Stand: 4. August 2026. Der Monat beginnt mit einer Entscheidung, die Publisher in eine unangenehme Rechnung zwingt: Der lange geforderte KI-Opt-out ist da – und die attraktivste Platzierung für Nachrichten wandert gleichzeitig dorthin, wo er greift.
Der Opt-out und seine Kehrseite
In der Search Console rollt Google einen Schalter aus, mit dem sich Inhalte aus AI Overviews, AI Mode und den KI-Funktionen in Discover herausnehmen lassen. Die Seite bleibt dabei normal indexiert, und Google sagt ausdrücklich zu, die Einstellung nicht als Rangsignal zu verwenden. Ausgelöst hat das keine Einsicht, sondern eine Vorgabe der britischen Wettbewerbsbehörde CMA.
Fast zeitgleich beginnt Google, das Top-Stories-Karussell innerhalb der AI Overviews auszuspielen statt darunter. Beide Darstellungen erscheinen dabei offenbar nie gleichzeitig.
Erst messen, dann schalten. Bevor der Schalter umgelegt wird: Wie viele Impressionen kommen aus KI-Flächen? Wie oft erscheinen Sie in Top Stories? Wie hat sich die Klickrate bei Anfragen mit KI-Antwort entwickelt? Ohne diese Ausgangswerte lässt sich die Entscheidung hinterher nicht bewerten.
Ranking-Unruhe zum Monatsbeginn
Vom 1. bis 3. August meldeten Beobachtungswerkzeuge deutliche Ausschläge – ohne Bestätigung durch Google, also ein unbestätigtes Update. Für die Ursachensuche wichtig: Das letzte bestätigte Core Update endete am 2. Juni, das Spam Update lief vom 24. bis 26. Juni. Wer Verluste sieht, sollte zuerst prüfen, aus welchem dieser Zeiträume sie stammen, statt alles der August-Unruhe zuzuschreiben.
Search Console misst jetzt Social und Video
Seit dem 29. Juli sind die Platform Properties weltweit verfügbar: Instagram-, TikTok-, X- und YouTube-Konten lassen sich als eigene Property anlegen. Sie zeigen Klicks, Impressionen und vor allem die Suchanfragen, über die Google Menschen zu diesen Beiträgen führt.
Besonderheit: Es ist die erste Property-Art, die sich ohne eigene Domain bestätigen lässt – über den Plattform-Account selbst. Die Daten decken ausschließlich Google-Oberflächen ab; Reichweite innerhalb der Apps taucht dort nicht auf. Einrichtung dauert Minuten, erste Daten erscheinen nach etwa 48 Stunden.
Woran Google Vertrauen festmacht
Google Cloud hat am 25. Juli Fassung 0.2 des Open Knowledge Format veröffentlicht – ein Format, in dem Wissen für KI-Agenten abgelegt wird. Interessant ist weniger das Format als die Antwort auf die Frage, woran maschinelle Systeme Vertrauenswürdigkeit festmachen sollen:
| Signal | Beantwortet die Frage |
|---|---|
| Herkunft | Woraus wurde diese Information erstellt? |
| Verifizierung | Wer hat sie erzeugt, wer bestätigt sie? |
| Aktualität | Ist sie überhaupt noch gültig? |
| Lebenszyklus | Ist das die aktuelle Fassung oder ein Entwurf? |
| Nachvollziehbarkeit | Wurde diese Zahl so berechnet, wie vorgesehen? |
Das sind exakt die Kategorien, die auf Inhaltsebene über die Zitierung in generativen Antworten entscheiden. Wer Verfasser, Quellen, Prüfdatum und nachvollziehbare Zahlen ausweist, bedient dieselbe Logik – siehe GEO.
Kurz notiert
- Interne Suchseiten: Zugespammte Suchergebnisseiten können zum Qualitätsproblem für die ganze Domain werden. Prüfen, ob sich die eigene Suche über Parameter befüllen und indexieren lässt.
- Widersprüchliche Metaangaben: Liefern Theme und SEO-Erweiterung gleichzeitig Titel und Beschreibung, gehört der Konflikt behoben – nicht ausprobiert, welche Quelle gewinnt.
- Bing: Die alten SOAP-Schnittstellen der Webmaster Tools werden zum 31. August 2026 abgeschaltet. Wer sie nutzt, muss auf REST wechseln, sonst brechen Auswertungen weg.
Die Checkliste für diesen Monat
- Ausgangswerte dokumentierenImpressionen aus KI-Flächen, Top-Stories-Präsenz, Klickrate – bevor am Opt-out etwas geändert wird.
- Platform Properties einrichtenWenige Minuten Aufwand, dafür Suchanfragen zu Social-Inhalten, die in keinem anderen Werkzeug stehen.
- Zeiträume trennenAugust-Unruhe, Mai-Core-Update und Juni-Spam-Update getrennt auswerten.
- Metaangaben und interne Suche prüfenBeides zusammen in einer halben Stunde erledigt.
Gegenüber der ursprünglichen Fassung entfallen: Prozentangaben zur Verschiebung der Top-10-Plätze während des Mai-Updates und der Anteil eingebetteter Top Stories – beide stammen aus Auswertungen ohne offengelegte Stichprobe. Ebenso entfallen Randmeldungen ohne Handlungsbezug.