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Ratgeber

WDF*IDF-Tools: wie die Termanalyse arbeitet und wo ihre Grenzen liegen

Ein WDF*IDF-Tool vergleicht, wie häufig bestimmte Begriffe in Ihrem Text und in den gut platzierten Seiten der Konkurrenz vorkommen, gedämpft durch einen Logarithmus. Es zeigt so Begriffe, die in Ihrem Text fehlen oder auffällig oft stehen. Google nennt WDF*IDF in seinem SEO-Leitfaden nicht und hat sich nicht dazu geäußert, es als Rankingfaktor zu nutzen, die Analyse ist deshalb eine Schreibhilfe und keine Rankingformel.

Setzkasten aus Holz mit losen Metalllettern aus flachem Winkel, sodass keine Buchstaben lesbar sind, im warmen Werkstattlicht
Bild: KI-generiert

Wer einen Ratgebertext für die Suche schreibt, stößt früher oder später auf WDF*IDF. Ein WDF*IDF-Tool legt den eigenen Text neben die Texte, die zu einem Suchbegriff bereits gut platziert sind, und zeigt, welche Begriffe dort häufig vorkommen und bei Ihnen fehlen. Diese Seite erklärt, was hinter der Formel steckt, was die Werkzeuge tatsächlich rechnen, was Google zu Keywords in Texten sagt und wann sich die Analyse lohnt. Eine kurze Begriffserklärung finden Sie im Glossar unter WDF*IDF.

Was die Formel rechnet

WDF steht für Within-document Frequency, also die Häufigkeit eines Wortes innerhalb eines Dokuments. Die deutschsprachige Wikipedia gibt die Formel so an: WDF eines Wortes ist der Logarithmus zur Basis 2 aus der Häufigkeit des Wortes plus eins, geteilt durch den Logarithmus zur Basis 2 aus der Gesamtzahl der Wörter im Dokument [1]. Das "plus eins" sorgt dafür, dass ein Wort, das gar nicht vorkommt, den Wert null erhält [1]. Als Urheberin der Formel nennt der Artikel Donna Harman und verweist auf ihren Beitrag "Ranking algorithms" von 1992 [1].

Reihe alter Messinggewichte in abnehmender Größe auf einem Holztisch im weichen Seitenlicht
Bild: KI-generiert

Der Logarithmus ist der Kern der Sache. Er staucht die Werte, sodass ein Wort, das doppelt so oft vorkommt, nicht doppelt so viel Gewicht erhält [1]. Im Vergleich zur einfachen Keyword-Dichte verhindert das laut Artikel, dass ein Suchwort eine zu starke Gewichtung erfährt [1]. Wer ein Wort einfach häufiger wiederholt, gewinnt also immer weniger dazu.

IDF steht für Inverse Document Frequency. Der Wert steigt, je weniger Dokumente einen Begriff enthalten, und nähert sich 1, wenn ein Begriff sehr verbreitet ist [1]. Seltene, aussagekräftige Begriffe zählen so mehr als Füllwörter, die in jedem Text stehen. Die Kombination WDF*IDF ist laut Wikipedia in der Suchmaschinenoptimierung populär und ähnelt dem aus der Informationswissenschaft bekannten TF-IDF [1]. Den verwandten Begriff erklärt das Glossar unter TF-IDF.

Was ein WDF*IDF-Tool auswertet

Ein Beispiel für ein solches Werkzeug ist der WDF*IDF-Check von Seobility, den es auch ohne Anmeldung gibt [4]. Sie geben einen Suchbegriff ein, auf Wunsch die Adresse Ihrer Seite, das Land und eine Stadt [5]. Das Werkzeug vergleicht dann Ihre Seite mit den Ergebnissen der Google-Suche, wahlweise mit den ersten 3, 7, 10, 15 oder 20 Treffern [5]. Ein Eingabefeld für die Basis des Logarithmus zeigt, dass mit gestauchten Werten gerechnet wird [5]. Über einen eingebauten Editor ändern Sie den Text und aktualisieren die Auswertung [5].

Seobility gibt auch eine Regel zum Lesen der Ergebnisse: Ein guter Wert liege über dem Durchschnitt der Suchergebnisse, aber unter dem Höchstwert für den Begriff [5]. Den Höchstwert solle man nur in Einzelfällen ausschöpfen, weil übermäßige Wiederholung als Spam gelten könne [5]. Im kostenlosen Basis-Tarif sind fünf solcher Abfragen am Tag möglich, in den bezahlten Tarifen 50, 100 oder 200 [5].

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Was Google zu Keywords im Text sagt

Google hat sich nicht dazu geäußert, WDF*IDF als Rankingfaktor zu verwenden. Der SEO-Startleitfaden von Google erwähnt weder WDF*IDF noch TF-IDF noch eine Keyword-Dichte [2]. Er rät stattdessen, sich zu überlegen, mit welchen Begriffen Nutzer nach den eigenen Inhalten suchen könnten, und weist darauf hin, dass Kenner und Einsteiger oft unterschiedliche Wörter verwenden [2]. Die Suchsysteme von Google erkennen passende Seiten laut Leitfaden auch dann, wenn die genauen Suchbegriffe fehlen [2]. Eine feste Mindest- oder Höchstzahl an Wörtern gibt es laut Google nicht [2].

Frau um die dreißig liest in einem ruhigen Raum laut von einem Blatt ohne lesbaren Text vor, Fensterlicht
Bild: KI-generiert

Ein Google-Mitarbeiter hat sich allerdings zu TF-IDF geäußert: John Mueller riet laut Bericht des Search Engine Roundtable in einem Webmaster-Hangout vom 18.04.2019, sich nicht auf TF-IDF zu konzentrieren, weil es eine alte Kennzahl sei [8]. Deutlich wird Google bei der Übertreibung. Mehrfach wiederholte Wörter ermüden Leser, und überflüssige Keywords verstoßen gegen die Spamrichtlinien [2]. Die Richtlinie zu überflüssigen Keywords nennt als Beispiel Wörter oder Wortgruppen, die so häufig wiederholt werden, dass sie unnatürlich klingen [3]. Wer einen WDF*IDF-Wert durch Wiederholung nach oben treibt, bewegt sich also in genau die Richtung, vor der Google warnt.

Wann die Analyse hilft

Am meisten bringt die Analyse bei Themen, bei denen Texte die Suchergebnisse prägen. Seobility nennt selbst informationsorientierte Suchanfragen, Nischenthemen mit langen Suchbegriffen und textlastige Ergebnisse als geeignete Fälle [5]. Weniger geeignet sind laut Seobility sehr allgemeine Begriffe, aktuelle Themen, stark umkämpfte Suchbegriffe und Suchen, bei denen ganz unterschiedliche Arten von Ergebnissen erscheinen [5]. Bei stark umkämpften Begriffen spielen nach Seobility andere Dinge wie Nutzersignale, Autorität und Backlinks eine größere Rolle [5].

Unsere Einschätzung: Nützlich ist die Analyse als Kontrollblick nach dem Schreiben. Sie zeigt etwa, dass alle gut platzierten Ratgeber zu einem Thema auf Kosten, Dauer und Voraussetzungen eingehen und Ihr Text einen dieser Punkte auslässt. Das weist auf eine Lücke im Inhalt hin. Schließen Sie sie mit einem Absatz, der die Frage beantwortet.

Andere Werkzeuge für dieselbe Frage

Viele Schreibhilfen arbeiten heute mit ähnlichen Vergleichen, ohne den Begriff WDF*IDF zu verwenden. Der Content Assistant von Sistrix schlägt Themen und Keywords vor, die laut Handbuch aus den erfolgreichsten Inhalten auf Google stammen, dazu Nutzerfragen und passende Formate [6]. WDF*IDF erwähnt das Handbuch dabei nicht [6]. Der SEO Writing Assistant von Semrush vergleicht Texte mit den ersten zehn Ergebnissen bei Google und empfiehlt Begriffe, die mit dem Ziel-Keyword semantisch verwandt sind [7]. Er warnt außerdem vor Keyword-Stuffing [7].

WerkzeugVergleichsbasis laut HerstellerNennt WDF*IDF
Seobility WDF*IDF-Check3 bis 20 Google-Ergebnisse nach Wahl [5]ja [5]
Sistrix Content Assistanterfolgreichste Inhalte auf Google [6]nein [6]
Semrush SEO Writing Assistanterste zehn Ergebnisse bei Google [7]nein [7]

Welches Werkzeug Sie wählen, ist weniger wichtig als die Art, wie Sie die Vorschläge lesen. Alle drei messen Ihren Text am Durchschnitt dessen, was bereits rankt. Ein Text, der jede Empfehlung erfüllt, gleicht den anderen. Leser und Suchmaschinen haben mehr von einem Text, der zusätzlich etwas bietet, das die anderen nicht haben: eigene Beispiele, eine klare Reihenfolge, genauere Angaben. Weitere Schreibhilfen stellt Content-Optimierungstools vor.

Ein Ablauf für die Praxis

  1. Schreiben Sie den Text zuerst für den Leser, mit einer Gliederung nach den Fragen, die er zum Thema hat.
  2. Lassen Sie danach die Analyse laufen und sehen Sie sich die Begriffe an, die bei der Konkurrenz deutlich häufiger vorkommen.
  3. Fragen Sie bei jedem dieser Begriffe, welche Frage dahintersteht. Fehlt diese Frage im Text, ergänzen Sie einen Abschnitt.
  4. Lesen Sie den Text am Ende laut. Klingt ein Wort zu oft, streichen Sie es, auch wenn der Wert danach sinkt.

Wenn Ihnen für die Texte selbst die Zeit fehlt, beschreibt unsere Leistung Texterstellung für SEO, wie wir Ratgeber und Leistungsseiten schreiben. Für die Planung ganzer Themenbereiche gibt es die Content-Strategie.

Bleistift, Radiergummi und Anspitzer neben handbeschriebenen Seiten ohne lesbaren Text von oben auf einem Holzschreibtisch
Bild: KI-generiert

Sie haben eine WDF*IDF-Auswertung vor sich und wissen nicht, welche Hinweise Sie ernst nehmen sollen? Bringen Sie sie in die gratis Sprechstunde mit und stellen Sie dort Ihre Frage.

  1. Within-document Frequency (WDF*IDF). Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  2. Organisation SEO-Startleitfaden. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
  3. Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
  4. Organisation Seobility (Startseite). Seobility. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  5. Organisation WDF*IDF Tool. Seobility. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  6. Organisation Handbuch: Content Assistant. SISTRIX. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  7. Organisation SEO Writing Assistant. Semrush Knowledge Base. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
  8. Google Webmaster Hangout vom 18.04.2019: TF-IDF und Information Retrieval. Search Engine Roundtable. Stand 06.05.2019. abgerufen am 31.10.2026

Häufige Fragen

Ist WDF*IDF ein Rankingfaktor bei Google?

Google hat sich nicht dazu geäußert, WDF*IDF als Rankingfaktor zu verwenden. Der SEO-Startleitfaden von Google erwähnt das Verfahren nicht und nennt keine Keyword-Dichte. Er warnt aber vor überflüssigen Keywords.

Gibt es ein kostenloses WDF*IDF-Tool?

Ja, zum Beispiel den WDF*IDF-Check von Seobility. Im kostenlosen Basis-Tarif sind fünf Abfragen am Tag möglich, einzelne Werkzeuge lassen sich auch ohne Anmeldung nutzen.

Was ist der Unterschied zwischen WDF*IDF und Keyword-Dichte?

Die Keyword-Dichte teilt die Häufigkeit eines Wortes einfach durch die Wortzahl. WDF staucht die Häufigkeit mit einem Logarithmus, sodass zusätzliche Wiederholungen immer weniger zählen. IDF gewichtet seltene Begriffe stärker.

Muss ich den Höchstwert eines Begriffs erreichen?

Nein. Seobility selbst rät, über dem Durchschnitt der Suchergebnisse, aber unter dem Höchstwert zu bleiben, weil übermäßige Wiederholung als Spam gelten kann. Wichtiger ist, dass der Text die Fragen der Leser beantwortet.

Für welche Themen lohnt sich die Analyse?

Laut Seobility vor allem für informationsorientierte Suchanfragen, Nischenthemen und textlastige Suchergebnisse. Bei sehr allgemeinen, aktuellen oder stark umkämpften Begriffen bringt sie weniger.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder Sie rufen einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.

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