Stand: 8. April 2026. Drei Entwicklungen, die praktische Folgen haben – und eine Studie, die falsch verstanden wird, wenn man nur die Überschrift liest.
1. Zwei Updates in drei Tagen
Am 24. und 25. März lief ein Spam Update durch – in weniger als einem Tag, ungewöhnlich schnell. Zwei Tage später, am 27. März, startete das März-Core-Update mit der üblichen Ansage von bis zu zwei Wochen.
Diese Überlappung macht die Zuordnung schwierig. Ein Rückgang, der vor dem 27. März begann, gehört zum Spam Update – und verlangt eine andere Antwort als ein Rückgang danach. Wer beides in einen Zeitraum wirft, sucht an der falschen Stelle.
Der Verlauf steht in der Chronik, die Auswertungsreihenfolge unter Core Update.
2. Ask Maps: Google Maps versteht ganze Fragen
Am 12. März vorgestellt, seit dem 30. März in den USA und Indien verfügbar: Statt „Restaurant in der Nähe" lassen sich vollständige Fragen stellen – etwa nach einem beleuchteten Tennisplatz, auf dem man heute Abend noch spielen kann.
Praktische Folge: Angaben, die früher Beiwerk waren – Ausstattung, Atmosphäre, Barrierefreiheit, aktuelle Öffnungszeiten –, werden zu dem Material, aus dem Antworten entstehen. Seit dem 7. April schlägt Google außerdem Bildunterschriften für hochgeladene Fotos vor, zunächst in den USA. Mehr dazu unter Local SEO.
3. Die Studie zu KI-Texten – richtig gelesen
Semrush hat am 6. April eine Auswertung von rund 42.000 Beiträgen über 20.000 Suchbegriffe veröffentlicht. Kernaussage: Auf Platz eins stehen überwiegend Texte, die als menschlich geschrieben eingestuft wurden; rein maschinell erzeugte deutlich seltener.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens beruht die Einordnung auf Erkennungswerkzeugen, die nachweislich falsch klassifizieren – in beide Richtungen. Zweitens misst die Studie eine Korrelation, keine Ursache: Wer Texte ohne Prüfung veröffentlicht, macht meist noch anderes nicht.
Die brauchbare Schlussfolgerung ist deshalb nicht „KI vermeiden", sondern: Was veröffentlicht wird, braucht eine Person, die dafür geradesteht. Ausführlich unter KI im Unternehmen.
4. Search Console: zwei nützliche Filter
- Markenanfragen trennen: Der Filter für Suchanfragen mit dem eigenen Namen steht jetzt allen berechtigten Konten offen. Erst damit lässt sich messen, wie viel Sichtbarkeit tatsächlich aus der Optimierung kommt und wie viel aus Bekanntheit.
- Wochen- und Monatsansicht: Seit Dezember 2025 verfügbar und während eines Rollouts unverzichtbar – sie glätten die Tagesschwankungen, die sonst zu Fehlschlüssen führen.
Was diesen Monat zu tun ist
- Rückgänge richtig zuordnenBegann der Verlust vor oder nach dem 27. März? Davon hängt ab, wonach Sie suchen.
- Markenanfragen herausfilternUnd die verbleibende Entwicklung getrennt betrachten.
- Unternehmensprofil auffüllenAusstattung, Fotos, Öffnungszeiten – das ist jetzt Antwortmaterial, nicht Beiwerk.
- Verantwortung sichtbar machenWer einen Text verantwortet, gehört an den Text. Das gilt unabhängig davon, womit er entstanden ist.
Gegenüber der ursprünglichen Fassung entfallen: der Anteil von Suchergebnissen mit KI-Antwort samt Branchenaufschlüsselung, Nutzer- und Sitzungszahlen zum AI Mode, Zero-Click-Quoten, Marktanteile im KI-Verweisverkehr, eine Prognose zu Traffic-Anteilen sowie die Vermutung über ein eingesetztes Filtermodell – teils ohne Quelle, teils ausdrücklich als Vermutung gekennzeichnet. Die Semrush-Auswertung ist geblieben, mit ihren Einschränkungen.