegriff zeigt die Nachfrage nach genau dieser Formulierung. Für Titel und Überschriften ist der Suchbegriff aussagekräftiger.

Warum steht bei meinem Begriff überall 0?

Begriffe mit sehr wenig Suchvolumen erscheinen in Google Trends als 0. Probieren Sie einen allgemeineren Begriff, ein Thema oder einen längeren Zeitraum.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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