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Ratgeber

Screaming Frog im Überblick: Anleitung für den Einstieg

Der Screaming Frog SEO Spider ist ein Desktop-Crawler für Windows, macOS und Ubuntu, der eine Website wie eine Suchmaschine abruft und technische Fehler auflistet. Ohne Lizenz crawlt er bis zu 500 Adressen, mit Jahreslizenz entfällt die Grenze, und laut Benutzerhandbuch kommen Funktionen wie JavaScript-Rendering, Anbindungen und geplante Crawls hinzu. Für den Einstieg reichen Installation, Startadresse und ein Blick auf die wichtigsten Reiter.

Kleiner grüner Laubfrosch auf einem bemoosten Stein an einem Waldbach im weichen Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Der Screaming Frog SEO Spider läuft auf dem eigenen Rechner und ruft eine Website Seite für Seite ab, ähnlich wie es ein Suchmaschinen-Crawler tut. Der Hersteller beschreibt ihn als Crawler, der eine Website auf mehr als 300 SEO-Probleme prüft [1]. Diese Anleitung führt durch die Einrichtung: was der Rechner können muss, was die Gratisfassung leistet, welche Einstellungen vor dem ersten Crawl wichtig sind und welche Anbindungen es gibt. Wie Sie die Ergebnisse danach Reiter für Reiter auswerten, beschreibt unser Ratgeber Website crawlen mit Screaming Frog.

Was Ihr Rechner können muss

Den SEO Spider gibt es für Windows, macOS und Ubuntu Linux [2]. Laut Benutzerhandbuch braucht er ein 64-Bit-Betriebssystem mit mindestens 4 GB freiem Arbeitsspeicher [2]. Für Crawls unter 200.000 Adressen empfiehlt der Hersteller etwa 8 GB, ab einer Million Adressen eine SSD und 16 GB oder mehr [2]. Für die Website eines Handwerksbetriebs mit einigen hundert Seiten reicht also ein gewöhnlicher Büro-Laptop.

Zugeklappter Laptop auf einem Schreibtisch neben einer externen SSD und einem aufgerollten Kabel
Bild: KI-generiert

Wichtig ist der Speichermodus. Standardmäßig startet das Programm im Datenbankmodus und schreibt die Crawl-Daten auf die Festplatte [2]. Der ältere Speichermodus, früher die Voreinstellung, hält alles im Arbeitsspeicher [2]. Für große Websites ist der Datenbankmodus die sicherere Wahl, weil der Crawl nicht abbricht, wenn der Arbeitsspeicher voll ist. Wie viele Adressen ein Crawl mit Lizenz erfassen kann, hängt laut Hersteller vom zugewiesenen Speicher und Festplattenplatz ab [1].

Gratisfassung und Lizenz

Ohne Lizenz dürfen Sie den SEO Spider kostenlos nutzen und bis zu 500 Adressen je Crawl abrufen [1, 2]. Die Lizenz gilt jeweils ein Jahr und muss danach verlängert werden [1]. Den Preis nennt der Hersteller auf seiner Produktseite. Laut Benutzerhandbuch hebt die Lizenz nicht nur die Grenze von 500 Adressen auf, sie schaltet auch weitere Funktionen frei [2]:

FunktionOhne LizenzMit Lizenz
Adressen je Crawlbis 500ohne feste Grenze, abhängig von Speicher
Crawls speichern und wieder öffnenneinja
Konfigurationsprofileneinja
JavaScript-Renderingneinja
Anbindungen (Analytics, Search Console, PageSpeed)neinja
Geplante Crawlsneinja

Die Tabelle folgt dem Benutzerhandbuch [2]. Die Vergleichstabelle auf der Produktseite führt einige dieser Funktionen auch bei der Gratisfassung, der Fließtext daneben nennt sie als Bezahlfunktionen [1]. Probieren Sie im Zweifel selbst aus, was Ihre Fassung kann.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Der erste Crawl in sechs Schritten

Für einen ersten Durchlauf brauchen Sie keine besonderen Einstellungen. Wir empfehlen diese Reihenfolge:

Mann um die dreißig von hinten am Schreibtisch, daneben ein Notizbuch mit handgeschriebener Liste ohne lesbaren Text
Bild: KI-generiert
  1. Programm installieren und starten. Im Datenbankmodus fragt der SEO Spider nach einem Speicherort für die Crawl-Daten.
  2. Im Menü Mode prüfen, ob "Spider" gewählt ist [2]. In diesem Modus folgt das Programm den Links ab der Startadresse.
  3. Die Startadresse genau so eintragen, wie die Website erreichbar ist, also mit https und mit oder ohne www.
  4. Bei Websites mit Anmeldung, Testumgebung oder Bot-Schutz vorher den Betreiber fragen, ob der Crawl erlaubt ist, und die Geschwindigkeit in der Konfiguration herabsetzen.
  5. Crawl starten und warten, bis der Fortschrittsbalken 100 Prozent zeigt.
  6. Zuerst die Reiter mit Statuscodes, Seitentiteln und Weiterleitungen ansehen, erst danach die Feinheiten.

Die Reiter heißen im Programm unter anderem Internal, External, Response Codes, Page Titles, Meta Description, Canonicals, Directives und hreflang [3]. Was die Befunde in diesen Reitern bedeuten und welche Sie zuerst angehen, steht ausführlich im verlinkten Ratgeber zur Auswertung.

Drei Modi für unterschiedliche Fragen

Neben dem Spider-Modus gibt es den Listenmodus und den SERP-Modus [2]. Im Listenmodus fügen Sie eine Liste bestimmter Adressen ein oder laden sie hoch, und die Berichte zeigen eine Zeile für jede Adresse der Liste [2]. Das ist nützlich nach einem Relaunch: Sie nehmen die alten Adressen aus der Sitemap oder einem Export und sehen sofort, ob jede davon sauber weiterleitet. Den SERP-Modus erwähnt das Handbuch im Zusammenhang mit dem Bericht SERP Summary: Dessen Export dient als Vorlage, die Sie bearbeiten und im SERP-Modus wieder hochladen [2]. So lassen sich neue Titel und Beschreibungen prüfen, bevor sie online gehen.

Drei Gläser mit sortierten Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben auf einem Werkstattregal bei warmem Tageslicht
Bild: KI-generiert

Ein Vergleich zweier Crawls ist ebenfalls möglich. Der Hersteller beschreibt die Funktion so, dass Sie Veränderungen zwischen zwei Durchläufen erkennen und technische Fortschritte verfolgen [1]. Das hilft, wenn Ihr Entwickler eine Liste von Fehlern abgearbeitet hat und Sie prüfen wollen, ob wirklich alles erledigt ist.

Anbindungen und Erweiterungen

Laut Benutzerhandbuch setzt die Anbindung an Google-Dienste eine Lizenz voraus. Über die Schnittstelle von Google Analytics holt er Nutzer- und Conversion-Daten in den Crawl, über die Search-Console-Schnittstellen Leistungsdaten und Indexstatus vieler Adressen auf einmal [1]. Die Anbindung an PageSpeed Insights liefert Lighthouse-Werte und Felddaten aus dem Chrome-Nutzerbericht [1]. Was diese Werte bedeuten, erklärt unser Ratgeber PageSpeed Insights im Überblick.

Für Sonderfälle gibt es die benutzerdefinierte Extraktion. Damit lesen Sie beliebige Daten aus dem HTML einer Seite aus, per CSS-Pfad, XPath oder regulärem Ausdruck [1]. Ein Shop kann so etwa prüfen, auf welchen Produktseiten eine Lieferzeit fehlt. Laut Hersteller lassen sich außerdem eigene KI-Anweisungen während des Crawls einbinden, mit Diensten von OpenAI, Gemini, Ollama und Anthropic [1]. Wer diese Funktion nutzt, schickt Inhalte der gecrawlten Seiten an den jeweiligen Anbieter. Das sollten Sie bei Kundenprojekten vorher abklären.

Geplante Crawls laufen in festen Abständen und exportieren ihre Daten automatisch, auch nach Google Sheets [1]. Damit lässt sich eine wöchentliche Kontrolle einrichten, ohne dass jemand daran denken muss.

Wann sich die Lizenz lohnt

Drei Fälle sprechen für die Lizenz. Der offensichtliche: Ihre Website hat mehr als 500 Adressen, und Sie wollen sie in einem Durchlauf sehen. Der zweite: Inhalte oder Links Ihrer Seiten entstehen erst durch JavaScript im Browser, etwa bei Shops oder Websites auf Basis moderner Frameworks. Ohne Rendering sieht der Crawler dann nur das leere Gerüst. Der dritte: Sie wollen Crawls speichern, um sie nach einigen Wochen mit einem neuen Durchlauf zu vergleichen. Wer nur einmal im Jahr eine kleine Website prüft, kommt mit der Gratisfassung aus und spart sich die Verlängerung.

Wo die Grenzen liegen

Der SEO Spider zeigt den Zustand Ihrer Website zum Zeitpunkt des Crawls. Er sagt nichts darüber, wie Google die Seiten tatsächlich crawlt und indexiert. Dafür sind die Search Console und die Auswertung der Server-Logs da. Er zeigt auch keine Rankings fremder Domains und keine Suchvolumen, dafür brauchen Sie Werkzeuge wie Sistrix oder Semrush.

Unsere Einschätzung: Für technische Prüfungen auf dem eigenen Rechner deckt der SEO Spider die meisten Fragen ab, und die Gratisfassung reicht für kleine Websites. Wer lieber fertige Berichte mit Prioritäten statt Rohdaten möchte, sollte sich Sitebulb ansehen. Die Unterschiede beider Programme beschreibt Screaming Frog oder Sitebulb, weitere Crawler finden Sie unter Crawler im Vergleich. Eine kurze Begriffserklärung steht im Glossar unter Screaming Frog.

Sie haben einen Crawl vor sich und wissen nicht, welche Befunde wirklich zählen? Bringen Sie den Export in die gratis Sprechstunde mit und stellen Sie dort Ihre Frage.

  1. Organisation SEO Spider. Screaming Frog Ltd. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation SEO Spider User Guide: General. Screaming Frog Ltd. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation SEO Spider User Guide: Tabs. Screaming Frog Ltd. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Ist Screaming Frog kostenlos?

Ja, mit Einschränkungen. Ohne Lizenz crawlt der SEO Spider bis zu 500 Adressen je Durchlauf. Für größere Websites brauchen Sie eine Jahreslizenz. Funktionen wie JavaScript-Rendering, Anbindungen und geplante Crawls schaltet laut Benutzerhandbuch die Lizenz frei, die Produktseite führt sie in ihrer Vergleichstabelle auch bei der Gratisfassung auf.

Läuft Screaming Frog auf dem Mac?

Ja. Der Hersteller nennt Windows, macOS und Ubuntu Linux. Nötig ist ein 64-Bit-System mit mindestens 4 GB freiem Arbeitsspeicher.

Was ist der Unterschied zwischen Spider- und Listenmodus?

Im Spider-Modus folgt das Programm allen Links ab einer Startadresse. Im Listenmodus prüft es nur die Adressen, die Sie hochladen, zum Beispiel alte Adressen nach einem Relaunch.

Zeigt Screaming Frog meine Google-Rankings?

Nein. Das Programm kann über die Search-Console-Schnittstelle Leistungsdaten in den Crawl holen, laut Benutzerhandbuch mit Lizenz. Eigene Rankingdaten erhebt es nicht.

Darf ich jede Website crawlen?

Technisch geht das, aber ein Crawl belastet den Server. Bei fremden Websites, Testumgebungen oder Seiten mit Bot-Schutz fragen Sie vorher den Betreiber und senken die Geschwindigkeit.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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